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Posts Tagged ‘Ratjen’

Ratjen doch kein Kunde der Mediatex GmbH?

Thursday, January 7th, 2010

Gestern wurde auf mehreren PR-Portalen sowie auf  einer Seite von Thor Steinar eine Pressemitteilung verbreitet, in der es unter anderem heißt:

Eine Überprüfung der Adresse der Zahnarztpraxis des FDP Landtagsabgeordneten Sebastian Ratjen ergab – er hat keinen einzigen „Thor Steinar“ Artikel bestellt. Ein umfangreicher Abgleich der, im Netz kursierenden Liste mit der Bestelldatei der Mediatex GmbH, ergab: ein Großteil der Personen sind tatsächlich gar keine Kunden von „Thor Steinar“. „Auf unserer Seite kann jeder jeden eintragen“, so ein Sprecher des Unternehmens. Die Interessenslagen sind zahlreich und Politiker, wie Sebastian Ratjen, haben nun mal Konkurrenten.

sebastian ratjenThor Steinar wirft nicht gerade mit Pressemitteilungen um sich, im Jahr 2009 sind gerade einmal 12 erschienen. In der Regel geht es darin um Gerichtsverfahren. Es ist wirklich verwunderlich, dass von den über 54.000 Adressen ausgerechnet jetzt die des  Zahnarztes aus der vorpommerschen Provinz reingewaschen wird. Bemüht da jemand einen Anwalt, der sein Geld wert ist? Wie sehr kann man den Verlautbarungen des Unternehmens trauen?

Allein der Hinweis, dass die erhobenen Daten nicht gespeichert würden, wurde in den vergangenen Tagen durch den erfolgreichen Angriff auf die Datenbanken zur Farce. (more…)

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Landtagsabgeordneter Ratjen (FDP) war Kunde bei Thor Steinar

Monday, January 4th, 2010

Unmittelbar vor dem Jahresende fand in Berlin der 26. Chaos Communication Congress statt. Hier fand sich ein “gemischtes Publikum von Tausenden von Hacker[n], Wissenschaftler[n], Künstler[n], und Utopisten aus aller Welt” ein. Es wurden Workshops und Vorträge zu sehr vielen Themen angeboten. Sehr häufig zeigen einzelne Vertreter dieser illustren Runde Sicherheitslücken in zumeist fremden Computersystemen auf, am Rande des Kongresses kommt es auch immer wieder zu gezielten Angriffen auf rechtsradikale Internetseiten.

ÜBER 54.400 EINTRÄGE AUS DER KUNDENDATENBANK VERÖFFENTLICHT

Am 30. Dezember des vergangenen Jahres wurde die Nachricht, dass die Kundendatenbank der rechten Modemarke Thor Steinar gehackt wurde, im Netz publik. Über 54.400 Einträge aus der Datenbank wurden als Datei veröffentlicht und in rasanter Geschwindigkeit verbreitet.

thor steinar verteilungDie nebenstehende Karte wurde bei Indymedia veröffentlicht und zeigt das Verhältnis von TS-Kunden und Bevölkerung. Die neuen Bundesländer kommen dabei – wie erwartet – nicht gut weg.

In der Hauptstadt Berlin wird inzwischen eine konsequente Vorgehensweise gegen rechten Lifestyle in den eigenen Angestelltenreihen an den Tag gelegt. Im März 2009 erließ der Präsident der Berliner Polizei, Dieter Glietsch, eine neue Kleiderordnung, mit der das Tragen von zehn verschiedenen Kleidungsmarken im Dienst untersagt wurde. Sie seien nach Auffassung der Polizei „Erkennungszeichen für die Zugehörigkeit zur rechten Szene“ und unter ihnen findet sich selbstverständlich auch Thor Steinar. Glietsch selbst äußert sich dazu in einem Interview gegenüber der taz:

“Ich kann nicht kontrollieren, was ein Beamter in seinem Kleiderschrank hat. Aber ich dulde es nicht, wenn im Dienst oder in der Freizeit Sachen getragen werden, die in der Öffentlichkeit den Eindruck erwecken, dass der Beamte dem Rechtsextremismus nahesteht.”

