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Archive for the ‘Unterwegs’ Category

Intern: Schottland, ein kurzer Urlaubsrückblick

Monday, August 16th, 2010

Unter mechanischem Quietschen hält der überfüllte Zug am Greifswalder Bahnhof und bringt mich nach einem kurzen Hauptstadt-Zwischenstopp aus meinem Schottland-Urlaub zurück an den Bodden. Bevor hier der neumediale Tagesbetrieb nahtlos weitergeht, soll an dieser Stelle noch einmal kurz zurückgeschaut werden.

Für zwei Wochen verließ ich das europäische Festland, um einen Staat zu bereisen, in dem die Schafpopulation die der menschlichen Einwohner um den Faktor 10 übersteigt. Ausgerüstet mit Rucksack, Zelt und Kochausrüstung, standen die Zeichen auf Autarkie und nach einem kurzen Ankunftsaufenthalt in Glasgow sollte es auch sehr bald ins Freie gehen; das zu suchen, was ich schon auf so vielen Bildern vor der Reise bestaunte.

TOLKINSCHE LANDSCHAFTEN IN DEN HIGHLANDS

Der erste Halt wurde in den Highlands, genauer in der Gegend des Tals Glen Coe gemacht. Schroffe Berglandschaften, die sich majestätisch über das saftige Grün erhoben, Wasserfälle und Bäche, Heidekraut und Farnwiesen, die ungebremst wuchsen, erinnerten an die Schauplätze der Romane Tolkiens. Seltsam und inzwischen auch beinahe vertraut, wenn man als Flachländer vom Rausch der Bergwelt gefangengenommen wird. (more…)

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Nachrichten aus dem Maghreb #7

Friday, October 9th, 2009

hoher atlasKommt alles anders als man denkt. Statt in Marrakesch auf unsere Freunde zu warten, entschlossen wir uns kurzerhand zu einer weiteren Stippvisite am Atlantik.

Dort verweilten nur einen Tag und bestiegen dann den Mietwagen der befreundeten Boddenstädter.

Die Reise im eigenen Fahrzeug bot ein eigenes Erleben, mobil, flexibel und eine gute Portion autarker. Die Wuestenpläne wurden verworfen, aber wir ueberquerten im Kleinwagen auf einer abgelegenen und kaum frequentierten Piste den Hohen Atlas; ein grandioses Erlebnis!

ait benhaddouTags darauf erkundeten wir das Ksar Ait Benhaddou, das zweite von der UNESCO geschuetzte Kulturgut. Dieser Ort war Kulisse fuer unzaehlige Filmproduktionen, Gladiator war wohl die beruehmteste unter ihnen.

Nach zwei Tagen Marrakesch sind wir am Ende unserer kleinen Nordafrika-Expedition angelangt. Gestern Abend sind wir verspaetet in Deutschland gelandet und werden morgen in die geliebte Hansestadt zurueckkehren. Dort ist in der Zwischenzeit einiges passiert; genug Stoff also fuer die naechsten Tage und Wochen. In diesem Sinne soll dieses kurze Reise-Logbuch an dieser Stelle enden. Ab morgen wird der Fleischervorstadt-Blog wieder in gewohntem Gewand erscheinen: polemisch, politisch, positioniert!

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Nachrichten aus dem Maghreb #6

Thursday, October 1st, 2009

Nachdem die letzten Worte waehrend eines Hagelschauers aus der kleinen Stadt Azilal verschickt wurden, haben wir in der vergangenen Woche wieder einiges erlebt, viele Orte gesehen und uns vor allem an der Ruhe im Tal Aït Bouguemez gelabt.

agoutiDorthin ist die westliche Kultur bisher erst zoegerlich vorgedrungen, die im Entstehen begriffene Piste wird das zukuenftig aendern, betrueblich.
Waehrend einer Wanderung konnten wir die Gipfel des Bergmassives M-Goun sehen. Sie waren schneebedeckt. Diese Bergformationen sind an ihrer hoechsten Stelle nur knapp einhundert Meter kleiner als der Djebel Toubkal, aber fuer eine Erklimmung des Gipfels waeren neben einer gehoerigen Portion Motivation auch Steigeisen von Noeten.
ouzoudNachdem wir die Gegend ausgiebig erkundet haben – in der franzoesischen Entsprechung heisst es das Tal der Gluecklichen und das traf auch weitesgehend auf seine Bewohner zu – sind wir nach Ouzoud gefahren.

