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Von Männermode und Männerträumen

Der Greifswalder Herrenausstatter Krafczyk hat mit der Werbekampagne “Männerträume” inzwischen schon über 50 verschiedene Anzeigen veröffentlicht. In Sachen Frauenverachtung und Sexismus sind die einzelnen Werbeträger in der Hansestadt beispiellos. Eine Einsichtnahme.

Er hat es geschafft. Jens Krafczyk mühte sich Anfang der Neunziger Jahre noch auf dem Marktplatz als Grünpflanzenverkäufer ab, heute versprüht er den lebemännischen Esprit eines Modezars und nennt mit seinen Männermoden ein erfolgreiches Geschäft sein Eigen.

VON DER MILCH ZUR MODE

gold krafczykAuf der Homepage seines Unternehmens gibt Krafczyk freimütig über seinen beruflichen Werdegang Auskunft und erzählt die Geschichte vom Aufstieg des Kuhmelkers zum Herrenausstatter.

Im Geschäftsleben machte er in der Vergangenheit immer wieder mit ausgefallenen Werbeaktionen auf sich aufmerksam, von Bodypainting bis Velotaxi war alles dabei. Sein Logo zierte regelmäßig Schülerzeitungen und die Eintrittskarten zu den Bällen der Pennäler.

logo krafczykAuch im monatlich erscheinenden und vom früheren Oberbürgermeister-Kandidaten Rainer Mutke herausgegebenen Vorpommern-Magazin, schaltete Krafczyk Anzeigen seiner in Serie gegangenen Werbekampagne Männerträume. Hier erfährt die ganz offensichtlich männliche Zielgruppe “Dinge, die ein Mann in seinem Leben unbedingt tun sollte“.

ICH TU DIR WEH

Die aktuelle Ausgabe des Vorpommern-Magazins wird durch die Empfehlung des Modehauses, ein Rammstein-Konzert zu besuchen, bereichert. Die Band genießt bisher unerreichten internationalen Erfolg und löst – ihres Hangs zum Tabubruch wegen – regelmäßig kontroverse Debatten aus. Zuletzt wurde ihr im November 2009 veröffentlichtes Album Liebe ist für alle da von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien auf den Index gesetzt. Der Tonträger darf nicht mehr an Minderjährige verkauft werden.

Was an dem Album jugendgefährdend ist muss nicht groß erklärt werden. Ein Blick auf das Cover, das in Krafczyks Anzeige aufgegriffen wird, und eine kurze Textprobe stehen für sich:

rammstein“Bisse, Tritte, harte Schläge

Nadel, Zangen, stumpfe Säge

Wünsch’ dir was, ich sag nicht nein

Und führ’ dir Nagetiere ein”

(aus: Rammstein, Liebe ist für alle da, 2009, Ich Tu Dir Weh)

(Eine Linksammlung mit Pressestimmen zur Indexierung des Albums stellen Rammstein auf ihrer Homepage zur Verfügung)

Vielleicht ist es das Spiel mit den Tabus, das dem Herrenausstatter an der Band Rammstein imponiert, denn für Übertretungen der Grenzen des guten Geschmacks finden sich viele Beispiele im Portfolio der Krafczykschen Werbeaktivitäten.

FEUCHTE MÄNNERTRÄUME AUF DIN A4

Auf der Homepage des Herrenausstatters kann man sich in der Vergangenheit veröffentlichte Werbeanzeigen aus der Kampagne Männerträume ansehen.
Werbung

Es sind über fünfzig an der Zahl und im Ensemble sind sie ein Kabinett des Schreckens für jeden, dessen Frauenbild nicht völlig antiquiert und sexualisiert ist. Da begegnen einem beinahe barbusige Flugbegleiterinnen, die den Genuss eines “guten Service” ermöglichen, “frisches Obst” in der Netzstrumpfhose und auch etwas zum Vernaschen.

Den bildsprachlichen Höhepunkt erreicht man dann mit der Extraportion frischer Milch, die einer Frau beim Trinken über das Gesicht und den Oberkörper strömt. “Ihr einmal den Strohalm reichen” lautete der entsprechende Ratschlag für jene, die bis dahin noch immer nicht kapiert hatten, dass auf tausendfach reproduzierte und noch immer genauso erniedrigende Männlichkeitsphantasien angespielt wird.

Mein Fazit nach einer ausgiebigen Einsichtnahme dessen, womit man mich dort als Kunde zu gewinnen versucht, steht fest:

Feuchte Träume, dicke Hoden – ich kaufe Krafczyks Männermoden!

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Werbeanzeige von Männermoden Krafczyk aus der Kampagne "Männerträume"


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61 Responses to “Von Männermode und Männerträumen”

  1. Sören says:

    “Fleischervorstadt-Blog – Traurige Geschichten aus Greifswald – verbittert – enttäuscht – spaßbefreit”?

    “Es sind über fünfzig (Werbeanzeigen – eingefügt) an der Zahl und im Ensemble sind sie ein Kabinett des Schreckens für jeden, dessen Frauenbild nicht völlig antiquiert und sexualisiert ist.”

    Ich finde es dagegen schrecklich, wenn Jemand beständig und an jeder Ecke Korrektheit einfordert. Nobody’s perfect, außer der Autor selbst? Da ich daran in der Vergangenheit auch des Öfteren Zweifel hatte und diese mehrfach äußerte, hier mein Tipp für den Tag: Entspann’ Dich, trink’ ‘nen Schluck, rauch’ ‘nen Joint oder geh’ ‘ne Runde Joggen und schon ist das Leben gar nicht mehr so übel.

    Immerhin, das Fazit des Beitrages ist ja fast schon so was wie ein Lichtblick. Nur pass’ auf, dass Krafczyk Dir den Spruch nicht klaut und in Anzeige Nr. 55 (die 54 findet man z.B. im aktuellen Vorpommern Magazin) präsentiert. ;-)

  2. Jockel says:

    Ich finde das Einfordern von Korrektheit hat schon eine andere Qualität als das Entwerfen solcher Anzeigen.

    Juristisch spannend wäre auch die Klärung des Urheberrechts. Hat Krafczyk denn höflich bei Rammstein um angefragt und was ist mit den anderen Fotos, zum Beispiel diesem hier:

  3. fettenvorstadt says:

    “hier mein Tipp für den Tag: Entspann’ Dich, trink’ ‘nen Schluck, rauch’ ‘nen Joint oder geh’ ‘ne Runde Joggen und schon ist das Leben gar nicht mehr so übel.”

