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Brandanschlag auf das IKUWO

In der Nacht zum 27. April wurde zum wiederholten Mal das IKUWO angegriffen. Gegen 04:20 Uhr verschafften sich die derzeit noch unbekannten Täter Zugang zum Hof des Internationalen Kultur- und Wohnprojekts und steckten einen PKW in Brand. Das Feuer wurde mit Hilfe eines Benzin-Brandsatzes gelegt, dessen Reste die Polizei heute früh sicherstellte.

“ES WURDE IN KAUF GENOMMEN, DASS MENSCHENLEBEN GEFÄHRDET WERDEN”

In unmittelbarer Nähe des Tatorts befinden sich einschließlich des IKUWO gleich drei Wohnhäuser. Dort ansässige Mieter bemerkten das Feuer, verständigten sofort die Polizei und alarmierten die Feuerwehr. Beide trafen ein, nachdem der Brand durch die geistesgegenwärtige Reaktion eines Anwohners bereits gelöscht war. Durch die starke Rauchentwicklung erlitt eine Person eine Rauchvergiftung und musste im Krankenhaus behandelt werden. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Nadja Tegtmeyer, Sprecherin des IKUWO, sieht in diesem Angriff “eine neue Qualität organisierter rechter Gewalt. Bei dem Anschlag wurde in Kauf genommen, dass Menschenleben gefährdet werden.” Im IKUWO geht man von einem gezielten Anschlag aus und vermutet einen Zusammenhang mit dem bevorstehenden Nazi-Aufmarsch am 1. Mai und dem Engagement des IKUWO beim Bündnis Greifswald Nazifrei.

brandanschlag auto

UNRÜHMLICHE TRADITIONSLINIE VON POLITISCH MOTIVIERTEN ANGRIFFEN AUF DAS IKUWO

Dieser Brandanschlag ist nicht der erste Angriff auf das Internationale Kultur- und Wohnprojekt, sondern reiht sich ein in eine unrühmliche Traditionslinie, die bei Stein- und Flaschenwürfen bewaffneter Burschenschafter und rechten Sprühereien gegen das Haus begann und einen ihrer Höhepunkte erlebte, als eine mit einem Antifa-Aufkleber präparierte tote Katze als Warnung vor der Eingangstür des Hauses platziert wurde.

Aber nicht nur das IKUWO wurde zum Ziel mehrerer Angriffe. Im Zuge des Widerstands gegen den Castor-Transport wurden mehrere Fahrzeuge von Nazis beschädigt und Plakate abgerissen. Die Demonstrationen und Mahnwachen wurden regelmäßig von den Greifswalder Neonazis fotografiert .

peinliche nazi sprühereien

Seit Wochen marodieren die verirrten Aktivisten der sogenannten Nationalen Sozialisten Greifswald mit der Sprühdose in der Hand durch die Stadt, und bringen Hakenkreuze, Naziparolen und Drohungen an die Wände. Zu dieser Gruppe gehört auch Marcus G.

Der aus Berlin stammende Anti-Antifa-Aktivist – vormals im Dienste der inzwischen verbotenen Kameradschaft Tor – studiert an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Greifswald und versuchte am 5. April sogar, ein Treffen des zivilgesellschaftlichen Bündnisses, das sich anlässlich einer zu befürchtenden NPD-Demonstration gründete, zu infiltrieren (mehr dazu hier).

NAZIS LEGTEN AUCH IN ALT UNGNADE FEUER

Von einem Angriff in der vergangenen Nacht war allerdings nicht nur das IKUWO betroffen, sondern auch das alternative Bauwagenprojekt Alt Ungnade. Dort vermeldete man, dass in der gestrigen Nacht in der Scheune des Wagenplatzes ein Feuer gelegt und die Wände mit Hakenkreuzen beschmiert wurden. Der Brand konnte gelöscht werden, die Täter entkamen. Über ihren politischen Hintergrund besteht kein Zweifel.

Offenbar befindet sich die Greifswalder Neonazi-Szene, nachdem erst vor einer Woche am Museumshafen plakatierende Antifaschistinnen angegriffen wurden, auf einem aktionistischen Endspurt vor der angemeldeten, aber in erster Instanz verbotenen NPD-Demonstration am 1. Mai. Die Frage, ob diese Menschen eine Gefahr für die öffentliche Ordnung darstellen, haben die Neonazis in den vergangenen Tagen und Wochen selbst beantwortet.


