Greifswalder Studierende gründen Schwarzmarkt

Mit einer schwimmenden Ausstellung im Museumshafen machte am Wochenende ein Schwarzmarkt für Kunst von sich reden.

Ganz streng genommen war ein Teil der Exponate, die am Wochenende in der „kleinsten schwimmenden Galerie“ ausgestellt wurden, fast dem Unterground zuzuordnen. Ein großzügig bemessener Kubikmeter Rauminhalt im Bauch eines Segelbootes reichte den jungen Künstlern und Studierenden des hiesigen Caspar-David-Friedrich-Instituts (CDFI), um auf die unmittelbar zuvor gegründete Internet-Galerie Schwarzmarkt.Online aufmerksam zu machen.

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Schwarzmarkt in der Lücke des Curriculums

Das maritime Event wurde als Auftaktveranstaltung zur Bewerbung der blutjungen Netzgalerie angekündigt. Hinter der Plattform stecken Dorothea Liesenberg und Jan Krause. Beide studieren in Greifswald Kunst und wollen mit dem Schwarzmarkt eine Möglichkeit etablieren, Werke hiesiger Studierender zu erwerben. Bisher werden in dem Online-Shop Drucke (Postkarten und Poster) in limitierten Editionen angeboten, deren Preise so niedrig sind, dass der Schwarzmarkt vermutlich eine tendenziell wartungsanfällige Gelddruckmaschine werden dürfte, die kaum jemanden reich zu machen vermag.

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Doch viel interessanter als dieser monetäre Gewinn und die erzielten Sichtbarkeitseffekte der Künstler ist die Lücke im universitären Curriculum, in die die Eigeninitiative mit ihrer Plattform hineinstößt. Denn nicht alle Studierenden am CDFI werden später als Pädagogen vor einer Klasse stehen — ein Teil von ihnen wird sich mit freien Arbeiten durchs Berufs- und Erwerbs(losigkeits)leben krebsen müssen. Mit Blick auf die angebotenen Lehrveranstaltungen hat man nicht unbedingt das Gefühl, dass die CDFI-Absolventinnen besonders gut auf diese mitunter düstere Zukunftsperspektive vorbereitet werden. Insofern bietet die Plattform den beteiligten Studierenden, die bei dem Projekt Vertrieb, Werkauswahl und Öffentlichkeitsarbeit selbst in die Hand nehmen, ein geschütztes Rendezvous mit dem Kunstmarkt. Ein neugieriger Aufenthalt auf der Website und ein Besuch in den regelmäßig bespielten Social Media Kanälen des Projekt wird hiermit wärmestens ans Herz gelegt!

Schwarzmarkt im Internet:

(Fotos: Fleischervorstadt-Blog)

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