    Schon schade, wenn man auf sowas zurückgreifen muss, um zu entspannen. Klar, das gehört auch dazu, aber wenn das die Alternative zur antisexistischen Kritik ist, dann will ich doch lieber den erhobenen Zeigefinger als den Exzess. Leute wie du sind der Grund, warum so wenig Menschen sich politisch engagieren. Solange das Bier in der Mensa einfacher zu bekommen ist als ein wenig kritisches Urteilsvermögen, wünsche ich dir viel Spaß dabei.

  4. zorro says:

    Ich kann beim besten Willen auch nicht nachvollziehen, woher all diese Ignoranz kommt. Weder die bei den Veranstaltern (Choco-Club), noch bei Händlern (Krafczyk), ganz zu schweigen von den hier kommentierenden Leuten (Sören)….
    Aber mir scheint, als wären sie alle vom gleichen Leitspruch beseelt: “Sind ja nur Frauen!”
    Wie mich das ankotzt!

  5. Manfred Peters says:

    “… vom Aufstieg des Kuhmelkers zum Herrenausstatter…”
    Ja und, eine typische “Ostbiographie” über die sich ein “….”** wieder einmal köstlich amüsieren kann. In den abgenutzen Bundesländern würde die Krafczykbiographie sicher als beispielgebend in der Suche nach Selbstverwirklichung gelten.
    So machem neudeutschen Yuppie einschließlich Westerwelle, wäre doch zu wünschen, dass er einmal die Niederungen der praktischen Arbeit gestreift hätte.
    Ansonsten ein gelungener Beitrag zur Diskussion, der mir alleine deshalb schon gefällt (Ausnahme s.o.) weil er dem erzkonservativen Frauenversteher “Sören” missfällt. In Hinsicht auf den
    8. März wäre doch die Meinung der weiblichen Blog-Leser interessant.

    * Herr Krafczyk hat einen Beruf gelernt und gleichzeitig damit das Abitur (Hochschulreife) erworben. Die Möglichkeit gab es in verschiedenen Kombinationen z.B. auch als Elektronikfacharbeiter mit Abitur, also nicht nur in landwirtschaftlichen Berufen.
    Das Prinzip galt auch vice versa, d. h. Abitur mit Berufsausbildung.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Berufsausbildung_mit_Abitur
    ** Die hier einzusetzenden Synonyme verkneife ich mir lieber, um mir nicht wieder den Unmut der Intoleranten, die hier leider die “Blog-Hoheit” haben, zuzuziehen!

  6. Martin says:

    jippi! Endlich unternimmt mal jemand was gegen diesen Sexual Scheiss! Die Rolle der Frau ist eine andere! Sexualität ist verabscheuungswürdig!
    Jetzt noch was gegen die Horror Magazine unternehmen die unser aller Leben beeinträchtigen! Welche gibt es denn noch? Playboy muss weg! Und überhaupt! Warum zahlt man 7% Mehrwertsteuer für den Playboy und Windeln kosten 19%..? Obwohl! Das ist damit man sieht wie sinnlos dieser ganze Sexualitätsmist ist! Mal sehen ob mein Kommentar diesmal erscheint oder Jockel jetzt auch den ZENSURMORALOBERLIGISTEN spielt…noch hege ich hoffung :)

  7. gerd says:

    @ martin

    danke für die selbstdisqualifikation
    hier werden hundert andere dinge kritisiert als sexualität aber für wen sexismus und sexualtität das gleiche sind der freut sich auch über nackte frauen die für internetanbindungen werben. komm mal klar!

  8. Jockel says:

    Mal sehen ob mein Kommentar diesmal erscheint oder Jockel jetzt auch den ZENSURMORALOBERLIGISTEN spielt

    Was willst du damit andeuten? Hier werden keine Kommentare zurückgehalten. Wenn einer deiner Beiträge nicht erschienen ist, dann wurde er vielleicht automatisch als Spam identifiziert. Denken sie mal weiter in die Richtung, Herr Kollege…

  9. Anne Klatt says:

    Ich finde ja ehrlich gesagt, dass derartige Kampagnen eher noch peinlicher für Männer selber sind: Man(n) unterstellt ihnen ja implizit, dass der Sexualtrieb eine -vielleicht sogar DIE- dominante Rolle im männlichen (Kauf-)Verhalten spielt. Dass (rationale) Informationen über Qualität und Gebrauchswert der Produkte gegen einen Frauenhintern verblassen. Ich würde ja mal sagen: Männer wehrt euch! ;)

    [Ich will das Problem des dadurch generierten Frauenbilds nicht kleinreden - das zeigt "ihr" aber schon ganz gut auf ;)
    Vielleicht wäre das ja auch mal ein Fall für die Kommunikationsguerilla. ]

  10. Sören says:

    Ich hol’ schon mal Cola und Chips (oder sollte ich meine Freundin dafür losschicken?). Wird sicher noch lustiger über den tag und den Abend… :)

  11. Martin says:

    @jockel-> Als User kann ich nur durch ausprobieren erkennen ob meine Kommentare erscheinen…und bei Flyerthema kam halt einer mal nicht im Blog an…warum auch immer…auf jeden Fall schrieb ich deswegen diese Worte in den Kommentar…leider hast Du mich nicht komplett zitiert denn die Worte “noch hege ich Hoffnung :) ” deuten zumindest an, dass ich nicht glaube Du wärst in besagte Liga gewechselt…

    mhhh… hier mal die elektronische Variante: Der Porn Detection Stick…
    http://www.basicthinking.de/blog/2010/03/04/mit-dem-porn-detection-stick-gegen-unsittliche-kurven-rundungen-und-fleischtoene-auf-dem-pc/

    Sowas muss nur noch weiterentwickelt werden…sagen wir als rote Lampe auf dem Kopf jedes Menschen…und sobald jemand was anstössiges denkt blinkt die Lampe und ein lauter Heulton erschrillt das Gehör… ;)

    @gerd: Das ist die Frage… Sexualität oder Sexismus…gäbe es Sexismus ohne Sexualität…ist Sexualität für die einen schon Sexismus für die anderen..?