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33 Responses to “Brandanschlag auf das IKUWO”

  1. Nazianschläge auf IKuWo in Greifswald und alternatives Bauwagenprojekt in Alt-Ungnade « feinesahnefischfilet says:

    [...] artikel hier: fleischervorstadt-blog [...]

  2. Jockel says:

    Hier die Pressemitteilung der Polizei:

    Am Mittwoch, kurz vor 04:30 Uhr, brannte auf dem Parkplatz des Vereins “Internationales Kultur und Wohnprojekt” (IKuWo) in der Goethestraße 1 in Greifswald ein Pkw VW Polo.

    Das Feuer wurde durch einen noch wachen Bewohner bemerkt. Mit zwei weiteren aus dem Haus zur Hilfe eilenden Personen (unter ihnen der 25-jährige Halter des Fahrzeuges) konnte der Brand mittels mehrerer Feuerlöscher schnell gelöscht und der Schaden mit 2.000 Euro in Grenzen gehalten werden. Ein in unmittelbarer Nähe abgestellter Wagen wurde durch das Feuer ebenfalls leicht beschädigt.

    Eine 23-jährige junge Frau, die an den Löscharbeiten beteiligt war, wurde wegen erlittener Atembeschwerden vorsorglich zur kurzen ambulanten Behandlung ins Krankenhaus gebracht.

    Die Polizei fand neben dem Fahrzeug eine Flasche mit Brandbeschleuniger.

    Der oder die Täter sind unbekannt. Ein rechtsextremistischer Hintergrund kann nicht ausgeschlossen werden. Der Staatschutz hat die Ermittlungen übernommen.

  3. [...] finden wir jedoch diese Nachricht (KLICK!): Faschos haben in der vergangenen Nacht vor dem alternativen Wohnprojekt IKUWO ein parkendes Auto [...]

  4. [...] Information zum Brandanschlag auf das IKUWO. In diesem Sinne: Nazis blockieren- auf zum 1. Mai nach Greifswald! GA_googleFillSlot("468x60_outbreakblue"); [...]

  5. [...] in Greifswald marodierten einem Bericht des Fleischervorstadt-Blogs zufolge im Vorfeld der NPD Demo am 1.Mai Nazis in der Stadt herum. Sie schmierten Parolen, sprühten [...]

  6. Erna says:

    Jetzt erst recht!
    Naziaufmarsch am 1. Mai in Greifswald blockieren!

    Und kommt alle zur Kundgebung gegen Rechte Gewalt!
    Zeigt eure Solidarität mit den Betroffenen!

    Donnerstag, 28.4.11 – 18 Uhr- Marktplatz in Greifswald!!!

  7. Wahnsinn says:

    Oh Schreck, jetzt machen die Nazis das Gleiche, wie die Antifa. Gewalt ist dann wohl doch nicht so toll. Verdammte Bigotterie!

  8. lachender_mann says:

    @Wahnsinn

    Genau weil ihr in Greifswald in der Vergangenheit auch so viele Autos brannten…
    Im uebrigen was ist denn “die Antifa”?
    Sei blos still du Knecht.

  9. lachender_mann says:

    *hier

  10. Phil says:

    Was für kranke Menschen. Ist was ne Schande sowas als Menschen zu bezeichnen.

    Jetzt erst recht! Nazis stoppen!

  11. [...] In der Nacht zum 27. April wurde zum wiederholten Mal das IKUWO angegriffen. Gegen 04:20 Uhr verschafften sich die derzeit noch unbekannten Täter Zugang zum Hof des Internationalen Kultur- und Wohnprojekts und steckten einen PKW in Brand. Das Feuer wurde mit Hilfe eines Benzin-Brandsatzes gelegt, dessen Reste die Polizei heute früh sicherstellte. Von einem Nazi-Angriff in der vergangenen Nacht war allerdings nicht nur das IKUWO betroffen, sondern auch das alternative Bauwagenprojekt Alt Ungnade. Dort vermeldete man, dass in der gestrigen Nacht in der Scheune des Wagenplatzes ein Feuer gelegt und die Wände mit Hakenkreuzen beschmiert wurden. Der Brand konnte gelöscht werden, die Täter entkamen. Über ihren politischen Hintergrund besteht kein Zweifel. (Aus dem Fleischervorstadt-Blog) [...]