GREIFSWALDER KUNDEN BEI  THOR STEINAR (more…)

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Auch Sebastian Ratjen befürwortet Arndt

Tuesday, July 14th, 2009

sebastian ratjen fdp greifswaldDer FDP-Kommunalpolitiker und frühere rechtspolitische Sprecher seiner Partei, Sebastian Ratjen, äußerte sich gegenüber der Ostsee Zeitung für die Beibehaltung des unseligen Namenspatrons. Das ist nicht wirklich überraschend, da er neben seinen politischen Tätigkeiten auch Vorsitzender des Fördervereins der Universität ist. Insofern ist sein Statement auch eher auf seine institutionelle Bindung und weniger auf profundes Wissen gestützt. Ratjen räumt auch ein:

Er sei natürlich kein Arndt-Spezialist.

In den vergangenen Jahren fiel Ratjen häufig durch politische Schnellschüsse auf und agierte medial mehr als einmal glücklos.

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Ratjen, die nächste…

Saturday, November 3rd, 2007

Der FDP-Landtagsabgeordnete Sebastian Ratjen aus Greifswald positioniert sich zum geplanten Bau des Steinkohlekraftwerks in Lubmin sehr fragwürdig. In seiner Erklärung forderte er:

Sollte die SPD sich heute wirklich gegen das Kraftwerk entscheiden, muss sich der Greifswalder Minister und Abgeordnete Erwin Sellering (SPD) in Greifswald und Ostvorpommern vor die Arbeitslosenvereine und vor die Mütter und Großmütter der ausgewanderten jungen Leute unserer Region stellen und ihnen erklären, warum ihm ihr Schicksal offensichtlich kalt lässt.

sebatian ratjen fdp greifswald

Abgesehen von der grammatikalischen Nachlässigkeit im Schlusssatz, halte ich Ratjens Position für unbedacht und kurzsichtig. Ich verlange an dieser Stelle von ihm, dass er sich im Falle der Realisierung des Bauvorhabens vor die gesamte Tourismusbranche Mecklenburg-Vorpommerns stellt und erklärt, wieso die Steinkohleindustrie den bedeutensten Standortvorteil, die bedeutenste Ressource zunichte gemacht hat.

Der Energiekonzern, der das Kraftwerk bauen will, schickt sich inzwischen an, die Herzen der Stadt zu erobern. Nachdem der lokale Fußballverein unterstützt wurde, sind in den vergangenen acht Tagen zwei verschiedene Beilagen in einer der üblichen Discounter-Werbungs-Kostenlos-Schundblätter aufgetaucht. In der heutigen Beilage erklärt uns der Energiekonzern, wie Steinkohleindustrie und Tourismus sogar voneinander profitieren können.

Dieses Steinkohleprojekt ist in meinen Augen ohnehin hanebüchen und weltfremd. Alle reden über die Gefahren des Verbrauches fossiler Rohstoffe, und wir bauen ein Kraftwerk, dass eine der schmutzigsten Formen der Energieproduktion betreibt; Kohle wird über den Seeweg von Australien nach Lubmin geschifft, um sie hier zu verbrennen. An dieser Stelle möchte ich auf einen Blog hinweisen, das die Kraftwerksproblematik zum Thema hat.

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Die Leiden des jungen R.

Friday, October 5th, 2007

Was er macht, er macht es falsch. Dem FDP-Landtagsabgeordneten Sebastian Ratjen droht jetzt eine Strafanzeige wegen des Verdachts der verleumderischen Beleidigung des NPD-Abgeordneten Michael Andrejewski. Ratjen äußerte sich in einem Interview mit der Jungle World folgendermaßen:

Wir sitzen ja im Landtag neben denen. Der Herr Andrejewksi zum Beispiel stinkt, weil er sich nicht wäscht. Ich wollte ihm schon mal ein Stück Kernseife schenken mit der Bemerkung: »Ich dachte, ein deutscher Mann wäscht sich.«

Das ist natürlich ein rüder Umgangston und wird nicht reichen, um Ratjens Image auf antifaschistisch zu eichen. Unter dem Titel Jetzt reicht’s Herr Ratjen beschreibt die NPD/MV das Geschehene und erwähnt auch die geplante Anzeige.

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Steinar in Greifswald Teil 10

Friday, October 5th, 2007

Herr Sebastian Ratjen entschudigte sich heute in der Ostsee Zeitung für seinen jüngsten Kommentar bezüglich der Streichung zweier Arbeitsplätze im Kontext der Thor Steinar-Debatte. Er erklärte dazu:

Es war ein Fehler, aber zu viele enge Freunde von mir haben in den letzten Jahren Greifswald wegen Arbeitslosigkeit verlassen müssen, so dass ich bei der Entlassung von zwei jungen Frauen blind vor Wut war und den falschen Baum hoch
bellte.

