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Archive for the ‘Sanierung’ Category

Aktion gegen Ausverkauf

Monday, April 12th, 2010

In den vergangenen Monaten ist es um die vom Abriss akut bedrohte Straze ruhiger geworden. Der Greifswalder Grundstücksbasar ist jedoch nach wie vor quicklebendig. Ein Gastbeitrag der freien Journalistin Anke Lübbert.

Ein eigenes Grundstück unter seinem Wert zu verkaufen – das ist ziemlich dumm. Noch dümmer, wenn man nicht aus Not oder Unwissenheit seinen Besitz verscherbelt, sondern wider besseres Wissen. Genau so einen Ausverkauf plant aber die Stadtverwaltung. 2007 hatte sie für einen Teil der Fläche rund um das Schwedenkontor am Ryck 70 Euro pro Quadratmeter gezahlt. Ausgerechnet das Petruswerk soll die profitablen Grundstücke nun aber für 25,26 Euro kaufen dürfen.

AKTIONSBÜNDNIS FÜR TRANSPARENZ PROTESTIERT VOR DEM RATHAUS

Am Montag entscheidet die Bürgerschaft über den Verkauf. Ein kurzfristig gegründetes Aktionsbündnis für Transparenz hat bereits am Freitag überall in der Stadt Quadratmeter große Flächen markiert und am Wochenende an die 80 Plakate am Markt, Hafen, Mensa und Europakreuzung aufgehangen, um auf die Entscheidung aufmerksam zu machen. Kurz vor der Bürgerschaftssitzung am Montag gegen 17:30 Uhr will das Bündnis die Aktion mit einer Inszenierung vor dem Rathaus abschließen.

petruswerk greifswaldDie Initiatoren haben zum Teil eigene Erfahrungen mit dem Petruswerk gesammelt. Einige von ihnen waren schon in der BI gegen den Abriss der Stralsunder Straße und dem Kultur- und Initiativenhaus aktiv. Aber mit dem ehemaligen Gesellschaftshaus hat der Verkauf der Ryck-Grundstücke nur so viel zu tun, dass das die nach wie vor nicht geklärte Zukunft des denkmalgeschützten Hauses darauf hinweist, dass auf die Versprechungen des Petruswerkes bisher wenig zu geben war.

EINE FRAGE DES (DUMPING)PREISES

Dem Aktionsbündnis ist anzurechnen, dass es Fragen stellt, die zu beantworten sind: Warum sollte ein Investor Grundstücke für einen Dumpingpreis kaufen können, um dann teure Wohnungen in einer der besten Lagen der Stadt zu bauen? Wieso kommt man einem Unternehmen so weit entgegen, dass sich zwar gerne sozial und kirchennah inszeniert, von dem sich aber sogar der Bischof des Bistums Berlins distanziert hat?

Man kann nur hoffen, dass diese Fragen heute auch in der Bürgerschaftssitzung gestellt werden. Schließlich gehören die Grundstücke am Ryck nicht der Stadtverwaltung. Sondern uns allen.

(Foto: Anke Lübbert)

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Demonstration für den Erhalt der Straze *update*

Monday, December 14th, 2009

Knapp 150 Leute beteiligten sich an der heutigen Demonstration für den Erhalt der Straze, die von der Stralsunder Straße bis zum Rathaus in die Innenstadt zog. Mit Fackeln und Grabkerzen ausgerüstet, erreichte der Demonstrationszug sehr schnell das Rathaus und es fand auf dem Fischmarkt eine kurze Kundgebung statt.

BÄSSE UND FACKELN VOR DEM RATHAUS

Wie schon bei manch anderer vergangenen Aktion sorgten die Greifswalder Hedonisten mit dem kleinen Rabauken für gute Stimmung. Auffällig war außerdem, wie heterogen sich das Feld der Protestierenden zusammensetzte.

demonstration stralsunder strasseNeben Vereinen und Gruppen, die einst als Mieter in der Straze ihr Domizil hatten, waren auch Aktivisten des Greifswalder Studententheaters mit einem großen Transparent vor Ort und sammelten gegen den gerade bekannt gewordenen Rausschmiss aus der Soldmannstraße Unterschriften. Das Gefühl sehr dichter und unmittelbarer Vernetzung wurde dadurch noch gestärkt, dass der erst gestern hier vorgestellte Song zum Greifswalder Kulturrückbau lief.

