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Archive for the ‘Lokalökonomie’ Category

Fördern & Fordern: daburna bloggt über Hartz IV und das Greifswalder “Jobcenter”

Sunday, May 19th, 2013

Bloggerkollege daburna hätte sich vermutlich nicht träumen lassen, dass die Freude über sein abgeschlossenes Studium so schnell getrübt werden könnte. Am vergangenen Donnerstag meldete sich der frisch diplomierte Geograf beim örtlichen “Jobcenter” an, um finanzielle Unterstützung zu beantragen, weil das Einkommen aus Minijob und Kleingewerbe nicht zum Überleben reicht.

“SO, ALS ERSTES DIESE MASSNAHME, DANN WAHRSCHEINLICH EINEN 1-EURO-JOB, DANN WIEDER EINE MASSNAHME UND SO WEITER…”

Bei seinem ersten Kundengespräch machte er dieselben Erfahrungen wie schon unzählige andere Hochschulabsolventen in Greifswald vor ihm, die gezwungen waren, Hartz IV zu beantragen: Auf Anweisung der Geschäftsführung soll es Akademikern in Greifswald “so unangenehm wie möglich gemacht werden, damit sie keine Leistungen mehr beziehen wollen.” Das geschieht zum Beispiel durch eine Beschäftigungstherapie aus den sogenannten “1-Euro-Jobs” und zweifelhaften Maßnahmen, zu deren Teilnahme die Leistungsbezieher gezwungen werden — das Druckmittel hierfür ist die empfindliche Kürzung der finanziellen Bezüge.

Hartz IV

Das Leitmotiv Fördern und Fordern wird in Greifswald zwar energisch umgesetzt, doch gefördert werden hier selten die Arbeitssuchenden, sondern vor allem das entstandene Bildungsgutscheinsyndikat mit seinen zweifelhaften Maßnahmen und “Qualifizierungen”. Hartz IV fordert von den Betroffenen vor allem eines: Würde und Nerven.

Schenkt man den Schilderungen von “Kunden” hiesiger “Jobcenter” Glauben, so ist Betroffenen nur zu wünschen, vor ihrem ersten Termin weder besonders jung noch im Besitz eines Studienabschlusses zu sein, denn dann kann es wirklich unangenehm werden, wie zum Beispiel im Fall einer hochschwangeren Frau, die zwar plante, sich nach ihrer Niederkunft selbstständig zu machen, jedoch vorher noch vom “Jobcenter” zur Motivation in einen “1-Euro-Job” gezwungen wurde, der nichts mit ihrem Berufsfeld zu tun hatte.

Natürlich bekommen nicht nur junge Akademiker die repressive Seite der euphemistisch bezeichneten Arbeitsagenturen zu spüren — mit dem System Fördern und Fordern werden alle Leistungsempfänger konfrontiert. Als Blogger hat daburna aber die Möglichkeit — und ganz offensichtlich auch den dafür notwendigen Mut — , diesen alltäglichen Wahnsinn, der in Greifswald seit Jahren besondere Blüten treibt, sichtbar zu machen. Es bleibt ihm zu wünschen, dass er das nicht allzu lange durchhalten muss.

Bis heute, dem dritten Tag seiner Erwerbslosigkeit, erschienen auf seinem Blog bereits zwei Texte zum Leben mit Hartz IV:

  • Leben im System Hartz IV: Tag 1 – Es beginnt (daburna, 18.05.2013)
  • Leben im System Hartz IV: Tag 3 – Bewerbungen (daburna, 19.05.2013)

(Foto: Gerd Altmann / pixelio.de)

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Fleischervorstadt-Flohmarkt 2013

Friday, May 3rd, 2013

Der Stadtteilflohmarkt ist mit Abstand die öffentlichkeitswirksamste Aktion, die das Quartiersbüro Fleischervorstadt jährlich in ihrem Bezugsviertel organisiert. Mit jedem Jahr wächst die Zahl der teilnehmenden Häuser und es besteht kein Zweifel daran, dass diese Veranstaltung inzwischen fest etabliert ist und hunderte Menschen anzieht.