    Ohne unseren Sexualtrieb wäre auch des Sexismus Thema hinfällig.
    Aber weil es eben ein naturgegebener Trieb ist der das Überleben der Art sichern soll kann man nebenbei auch eine Sexismus Scheindebatte führen…

  12. @martin: Sexismus wäre ohne Geschlechter nicht möglich. Sexualität geht auch ohne Sexismus, Sexualität bedeutet nämlich nicht zwingend die Abwertung der/des anderen (und auch nicht, bevor das hier kommt, Anderssetzung des/der anderen aufgrund von Geschlecht/ern – nicht zuletzt selbst für Sexistinnen Sexisten einsichtig belegt an der Sexualität von Schwulen und Lesben). Ohne Sexualtrieb ist Sexismus noch lange nicht erledigt, es gibt auch genug Abwertung die nicht mittelbar auf die Sexualfunktion Bezug nimmt (z.B. wenn von geistigen Vorzügen ala “besser Einparken können” gesprochen wird).
    Achja, bevor es unkommentiert bleibt: Die Gedanken der Leute sind mir und vermutlich auch allen anderen [hier die passende vesuchte Beleidigung wie z.B. "Gutmenschen" einfügen] egal, was interessiert sind Handungen in Wort, Bild, Tat, etc.

    Love Sex! Hate Sexism!

  13. Martin says:

    Du meinst also, dass Frauen schlechter einparken können ist nicht etwa nur die reale Betrachtung sondern auch noch Sexismus..?
    Und das Männer in der Regel schlechtere Zuhörer sind stellt für Dich auch Sexismus dar…
    Aber wehe ich lass die zierliche Blondine die ich vom Bahnhof abhole Ihre Tasche selber schleppen…Das ist dann Machogehabe..? Weil einfach Ihre Tasche tragen wegen Frauen und Kraft und so wäre ja dann Sexismus…

    Auch auf die Gefahr hin gleich beschimpft zu werden… ich bin bekennender
    fleischundsexliebenderwitzeaufkostenvonminderheitenmachender Sexist!

    Wie langweilig wäre die Welt ohne Menschen wie mich :)
    Denn erst wenn alle Sexismus Seminare abgehalten…alle Vegan oder Vegetarischfragen beantwortet…alle Vor- Während und DanachNazis umbenannt…alle Andersdenkenden zensiert sind werdet Ihr merken, dass Leben auch Spass machen sollte ;)

  14. Martin says:

    @spiegelschrift->die Frage war ob Sexismus auch ohne Sexualität geht..?

    Wenn es Sexualität nicht gäbe hätten Männer wahrscheinlich längst den Entschluss gefasst und Frauen ausgerottet ;)

    Aber dazu weiss Toni der Experte gleich mehr zu sagen:
    http://www.youtube.com/watch?v=IirHIG22QR8

  15. fettenvorstadt says:

    Leben macht keinen Spaß, deshalb suchen wir einfachen Leute ja auch permanent Ärger und diskriminieren alle, die nicht so denken wie wir. Unser Spaß im Leben ist sadistischen Urspungs. Wenigstens lenkt und das von unserem Selbsthass ab, Leute wie dich zu kritisieren.

    Ich hoffe mal, dass du im Leben auch mal einen Punkt erreichen wirst, bei dem du Opfer von Diskriminierung wirst. Und ich hoffe darauf, dass du irgendwann mal merkst, wie grässlich dein Verhalten ist. Trage doch die Tasche der zierlichen “Blondine”, wenn sie Hilfe benötigt. Das ist kein Sexismus, sondern Höflichkeit. Aber stelle bitte klar, dass du ihr helfen darfst und überlege, ob du es bei der Brünetten und der Schwarthaarigen auch machen wirst. Und vielleicht auch bei Männern, die schwer zu schleppen haben.

    BTW: Eine blonde Freundin von mir kann besser einparken als ich, wobei ich auch immer ein offenes Ohr für sie habe. Abgefahren, was? ;)

  16. Martin says:

    Ach mach Dir nichts draus… Ich habe auch blonde Freundinnen :)
    Und halte fest: Alle Menschen sind gleich…nur Ausnahmen haben die Regel!

    ne ne ne… warum haben so wenig Menschen Spass am Leben..?

  17. Martin says:

    P.S. Das Problem was ich in ähnlicher Colorierung öfter sehe zeigt sich hier deutlich:

    fettenvorstadt ist gegen Diskriminierung… aber mir dasselbe wünschen widerspricht sich doch total???

  18. Martin says:

    upps… total vergessen…

    Danke Jockel für den Artikel… Ohne Dich hätte ich die Werbebilder nie zu Gesicht bekommen… Diese Anzeigenmagazine lese ich für gewöhnlich nicht…

  19. swinx says:

    @martin:
    …dass du freundinnen hast, widerspricht sich auch total, wenn ich mir deine äusserungen so durchlese.

  20. Martin says:

    yeah! Da ist Sie auch schon… die “ich muss persönlich werden weil mir seine Meinung nicht passt” Äusserung :)

    arm arm arm

  21. fettenvorstadt says:

    @martin: Ich unterschreibe keine pauschalen Aussagen. Ich bin gegen Diskriminierungen aufgrund von Geschlecht, Herkunft, Aussehen, Sexualität und Religion. Nicht gegen Diskriminierung von Leuten, die Menschen aufgrund dieser Tatsachen gerne abstempeln, ihnen schnell Stereotype anhaften wollen und sich denn noch aufgrund dieser zugesprochenen, nicht tatsächlichen Fakten, gerne drüber lustig machen. Es wirkt so, als machst du dich über diese Art der Toleranz und Akzeptanz, die ich vertrete (und einige hier vielleicht auch), lustig und forderst diese selbst ein von mir. Wobei ich Menschen nach Worten und Taten beurteile, nicht aufgrund der o.g. Merkmale. Und dein Charakter widert mich zutiefst an, für den du selbst verantwortlich bist und den du hier selbstbewusst zum Vorschein bringst. An dieser Stelle zeige ich aber keine Toleranz und wünsche dir, selbst mal in so eine unfaire Situation zu kommen, damit du einfach mal gewisse Ansichten revidierst. Es geht mir nicht um PC an dieser Stelle. Einen Katalog dafür gibt es nicht, auch keine Ankreuzliste, an der sich jeder messen kann, wie PC er oder sie ist. Aber es ist schön für dich, dass du auch mit diesen Ansichten Freunde hast, auch blonde Freundinnnen. Ich hoffe an der Stelle wirklich, dass du auch liebenswerte Charaktereigenschaften hast, die weniger pauschalisierend sind.

  22. swinx says:

    @martin:
    entschuldige bitte, dass ich persönlich geworden bin. ich habe mich anscheinend nicht unter kontrolle, weil ich nicht wie du eine “bekennende
    fleischundsexliebenderwitzeaufkostenvonminderheitenmachende Sexistin” bin, die wahrscheinlich außerdem momentan ihre “regel hat”, weil sie nicht “einparken kann” und sowieso keinen “spass am leben”…
    —-
    da du hier deine persönliche meinung zum besten gibst, natürlich anonym, solltest du mit kommentaren die sich auf deine meinung beziehen rechnen, deswegen schreibst du hier schließlich, oder?

