Spaltung besiegelt — „Alternative Liste“ tritt zur Kommunalwahl 2014 an

Das Zerwürfnis des grünen Kreisverbands sorgt vor der anstehenden Kommunalwahl am 25. Mai für unübersehbare Konsequenzen. Schon im vergangenen Jahr sorgten Abrechnungsfehler des damaligen Fraktionsgeschäftsführers Ulrich Rose für Ärger und führten schließlich dazu, dass Waldemar Okon die Fraktion verließ und sie damit gleichzeitig ihres Fraktionsstatus beraubte. Auch kurz darauf, auf der Kreisvollversammlung im Januar, konnte die angespannte Atmosphäre nicht befriedet werden — ganz im Gegenteil, denn dort sollte sich zeigen, dass die Grünen tief gespalten sind und sich im Kreisverband zwei Lager unversöhnlich gegenüberstehen.

Gregor KochhanGestern wurde diese Spaltung amtlich: Unter den Kandidaten einer neuen Wählerinnengruppe — der erst vor einer Woche gegründeten Alternativen Liste — befinden sich auch Gregor Kochhan und Michael Steiger. Saßen beide bislang für die Grünen im Kreistag, so kandidieren sie nun für die neue Wählergemeinschaft, die bei den Wahlen der Greifswalder Bürgerschaft und des Kreistags Vorpommern-Greifswald antreten wird.

Die Alternative Liste zielt laut ihrer Selbstbeschreibung auf eine Wählerklientel, „die sich von den gemeinhin als progressiv geltenden Parteien zumindest in unserem Landkreis nicht mehr angesprochen“ fühlt und möchte ein „Angebot für eine weltoffene, zukunftsweisende und soziale Politik“ schaffen, um „weiterhin streitbare Vertreterinnen und Vertreter in Kreistag und Bürgerschaft unterstützen zu können.“

Neben den beiden Kreistagsmitgliedern Michael Steiger und Gregor Kochhan, die sich in den vergangenen Jahren durch ihr kontinuierliches zivilgesellschaftliches Engagement verdient gemacht haben, sollen auf der Liste noch weitere Personen kandidieren, die sich aktiv für einen toleranten Landkreis engagieren. Dazu zählen neben Waltraud Gundlaff — der Witwe des im November 2013 verstorbenen Pasewalker Bürgermeisters Rainer Dambach — auch der Rechtsextremismusexperte Günther Hoffmann, Anne Wolf, Ulrich Rose sowie Felix Beer.
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Nach Informationen des Nordkuriers sollen sich die Grünen am Montag zur Aufstellung ihrer Kreistags-Wahlliste getroffen haben. Kochhan und Steiger sollen sich für die Kandidatur auf einer eigenen Liste entschieden haben, weil es zuvor keine weiteren Aussprachen mehr über die sichtbar gewordenen Differenzen gegeben habe. Die beiden Kommunalpolitiker erklärten, dass sie zu dieser Entscheidung von „Menschen, die sich weiterhin ein entschiedenes Engagement gegen rechtes Gedankengut in den kommunalen Vertretungen wünschen“, ermutigt wurden.

Was machen zwei Linke, die sich in der Wüste begegnen? Sich spalten!

  • Richtungsstreit spaltet Grünen Kreisverband (webMoritz, 20.01.2014)
  • Grüne Politiker spalten sich von den Grünen ab (Nordkurier, 10.03.2014)

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15 Gedanken zu „Spaltung besiegelt — „Alternative Liste“ tritt zur Kommunalwahl 2014 an

  1. Wenn der CDU „Abrechnungsfehler“ passieren stinkt es mir genauso wie bei den Grünen. Mitglieder der Grünen selbst sprachen von „Abrechnungsbetrug“, aber das sollen sie mal schön selbst klären. Nur witzig, dass das FVB darüber berichtet. Nicht etwa die gespaltenen Grünen.

    Wer von den Grünen legalisiert denn nun endlich Cannabis?

  2. Wo kann man die Selbstbeschreibung denn lesen? Und treten die Mitglieder der AL nun bei den Grünen aus oder wird das ein honeypot für enttäuschte Grünies?

    1. Die OZ schreibt heute über ein weiteres interessantes Detail. Nicht nur, dass Sozialabgaben hinterzogen wurden, nein auch der Herr Karpinsky zeigte wessen Geistes Kind er ist, indem er Steffen Fassbinder auf einer Rede während eines Parteitages körperlich angriff. Da fehlen mir fast die Worte. Der überzeugte Antifaschist Karpinsky haut wohl gerne zu? Wieder Parallelen zwischen roten Grünen und Braunen?

      Jedenfalls hat Ulrike Berger konsequent gehandelt und sich von Karpinsky als Mitarbeiter getrennt.

      1. Was ist Karpinsky, „überzeugter Antifaschist“? Wenn das weichgespülte Fanal einer desillusionierten Selbsttäuschung der Inbegriff des Antifaschismus ist, sich dessen Antifachismus z.B. auf Twitter in der Form äußert, die schlimmsten Sektenspinner der antideutschen Ideologie zu retweeten, dann muss ich den Begriff „Antifaschist“ künftig als Beschimpfung betrachten.

        PS: Der Nachname von Klaus ist nicht zufällig Last, welcher von grün zu blau sprich afd wechselte und auf facebook die braune „junge Freiheit“ verlinkt?

