„Greifswald für alle“ ruft zum Protest gegen FFDG-Demo in Schönwalde II auf

Die rechte Gruppierung FFDG wird am Montagabend in Schönwalde II demonstrieren. Das Bündnis „Greifswald für alle“ ruft zum gemeinsamen Protest dagegen auf und kündigt eine Mahnwache an. Eine Critical Mass sorgt für sichere Anfahrt.

Seit September versammeln sich auch in Greifswald besorgte Bürger, Rassisten und Neonazis zu Mahnwachen und Demonstrationen. Am Montagabend geht es zum siebten Mal auf die Straße. Unter dem Motto „Gegen die aktuelle Politik und linken Terror“ laden die beiden rechten Gruppierungen FFDG (Frieden, Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit) und „Greifswald wehrt sich“ — ein Label, unter dem am 21. September der erste unangemeldete Aufzug der Fremdenfeinde stattfand — zur Demonstration „gegen das System“ ein, wie es auf dem Einladungsbild heißt.

Wie angekündigt, konzentrieren sich die rechten Stimmungsmacher mit ihrer Präsenz nicht mehr allein auf den Marktplatz, sondern nehmen auch andere Stadtteile in den Blick. Am Montag steht Schönwalde II auf dem Programm, wo in den vergangenen Tagen hunderte Flyer in die Briefkästen des Viertels wanderten. Dem Stadtteil droht nun ein ähnlich düsterer Aufzug, wie jener, der am 12. Oktober in Schönwalde I stattgefunden hat. Angepeitscht von den politikerfeindlichen, verschwörerischen und zum Teil schlicht hanebüchenen Redebeiträge des FFDG-Sprechers Norbert Kühl, zogen damals etwa 150 Personendurch den Thälmann-Ring und die Lomonossow-Allee. Während dieser Demonstration wurde der zuletzt wegen Körperverletzung verurteilte Rechtsextremist Marcus G. den übrigen Teilnehmern als offizieller Fotograf aus den eigenen Reihen vorgestellt. .

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Unverhohlener Antisemitismus auf der Facebook-Seite von FFDG-Sprecher Norbert Kühl (Screenshot Facebook)

Auf Norbert Kühls Facebook-Seite kann man einen Eindruck von der Geisteswelt des FFDG-Sprechers verschaffen, dessen Redebeiträge von kruden Nachrichtenkanälen bei Youtube, rechten Verschwörern und fremdenfeindlichen Memes ebenso inspiriert sein dürften wie seine Facebookseite, auf der Kühl seine antisemitische Weltsicht unverhohlen der Öffentlichkeit präsentiert. Die Gerüchte über den Juden sind eben doch noch vitaler als die Horrorgeschichte von der „Flüchtlingswaffe“.

Mit der Critical Mass zur Mahnwache von „Greifswald für alle“

Während sich die Rechten am kommenden Montagabend am Parkplatz Makarenkostraße / Karl-Liebknecht-Ring versammeln und von dort Richtung Schönwalde-Center marschieren werden, ruft das Bündnis „Greifswald für alle“ zu einer Mahnwache am Schönwalde-Center auf der Seite der Makarenkostraße auf und appelliert an alle Demokraten, dort morgen ab 18.30 Uhr Präsenz zu zeigen und der gemeinsamen Demonstration von FFDG und „Greifswald wehrt sich“ ein weltoffenes Greifswald entgegenzusetzen. Die Initiatoren dieser Gegenveranstaltung sind ebenfalls besorgt, allerdings nicht wegen flüchtender und Schutz suchender Menschen, „sondern wegen der Menschenfeindlichkeit, die seit einiger Zeit verstärkt auf Deutschlands Straßen und Plätzen ihr Unwesen treibt“, wie es im Aufruf von „Greifswald für alle“ heißt.

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Einen sicheren Hinweg zu der Mahnwache bietet der Fahrradkonvoi der Critical Mass, die das Bündnis „Greifswald für alle“ unterstützt und am Montag außerplanmäßig für eine fahrradfreundliche, bunte, weltoffene und lebendige Stadt demonstrieren wird. Die radelnden Gegendemonstranten treffen sich um 17.30 Uhr am Rathaus und werden in einem großen Verbund nach Schönwalde II fahren.

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