  23. Martin says:

    Liebstes swinx,

    falls Du es noch nicht bemerkt hast. Auch Du schreibst hier anonym.
    Und falls Du möchtest können wir uns gern mal auf einen Tee treffen. Aber das wär dann auch eine Ausnahme der Regel. Diese besagt nämlich, dass noch nie einer meine Einladung zum Tee angenommen hat. Warum nur? Vielleicht weil anonymes, persönlich angreifendes Verhalten doch einfacher ist und mehr Spass macht…

    P.S. Meine Name ist wirklich Martin :) Ich bezweifle, dass swinx überhaupt in einem Deiner amtlichen Dokumente auftaucht. Fällt Dir was auf..?

  24. swinx says:

    @liebster martin, fällt dir auf, dass mein name “blau” ist? es ist ein link. einen link kann man anklicken. huch. swinx ist ja gar nicht anonym!

  25. kapitulist says:

    Oh man – wat’n das wieder für’ne blöde “Werbe-Kampagne”?!
    Da haut doch gar nichts hin, ausser stumpfer Provokation, die zwar Aufmerksamkeit generiert – wie man ja hier sieht – aber das dürfts dann auch gewesen sein. Kundengewinnung zweifele ich mal ganz stark an. Extrem flach, inhaltlich bescheuert und mit 50 Motiven total überfrachtet. Masse statt Klasse plus dieser ollen “Sex-sells“-Nummer … einfallsloser gehts ja wieder kaum. Und kreuzgefährlich ist dieser Schrott auch, weil potenzielle Kunden zu gewinnen, indem man ihnen offenkundig absolute Blödheit unterstellt, kann ganz schnell nach hinten los gehen. Ganz ganz großes Aua!

    Falls eine Forsetzung der Kampagne angedacht ist und es an ‘Ideen’ mangelt, hier Inspiration, dürft für fünf weitere Kamapagnen reichen, wenn mans clever anstellt:
    http://www.crazylifeblog.de/250-dinge-die-man-nicht-unbedingt-getan-haben-muss.php
    Für meinen plötzlicher Anfall dieser Hilfsbereitschaft, pinne ich mir dann auch gleich mal die Nr. 51 auf meinen Blödmann-Kopf.
    -> Nr. 51: einmal ein dumme Aktion unterstützen.

    Sauerei²:
    Immer nur alles auf Sexismus fokusieren find ich nicht gut.
    Anne Klatt hat mit ihrem Einwurf vollkommen recht! Was’n mit der Gleichberechtigung im Protest?! Als Mann fühle ich mich nämlich von dieser Kampagne auch ziemlich derb angepisst. Die Frau wird zum Sexobjekt gemacht und ich/ihr/wir als debile Blödmänner daneben gestellt! Dieser Kampagne ist’ne geschlechterübergreifende Total-Diskriminierung und deshalb als Gesamtkonstrukt gleichberechtigt anzuprangern!

    “Feuchte Träume, dicke Hoden – ich kaufe Krafczyks Männermoden!”
    … das ist mal’n slogan, klasse (Anti)werbung!
    Hut ab, Jockel – lass dir das patentieren (-;

  26. Kevin says:

    auf die debatten hier will ich gar nicht erst eingehen. mir gefällt aber was anne gesagt hat. denn was ist denn sehr auffällig bei allen antisexistischen bewegungen die in hgw so von sich reden machen? es sind fast immer männer die dahinter stehen und den sexismus den sie in allen dingen sehen, ist auch immer nur ein sexismus der sich um frauen dreht. da frag ich mich erstmal warum frauen selber solche werbekampagnen nicht anprangern (denn was sie davon halten fragt nie einer und ich gehe durchaus davon aus, das frauen auch ne meinung haben dürfen, oder?) und zweitens, was ist mit dem sexismus der sich gegen männer richtet? den hab ich noch nie irgendwo angeprangert gesehen, vielleicht weil man sich als mann besser fühlt wenn man die ach so schwachen frauen verteidigt die ja eh als opfer auf die welt gekommen sind.
    die ganze werbelandschaft besteht doch nur aus stereotypen. wie sehen denn männer aus in werbung oder generell in den medien? sie sind dumm, fett, versoffen, verfressen, interessieren sich nur für pornos, fußball, bier und bratwürste. kann nicht auch mal einer das männerbild in der werbung anprangern?
    ich will jetzt nicht sagen das ich diese werbekamapgne von krafczyk für unbedenklich halte oder gar toleriere, aber so ganz allgemein ist es einfach langweilig, wenn es immer nur um frauen geht, ich als mann fordere auch mal opfer von sexismus sein zu dürfen!

    ich finde das viele antisexistische ansätze extrem anachronistisch sind und daher von frauen auch schon gar nicht mehr wahrgenommen werden. kenne nicht wenige frauen die sagen das sie sich z.b. im ikuwo durch diese ganzen antisexismusposter extrem verarscht vorkommen, aber das wäre ne andere debatte und zu sehr wollte ich das hier auch nicht ausweiten.

    hier mal was zum lesen: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,601269,00.html

  27. kapitulist says:

    @kevin:
    hihi, fast zeitgleich – zwei Blödmänner ein Gedanke (-;

  28. Jockel says:

    @kevin:
    frauen werden ganz einfach viel häufiger und drastischer sexistisch diskriminiert, nicht zuletzt, weil es sich bewährt hat. das schlägt sich natürlich auch in den beiträgen hier nieder.

    annes beitrag finde ich diesbezüglich auch sehr erhellend, meine distanzierung von der krafczykschen männerrolle sollte deutlich geworden sein.

    glaube mir, ich wäre froh, wenn es keinen grund gäbe, hier im wochentakt irgendwo mit dem finger draufzuzeigen.

    und zum ikuwo: ich nehme jene, die vom antisexistischen anspruch der veranstaltungen dort genervt sind, gerne in kauf, wenn den anderen, die ungestört und unbelästigt feiern wollen, dafür raum geboten wird.

  29. Ludwig says:

    @Kevin: Ich bin auch kein großer Fan von diesen Plakaten im IKUWO, gebe aber auch zu, dass ich für das durchaus bestehende Sexismus-Problem und die andauernden Belästigungen durch Männer, denen Frauen ausgeliefert sind, anzubieten habe.

