Hakenkreuze am IKUWO

Es muss ein unangenehmes Erlebnis für die Bewohner und Bewohnerinnen des Internationalen Kultur- und Wohnprojektes gewesen sein, als sie am heutigen Morgen die Fassade des IKUWO in Augenschein nahmen. In der vergangenen Nacht sind ganz offensichtlich mit Sprühdosen ausgerüstete Neonazis unterwegs gewesen.

Drei Hakenkreuze findet man jetzt an der Hauswand. Aber die sprühenden Neonazis waren nicht nur in der Goethestraße zu Werke, über den Informationsdienst Twitter wurde die Nachricht von weiteren verbotenen rechten Schmierereien vermeldet.

Hakenkreuze am IKUWO

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Das Geschehene reiht sich in eine unrühmliche und junge Traditionslinie rechter Aktionen gegen das IKUWO. Erst vor knapp sechs Wochen wurde in der Nacht vor Silvester vor der Haustür des Freiraumes eine tote Katze mit einem in den Kopf genagelten Antifa-Aufkleber deponiert. Ich deute die Straftat als Greifswalder Statement zur größten Nazi-Demonstration Europas am 13. Februar.

39 Gedanken zu „Hakenkreuze am IKUWO

  1. Echt bitter. Kein Fußbreit den Nazis!

    Ich hoffe die Schmierereien werden bald wieder übermalt. Was sich nicht überstreichen lässt ist das ungute Gefühl in dieser Stadt kommen die Nazis wieder aus ihren Löchern hervor und trauen sich was.

    Weiter wachsam bleiben und beobachten.

  2. „Die Forderung, daß Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung. Sie geht so sehr jeglicher anderen voran, daß ich weder glaube, sie begründen zu müssen noch zu sollen.“ – Erziehung zur Mündigkeit. Theodor W. Adorno

  3. WTF!

    Wie schon heute morgen gezwitschert Anklamer Str. Kreuzung Rathenau Str. ist so ein Bauschild. Heute steht in schwarz: „Dresden, das war Mord“ drauf.

    Nochmal für alle: solche Verbrechen nicht nur sehen, sondern sofort zum Handy greifen und die kostenlose Sprayerhotline für HGW anrufen: 0800 83 44 444. Dier erzählen zwar, dass der Mist bei den aktuellen Temperaturen nicht weggemacht werden könne, leiten aber alles an die Polizei und die Besitzer weiter.

  4. rauskriegen wers war! mönsch leude! eure stadt is doch soooooo klein und überschaubar. macht doch mal euren standpunkt klar! inglorious bastards like! wenn die so auf hakenkreize stehen. muss ja nicht gleich mippm messer sein, aber so nen wasserfester edding tuts doch auch. schön auf die kleidung und ins gesicht, fertig …. und @ikuwo: langsam sind n paar webcams angebracht, findet ihr nicht? am besten mal mit dem jan-gymnasium quatschen, von da aus hat man die beste aussicht … die hoschies erkennt man doch selbst vermummt an ihren drei paar schuhen und ihrer lieblingsjacke, die sie immer tragen … greifswald is nen dorf … also holt euch den braunen sack und klopft dem ma n bischen auf die mütze … is doch die einzige sprache, die sie verstehen

  5. @pauler

    total panne. da rollen sich einem ja die fußnägel rauf und runter. gewalt, hass, überwachung, hetze. meinen glückwunsch, du hast den vogel abgeschossen.
    X/

  6. Diese albernen Hobby-Faschisten: Kritzeln lieblos und total stupide ’ne Wand voll, an der jegliche Affinät zum rechten Gedankengut fehlt – was für’ne heroische Tat. Da wäre der bis 1945 berüchtigste Spinner mit dem schnittigen Schnauzbart sicher total beeindruckt gewesen ^^ … aber der konnte ja bekanntlich auch nie was sinnvolles malen.

    @Sandro
    Find ich auch. Diese üble Malerei (auch technisch, ist nicht gesprüht, glaub ich) sollte umgehend entfernt werden oder irgend jemand schreibt drunter: „hier ist jemand in Geschichte durchgefallen und versucht sich nun als Maler“ Oder irgendwas anderes distanzierendes.

    @Hans:
    glaub ich nicht – nicht mal ansatzweise.
    Sieht eher so aus, als kommen die „alle“ und testen aus was geht.
    Geht’n bisschen viel neuerdings – für meinen Geschmack.