  12. [...] anliegenden Wohngebäude verhindert werden, sodass “nur” zwei Autos beschädigt wurden. Bei der Löschaktion erlitt aber einer Person eine Rauchvergiftung und musste vorübergehend ins Krankenhaus gerbacht werden. Ebenfalls am frühen Mittwochmorgen [...]

  13. fbm says:

    @jockel

    ist es für dich als betreiber der website nicht vielleicht ungünstig marcus g. in direkten zusammenhang mit straftaten zu bringen? stichwort verleumdung.

    überhaupt wäre ich vorsichtig damit, aus jeder straftat sofort eine nazi-straftat zu machen. klar, ich kann mir das auch gut vorstellen, aber sofern keine eindeutigen anzeichen dafür vorliegen (wie z.b. die hakenkreuze in alt ungnade), finde ich, dass man korrekterweise weder einzelne noch gruppen vorverurteilen sollte.

  14. j says:

    joah, deine relativierungsversuche teilt der betreiber des blogs anscheinend nicht, sonst würds hier nicht stehen. marcus g. ist im zusammenhang mit der nsg genannt und das ist auch richtig. keine ahnung, was dein post soll. das ist ein blog von einem menschen mit meinung, die er auch veröffentlicht. kannst die diskussion über die politische verortung der täter*innen ja noch bis zum ende der ermittlungen führen. offensichtlich fehlt dir einfach der blick in die szene, um diese tat zu bewerten. sry, deine “korrektheit” kotzt mich an.

  15. Jockel says:

    @fbm:
    Natürlich ist das “ungünstig”. Nur knapp 30 Minuten nach Veröffentlichung des Beitrags über den vereitelten Infiltrierungsversuch kam eine von der NSG unterzeichnete E-Mail, in der ich dazu aufgefordert wurde, den kompletten Artikel über Marcus G. offline zu nehmen. Ein Anwalt sei längst mit der Sache beschäftigt und es drohen drakonische Strafen.

    Nach Konsultierung verschiedener Stellen mit unterschiedlicher juristischer Expertise habe ich mich dazu entschlossen, den Beitrag online zu lassen und auf die Einschüchterungen nicht zu reagieren. Es handelte sich dabei weder um die erste Mail der NSG noch um die ersten Einschüchterungsversuche von Nazis bezüglich des Fleischervorstadt-Blogs.

    In diesem aktuellen Beitrag über die Brandanschläge findet eine Einordnung in eine Reihe von Gewalttaten statt, eine unvollständige Auflistung der Angriffe auf das Haus und damit selbstverständlich auch eine Erwähnung der NSG, die seit Wochen mit ähnlichem Enthusiasmus wie selbsternannte Antifaschistinnen (aber im Output noch viel miserabler) die Fassaden der Innenstadt verunziert.

    Marcus G. steht hier also nicht in unmittelbaren Zusammenhang mit der Brandstiftung, wohl aber mit der NSG. Was die politische Intention der TäterInnen angeht, dürften die Ereignisse der letzten Wochen, das gesteigerte Selbstbewusstsein der national Verirrten, die allmähliche Eskalation und Verrohung der Auseinandersetzung eine eigene und sehr deutliche Sprache sprechen.

    Wie froh bin ich doch, dass auf dem webMoritz die Kommentarfunktion unter dem dortigen Artikel zur Brandstiftung deaktiviert ist, denn sonst würde einer der üblichen Verdächtigen (der auf diesem Blog ein digitales Hausverbot genießt) behaupten, die Bewohnerinnen des IKUWO oder Mitglieder einer Greifswalder Antifa-Gruppe hätten das Feuer selbst gelegt, um ihre eigene Arbeit zu legitimieren oder der NPD schaden zu wollen. Denke, dass es j darum geht, wenn er von Relativierungen spricht.

  16. [...] unbedingt nach Greifswald begeben und den Faschos schon heute zeigen, wo es lang geht. Mehr Infos hier. Für alle anderen… wir sehen uns am Sonntag in Greifswald. Alte Freunde Aus [...]

  17. [...] Fleischervorstadt-Blog – Geschichten aus Greifswald – polemisch – politisch – positioniert Anzeige « Brandanschlag auf das IKUWO [...]