    Gegen Männer gerichteter Sexismus ist sicherlich auch ein Thema, das ernst genommen werden muss, aber im Moment ist die Diskriminierung der Frauen eindeutig von dringenderer Relevanz. Solche Werbekampagnen wie die von Herrn Krafczyk und dem Choco-Club etc. sorgen dafür, dass sich ein Geschlechterrollenverständnis in unseren Köpfen verfestigt, welches eine unterschiedliches Behandlung von Männern und Frauen im Alltag zu rechtfertigen scheint. (Allen, die der Meinung sind, dass alles so richtig rund läuft, sei empfohlen, sich mal in Autohäusern und Supermärkten umzuhorchen. Dass die Mitarbeiter da je nach Geschlecht bei gleicher Qualifizierung unterschiedliche Gehälter beziehen und unterschiedliche Aufgaben (putzen vs. Feierabend machen) zugewiesen bekommen, ist da selbstverständlich. Niemand stellt das da in Frage.)

    Das Problem, das ich bei diesen Plakaten sehe, ist, dass die darauf nahegelegten Verhaltensregeln leicht missbraucht werden können, so dass Antisexismus zu einem Intrumentarium verkommt, das es den Anhängern dieser Strömung erlaubt, mit dem Finger auf solche zu zeigen, die aus ihrer subjektiven Sicht sexistisch seien und sie so zu brandmarken. Dabei kann es bisweilen etwas arbiträr und dogmatisch zugehen, wie man etwa bei der vorletzten Ladyfestveranstaltung (Sexismus in der Popmusik) erleben durfte, bei der manche Leute ernsthaft dafür plädierten, die Zensur in der Kunst zu verschärfen. Aus meiner Sicht disqualifizieren diese Leute mit solchen Vorschlägen nicht nur sich selbst, sondern auch die ganze Bewegung. Kein Wunder, dass die Strömung es manchmal so schwer hat, ernst genommen zu werden.

  30. swinx says:

    zum thema antisexismus-plakate im ikuwo:
    ich glaube, durch plakate läßt sich niemand in seinem verhalten beeinflussen, sonst könnte man die welt einfach zupflastern mit plakaten für menschlichkeit, toleranz, offenheit usw. und alles wäre schön :)
    jemand der besoffen im ikuwo einen mann oder eine frau angräbt, wird sich durch plakate davon nicht abhalten lassen, auch nicht, wenn ich ihn/ sie davor stelle.
    ganz böse: ob es nun heißt “busen raus, dann gibts n freigetränk” (mira) oder “schau mir nicht auf den hintern, sonst fliegst du raus” (ikuwo), empfinde ich beides irgendwie gleich nervig und bevormundend. traut doch den leuten zu, dass sie sich wehren können.
    und um auf das männermodenthema zu kommen: wer sich von der werbung angepißt fühlt, hat die möglichkeit sich zu wehren:
    Beschwerde beim Deutschen Werberat:
    - per Post: PF 201414 in 53144 Bonn
    - per Fax: 0228-35 75 83
    - per email: werberat@werberat.de

  31. _Meyer_ says:

    Danke Jockel für den ausgezeichneten Beitrag. Es ist zwar nicht zwingend, dass Leute wie sören und martin ernst genommen werden müssen, aber zeigen sie doch deutlich, dass gewisse gesellschaftliche Bilder tief im Denken verankert sind und völlig unreflektiert auch zum besten gegeben werden.

    @kapitulist:

    “Die Frau wird zum Sexobjekt gemacht”

    Diese Betrachtung ist zwar richtig, greift aber m.E. zu kurz, denn es steht ein gewisses Denkmuster dahinter, in dem die Rolle der Frau als Objekt patriarchalen Denkens reproduziert wird. In deiner Formulierung lässt es den Schluss zu, dass sexuelle Begierde etwas Verwerfliches wäre und was natürlich Unsinn ist.
    Ich bekomme immer wieder den Eindruck, dass die Abgrenzung zwischen geschlechterspezifischen Herrschaftsverhältnissen und moralischen Urteilen manchmal nicht evident genug ist.

  32. _Meyer_ says:

    @Ludwig: Danke, deine Ausführungen kann ich nur unterschreiben.

    @Swinx: Im “Angraben” sehe ich auch nicht das Problem, das Problem besteht erst, wenn Signale, dass dies von der anderen Seite nicht gewollt wird, nicht wahr genommen werden.

  33. swinx says:

    @meyer: nur um es richtig zu stellen: ich finde es definitiv zum kotzen, wenn jemand nicht checkt, dass man in ruhe tanzen will – NUR tanzen, und trotzdem beginnt für mich erst eine “sexistische bedrohung”, wenn mich jemand ungewollt anfaßt oder sich nach der 3. absage nicht trollt. vorher regel ich das allein.

  34. swinx says:

    nachtrag: ich glaube nicht, dass im ikuwo frauen vergewaltigt werden und bis es zu körperlichen übergriffen kommt, sollte mann frau doch zutrauen, das alleine regeln zu können, oder?

  35. _Meyer_ says:

    @swinx: Sowohl der Artikel hier, als auch die Plakate (im ikuwo) haben m.E. den Anspruch der Sensibelisierung, dass entsprechendes Verhalten gar nicht erst auftritt. Du vertritts einen anderen Standpunkt nach dem Motto “Es ist eben, wie es ist” und wem es nicht passt, der kann ja Hilfe suchen (beim Werberat, oder sonst wo)…
    Damit akzeptierst du das Auftreten gesellschaftlicher Verwerfungen und versuchst die Auswirkung hinterher zu bekämpfen, genau dieses Prinzip kennen wir auch von staatlicher Herrschaft.

  36. swinx says:

    ich spreche einfach jedem menschen die fähigkeit zu handeln zu.

  37. _Meyer_ says:

    Drei Bauern bearbeiten gemeinsam ein Feld, der dritte erkrankt in der Erntezeit, die ersten beiden Bauern teilen sich in der Zwischenzeit die Ernte auf. Welche Handlungsoption hat der dritte Bauer?

    Die Handlungsoption alleine reicht nicht, die sichert auch das Grundgesetz zu, was letztlich aber nur nur eine Rechtfertigung des Konkurrenzdenkens ist…

  38. kapitulist says:

    @meyer:
    jipp, stimmt.
    etwas kurz formuliert mein “Die Frau wird zum Sexobjekt gemacht”- Zitiere mich aber bitte nicht rausgelöst aus’m Kontext. (” … und ich/ihr/wir als debile Blödmänner daneben gestellt!”)
    Sexuelle Begierde ist natürlich kein Unsinn, das stimmt. Aber triviale Denkmuster muss man nun auch nicht dämonisieren – ich sehe da nun nicht solch unheilvolle Gefahr wie du, sorry. Da rollt keine perfide durchdachte Propagandawelle auf uns zu… glaub mal, der Mensch an sich kann denken und Scheisse auch einfach mal gepflegt ignorieren. Wenn das patriarchale Denken so dramatisch im Vormarsch wäre hätten wir keine Bundeskanzlerin, keine (Ex-)Landesbischöfin, etc. oder sind solche Positionen nur Frauenquote?