Diesen Sonntag ist es wieder soweit. Die verantwortliche Quartiersmanagerin Anette Riesinger teilte mit, dass mehr als 80 Einzelanmeldungen vorlägen — das bedeutet eine Steigerung von mehr als 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nachzügler inbegriffen, wird es in diesem Jahr mehr als 100 Flohmarktstände geben, die das Quartiersbüro auf einem Faltplan verortete, das dieser Tage seinen Weg in die Briefkästen des Quartiers fand.

Lageplan Fleischervorstadt Flohmarkt

Gewachsen ist aber nicht nur die Zahl der teilnehmenden Häuser, sondern es beteiligen sich auch mehr und mehr Gruppen und Initiativen an dem Flohmarkt, die ihrerseits entweder für den guten (Selbst)Zweck verkaufen — wie zum Beispiel der Bücherflohmarkt im Koeppenhaus oder Viva con Agua — oder die den zu erwartenden Besucherinnenstrom nutzen wollen, um auf ihr Projekt aufmerksam zu machen. So setzt sich beispielsweise die Initiative Brinke16-17 für den Erhalt eines Hausensembles ein und bietet Interessierten die Gelegenheit, das 157jährige Haus im Rahmen einer Führung um 16.30 Uhr zu besichtigen. Dort kann man sich außerdem über den Stand der Dinge informieren und Antworten auf jene Fragen bekommen, die auf dem Blog der Initiative noch unbeantwortet bleiben. Offene Türen gibt es außerdem in der Alten Bäckerei, dem IKUWO und bei Polly Faber.

Am Sonntag darf mit einigermaßen gutem Wetter gerechnet werden, jedoch sollte man sich angesichts der kontinuierlich gewachsenen Zahl der Teilnehmenden rechtzeitig auf den Weg machen, sofern man beabsichtigt, in den Straßen der Fleischervorstadt das eine oder andere Schnäpperchen zu machen. Hilfreich ist dabei natürlich der Übersichtsplan. Wer diesen nicht in seinem Briefkasten gefunden hat, kann ihn hier in größerer Auflösung herunterladen (jpg-Dokument, 927kb) und wird damit keinen der angemeldeten Stände verfehlen!

Fakten: 05.05. | 13-18 Uhr | Fleischervorstadt

*Update*

Hier findet ihr Fotos vom Stadtteilflohmarkt.

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Stellenausschreibung: Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Anglophone Literaturwissenschaften

Wednesday, April 24th, 2013

jobs arbeitAn dem von Prof. Dr. Sebastian Domsch geleiteten Lehrstuhl für Anglophone Literaturwissenschaften ist zum 1. Mai 2013 eine Stelle als wissenschaftliche Hilfskraft zu besetzen.

Gesucht werden Absolventinnen, die ihr Anglistik/Amerikanistik-Studium überdurchschnittlich erfolgreich abgeschlossen haben und ein Interesse für literaturwissenschaftliche Fragestellungen mitbringen. Gegenstand des Lehrstuhls sind literarische und kulturelle Outputs aus Großbritannien, Kanada, den USA und anderen anglophonen Staaten.

renovierte Fassade der Anglistik

Diese Stelle ist auf 82 Monatsstunden ausgelegt und bis zum 31.12.2015 befristet — das ist angesichts der Personalpolitik der Universität in Bezug auf Hilfskräfte ungewöhnlich lange! Sie kann von den Stelleninhabern zur wissenschaftlichen Qualifikation im Bereich anglophoner Literaturwissenschaften genutzt werden.

Weitere Details zur Bewerbung sind in der offiziellen Stellenausschreibung (pdf, 57 Kb) abrufbar.

(Foto: Sven Müggenburg, webMoritz)

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Stellenausschreibung: Studentische Hilfskraft beim Institut für Community Medicine

Wednesday, April 10th, 2013

jobs arbeit

Das Institut für Community Medicine hat eine freie Stelle als studentische Hilfskraft ausgeschrieben und sucht für deren Besetzung ab sofort Studierende der Medizin, Psychologie oder eines anderen gesundheitsbezogenen Fachs.

An der von Prof. Dr. Thomas Kohlmann geleiteten Methodenabteilung des Instituts sollen die Bewerber, von denen unter anderem Sorgfalt, Selbstständigkeit und Softwareerfahrung (Access, Excel) erwartet werden, die wissenschaftliche Arbeit unterstützen und beispielsweise Daten eingeben und diese später mit SPSS auswerten.