  7. @toemi … wieso denn? n büschn malen is doch nich gleich gewalt … und auffe mütze klopfen lässt sich wohl kaum mit dem holocaust oder den morden an asylanten und politisch andersdenkenden vergleichen und die eigenen mauern bewachen is auch nich gerade das, was man gleich so generell mit ner überwachung im schäubleschen sinne meint, oder? (das gleiche geht auch an franz) … was soll n der scheiss? übertreib ma nich gleich und überleg dir doch mal was konstruktives, anstatt hier rumzuprangern … aber wer nix bessres weiss …

    und was gewalt angeht: bitte was denn sonst? es tut mir ja auch ganz schrecklich leid, aber hat damals vor 70 jahren ja auch nicht anders geklappt. und zum thema diplomatie: hat ma einer von den hier gewaltablehnenden versucht, mit solchen hoschies zu reden? 😀 nee nee nee – ihr haltet lieber still, lasst andere die drecksarbeit machen und kommt dann als die geistige elite zu hohem ross dahergeritten, wenn alles vorbei ist, oder was?
    wie oft muss man das eigentlich wiederholen, dass realität und idealzustand zwei ganz verschiedene sachen sind und man sich auch nicht immer aussuchen kann, wie man zu seiner ruhe und zu seinem frieden findet. nazis sind nicht friedlich und arschlöcher gibt es nunmal … also

    also wenn mir einer sowas auf mein haus schmiert, denn klatscht das. punkt. gar keine diskussion. dat is nich nur ne schmiererei sondern für mich ne ganz klare kriegserklärung. da bleibt mir quasi nix anderes übrich … also toemi … roll doch mit deinen fuss- und fingernägeln wohin du willst … und unterstell mir ma nix … du kennst mich gar nicht … ausserdem ist gewalt zu befürworten und gewaltbereit sein auch nicht das gleiche … wo bleibt denn da der studentische scharfsinn? geh doch hin zu den faschokloppis und küss ihnen noch die poperze … vielleicht kriegst du sie ja damit überredet, pazifisten zu werden …

    so … unnu kommt und gebts mir – aber richtig, wenn ich bitten darf. der blog heisst schliesslich „PAULER befürwortet Gewalt und Überwachungsstaat“ …

    pffff

  8. pssst….wist ihr was….das waren diese linken krawalltouristen! ja…aber psst…weil die wollen ihre eigenen projekte dadurch legetimieren….aber psst denn wenn die nicht sogar aus dem westen eingereist sind, dann sind sie direkt unter euch!

    den tip hab ich von mup info mit entsprechendem beitrag aus rostock

    hoffe ihr habts wieder fix gemalert…scheiß kinderkacke…mag pauler da fast rechtgeben…aber wie wir ja wissen erzeugt gewalt auch nur gegengewalt….das ätzende ist ja das die deppen sich ihre realtät so zusammen schustern das mensch da von aussen, mit sachlichen argumenten, keinen blumentopf mehr gewinnt…armes deutschland

  9. und was is jetzt mit meinen randalen? kein remmidemmi? keine brennenden polizeiautos??? ich bin doch die rostocker linken krawalltouristen und ham uns so ne mühe gegeben! 😀

  10. @ret marut: jo! endlich mal nen konkreter vorschlag. wenn ihr sowas noch nicht habt, denn wirds aber höchste zeit …

    aber druck machen solltet ihr auch n bischen. wenn die stadt und die vollstreckungsorgane nichts tun – so wie überall in diesem land – dann ist es gerechtfertigt, mal anzumelden, dass die menschen sich selbst helfen und die sache selbst in die hand nehmen … mal nen flashmob unter der rethorischen frage, was dem staat denn lieber sei, iniziieren … ich will ganz bestimmt niemanden aufhetzen (ist im übrigen sowieso ne ganz traurige anschuldigung – sie impliziert nämlich das eingeständnis, dass menschen nicht selbständig denken können – und geht auch davon aus, dass die eigene meinung, welche der angeblich aufhetzerischen, ketzerischen anderen meinung gegenüber die wahrheit gepachtet hat)
    so ne flashmobsache ist ausserdem auch ne aufklärerische und öffentlichkeitswirksame aktion …

    aber ich gehe mal davon aus, dass es nur ein paar wenige idioten sind, vieleicht gerade mal zwei, die sich einen witz daraus machen, mit solchen faschoaktionen die szene aufzuscheuchen … könnte wetten, dass sie diesen blog mitlesen und sich noch einen drauf lachen, wie man sich hier gegenseitig …. naja, lassen wirs doch einfach in zukunft und bleiben beim thema, machen konstruktive vorschläge und der rest ergibt sich schon …

    aber wie gesagt: meiner meinung nach sollten die n paar kriegen … so ne faschoscheisse is nämlich gar nicht witzig – und wenn der staat das erledigen will, denn gibts bloss wieder bewährung und n bischen „du! du! das is aber böse“-winkewinke mit dem petergogischen zeigefinger … naja, muss jeder selber wissen, ob das reicht und man damit leben kann, ne? toemi?