Der gerade tagenden Bürgerschaft wurde es hoffentlich etwas mulmig, als die Bässe ins Innere des Rathauses drangen und sie durch das Fenster die brennenden Fackeln sahen. Einzelne Schilder wurden unübersehbar vor das Fenster gehalten. Nach etwa 100 Minuten löste sich die Demonstration auf, es kam zu keinen Zwischenfällen.

Demonstration für den Erhalt der Straze - 14.12.2009

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WIDERSTAND 2.0

Wer die Demonstration verpasst hat, kann das hehre Anliegen dennoch unterstützen. Hier ist ein E-Mail-Formular erreichbar, das es ermöglicht, mit wenig Aufwand dem Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege, den Mitgliedern der Greifswalder Bürgerschaft, den lokalen Medien, dem Hauseigentümer Petruswerk, dem Oberbürgermeister Arthur König (CDU) und seinen Stellvertretern elektronische Post zu bescheren. Zudem existiert eine Unterschriftenliste, die ebenfalls online bedienbar ist. Einfacher und bequemer war Widerstand noch nie!

Wie im Text schon erwähnt, sammelt auch das Greifswalder Studententheater Unterschriften für seinen Erhalt. Wer auf diesem Gebiet Unterstützung leisten möchte, kann sich einfach dieses pdf-Dokument herunterladen, ausdrucken und zu seiner Vereinsversammlung, seinem Stammtisch oder zum nächsten Seminar mitnehmen. Stuthe wird es dir danken!

*update* 20:47 Uhr

Greifswald TV hat in unglaublicher Geschwindigkeit auch einen Beitrag zur Demonstration veröffentlicht. Es geht ab Minute 0:57 los.
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Straze: Kirche distanziert sich von Fernando

Wednesday, December 9th, 2009

Im Greifswalder Lokalteil der gestrigen Ostsee-Zeitung ist ein sehr erhellender Artikel von Anke Lübbert über das Petruswerk erschienen. So habe sich Erzbischof Georg Maximilian Kardinal Sterzinsky für das Verhalten des hier schon häufig kritisierten Unternehmens entschuldigt. In einem Brief des Kirchenvertreters an die grüne Bürgerschaftsfraktion heißt es:

„Mit Bedauern nehmen wir den Projektverlauf in Greifswald und für die Stadt Greifswald zur Kenntnis. [...] Den Imageschaden, den ein solches Geschäftsgebaren des Petruswerkes mit sich bringt, insbesondere durch die Annahme, es handle sich um eine kirchliche beziehungsweise  Bistumseinrichtung, beobachten wir mit Sorge“.

straze greifswaldDie Entschuldigung des Erzbischofs mag zwar nur einen geringfügigen Einfluss auf die zukünftige Entwicklung des Hauses in der Stralsunder Straße haben, aber die Demaskierung des Petruswerkes und seines Geschäftsführers Douglas Fernando ist schon eine Menge wert. Der vollständige OZ-Artikel ist leider nur Abonnenten vorbehalten und hier zu finden.

(more…)

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Alternatives Jugendzentrum abgerissen – ein Rückblick

Friday, November 27th, 2009

Wer wird sich daran später noch erinnern? Diese Frage stellte ich vor zwei Wochen mit dem Hinweis auf die Neubauten in der Pfarrer-Wachsmannstraße. So wie mit den Baulücken auch ein einzigartiges Kapitel der jüngsten Greifswalder Stadtgeschichte verschwand, so hat es gestern Mittag völlig überraschend die Ruine des Alternativen Jugendzentrums am Karl-Marx-Platz getroffen. Innerhalb weniger Stunden wurde das Haus dem Erdboden gleichgemacht.

ajz greifswaldSeit 1991 wurde das ehemalige Kinderheim Hertha Geffke besetzt, anfangs geduldet und sogar kurzzeitig im Rahmen des Aktionsprogramms gegen Aggression und Gewalt (AgAG) gefördert. 1993 wurde das Haus an seine Hamurger Alteigentümerin rückübereignet. Es blieb besetzt, die Stadt hörte aber auf, mit den Bewohnern des AJZ – später in Café Quarks umbenannt – zu kooperieren. Das Projekt entwickelte sich zu dem mit Abstand legendärsten alternativen Veranstaltungsort Greifswalds. Hier wurden rauschende Feste gefeiert.