Logo Institut für Community Medicine

Die Einarbeitung erfolgt durch andere langjährige studentische und wissenschaftliche Mitarbeiter. Interessenten sollen bereit sein, sich für mindestens ein Jahr zu verpflichten. Weitere Details und Hinweise zur Bewerbung sind im Original der Stellenausschreibung (pdf, 92kb) zu finden.

Mehr Stellenanzeigen und Jobangebote gibt es hier darmstadt.jobtonic.de.

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Mitfahrgelegenheit.de führt Gebühren ein und macht die Rudelfahrten teurer

Wednesday, April 3rd, 2013

Kurz vor den Osterfeiertagen änderte das Onlineportal Mitfahrgelegenheit.de seine Spielregeln und sorgte damit bei seinen Nutzern für eine Welle der Entrüstung, da diese nun für die Vermittlung von gemeinsamen Fahrten zur Kasse gebeten werden. “Einfacher”, “verbindlicher” und “zuverlässiger” sollen die Angebote nun sein, doch die Reaktionen auf die Umstellungen, die sich in den letzten Tagen im Internet zusammenbrauten, lassen das Gegenteil vermuten.

KOSTENGÜNSTIGE MITFAHRIDYLLE DURCH GEBÜHREN BEDROHT 

MitfahrgelegenheitDer Vermittlungsdienst für Fahrgemeinschaften mit dem Auto oder der Bahn dominiert klar den Markt der Mitfahrgelegenheiten, denn die nach eigenen Angaben über knapp 4,5 Millionen Nutzer garantieren ein fast flächendeckendes Paralleluniversum des privatisierten, aber mitunter akribisch organisierten Personenverkehrs. Mit Hilfe einer einfachen Suchmaske werden die nach Startpunkt, Datum und Destination gefilterten Fahrten und Fahrtgesuche sowie die dazugehörigen E-Mailadressen oder Telefonnummern aufgelistet.

Auf diese Art kommen unzählige Menschen zusammen, die gemeinsam pendeln, sich die Mehrpersonenangebote der Bahn teilen und so etwas Ähnliches wie ein bezahltes Trampen2.0 konstituieren. Das Idyll der durch Mitfahrgelegenheit.de vermittelten Rudelfahrten ist durch die Umstellung allerdings ins Wanken geraten.

Video (01:21)

Die Seite gehört ebenso wie ihr Zwilling Mitfahrzentrale.de dem Unternehmen Carpooling. Im vergangenen Sommer beteiligte sich die Daimler AG mit acht Millionen Euro an der Firma und stieg damit ins Mitfahrgeschäft ein. Jetzt wird die Gebührenfreiheit, mit der man sich in den Anfangstagen von der Konkurrenz abhob, über Bord geworfen — für die Vermittlung von Mitfahrten über Strecken von mehr als 100km werden von nun an 11 Prozent des Fahrpreises fällig.

FAHRTEN WERDEN TEURER UND WENIGER SPONTAN  (more…)

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Unfreiwillige Sanierung des Bahngleises Greifswald-Ladebow

Tuesday, March 12th, 2013

Mit dem Beginn der Abrissarbeiten an der Betonbrücke über den Ryck wurde die Bahnstrecke von Greifswald nach Ladebow vor eineinhalb Wochen wieder zum Thema. Der Betrieb auf dieser Strecke wurde vor elf Jahren eingestellt. Nachdem 2005 Verhandlungen mit der Deutschen Bahn AG über die Reaktivierung des Gleises erfolglos blieben, kaufte die Stadt ihr den 5,5 Kilometer langen Abschnitt zu einem symbolischen Preis ab. 2009 forderte die Bundesnetzagentur die Stadt dazu auf, das Gleis wieder befahrbar zu machen.

abriss brücke ryck(Foto: Fleischervorstadt-Blog)

EINZIGARTIG UND SCHÖN: 4 SCHNELLMONTAGE-FERTIGBRÜCKEN FÜR 536.000 EURO 

Konkreter Bedarf für die wiedergeschaffene Verbindung ist derzeit nicht in Sicht — ein zwischenzeitlich interessierter Unternehmer hat seine Ambitionen aufgrund des wirtschaftlichen Risikos verworfen. Die Stadt kündigte in einer Pressemitteilung an, das Gleis “in Eigenregie” betreiben zu wollen, wenn sich auch nach einer neuen Ausschreibung kein Interessent fände.