  11. Ich denke, auf der Gedenkveranstaltung in Erinnerung an die ersten Deportationen jüdischer MitbürgerInnen, morgen um 10:30 vor dem Historischen Institut (Domstraße), sollten diese aktuellen Vorfälle noch einmal bekannt gemacht werden. Vielleicht mag aus dem IKuWo jemand einen kurzen (1-2 minütigen) Beitrag schreiben, der dort verlesen werden könnte?

    Was die Vorfälle der letzten Wochen recht deutlich zeigen: In Greifswald scheinen sich einige Nazi-Kreise (Freie Kameradschaften, Nazi-Burschenschaftsszene) neu formiert zu haben, die ihre Gewaltphantasien offenbar in die Tat umsetzen wollen. Ich vermute, daß es bei solchen Einschüchterungen (Flaschenwürfe aufs IKuWo, Katzenkadaver, Hakenkreuze am IKuWo) nicht bleiben wird. Dementsprechend wäre es sicher ratsam, wenn a) ein breites antifaschistisches Bündnis (alternative Zentren, Grüne, Linkspartei, AStA, DGB, Kirche) a la der früheren Freitagsrunde initiiert und b) unabhängig davon die antifaschistische Selbsthilfe (u.a. antifaschistische Telefonkette bei Vorfällen) weiter ausgebaut und vernetzt wird.

    Nicht einschüchtern oder provozieren lassen!
    Stattdessen die (nicht nur Greifswalder) Öffentlichkeit aufklären und die eigenen Strukturen stärken!

  12. Interessant, wie in OZ-Rhetorik zunächst der „Aufreger der Woche“ repräsentiert wird, um dann kommentiert zu werden auf eine Weise, die Rechtskonservative stolz machen würde: der Aufruf zur Nutzung von Anti-Sprayer-Hotlines, Kameraeinsatz, keine Gnade für rechte Schmierfinke – der Pöbel tobt, das wird ein Fest!

  13. @hen:

    Vielen Dank für die Kritik. Mit dem Hinweis auf die Verdichtung offensichtlich politisch motivierter Vorfälle und Übergriffe auf das IKUWO finde ich „Aufreger der Woche” weit daneben. Wer Hakenkreuze an die Wände bringt, gehört gestoppt.

    Den Schrei nach Sprayer-Hotline finde ich genauso wenig unterstützenswert wie du, aber gestatte mit eine kleine Gegenfrage: Weißt du was dir passiert, wenn du beim Übermalen einer „rechten Schmiererei“ von Polizeibeamten aufgegriffen wirst? Insofern ist das eine sehr bequeme Lösung.

    Der Coup wäre es natürlich, wenn Axel Hochschild höchstpersönlich vor dem IKUWO stünde und den „Radikalinskis“ (wir erinnern uns seiner letzten Bisse) die Fassade reinigte. Das wäre dann überhaupt nicht rechtskonservativ, sondern gegenteilig von einer gehörigen Menge Subversion geprägt!

  14. Das Melden von den Schmiereien ist doch die einzig legale Möglichkeit den Scheiss aus dem Stadtbild zu bekommen. Da die Stadt dann teilweise auch schnell reagiert, finde ich es durchaus angebracht dafür Werbung zu machen. Wegen normalen Graffitis oder Tags werd ich da nie anrufen. Dieser braune Mist soll aber nicht das Stadtbild verschandeln, sondern möglichst schnell entfernt werden. Keine Öffentlichkeit erzeugen. Sowas frustriert nämlich. Unsere Diskussionen und das Aufregen darüber motiviert dagegen viel mehr, wieder sprayen zu gehen. Klar, wir dürfen das nicht runterspielen und nicht drüber berichten.