    @swinx:
    “ich finde es definitiv zum kotzen, wenn jemand nicht checkt, dass man in ruhe tanzen will – NUR tanzen”. jawohl, das ist zum kotzen. und auch schon erlebt so’n anonymes Angefasse/Angetanze. Ich hab diese seltene Situation gleich zum Testzweck genutzt und mich bei der ‘Beschwerdestelle’ gemeldet, weil ich das ja immer beim Pieseln über dem pisuar zu lesen bekomme. Es wurde mir partout nicht geglaubt und sogar versucht die Sache andersrum zu deuten – das war vielleicht boniert. Interessanter Test jedenfalls – Ergebnis Tunnelblick. Klar konnt ich das dann selbst regeln aber wie du schon schon sagt, traue ich einer Frau das auch ohne Weiteres zu!

    Und wer dies nicht tut, sollte sich mal ersthaft hinterfragen: Beschützerinstinkt ist das nämlich nicht – das ist schlichtweg schnöde Geschlechterrollenbedienung *gähn* Das Frauenbild was mit den Plakaten/Aufklebern im Ikuwo projiziert wird ist generell fragwürdig, weil nicht komplett durchdacht – für mich wird da schlicht eine generelle Labilität der Frau unterstellt, ohne dass den Machern unterstellen zu wollen. Total unrealistisch alles. Ich kenne Frauen, gute Freundinnen eben – die werden oft mal übel angegraben und die verteilen dann eben richtig feine Körbe – vom rot angelaufenden, stotternden Machokopf bis zum nassen Gesicht habe ich da schon so ziemlich alles gesehen. Und das ist Realität, also meine (-;

  39. _Meyer_ says:

    Dass Frauen Ämter im Staat bekleiden, steht gar nicht im Widerspruch zu patriarchalen Denken, es gab zu allen Zeiten Ausnahmen von der Regel. Ich bin auch gar kein Freund der Quote, aber das steht auf einem anderen Blatt…

    Worum es mir geht, ist u.a. auch der Ansatz von Roswitha Scholz.

  40. Jockel says:

    Das Frauenbild was mit den Plakaten/Aufklebern im Ikuwo projiziert wird ist generell fragwürdig, weil nicht komplett durchdacht – für mich wird da schlicht eine generelle Labilität der Frau unterstellt, ohne dass den Machern unterstellen zu wollen.

    auf den plakaten steht nicht: “frauen, die ihr zu schwach seid, für eure würde einzustehen, bittet die crew um hilfe!”, sondern: “das hier ist ein freiraum und es wird keine sexuelle diskriminierung geduldet. achte auf deine umgebung und wenn du dich belästigt fühlst, findest du bei der crew unterstützung.”.

    hier wird ein frauenbild gemalt, sondern etwas grundsätzliches verbrieft und leuten klargemacht, welches verhalten nicht geduldet wird. ein meilenweiter unterschied in meinen augen.

    trotzdem schöne diskussion, ich vermisse nur noch die blutgrätsche florentine haberkosts.

  41. kapitulist says:

    @Jockel:
    das stimmt, dass das auf den Plakaten genau so steht, aber das grundsätzliche Verbriefte fand ja eben nicht statt, wie ich zu berichten wusste. Okay, eine dumme Erfahrung, aber meine eben.

    Und bei den gespickten Wänden mit Frauenmotiven (z.B. in martialischer Pose mit Knarre) und der Diskussion folgend wird nunmal ein schwaches Frauenbild gezeigt, dass ich so nicht teile. Schon klar, dass Frauen öfter als Männer blöde angemacht werden. Trotzdem zweifele ich an der Notwendigkeit dieser Exzessiv-Kommunikation des Themas, die einem bis auf’s Klo verfolgt. Aber im Zweifel für den Zweifel – kann ruhig hängen bleiben (-;

  42. _Meyer_ says:

    So lange du auf der einen Seiten die Frauen siehst, der die Männer auf der anderen Seite gegenüber stehen, also indirekt die Geschlechterrollen immer wieder aufs Neue aufleben lässt, hast du die Plakate noch gar nicht häufig genug gesehen.
    Es geht verdammt noch mal nicht um blöde Anmache, sondern es geht um ein subjektives Rechtsempfinden, dass es normal ist, wenn Frauen sich nach dem Willen und der Definitionsgewalt der Männer zu richten haben. Dieses zeigt nämlich sehr deutlich, dass patriarchales Denken auch in linken und pseudo-emanzipativen Freiräumen noch längst nicht überwunden ist.
    Wenn wir so weit sind, dass Mensch nicht nur verbal gleich Mensch ist, können wir darüber nachdenken, solche Kampagnen zu reduzieren.

  43. kapitulist says:

    Mensch Meyer:
    ICH sehe doch nicht auf einer Seite die Frau und den Mann.
    ICH lass auch nicht die Geschlechterrollen aufleben.
    Das ist ja mal totaler Blödsinn. Diese Rollen werden mir zwar so gezeigt – auch im Ikuwo, beeinflussen mich aber keinen Meter! Ne Frau mit Knarre und Spruch “fight sexism” oder ne Frau, die einem Mann mit ‘nem schicken Kick ins Gesicht springt … ich ignoriere den Blödsinn eben, weil ich halt diese Rollenverteilung generell albern find!
    Jetzt verstanden? also mach mal bitte halblang.

    Aber du kannst mir gern mal die Bauern-Anekdote erklären,
    wenn noch Muse zu schreiben hast:
    Erklär mal bitte, was mit diesem Statement kundtun wolltest und beachte dabei bitte, dass die von swinx vorab gemeinte Handlungsfähigkeit des Menschen – auch wenn du das mit Handlungsoption vermengst. Ich halte erwachsene, gesunde Menschen – also Frauen/Männer für handlungsfähig. Deinen kranken Bauern nicht, aber wen meinst du mit dem kranken Bauern?