Und fügte unglücklicherweise -den Ratjen-Faktor nicht außer acht lassend- hinzu:

Natürlich sei nicht Frau Dembski schuld an der Entlassung, sondern die Neonazis, die ihre perverse Ideologie jetzt auch in die Modewelt exportierten.

thor steinar greifswald

Und auf ein Weiteres irrt Ratjen durch die Debatte und verdeutlicht mangelndes Verständnis für die Situation. Nicht die Nazis sind verantwortlich für die Schliessung des Ladens, vielmehr ist es die Inhaberin selbst, die sich weigerte, sich öffentlich und vor allem konsequent von der Marke zu distanzieren.

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Steinar in Greifswald Teil 9

Monday, October 1st, 2007

Heute erschallte ein weiteres Mal das Echo der Leser des hiesigen Lokalblattes Ostsee Zeitung. Darin ein interessanter Leserbrief, der verdeutlicht, wie sehr die Thor Steinar-Debatte am eigentlichen Kern daneben geht. Im Leserbrief heißt es:

Die Aussagen machen betroffen. Anhand von Textilien werden Käufer und Verkäufer in eine politische Richtung gedrängt, in der wahrhaftig nicht jeder aktiv ist. Es ist richtig, dass Thor-Steinar-Klamotten in Neonazi-Kreisen Nr. 1 sind. Aber auch Kleidung von Helly Hansen steht aufgrund der Abkürzung HH oben auf der Liste der Neonazis. Sind jetzt alle Sportler, insbesondere Segler, die Helly Hansen tragen, Nazis? Ist jeder, der ein Kopftuch trägt, Terrorist?

Der Kopftuchvergleich macht es noch viel deutlicher als Helly Hansen. Natürlich ist nicht jeder Kopftuchträger, bzw. -um der Realität Einzug zu gewähren- jede Kopftuchträgerin, auch Terroristin. Und natürlich ist nicht jeder Segler mit HH-Jacke ein gewaltbereiter Neonazi. Der große Unterschied ist, dass Kopftücher nicht von Al-Quaida produziert und vertrieben werden, und bei Helly Hansen es sich allenfalls um eine instrumentalisierte Marke handelt. Thor Steinar ist aber im Gegensatz dazu eine von Neonazis ins Leben gerufene Marke, die nicht erst instrumentalisiert werden musste, die schon von Beginn an rechts steht. Das Problem ist ja nicht, dass rechtsextreme Dresscodes en vogue werden, sondern dass der Kauf dieser Produkte rechte Firmen stärkt.

leserbrief thor steinar

Weiterhin muss der vorgestrige Beitrag nach einigen Gesprächen ergänzt werden. Erinnern wir uns kurz: Sebastian Ratjen kündigte an, sich aus Solidarität mit den womöglich von Entlassung bedrohten VerkäuferInnen eine Thor Steinar-Jacke zuzulegen. Er hätte sich auch einfach ein Paar Schuhe dort kaufen können, aber so wurde er ein weiteres Mal Gegenstand eines wütenden Leserbriefes. Weiterhin beklagte er, dass insbesondere Frau Dembski mit dem Terror politischer Überkorrektheit zwei Arbeitsplätze zerstört hätte. Der Terrorbegriff ist hauchdünnes Eis und Ratjens glühende Füsse sind mitterweile bekannt. Dieter Nohlens etabliertes Lexikon der Politikwissenschaft kennt folgende Definition zu Terrorismus:

Terrorismus (von lat. terror= Schrecken, Angst und Schrecken auslösendes Geschehen), häufig mit Terror synonym verwendeter Begriff; gemeinsames Merkmal ist die Anwendung von Gewalt (Folter, Mord, gewaltsamer Widerstand) ausserhalb des legalen oder als legitim erachteten Rahmens und die Verbreitung von Angst und Schrecken zu politischen Zwecken.

Den Begriff mit der kritischen, zivilcouragierten Öffentlichkeit in Verbindung zu bringen, welche die Thor Steinar-Debatte in Greifswald mitproduzierte, ist ein weiterer trauriger Beweis für Ratjens politische Unvernunft.

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