  15. Pingback: uberVU - social comments
  16. und wenn wir dann alle brav „gemeldet“ haben sind links- und rechtsextremistische Schmierereien bald für immer ausgerottet…

    aber moment…sind ja nur rechte Schmierereien gegen die öffentlichkeitswirksam gewettert wird…

    …dieses dumme Lagerdenken wird dieses links-rechts Spiel nie aufhören lassen…jede Fraktion erklärt sich zum einzig möglichen moralischen Sieger und legitimiert seinen Kampf gegen den „Gegner“ einzig aus moralischen Gründen…ala“ wenn der Scheisse an Wände sprüht sprühen wir Scheisse hoch2…“

  17. @pauler

    ich habe bereits gesagt, was ich zu sagen hatte. deine aufregung kann ich verstehen. es ist ein bewegendes thema. also von mir aus darfst du auch mich und meine meinung ablehnen, ist mir egal. du schaffst das schon.
    ich lese gerne, was du schreibst. sehr interessant, was du hier alles von deiner emotionalen erlebenswelt preisgibst.
    ich habe selber jahre unter nazidruck gelitten. es ist ja nicht so, dass ich nur irgendwas raushaue und versuche dich zu ärgern. sorry, wenn ich deine wut noch gesteigert haben sollte.

  18. oho, martin alter rechtsausleger, heute mal in querfrontstimmung?
    hast vergessen zu erwähnen dass wir ja eigentlich alle nur was gegen die da oben haben…
    geh zurück in dein loch!
    ich hab mal gelesen, dass es wirksamer ist, die dinger so zu übermalen dass man noch sieht dass da was war, aber letztendlich doch nur die ablehnung als bild im kopf bleibt.
    kopf in sand und so tun als gäb es kein naziproblem (dass sich halt auch in nazigeschmiere äußert) is afaik schonmal derbe schiefgegangen

  19. Oh es geht nicht darum, dass es mir unverständlich wäre, dass man sich aufregt, aber sehr wohl um Art und Weise der „Aufregung“. Selbstverständlich ist ein „verfassungsfeindliches Symbol“ am IKUWO (und anderswo) ästhetisch und menschlich ein Ärgernis, aber kaum etwas läge mir ferner, als daraufhin bei einer Anti-Sprayer-Hotline anzurufen. Des „Teufels Werkzeug“ (die Hotline) zu nutzen ist nicht mit hehren Zielen zu rechtfertigen. Süss auch, wie sich manch einer schon vorstellt „hollywoodlike“ auf die Verbrecher die Jagd zu eröffnen. Ich denke, wenn einer sich denkt, den Tätern eins auf die Mütze zu geben, dann wird dies ihre Überzeugung eher stärken – oder wie würde es den gewaltbejahenden Autoren hier gehen, wenn sie Opfer einer Nazi-Attacke würden? Ihre Überzeugung wechseln und aufhören zu agieren? Eher nicht, hoffe ich.

  20. Ich vergaß auf die Gegenfrage an mich zu antworten. Ja, ich weiß, was passiert, wenn die Polizei Sprayer erwischt und sei es das Übersprühen von Nazi-Symbolen. Deshalb ist mir die ganze Anti-Sprayer-Liga mitsamt ihrer Hotline ja so zuwider. Mit einer Bewerbung in Brüssel oder bei der Bundesregierung wird es bei wiederholter Erfassung sicher nichts mehr, aber damit könnte ich leben. In dem Fall würde das hehre Ziel das Mittel rechtfertigen, ist mir auch lieber als mit dem Edding Nazi-Köpfe zu bekritzeln.

  21. Ähmm, neben dem Viel-Gerede mal etwas von Belang:
    ist die Schmiererei denn nun weg/distanzierend korrigiert?

    @ ret marut (gutes kommentar):
    „Was die Vorfälle der letzten Wochen recht deutlich zeigen: In Greifswald scheinen sich einige Nazi-Kreise (Freie Kameradschaften, Nazi-Burschenschaftsszene) neu formiert zu haben, die ihre Gewaltphantasien offenbar in die Tat umsetzen wollen.“
    Eben, sehe ich genauso. Und wenn’s los geht bin ich echt mal gespannt was passiert, wenn endlich eingesehen wird, dass diese gut gemeinte, deeskalierende Redseligkeit so gar keine wirksame Maßnahme ist.

    „Nicht einschüchtern oder provozieren lassen!“
    Eingeschüchtert, davon? Nee, ist ja wohl selbstredend.
    Aber nicht provozieren lassen? Wieso?! Wenn man sich nicht provoziert fühlt, sollte man sich jegliche Reaktion verkneifen – also ich für mein Teil, fühle mich sehr provoziert.

  22. Na wenn derjenige, der bei jeder Straftat „Radikalinskis“ brüllt und der die grafitti-hotline maßgeblich stützt, selbst zum Pinsel griffe, das wäre schon was gewesen!