WO WIR AM LEBEN GEHINDERT WERDEN, FÄNGT UNSER WIDERSTAND AN

1999 wurde die Lage für die Besetzer und Besetzerinnen immer dramatischer, im November des Jahres gab es aus diesem Grund eine Demonstration, an der rund 800 Jugendliche mit Transparenten wie „Wo wir am Leben gehindert werden, fängt unser Widerstand an“ teilnahmen. Für den Erhalt des Hauses wurden in wenigen Wochen 1700 Unterschriften gesammelt. (more…)

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Begehung der Straze

Monday, November 23rd, 2009

Für viele ist der Kampf um das vom Abriss bedrohte Gesellschaftshaus in der Stralsunder Straße 10 schon verloren und in den letzten Wochen und Monaten wurde es auch um die Bürgerinitiative, die sich mit einem Konzept und den notwendigen Geldern anschickte, das denkmalgeschützte Gebäude  zu retten, ruhiger.

Nun steht allerdings ein wichtiger Termin an, dessen Ergebnis Aufschluss über die Entwicklungen um das Haus geben wird.

Heute erreichte mich ein offener Brief der BI an die Greifswalder Bürgerschaft, der hier veröffentlicht werden soll und für sich steht. (more…)

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Youniq bringt uns in die Süddeutsche Zeitung

Tuesday, October 20th, 2009

In der Vergangenheit wurde hier mehrfach auf die Veränderungen des Greifswalder Wohnungsmarktes hingewiesen und mit dem privaten Anbieter Youniq ein potentieller Sündenbock identifiziert. Nun hat das Wintersemester begonnen und die sich jährlich wiederholenden Wohnraumkrise wurde hoffentlich von allen Zugezogenen überstanden.

jetztdeZu genau diesem Thema veröffentlicht jetzt.de, die junge Website der Süddeutschen Zeitung, ihren heutigen Aufmacher.

In dem Artikel mit dem Titel Full House in Greifswald wird auf die hiesige Situation Bezug genommen und Youniq sogar direkt erwähnt:

“Der Abriss des städtischen Plattenbaubestandes verschärft die Wohnungsknappheit. Gleichzeitig verkauft die Stadt Grundstücke an private Anbieter, die dem AStA ein Dorn im Auge sind. Die Investorengruppe „Youniq“ hat im Frühjahr 2009 zwei Wohnheime fertiggestellt.

youniq greifswaldDie Anbieter werben mit Lifestyle-Einrichtung, Studienberatung und Vergünstigungen bei diversen ansässigen Unternehmen. Für eine 29 Quadratmeter-Wohnung inklusive Küche und Bad zahlt man dort zwischen 365 und 405 Euro Warmmiete. Wer nichts günstigeres findet, mietet sich dort ein. „Wir versuchen, dagegen vorzugehen, indem wir auf unserer Homepage keine Angebote veröffentlichen, bei denen die Mieten mehr als 10 Euro pro Quadratmeter betragen“, erklärt Pedro Sithom.”

Sithom heißt eigentlich Sithoe und ist AStA-Referent für Wohnen.

Im Artikel wird außerdem die Abteilungsleiterin studentisches Wohnen des Studentenwerks, Claudia Klasen, zitiert. Studenten können sich, so Klasen, die Mieten oft nicht leisten, darüberhinaus müssten sie sich auf einen fraglichen Mietvertrag einlassen.

“Bei „Youniq“ gibt es angeblich ausschließlich Jahresverträge, sodass die Studenten erst dann kündigen können, wenn das nächste Wintersemester und damit erneuter Wohnungsmangel ansteht.”

Eine Studentin erzählt von den Erfahrungen ihrer Mitbewohnerin mit Youniq: (more…)

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Sperrung des Walls

Monday, October 19th, 2009

Am 16. Oktober wurde auf dem webMoritz die Sperrung des Walls zwischen Fleischerstraße und Mühlentor angekündigt, die ab der kommenden Woche wirksam sein soll.

wall greifswaldVoraussichtlich bis Mai wird man auf den Weg am Fuße des Walls ausweichen müssen. Die geplanten Umgestaltungsarbeiten werden 240.000 Euro kosten und zu 85% aus dem zweiten Konjunkturpaket des Bundes bezahlt.

Um den Wurzeln der Kastanien mehr Raum zu geben, wird der Wallweg in Zukunft zwei Meter schmaler und damit nur noch sechs Meter breit sein. Außerdem sollen beide Hänge asphaltiert werden. Dem Baumbestand sollen 33 Exemplare hinzugefügt werden, eine ungenannte Zahl kranker Kastanien wird gefällt.

WAS IST MIT DER PLAKATWAND LOS? (more…)

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