  3. Da muß ein Lesefehler vorliegen. Dir Liste heißt „Alphatier-Liste“. Es sind doch wieder nur jene Macker (mit Anhang), die basisdemokratisch nicht leben können.
    Die benannten Personen dehnen überall ihre Rechte über jene der anderen aus. Klar waren sie durch ihr Apha-Wesen immer die Sichtbaren, aber bei weitem nicht die Ehrlichsten noch die Verlässlichsten.
    Das ist ein Problem für eine Partei, vor allem, wenn die anderen leise, basisdemokratisch Sacharbeit leisten wollen und kein Bock haben, Mackern ständig die Stirn zu bieten. Da müssen wir alle Waldemar Okon Respekt zollen.

    Ich kann absolut nachvollziehen, daß in der Partei gerade heftig darum gerungen wird, nachzutreten oder eben nicht. Die Alphas werden sich schon selbst diskreditieren. Nachtreten macht kein schönes Image.

    Auf Menschen wie Karpinsky sollte niemand rumhacken, es gibt sie in jedem Verein: Rackern ohne Ende, um die eigene Realität auszublenden und daraus dann zu weit gehende Machtansprüche auf den Verein ableiten. Manche überschreiten dabei eben krasse Grenzen.

    Niemand von Euch würde im Rahmen von laufenden Klärungen um Abrechnungsfehler öffentlich auf anderen rumhacken, ich finde es fair: Fehler erklären, die Verantwortlichen auffordern, es zu beheben und dann eben so lange wie nötig am Ball bleiben. Ich würde hier ja eher vermuten, daß die Alphas bewußt das Tema seit Monaten verschleppen, um den Grünen immer wieder was anhängen lassen zu können (was die Halbfaschisten bei der CDU ja immer wieder gerne tun).
    Wie würden wir denn reagieren, wenn der Parteivorstand den großen Finger rausholt und öffentlich auf Personen zeigt. Die Leute könnten dann aus ganz anderen (als politischen) Gründen hier in der Provinz einpacken. Wenn etwas Strafbares dabei war, ist es so offiziell, daß die Staatsanwaltschaft das von selbst abarbeitet. Und wenn die Schuld am Ende geklärt ist, ist auch klar, wer den Schaden (Rückzahlungen, strafgebühren) zahlen muß.

    Das ist alles in allem besser, als der Wohnungsgesellschaftsskandal der Greifswalder Elite, wo die TäterInnen nach kurzer Zeit einfach weitermachen durften.

  4. Es ist ja sehr lustig, dass mir in dem Artikel gerade Werbung für ein Browser-Game „Alpha Wars“ mit schießenden Panzern eingeblendet wird.

    Nach diesem Intermezzo gebe ich zurück ins Funkhaus. Herr Admin bitte übernehmen Sie!

  5. Hallo @alpha, bist Du enttäuscht, nicht auf der „Alphatier-Liste“ zu stehen?

    Du scheinst ja über gerüttelt viele Informationen zu verfügen:
    „Macker, die basisdemokratisch nicht leben können“,
    „dehnen ihre Rechte über alle aus“ (was heißt’n das überhaupt?),
    „nicht die Ehrlichsten und Verlässlichsten“
    „Machtansprüche auf den Verein weiterleiten“
    „Ich würde hier ja eher vermuten, daß die Alphas bewußt das Tema seit Monaten verschleppen, um den Grünen immer wieder was anhängen lassen zu können (was die Halbfaschisten bei der CDU ja immer wieder gerne tun)“

    Zu diesen Zitaten möchte ich Dir ein Zitat aus Deinem Schreiben dringend ans Herz legen: „Nachtreten macht kein schönes Image.“

    Kommt jetzt grade für Dich aber ein bißchen zu spät…

    Grüße
    Uli
    (der grundsätzlich und immer unter Klarnamen schreibt)

    1. @ Rose
      Nachtreten setzt in diesem Fall wohl voraus, in der Grünen Partei zu sein, was ich nicht bin.

      Aber es paßt wohl eher, daß getroffenen Hunde jaulen….

      Ich bin gar nicht traurig, in der Alphatierliste zu stehen, es würde mich sowas von gruseln….

      Finde nur lustig, wer alles so im Lager sektiert: Bündnis90 Leute zur AFD, die Macker zur AL (Was für eine Verballhornung für diesen historisch so aufgeladenen Wahllisten-Namen)….

      1. „Nachtreten setzt in diesem Fall wohl voraus, in der Grünen Partei zu sein, was ich nicht bin.“ – weiß ich doch. Deine Katachresen habe ich oft genug gelesen.

        1. Wer mehr über Katachresen wissen will, lese bitte hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Katachrese

          Meine Lieblingskatachrese wird gerade: „Das ist das Holz, aus dem Waschlappen gemacht sind.“

          Oder meint Herr Rose eine der anderen Definitionen?

          Mmh, keine Ahnung. – Hätte ich mal lieber Germanistik studiert statt Politik.

    2. Herr Rose? Der, der immer unter Klarnamen schreibt? Der Herr Rose, der einst Autor eines farbigen Blogs Greifswald war. Der Autor, der alle Beiträge verschwinden ließ, die man dort je von ihm las. Wirklich krass, dass die faschistoiden Grünen jetzt so deutlich zeigen wie sie drauf sind. Besser kann man sich nicht demontieren.

      Herr Rose, warum unterschlagen Sie eigentlich Sozialabgaben?

  6. yeah schlammschlacht. und der arme aufrechte deutsche trollklaus wird ignoriert. da isses ja fast schade das meine greifswalder tage gezählt sind, naja, hier guck ich dann auch später wohl noch mal gerne vorbei 🙂
    btw: grüne sind doch eh die fdp für leute die noch gerne ein gewissen hätten *spalt*

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