  44. _Meyer_ says:

    “Mensch Meyer” ist erstmal richtig erkannt. ;)
    (ps: das Video selbst ist daneben)

    Ich bestreite gar nicht, dass wir über Feinheiten diskutieren verglichen mit einer Sichtweise von sören oder martin, es war auch nicht mein Anliegen hier einen neuen Graben auszuheben. Du hast selbst gesagt, dass auf uns keine patriarchale Welle zurollt, damit implizierst du, dass du nicht erkannt hast, dass wir uns im Patriarchat befinden. Auch deine Gegenbeispiele Bundeskanzlerin, Bischöfin etc. zeigen mir, dass du nicht bereit zu verstehen, worin ich eines der Grundprobleme sehe. Eine Frau mit Knarre in der Hand ist auch kein Blödsinn, sondern ist nur ein Projektion eines typischen Männerbildes und sagt nichts weiter aus, als dass Frauen nicht anderes sind als Männer, sie aber als was Anderes wahrgenommen werden, wie du z.B. mit dem Wort “Blödsinn” beweist.

    Um auf den Bauern zurück zu kommen, so kommt er unter den gültigen Bedingungen nur zu seinem “Recht”, wenn er gegen Kants kategorischen Imperativ verstößt, also muss es vorher einen Mechanismus geben, der den Verstoß vermeidet. Dabei ging es also im Prinzip um die Gegenüberstellung zwischung Prophylaxe und Sanierung/Heilung etc.

  45. _Meyer_ says:

    PS zu der Projektion des Männerbildes: Kennst du ausser Lara Craft irgend einen weiblichen Action-Helden?

  46. _Meyer_ says:

    PS 2: Hast du den Fehler in der Frage gerade bemerkt? Eigentlich hätte es “eine Heldin” heißen müssen.

    … allein darin zeigt sich unser patriarchales Denken, von dem auch ich mich nicht frei spreche, aber zumindest versuche ich die Aufarbeitung zu befördern.

  47. kapitulist says:

    Nee, hab ich nicht bemerkt, den bösen Fehler. Ich find Actionhelden eh bescheuert, aber bei Biene Maja hat Willy ‘nen total unterbemittelten Eindruck auf mich hinterlassen. Aber das war ja aber nur ein Trickfilm. Was soll der Mist mit Actionhelden? Chuck Norris und die ganzen Deppen sind ja wohl für kein Geschlecht erstrebenswert.

    Aber hast recht, ich sehe wirklich nicht, dass wir uns im Patriarchat befinden. Womöglich ändert sich meine Sicht der Dinge, wenn ich in den Iran umziehen sollte – werd ich aber so schnell nicht machen.

    Die Argumentation der Frau mit Knarre in der Hand ist für mich weiterhin Blödsinn, wenn man Geschlechterrollen aufheben will. Noch dazu verabscheue ich Waffen. Kennst du die Bierwerbung, wo die Frau dem Macho-Mann das Bier stibitzen will? Bier verabscheue ich nicht – find dies aber ähnlich blödsinnig:
    http://www.youtube.com/watch?v=61ldwEA-bIQ

    Danke für die Bauernerklärung:
    Kapituliere ich dann aber mal, weil:
    A) ich die Erklärung vollkommen daneben/übezogen
    finde im Bezug zum Thema
    B) dieser wohl zum unmoralischen Handeln gezwungene Bauer (aufgrund Abzocke durch seine Kumpelbauern) meinen Hochachtung hätte, auch wenn er gegen Kants kategorischen Imperativ verstößt
    C) interessieren mich eigene Sichtweisen … reale Erfahrungen und so

  48. _Meyer_ says:

    Danke für die Unterhaltung, ich werde hier sicher im Rahmen von Blogkommentaren kein Referet über die Entstehung der feministischen Bewegung halten. Wer die Existenz des Patriacharts bestreitet, dem fehlt einfach Basiswissen und der ist vermutlich wirklich gezwungen sich an Beispielen aufzureiben, die hier nur als Analogien standen.

  49. _Meyer_ says:

    Wer ähnlich wie kapitulist die Begriffsentwicklung im 20. Jhd. des Wortes Patriarchismus verschlafen hat, bekommt im folgenden Text einen kurzen Einblick, worüber wir eigentlich diskutieren:
    http://www.conne-island.de/nf/74/23.html

  50. Jockel says:

    Ich halte es wie _meyer_ und finde es auch schwierig zu diskutieren, wenn zum beispiel 30, 40 jahre diskurs begründungslos weggesperrt werden können. natürlich leben wir in einer patriarchialen gesellschaft und natürlich gehts richtung iran mit den frauenrechten weiter bergab, wobei dieser staat ja nur bedingt als maßstab taugt (übrigens ist dort der anteil weibl. hochschullehrer mit irgendwas zwischen 60% und 70% deutlich höher als in deutschland).

    @kevin:

    denn was ist denn sehr auffällig bei allen antisexistischen bewegungen die in hgw so von sich reden machen? es sind fast immer männer die dahinter stehen

    antisexistische bewegung mag es in hgw seitens der geschlechts-gemischten antifa, der GAY (greifswald antifa youth) und des ikuwos geben, alles keine männerbünde! und daneben gibt es zwei – geschlechtlich relativ homogen weibliche – akteure: akademisch das izfg (interdisziplinäres zentrum für frauen- und geschlechterforschung) und weniger akademisch die ladyfest-greifswald-gruppe.

    so einseitig wie dargestellt als agenda von männern für frauen funktioniert antisexistisches engagement in hgw nicht!

    ich fühle mich jetzt aber dazu ermuntert, mal eine umfrage durchzuführen und das geschlechterverhältnis der blog-leser und -leserinnen herauszufinden.

  51. Jockel says:

    und weil ich es gerade lese noch was zur ökonomischen ungerechtigkeit zwischen den geschlechtern in MV:

    Rostock (dpa) Frauen nehmen nach Ansicht des Landesfrauenrats in der Arbeitswelt noch immer nicht die ihnen zustehende Rolle ein. Zwar hätten sie mit Männern in der beruflichen Qualifikation gleichgezogen, teilweise seien sie sogar an ihnen vorbeigezogen, sagte die Vorsitzende des Rats, Eva-Maria Mertens, gestern in Rostock.
    Aber ihr Anteil an unterbezahlten Arbeitsverhältnissen liege bei 70 Prozent. Mit knapp 30 Prozent seien sie auch in Führungspositionen besonders in der Privatwirtschaft unterrepräsentiert. Der Frauentag biete den Anlass zu prüfen, ob Frauen und Männer gleiche Lebens- und Entwicklungschancen haben. Mertens rief Politik und Unternehmen auf, die Rolle von Frauen stärker in den Blick zu nehmen.

  52. “Rostock (dpa) Frauen nehmen nach Ansicht des Landesfrauenrats in der Arbeitswelt noch immer nicht die ihnen zustehende Rolle ein.”

