Nach rechtem Angriff: Kundgebung gegen Nazigewalt in Greifswald

Gestern Nacht wurde in der Fleischervorstadt eine Person von Neonazis angegriffen und schwer verletzt.

„Gestern Abend wurde ein Jugendlicher auf dem Heimweg in der Gützkower Straße von Neonazis zusammengeschlagen. Höchstwahrscheinlich waren die drei jungen Neonazis gerade dabei, Aufkleber in der Gützkower Straße zu verkleben – an den Laternenpfählen klebten zahlreiche Sticker mit Sprüchen wie „Für Familie, Volk und Heimat – Nationale Sozialisten Mecklenburg und Pommern“.

teleskopschlagstock

Zudem wurde an einem Haus neben dem Bäcker in der Gützkower Straße ein Hakenkreuz und das Kürzel „NS“ frisch gesprüht, welches auch auf die Gruppe zurückzuführen ist. Der Jugendliche wurde von den drei Vermummten Neonazis, die an einer Ecke warteten, überrascht und mit Teleskopschlagstöcken mehrmals auf den Kopf geschlagen. Er befindet sich immer noch im Krankenhaus.

Um gegen die ansteigende Nazigewalt in Greifswald zu demonstrieren machen wir um 18 Uhr eine antifaschistische Kundgebung zu der jede_r aufgerufen ist, zu kommen!

Seit der NPD Demo am 1.Mai und davor sind die Naziaktivitäten in Greifswald so rasant angestiegen wie schon lange nicht. Zahlreiche Angriffe auf Jugendliche, eingeschlagenen Scheiben, Hakenkreuzsprühereien, Zupflastern mit Naziaufklebern, Verteilen von Nazizeitungen und schließlich der Brandanschlag aufs IKUWO zeigen ein neues Level der Gewalt. Auch wenn viele noch glauben, in ihrem verträumten alternativen Studentenstädtchen Greifswald gäbe es kein Problem mit Nazis, so müssen wir dem entschieden wiedersprechen.

antifa heart

Seit der Nazidemo und durch die Aktionen um den 1.Mai hat die Naziszene in Greifswald einen unerwarteten Schub bekommen, sie fühlen sich so sicher wie noch nie bei ihren menschenverachtenden Aktionen und oft fehlt es an entschlossener Gegenwehr. Wir müssen die Bürger dieser Stadt auf das Problem aufmerksam machen und den Nazis zeigen, dass wir solche Angriffe auf unsere Freund_innen und unser Umfeld nicht länger dulden! Wenn wir jetzt nicht anfangen aktiv zu werden schleifen sich diese Verhältnisse als Normalität ein, und wie in den 90ern wollen wir es hier bestimmt nicht haben.

Also kommt zur Kundgebung, reißt Nazipropaganda ab, geht flyern, plakatieren, haltet die Augen auf, wenn euch komische Menschen entgegenkommen, organisiert und unterstützt euch gegenseitig! Bringt Plakate und Schilder mit!“

Auch bei Facebook gibt es eine Veranstaltung, die aus Gründen der Mobilisierung schnell verbreitet werden sollte!

Fakten: 25.06. | 18 Uhr | Fischerbrunnen

17 Gedanken zu „Nach rechtem Angriff: Kundgebung gegen Nazigewalt in Greifswald

  1. wieso hauen die denn leuten mit stöckern auf den kopf? das tut doch weh! sollnse sich mal lieber teleskopangeln kaufen und schön auf rotfeder oder sowas gehen.

  2. ich finde das sehr traurig und es erinnert mich tatsächlich böse an die 90er jahre. ich wünsche dem betroffenen rasche genesung und hoffe, dass sich mutige zeugen finden, die zur raschen aufklärung der gewaltat führen könnten, damit die täter angezeigt werden können!

    ich frage mich aber, was der aufruf soll, jetzt „plakatieren“ und „flyern“ zu gehen. für mich persönlich liegt genau da der hund begraben: der stilisierte konflikt links gegen rechts, nach dem motto: wenn die was verbrochen haben, müssen wir noch mehr in aktion gehen.

    diese komischen leute, die sich nationale sozialisten nennen, kopieren doch nur das gebaren der vormaligen autonomen. sie gehen in die gützkower straße und kleben da ihren scheiß an die wand und prügeln am ende einen unschuldigen bewohner zusammen – und deswegen soll man jetzt woanders plakatieren??? deswegen soll man jetzt irgendwo antifa symbole auf laternen- und ampelmasten kleben???

    was wäre denn damit gewonnen? ich fühle mich genau dadurch bedroht, durch dieses ständige hochschaukeln von vermeintlich entgegengesetzten positionen. klar muss man was gegen solch dumme menschen tun, aber das darf niemals militant erfolgen und niemals wäre es mit flyern gelöst, die nur als selbstzweck der stlisierung einer vermeintlichen subkultur dienen!

