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Posts Tagged ‘GEMA’

Nochmal zur GEMA

Wednesday, July 8th, 2009

Gestern habe ich auf eine laufende Petition, die sich der GEMA widmet, hingewiesen. Die Bürokratisierung und die fehlende Transparenz der Rechteverwertungsgesellschaft belastet nicht nur Musiker, sondern auch Veranstalter und in letzter Konsequenz auch das Publikum, auf dessen Eintrittspreise die GEMA-Gebühren aufgeschlagen werden. Bei kleineren Konzertveranstaltungen werden schon heute die Eintritte der ersten 15 bis 20 Gäste allein von der GEMA verschlungen.

Veranstalter stehen in der Pflicht, ihre Feierlichkeiten anzumelden, wobei sich die fälligen Gebühren aus Raumgröße und Eintrittspreis ergeben. Musikern, die sich und ihre Werke bei der GEMA anmelden, steht ebenfalls ein bürokratischer Hürdenlauf bevor.

70200 SAMPLES IN 33 SEKUNDEN

Ebenjenen Papierkrieg hat im September 2008 der 28jährige Komponist und Avantgarde-Musiker Johannes Kreidler in einer Art politischer Kunstaktion thematisiert. Er setze ein 33 sekündiges Werk (product placements) aus 70200 urheberrechtlich geschützten Sample-Fetzen zusammen und inszenierte die GEMA-Anmeldung öffentlichkeitswirksam. Mit einem LKW brachte er die notwendigen Unterlagen persönlich vorbei. 3Sat Kulturzeit hat einen Beitrag dazu veröffentlicht.


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GEMA-Petition unterstützen!

Tuesday, July 7th, 2009

Nachdem die erfolgreiche Petition zum bedingungslosen Grundeinkommen im April 2009 den Petitionsausschuss des Bundestages bundesweit bekannt machte, gibt es seit Mitte Mai ein weiteres Ansinnen, das schon jetzt bald doppelt soviele Mitzeichnerinnen gewonnen hat, heute um 14 Uhr genau 91297.

petitionSicher haben bereits viele in unzähligen Massenmails die Aufforderung zugestellt bekommen, dieses Unterfangen zu unterstützen, indem eine Prüfung des untransparenten Gebarens der GEMA gefordert wird. Bis zum 17. Juli gibt es noch die Gelegenheit, die Petition Bürgerliches Recht – Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) vom 19.05.2009 mitzuzeichnen.

WAS IST GEMA UND WAS WILL DIE PETITION?

Die GEMA ist eine Verwertungsgesellschaft für Musikwerke, die in der heutigen Form seit 1947 existiert. Ihre Gebühren sind eine Art Steuer für das Aufführen und Abspielen urheberrechtlich geschützter Titel, die nicht nur von Veranstaltern abgeführt wird, sondern auch im Kaufpreis von Geräten und Medien enthalten ist, die zur Kopie von Musik geeignet sind. Auf der Homepage des Vereins wird auch auf die Petition eingegangen, auf die Missbilligungen und den Unwill reagiert.

gema logoEine geplante Gebührenänderung hat jetzt bundesweit für Aufsehen gesorgt, immer wieder wird die beabsichtigte Erhöhung der GEMA-Gebühren um 600% im Livesektor beklagt. Allerdings ist das Abgabensystem wenig transparent und sorgt mit der Vielzahl an Sonderregelungen für Verwirrung. Es sollen nicht alle Abgaben für den genannten Veranstaltungstyp pauschal um 600% erhöht werden, mit einer Verteuerung müssen früher oder später aber auch Kleinveranstalter rechnen.

Das Ziel der Petition ist nicht die Abschaffung der GEMA, sondern

dass das Handeln der GEMA auf ihre Vereinbarkeit. mit dem Grundgesetz, Vereinsgesetz und Urheberrecht überprüft wird und eine umfassende Reformierung der GEMA in Hinblick auf die Berechnungsgrundlagen für Kleinveranstalter, die Tantiemenberechung für die GEMA-Mitglieder, Vereinfachung der Geschäftsbedingungen, Transparenz und Änderung der Inkasso-Modalitäten vorgenommen wird.

Kritikerinnen werfen den Rechteverwertern vor, die sinkenden Umsätze aus dem Verkauf von Tonträgern durch die Abgabenerhöhungen im Live-Sektor kompensieren zu wollen. Viele Musiker und Veranstalter sehen in der GEMA einen reinen Selbstzweck, andere fühlen sich durch die Zwangsunterstützung von E-Musik ungerecht behandelt. Die GEMA unterscheidet in ihrem Ausschüttungsschlüssel zwischen E-, U-und F-Musik (ernste, unterhaltende und funktionale) und bewertet dabei zum Beispiel die ernste Musik weitaus höher als die unterhaltende.

Schon heute und natürlich auch in Greifswald machen die GEMA-Gebühren die Durchführung von Konzerten und Parties kostenintensiver. Eine weitere Erhöhung der Gebühren wird sich auf die Kulturlandschaft abträglich auswirken; eben auch in Greifswald.

TEXTE MIT VENTILFUNKTION

bürgerwutWer sich zwei Minuten Zeit nimmt, kann nach dem Mitzeichnen auch im Petitionskatalog blättern. Hier eröffnet sich ein Text gewordenes Sammelsurium an Bürgerwut mit Ventilfunktion. Seien es Killerspiele, Steuerrecht, Erziehungsgeld oder Straßenverkehr, jede Frustration wird bedient.

Die nächste Petition, die nach dem bedingungslosen Grundeinkommen und der Musikrechteverwertung vermutlich die magische 50.000 Mitzeichnungen erreichen wird, ist bildungspolitischer Natur. In ihr wird gefordert,

dass jeder Bachelorabsolvent einen Masterstudienplatz erhält, unabhängig von Note, Herkunft und sozialem Stand.

Jeder Bürger, jede Bürgerin kann mit dem Online-System eigene Petitinonen starten. Steckt nicht in jedem von uns eine Spur petitionäres Potential?

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