  23. Statt die braune Kacke – ohne viel Aufheben drum zu machen – selbst zu entfernen (wie es jeder vernünftig denkende Mensch tun würde), nutzt das Ikuwo so was doch nur, um mit den eigenen (tiefroten) Fingern (ich erinnere nur an Rote Hilfe e.V.) auf Andere zu zeigen. Kurt Schumacher hatte eben doch recht.

  24. Was machen LINKSAKTIVISTEN eigentlich ohne RECHTSAKTIVISTEN..? Ich kann mir in meiner hieroftbescheinigtenEinfachheit nicht vorstellen, dass LINKSAKTIVISTEN ohne RECHTSAKTIVISTEN auskommen können… Woher sollen sie sonst die eigene Legitimität nehmen..?
    mhhh… grübel, grübel Da hat doch jeder Linksaktivist ein berechtigtes Interesse daran das seine rechtsaktivistischen Gegner nicht aussterben.
    Ach nee… denn sie können nicht miteinander aber auch nicht ohne 🙂

  25. Also ich denke nicht, dass esn“Linksaktive“ ohne Neonazis langweilt. Öffne mal deinen Horizont für andere, linke Aktionsfelder. Kleiner Denkanstoß: Flüchtlinge, Gender, Sexismus, Rassismus, Kultur.

    Du wirst es dir kaum vorstellen können, aber viele hätten etwas besseres vor, als Hakenkreuze zu übermalen, dem webmoritz interviews zu geben, die Scherben der ans Haus geworfenen Flaschen wegfegen etc.

  26. @martin:erstens denke ich, dass es gar keinen sinn macht, eine person lediglich auf ihre politische gesinnung zu reduzieren. man hat ja schliesslich auch noch richtige hobbies. zweitens ist es schon klar, dass die einordnung in ein bipolares system immer voraussetzt, dass bipolarität aus zwei polen besteht. jedoch steht eine politische haltung für sich alleine – natürlich kannst du sie ins verhältnis zu anderen haltungen setzen und eine entsprechende bezeichnung dafür finden. und es ist auch logisch, dass eine verhältniskennzeichnende bezeichnung keinen sinn mehr macht, wenn gar nichts mehr vorhanden ist, zu was ein verhältnis bestehen kann.

    und für mich gesprochen kann ich mich als anarchist überhaupt nicht in dein links/rechts-schema einordnen, linkspolitische inhalte decken sich zwar am noch meisten mit meinen ansichten, aber ich lehne angesichts unkontrollierbarer machtkonzentrationen heutiger zeit jegliche institutionalisierung ab. das schliesst alle parteien ein, egal ob links oder rechts. ich bin auch kein gewaltbefürworter, wie einige es mir hier indirekt immer schön durch die unverfänglichkeit der verallgemeinerung unterstellen. es ist ein unterschied, zum einsatz von gewalt GEZWUNGEN zu sein weil kein anderes mittel mehr wirkt, oder den einsatz von gewalt generell zu befürworten. sicherlich ist es äußerst moralisch, sich gewissen optionen zu verschließen – aber das muss man sich auch leisten können. moral ist ein luxus, der eine basis benötigt, einen gemeinsamen konsens. manchmal steht man aber ziemlich blöd alleine da solange es der staat auf dem rechten auge blind ist und diese scheisse nicht selbst in den griff bekommt, mordlust und menschenverachtung in ihre schranken zu weisen. und als anarchist ist eben jeder auf sich selbst angewiesen, sein leben innerhalb seines bewegungsradius zu verteidigen. nazis sind eine nicht hinnehmbare bedrohung. als gegner von institutionalisierungen bleibt mir als einzelkämpfer überhaupt nichts anderes übrig, als all meine macht einzusetzen – einschließlich meiner körperlichen, um gegen eine bedrohung vorzugehen. natürlich bin ich aufgeschlossen gegenüber anderen gewaltfreien optionen. aber sich bloß passiv hinter einer allianz von antifaschisten zu verstecken ist in meinen augen auch keine lösung. im gegenteil: ich biete einer neuen plattform die gelegenheit, sich meiner stimme zu bemächtigen und irgend ein idiot von redelsführer nutzt es wieder für seine zwecke aus. nee nee nee.

    aber jetzt hab ich auch kein bock mehr, diese leidige debatte zu füttern. tschüss bis zum nächsten blog – ihr seid mir nicht ichradikal und antiinstitutional genug 😀

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