Oberbürgermeister Fassbinder: Vorwürfe von Axel Hochschild sind ein starkes Stück

Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) äußert sich zum skandalösen Auftritt von Axel Hochschild bei der Pro-Arndt-Demonstration am vergangenen Wochenende und nennt die Vorwürfe des Vorsitzenden der örtlichen CDU-Fraktion ein „starkes Stück“.

OB Stefan Fassbinder

Axel Hochschild (CDU) sprach am vergangenen Wochenende auf der Pro-Arndt-Demonstration und verwandelte den Greifswalder Marktplatz zwischenzeitlich in einen unerträglichen Pranger. Die knapp 400 Anwesenden nahmen seine Inszenierung dankbar an und buhten die von Hochschild nacheinander aufgezählten Kommunalpolitiker aus. Anschließend gellten die von ihm eingeforderten „deutlichen Abpfiffe“ für den Senat der Universität Greifswald und für Oberbürgermeister Stefan Fassbinder über den Platz.

Der gesamte Auftritt war zwar in höchstem Maße unsäglich, doch weder die veranstaltende Bürgerinitiative Pro-Arndt noch die nach Hochschild aufgetretenen Redner fanden es notwendig, in ihren Redebeiträgen auf die wohlüberlegt inszenierte Diffamierung Hochschilds Bezug zu nehmen. 

Oberbürgermeister Stefan Fassbinder reagierte heute auf Hochschilds Auftritt und wies dessen Vorwürfe, dass das Ergebnis der namentlichen Abstimmung im Stadtblatt hätte veröffentlicht werden müssen, entschieden zurück: „Jetzt schiebt Herr Hochschild mir die Schuld zu, weshalb er sich veranlasst sah, die Namen derjenigen Bürgerschaftsmitglieder öffentlich vorzulesen, die einen Arndt-Antrag der CDU abgelehnt hatten. Das ist ein starkes Stück!“

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Der Oberbürgermeister erklärt weiterhin, dass im Stadtblatt lediglich die Abstimmungsergebnisse der Bürgerschaftssitzungen veröffentlicht würden, namentliche Auflistungen zum Abstimmungsverhalten seien jedoch in den letzten 17 Jahren nie im Stadtblatt abgedruckt worden. 

6 Gedanken zu „Oberbürgermeister Fassbinder: Vorwürfe von Axel Hochschild sind ein starkes Stück

  1. Meine Kritik am Auftritt des Fraktionsvorsitzenden Axel Hochschild war schon einige Tage vorher in der OZ zu lesen: Ich halte diese Art der politischen Meinungsäußerung und –bildung für völlig unangemessen und bin fassungslos darüber, wie Kommunalpolitiker öffentlich an den Pranger gestellt und ausgebuht wurden. Diese unwürdige Aktion, ausgehend vom Vorsitzenden der stärksten Fraktion in unserer Bürgerschaft, widerspricht meinem Demokratieverständnis absolut und ist ein herber Schlag gegen die politische Kultur in unserer Kommune.

  2. Sind wir mal ehrlich, wir leben in einem Tollhaus!
    Unsere Gesellschaft ist auf dem besten Wege für die Durchsetzung von Meinungen / Ansichten / Wünschen, die Verrohung üblicher und über Jahrhunderte bewährter Werte im Umgang miteinander, aufzugeben.
    Von Diffamierungen und Beleidigungen anders denkender Zeitgenossen wird hemmungslos Gebrauch gemacht. Ein durch Bildungsmangel, oder Ignoranz völlig irriges Geschichtsbewusstsein und die dümmliche Hoffnung man könne heutige individuelle Sichtweisen zum Thema politische Korrektheit, historisch bedingten Gegebenheiten, oder Aussagen berühmter Persönlichkeit – völlig deren gesamtes Wirken verdrängend – überstülpen, ist einfach unerträglich.
    Meinungsfreiheit ist keine Begründung für schlechtes, unhöfliches und dümmliches Geschwätz. Nein, sie erfordert eine absolute Verpflichtung dem Missbrauch entgegenzutreten.
    Ich schäme mich für alle, die anders Denkende öffentlich unter Berufung auf die Meinungsfreiheit und das Recht auf Öffentlichkeit diffamieren.

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