Die Gesamtkosten für das Bauprojekt, das Ende Juni 2013 abgeschlossen sein soll, belaufen sich auf  752.00 Euro, von denen 80 Prozent durch das Landeswirtschaftsministerium gefördert werden. Mit 536.000 Euro schlägt dabei allein der Neubau der vier Schnellmontage-Fertigteilbrücken zu Buche, die jeweils eine Länge von 12,90 Meter haben werden. Die Stahlarbeiten erledigt — wie schon beim Neubau des Busbahnhofs — eine Firma aus Rudolstadt.

Video (05:03)

SPARPOTENZIALE GENUTZT UND ERKANNT: 1-EURO-KRÄFTE ERLEDIGEN VORARBEITEN

Wo wir schon bei Zwangsinvestitionen und Freiwilligkeit sind: Bei dem mehr als vier Diagonalquerungen teuren Bauvorhaben wurde bislang darauf geachtet, möglichst wenig Geld zu verschwenden. Lohnkosten beispielsweise  konnten schon bei den Bauvorbereitungen durch den Einsatz von “Mitarbeitern der ABS” eingespart werden. Diese 1-Euro-Jobber, die in den vergangenen Wochen den Grünstreifen entlang der Gleise säubern mussten, sind bekanntlich das Günstigste, was auf dem Arbeitskräftemarkt zu kriegen ist!

Ob sich die erneuerte Bahnverbindung zu einem Geldgrab entwickeln wird, dass die Stadtkasse bei nicht ausreichender Benutzung durchaus fünfstellige Beträge kosten kann, oder ob sie dafür Sorge trägt, dass in Zukunft jährlich mehr als 300 Züge von Ladebow nach Greifswald fahren werden, ist noch nicht absehbar. Die Vorstellung, dass Norddeutschlands drittsinnlosester Ampel vielleicht bald wieder eine Funktion zuteil wird und beladene Güterzüge durch den Museumshafen rauschen, ist aber trotz alledem höchst skurril.

Video (03:39)

  • Gleis Ladebow: Eigenbetrieb könnte 50.000 Euro pro Jahr kosten (daburna, 04.03.13)
  • Hier fährt kein Zug nach nirgendwo, eine teure Sanierung gibt‘s trotzdem (Nordkurier, 04.03.13)
  • Bahngleis zum Seehafen Greifswald- Ladebow wird saniert (Pressemitteilung Stadtverwaltung, 04.03.13)
  • Sanierung der Bahngleise nach Ladebow hat begonnen (webMoritz, 06.03.13)


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Stellenausschreibung: Regionalmanagement beim Kreisverband der Grünen

Friday, March 8th, 2013

jobs arbeitDer Kreisverband Vorpommern-Greifswald der Partei Bündnis 90 / Die Grünen sucht zum 1. April einen Regionalmanager, um Kommunikation und Vernetzung mit Akteuren grüner Politik in der Region Vorpommern-Greifswald voranzutreiben und die parteipolitische Erschließung des Landkreises auszubauen.

Gesucht werden Bewerberinnen, die sich “für grüne Politik interessieren und mithelfen möchten, Ideen und Initiativen zu entwickeln” und in der Region weiterzuverbreiten. Von den zukünftigen Stelleninhabern werden neben ausgeprägten organisatorischen und sprachlichen Fähigkeiten auch Kenntnisse im Umgang mit Standardsoftware sowie die Bereitschaft, “sich mit den besonderen Bedingungen politischer Arbeit in der Region Vorpommern vertraut zu machen”, erwartet.

b90 grüne logo

Das gesteckte Aufgabenfeld reicht von Büroorganisation über die Vor- und Nachbereitung von Sitzungen bis zu Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und der organisatorischen Unterstützung bei der Durchführung politischer Veranstaltungen.

Eine Mitgliedschaft in der Partei ist zwar nicht zwingend notwendig, “Vertrautheit und Identifikation mit den Zielen und Inhalten grüner Politik” wird jedoch vorausgesetzt. Die 40 Monatsstunden werden als Minijob mit einem monatlichen Bruttogehalt von 435 Euro vergütet; gearbeitet wird in Anklam und Greifswald.

Interessierte können sich bis zum 14. März postalisch oder per E-Mail beim Kreisverband bewerben. Weitere Informationen sind in der originalen Stellenausschreibung (pdf, 79Kb) zu finden.

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