  18. mo says:

    “die seit Wochen mit ähnlichem Enthusiasmus wie selbsternannte Antifaschistinnen (aber im Output noch viel miserabler) die Fassaden der Innenstadt verunziert. ”
    ..nanana jetzt aber nich noch unterschwellig spalten. das ist der falsche zeitpunkt!

  19. fbm says:

    @jockel,

    alles klar, danke.

    @j

    keine ahnung, warum du mich so angehst, ich hab mich lediglich gesorgt, dass jockel auf juristischen wege ärger bekommen könnte. ganz unrecht hatte ich ja offenbar auch nicht.
    dass ich vielleicht nicht den blick in “die szene” (ich nehme an, du meinst die der neonazis) habe, finde ich übrigens nicht besonders traurig.

    warum dich meine ‘korrektheit ankotzt’ will ich vielleicht auch gar nich so genau wissen. für mich gehört das zur demokratie dazu, dass man auch denjenigen, die man verabscheut, demokratische grundrechte wie die unschuldsvermutung einräumt. mutmaßen kann man ja trotzdem.

  20. j says:

    ich denke, der blogbetreiber kann sich selbst überlegen, was er schreibt. wie du siehst schafft der blogbetreiber es ganz alleine, sich um seine probleme zu kümmern und auch ohne es an die große glocke zu hängen. in diesem kontext wirkt dein bemuttern r-e-l-a-t-i-v-i-e-r-e-n-d. es kotzt mich an, dass du es nicht hinbekommst, dein ego hintenanzustellen. wie du siehst, sind die ja alle gar nicht so blöd wie du denkst. allerdings entreisst du – durch deinen fokus auf das was sein soll oder muss (“korrektheit”) – die diskussion um den persönlichkeitsschutz des markus g. dem inhaltlichen kontext. aber das hat der blogbetreiber ja schon geschrieben… das wirkt übrigens r-e-l-a-t-i-v-i-e-r-e-n-d und kotzt mich nebenbei auch noch an(s.o.)^^

  21. FBM says:

    meine güte, bist du unangemessen aggressiv.

    vielleicht schreibst du noch 3 mal “r-e-l-a-t-i-v-i-e-r-e-n-d” und es geht dir dann besser?

  22. j says:

    joah, ignoranz löst immer agressionen bei mir aus. ich fühle mich dann unverstanden bzw. missachtet und versuchs mit der holzlatte. besser gehts mir dann meistens nicht. evtl. habe ich aber zu ner anderen bewusstwerdung angeregt. die hoffnung reicht mir dann meist schon. is auf jeden fall watt persönlichet :)

    r-
    r-e-
    r-e-l-

  23. kaspar says:

    …naja, wenn sogar der POLIZEICHEF von Neubrandenburg RUGIA-Bursche und Rechtsextremist ist, muss man sich über garnichts mehr wundern….

  24. [...] Zupflastern mit Naziaufklebern, Verteilen von Nazizeitungen und schließlich der Brandanschlag aufs IKUWO zeigen ein neues Level der Gewalt. Auch wenn viele noch glauben, in ihrem verträumten alternativen [...]

  25. [...] Die NPD führt ihren schon das ganzen Jahr gewalttätig geführten Wahlkampf (Siehe hier, hier, und hier) auf eine neue [...]

  26. defiant says:

    [...] lassen sich beispielsweise Brandanschläge auf alternative Wohnprojekte, Sachbeschädigungen oder gewalttätige Übergriffe auf Gewerkschafter_innen und alternative [...]

  27. [...] Und das ist es nicht irgendwo weit weg, sondern unmittelbar vor unserer Haustür, zum Beispiel wenn Brandanschläge auf alternative Wohn- und Kulturprojekte verübt oder Andersdenkende überfallen und verletzt [...]

  28. [...] nicht aufgeklärte Anschlagsserie auf Gebäude von demokratischen Parteien, Buttersäure- oder gar Brandanschläge auf alternative Einrichtungen. Der ganz normale Wahnsinn im Nordosten eben. Das Versagen der [...]

  29. [...] allein 52 solcher gezielten Sachbeschädigungen und Brandstiftungen, dazu gehört auch der Brandanschlag auf das IKUWO im April [...]

  30. [...] und -willen der Behörde ist gedämpft, nachdem die polizeilichen Ermittlungen zum Brandanschlag, der vor einem Jahr auf das internationale Kulturzentrum verübt wurde, ergebnislos im Sande [...]

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