Dort befindet sich ein Magnet fuer Touristen aus dem In- und Ausland. Wassermassen stuerzen in drei Stufen ueber einhundert Meter in die Tiefe, am Fusse der Wasserfaelle tummeln sich einige Berberaffen.
Auf der Rueckfahrt wurden wir des Sammeltaxis verwiesen und waehrend der Fahrt an die Luft gesetzt. Sowas erlebt man nicht jeden Tag. Ursache des spontanen Zwischenstops war eine unlautere Nachverhandlung des Fahrpreises, herrlich.
Nun sind wir wieder in Marrakesch und werden morgen auf bereits genannte Greifswalder Abgesandtschaft treffen und nochmal Richtung Sahara reisen.

Vielleicht noch eine abschliessende Bemerkung: nach einem zweistuendigen Spaziergang sind wir mit mehreren Dosen Bier und einer Flasche Wein ins Hotel zurueckgekehrt. Wie gut das erste Bier nach fuenf Wochen doch schmeckt!

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Nachrichten aus dem Maghreb #5

Saturday, September 26th, 2009

Nach mehreren Tagen ohne Lebenszeichen tauchen wir nun wieder auf. Vorab eine Hiobsbotschaft: der kleine Adapter, der uns ermaechtigte, Bilder und Videos vom Mobiltelefon auf die hiesigen Computer zu lotsen, ist verlustig gegangen. Daher wird es in den letzten Kurzberichten unserer Reiseaktivitaeten kein Bildmaterial, zumindest kein eigenes geben.

Das schmerzt besonders angesichts der Tatsache, das unsere dreitaegige Wanderung von Imlil nach Setti Fatma das bisher reizvollste war, das Marokko fuer uns bieten konnte. Die Strecke hatte es in sich, jeden Tag waren wir mindestens sieben Stunden mit dem gesamten Gepaeck unterwegs.

tizi n tachedirtDabei haben wir auch wieder etliche Hoehenmeter absolviert. Der Tizi N Tachedirt, jener Pass, den es zu ueberqueren galt, liegt auf etwa 3200 Metern ueber dem Meeresspiegel. Waehrend des Aufstiegs lernten wir den symphatischen Neurologen Peter aus dem niederlaendischen Utrecht kennen, der uns den Rest der Wanderung begleiten sollte. Landschaftlich bot diese Gegend einen krassen Kontrast zu anderen in Suedmarokko: Pinien- und Kieferwaelder, Walnuss- und Granatapfelbaeume flankierten Wege und Pfade, die mich vierlerorts an die tschechischen Mittelgebirge erinnerten. Ueberhaupt scheine ich als alter Hanseat eine grosse Begeisterung fuer den Bergsport in mir zu entdecken. Die wanderfreudige Sozialisation meines Elternhauses hat offensichtlich den Boden gut bestellt.

Flusstal TimichiWir passierten Doerfer, die im Winter voellig abgeschnitten sind und in denen allmaehlich die Bevorratung begann. Das frische Quellwasser des Hochgebirges stellte eine schmackhafte wie kostenlose Abwechslung zu dem in Flaschen verkauften Wasser dar, das wir andernorts erwerben. Aus den kleinen Quellen wuchs mit abnehmender Hoehe erst ein Bach, dann ein Fluss. Zu gezaehlten zweiunddreissig Flussueberquerungen gezwungen, erprobten wir unsere Faehigkeiten im Weitspringen mit Rucksack und spaeter im Durchwaten des reissenden Gewaessers. Die Landschaft glich dabei eher den Rocky Mountains, denn einem Nationalpark in Nordafrika.

Danach sind wir direkt nach Marrakesch zurueck, um uns aufzuwaermen. In den Bergen war es doch teilweise empfindlich kalt.

Imni IfriNachdem wir uns die letzten beiden Tage in Imni-Ifri, dem Ort neben der vor Millionen von Jahren geschaffenen, maechtigen Naturbruecke, aufgehalten haben, sind wir heute abermals in die Berge gereist. Ein anderes Tal wird uns hier beschaeftigen, bevor wir uns wahrscheinlich in Marrakesch mit einer kleinen Delegation aus Greifswald treffen werden, um gemeinsam und mit einem noch zu mietenden Leihwagen die Strasse der Kasbahs zu erkunden und schliesslich nach Merzouga, an den Rand der Sahara, fahren werden. Aber das ist an dieser Stelle noch Zukunftsmusik.

Abschliessend noch mein Apell, die morgige Wahl auf keinen Fall zu verpassen und die Erststimme in eine Idee zum Hierbleiben zu investieren!