  3. es geht doch darum solche taten in zukunft zu verhindern. der ansatzpunkt des flyern und plakatierens ist einerseits leute davon zu überzeugen nicht genau solche idioten zu werden oder solche idioten zu wählen. andererseits geht es ganz einfach und konkret um präsenz auf der straße. in einem zugepflasterten viertel fühle ich mich als nazi nicht so sicher, weil ich weiß irgendwo hier wohnen sicher die leute die das regelmäßig zupflastern und ich kann mir nicht sicher sein ob ich nicht beobachtet oder überrascht werde.

    die kundgebung war super, weil sie die bürger für das problem sensiblisiert. Aber verhindern können wir solche Angriffe nur durch klare Präsenz auf der Straße, indem wir da sind wenn was passiert.

  4. „dieses ständige hochschaukeln von vermeintlich entgegengesetzten positionen.“ – Was auch immer du in den 90ern gemacht hast, an die du dich angesichts der Nazi-Gewalt zurecht erinnert fühlst, verstehen gehört sicher nicht dazu, denn sonst wüsstest du, was jetzt zu tun ist, statt so ein relativierenden Dreck von dir zu geben.

    Was meinst denn du warum du in Greifswald die (Sub-)Kulturlandschaft vorfindest, die es noch heute dort gibt? Bestimmt nicht, weil alle in den 90ern die Hände in den Schoß gelegt haben und dieses CDU Gequatsche von wegen rechts=links von sich geseiert haben.

  5. ich kann kackebarts position da nur unterstützen. anscheinend jemand der noch eine sicht auf die dinge hat, die nicht von getrübt ist von dem drang der selbstdarstellung der kleinen peergroup die sich subkultur, widerstand oder sonst wie schimpft.

  6. „in einem zugepflasterten viertel fühle ich mich als nazi nicht so sicher, weil ich weiß irgendwo hier wohnen sicher die leute die das regelmäßig zupflastern und ich kann mir nicht sicher sein ob ich nicht beobachtet oder überrascht werde.“

    kannst du belegen, dass nazis so ticken?

    ich halte das für ausgemachten unfug. diese personen haben offensichtlich weder angst davor „überrascht“ zu werden – was ich angesichts der uhrzeit auch nicht verwunderlich finde – noch davor, dass sie geschnappt und verurteilt werden.

    vor 3 tagen bin ich gegen 20 uhr durch die fleischerstraße gefahren. da stand so ein typ in unterhemd und jogginghose und hat einen hitlergruß gezeigt. ich habe die fahrt verlangsamt und ihm zugerufen „du weisst, dass das strabar ist?“…er antwortete mir nur „na und, willste jetzt die bullen rufen?“. leider war ich nicht gedankenschnell um nen foto zu machen – das hat mich danach sehr geärgert.

  7. @ alle
    naja, natürlich kann man das nicht belegen, allerdings glaube ich auch nicht, dass plakate oder aufkleber in irgendeiner form irgendwas‘
    ’schlimmer machen‘, sich dadurch etwas ‚hochschaukelt‘;
    in einer stadt, vollgeballert mit linken aufklebern und palakten, fühle ich mich jedenfalls wohler als in einer ohne.
    Es ist doch ein irrglaube, dass die nazis menschen angreifen, nur weil aufkleber kleben, die nicht in ihren kram passen.
    der konflikt ’schauket sich hoch‘, da es in dieser stadt glücklichweise noch alternatives leben gibt, dass den faschos eben nicht in ihre zigarrenschachtewelt passt. wenn es dieses alternative leben nicht mehr gibt, kein ikuwo, kein klex, keine punx, keine anti-atom-gruppe, keine grsituf, keine fetedelamusique, kein fleischervorstatdtblog,keine whatever, dann ist der konflikt ‚befriedet‘.
    siehe anklam: nazis beherrschen die stadt, subkultur bedeutet auf-die-fresse-garantie.

    oder eben andersherum. man tut alles, damit die nazis nicht mehr das tun, was sie eben tun, wenn man sie nicht dran hindert. und das kann auf verschieden wegen passieren.

  8. Pingback: Nazis aufs Maul! In Greifswald und überall! « Frutti di mare
  9. Pingback: Biedermeier mit Schlagstöcken und Brandsätzen «
  10. Typisch – Rechte schlagen Leute tot und Linke kleben Spuckis. Den Opfern wäre wohl besser geholfen, wenn Leute mit Anstand und Zivilcourage sich öfter mal in deren Nähe aufhielten, Besuche im Flüchtlingsheim, Hilfe/Schutz beim Einkaufen im Rewe um die Ecke und so weiter. Ein paar Hundert Germanistikstudenten in der Stadt aber keiner kriegt den Arsch hoch, um mal nen DaF-Kurs anzubieten. Dann lieber besoffen im Ikuwo um die Platte rennen und rumlabern. Geil…

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