    … mit dem stichwort “Rolle” sind wir dann bei einem viel grundlegenderen problem, nämlich beim menschlichen.

    das menschliche wesen ist ja nunmal ein verwirrtes dummes holzkopfding auf der suche nach irgendwas, was das ganze rumgelebe bisschen ausfüllt.

    beruf bis man blöd wird, partys im hobbykeller, urlaub in exotischen gefilden, irgendwelchen quatsch sammeln, sich mit freunden treffen, irgendwelche geschmäcker entwickeln und das dann kultur nennen, sich mit anderen darüber streiten. usw.

    nur indiana jones kann diese klapprigen brücken zwischen menschen unbeschadet überqueren.

    bei allen anderen tragen diese panische identitätgesuche dann seltsame früchte – trends, moden, attitüden, ideologien. gruppendrang und gruppenzwang.

    nach der adoleszenz des kleinen menschens ändert sich da auch nicht mehr viel dran. grad im bereich der xy-chromosomträger und -innen: diese armen flaumbärtigen heranwachsenden, vor sich hin pubertierenden, aus allen poren nach moosig-verrottendem pilzwald und umgekippten gewässern müffelnden gliedträger treten dann berufe an, gründen familien, gehen über ampeln, abonnieren schrullige spartenmagazine (basteln, auto, kampfsport, gärtnern, militaria und muschihefte) und gehen partnerschaften ein mit ebenso grenzdebilen anderen, egal ob mit pullermatz unten dran oder nicht oder beidem.

    die alte schachtel namens “werbung” macht sich sowas natürlich zunutze.

    gerade mit den fantasien irgendwelcher triebvernebelten bummsbären kann man ja wunderbar spielen.

    da wird mit intuitionen gespielt, die gar keine mehr sind.
    sondern vielmehr gesellschaftlich geprägte schein-begehren der sorte: ich will auch so cool wie 50cent sein / auf der party laufen die meisten mädels halbnackt rum, glotzen, grabschen, geilgeilgrunzgrunzpieps / die stewardessen verschließen einem höchstpersönlich den in hüfthöhe befindlichen anschnallgurt / das weibliche gesäß ist eine frucht, die gekost(et) werden möchte / … bla bla bla.

    und die armen menschen, die sich eher der idee “mädchen/frau” und sexuell der idee “junge/bube/mann/rindvieh” zugezogen fühlen und obendrein noch dumm oder zu scheu sind sich und ihr standing sowie ihre lebensbewältigungsstrategien zu hinterfragen, spielen dieses lust- und trauerspiel dann auch noch mit und letztendlich kommt dabei ein ultra-psychedelischer zirkus voll mit rindviechern und rindkühen heraus, die dann lauter kleine kälbchen in die welt setzen und der ganze wahnsinn wieder von vorne los geht.

    am ende kommen bei sowas dann schwule nazis heraus, die black music hören.

    kleiner mensch, was nun?

  53. kapitulist says:

    @meyer:
    Danke, für die Begriffsdefinition des Patriarchismus im 20. Jh.. Mir gings aber nicht um irgendwelche Definitionen – wie ich im Punkt C meiner Kapitulations-Ansage wohl deutlich gemacht habe.
    Hab mir diese Sichtweise deines gefärbten Definitions-Links trotzdem mal durchgelesen – bin leider nicht von aufgewacht. Lass du dir halt vom Conie Island im schönen Leipzig erklären, wie man die Dinge 100% zu sehen hat und nur so und kein bisschen anders – und ich sehe Dinge weiterhin mit meinen eigenen Augen. (PS: Nennst du mich jetzt blind – nenne ich dich verkappt.) Trotzdem akzeptiere ich “deine” Sichtweise, weil richtig ätzend und streitbar find ich nur konträre Ansichten zum Thema.

    Worüber wir eigentlich diskutierten – die Diskussion ist ausgeufert wie auch du bemerkt hast: Eigentlich ging es nämlich um eine Werbekampagne names “Männermoden und Männerträume” und es ging mir(!) vorrangig darum, dass Menschen in dieser Kampagne einfach als Blödmenschen darstellt werden und das gefälligst generell angeprangert werden sollte. Sexismus ist nicht neu und schon immer abzustrafen – und wenn mich Sexismus und der ganze andere Scheiss im Leben dann tatsächlich provoziert, tue ich halt was dagegen – find ich viel praktischer. Also ich verschlafe nicht wirklich was, nur weil ich kein Definitions-Hammel bin (-;

    zum Schluss, n Kunstklassiker zu Thema:
    “Scheiss auf Rollenverteilung”:
    Extrem laut anhören bringt doppelt Spaß.
    http://www.theprodigy.com/videos?task=videodirectlink&id=41

    - so, nun bin ich raus -

  54. j says:

    was unsere sexualisierte gesellschaft so alles anrichtet…

    http://likecool.com/KUSH–Other–Gear.html

  55. [...] diesen Veranstaltungshinweisen werden auch Teile der Werbung von Männermoden Krafczyk [...]

  56. Florentine Haberkost says:

    MARTIN—- Das ist die Frage… Sexualität oder Sexismus…gäbe es Sexismus ohne Sexualität…ist Sexualität für die einen schon Sexismus für die anderen..?

    Ohne unseren Sexualtrieb wäre auch des Sexismus Thema hinfällig.
    Aber weil es eben ein naturgegebener Trieb ist der das Überleben der Art sichern soll kann man nebenbei auch eine Sexismus Scheindebatte führen…
    —————————————————————————————
    LESE dir das nochmal ganz genau durch—was ist denn bitte Sexualtrieb—sowas sehe ich nur bei Tieren — würde nie behaupten, daß das was ich so mit meinen unzähligen Geliebten austausche etc. passiert, weil wir dem Sexualtrieb unterliegen—lachlachlach

  57. G.K. says:

    Das Thema war heute in der OZ, garniert mit dem kackdreisten Satz: “Jetzt richtet sich Protest gegen die Frauenfeindlichkeit.” Das ist mit drei Monaten Verspätung echt ziemlich frecht.
    Nachzulesen hier: http://www.ostsee-zeitung.de/greifswald/index_artikel_komplett.phtml?param=news&id=2800073
    Der Titel in der Print-Ausgabe weicht vom Online-Titel ab. In der Print-Ausgabe fragte man stattdessen: “Ist diese Werbung zu sexistisch?”

  58. [...] über drei Monaten erschien hier der Beitrag Von Männermode und Männerträumen, in dem es um die unsägliche und vor allem sexistische Werbung des Herrenausstatters Krafczyk [...]

  59. [...] Wochen zweimal heftiger Kritik bezüglich seiner Werbeaktivitäten ausgesetzt – sowohl hier auf dem Fleischervorstadt-Blog als auch in einem OZ-Artikel Anke [...]

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