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Nachrichten aus dem Maghreb #4

Friday, September 18th, 2009

Wir befinden uns momentan in Imlil. Dieses Bergdorf liegt im Hohen Atlas und wir erreichten es nach einer furchteinloessenden Busfahrt ueber den beruechtigten Tizi-N-Test, einen Pass, der nicht nur unsagbar hoch liegt, sonden zudem auch noch ausgesprochen schmalspurig daherkommt. Wie entgegenkommende Busse wirken, koennen Interessierte bei Minute 6:50 in folgendem, gerade entdecktem Video, nachvollziehen.

Hier eroeffnen die thronenden Gipfel ein Bergpanorama, das zuweilen eher an einen oestereichischen Luftkurort, denn an das nordafrikanische Marokko erinnert. Absuderweise machen uns die niedrigen Temperaturen und der kalte Wind froesteln, sobald die Sonne hinter eine Wolke verschwindet.

Vom Bergdorf Aroumd aus haben wir vorgestern die Besteigung des Toubkal begonnen. Aufgrund der Hoehe bewegt man sich auf Augenhoehe mit den Wolken. Wir hatten den schwierigsten Teil des Aufstiegs geschafft und erreichten die Refuge Toubkal, die auf etwa 3260m Hoehe liegt. Die Erklimmung des Gipfels haben wir allerdings vorerst verschoben, da Maria mit Kopfschmerz und Schwindel hoehenkrank wurde, zumindest symptomatisch. So sind wir nach schlafloser und sehr kalter Nacht – Pfuetzen waren am naechsten Morgen mit einer Eisschicht bedeckt – wieder hinabgestiegen. Beeindruckend war die Kulisse dennoch.

Jetzt bereite wir uns auf die bevorstehende dreitaegige Wanderung nach Setti Fatma vor. Auch hier werden wir wiede ueber 3000 Hoehenmetern wandeln; mangelnde Versorgungsmoeglichkeiten erfordern ein hoeheres Mass an entsprechender Organisation. Zudem wird in wenigen Tagen Ramadan vorbei sein, hoffen wir also, dass die Berghuetten offen sind.

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Nachrichten aus dem Maghreb #2

Wednesday, September 9th, 2009

Die Tage in Mirleft waren sehr entspannend. Die Naehe zum Meer und die dadurch bedingte Milde des Klimas schmeichelten unseren Koerpern. Die Wellen an diesem Teil der Atlantikkueste sind noch staerker als ihre donnernde Lautkulisse. Im Ort haben einige europaeische Streetart-Aktivisten sehenswerte Spuren hinterlassen.

Nach insgesamt vier Tagen in Mirleft sind wir weiter Richtung Sueden zu einer Bucht, die die Einheimischen Legzira nennen. Hier haben Wind und Regen drei beeindruckende Felstore geschaffen. Von hier aus sind wir nach Sidi Ifni, der ehemaligen spanischen Kuestenenklave, gewandert. Dieser erste Testlauf – im Wortsinn – fuer die anstehende Toubkal-Besteigung glueckte.

Inzwischen hoffentlich einigermassen an das Klima gewoehnt, sind wir heute morgen mit dem Taxi Collective in den Anti-Atlas gefahren. Hier in Tafraoute steht ein Gewitter ueber den Bergen. Der letzte kurzzeitige Stromausfall hat die Muehen mit der fremdlaendischen Tastatur zerstoert.

Hier in der eher duennbesiedelten Gegend wird der momentan zelebrierte Ramadan etwas problematischer und zwingt uns zu besserer Organisation. Aberwitzigerweise ist in Tafraoute eine Art Rummel am Stadtrand und jetzt, da die Sonne untergegangen und das Fasten gebrochen ist, ertoenen Kindergesaenge und Trommeln. Naechster Stromausfall, genug fuer heute.

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Nachrichten aus dem Maghreb #1

Tuesday, September 1st, 2009

Allerherzlichste erste  Gruesse  aus Marokko. Vorneweg, das Schreiben auf den Tastaturen marokkanischer Internetcafes ist unheimlich muehselig. Daher nur Informationen im Kompaktformat.

Nach vier Tagen im Glutofen Marrakesch – schon morgens um acht quaelten 37 °C – haben wir einen ersten kulturhistorischen Reiseabschnitt hinter uns. Auf den angefuegten Bildern sind Eindruecke einer Koranschule, des Treibens auf dem beruehmten Djemma el Fna und des wunderschoenen Jardin Majorelle erkennbar.

Seit nunmehr drei Tagen halten wir uns in der portugiesisch gepraegten Hafenstadt Essaouira auf und kuehlen uns bei angenehmen, vom Atlantik gepraegten Temperaturen ab.

Morgen frueh werden wir weiter nach Sueden fahren. Das naechste Ziel unserer Reise heisst Mirleft und liegt hier.

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