Demokratiebahnhof: Endstation Anklam

Was würdest du mit einem leerstehenden Bahnhof machen? Von dieser Arbeitsfrage angetrieben, werden derzeit in Anklam und Greifswald die Weichen für das Modellprojekt Demokratiebahnhof gestellt. Im Zuge dieses vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung mit 120.000 Euro unterstützten Projekts soll in einem Teil des Anklamer Bahnhofsgebäudes ein selbstverwaltetes Jugendzentrum entstehen, das zu einer Basis für die Beteiligung von Jugendlichen an Stadtentwicklungsprozessen werden soll.

demokratie bahnhof anklam(Foto: SJR Greifswald)

Durch den Demokratiebahnhof sollen in Anklam autarke Jugendinitiativen wachsen, die einerseits dem regionalen Abwanderungstrend etwas entgegensetzen sollen, und andererseits zum Ziel haben, die aktive Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus zu fördern und partizipative Prozesse in der Anklamer Lokalpolitik anzuregen. Unterstützung und Aufbauhilfe für das Projekt kommt vom Stadtjugendring aus Greifswald, denn der Demokratiebahnhof verfolgt einen stadtübergreifenden Ansatz, bei dem junge Menschen aus Greifswald sich darum bemühen, Jugendliche aus der Peenestadt zu aktivieren und ihnen beim Aufbau eines demokratischen Ortes zu helfen.

Schon in der Vergangenheit haben sowohl in Greifswald als auch in der Peenestadt offene Treffen stattgefunden, bei denen das Konzept des Demokratiebahnhofs und die konkreten Förderbedingungen erläutert wurden. Heute Abend gibt es eine weitere Möglichkeit, sich mit den ambitionierten Plänen auseinanderzusetzen, mit den Akteuren ins Gespräch zu kommen und engere Kontakte zu knüpfen. Dazu sind alle Interessierten herzlich eingeladen!

Fakten: 23.01. | 19 Uhr | Jugendzentrum Klex (Lange Str. 14)

Festgehalten: Es fährt ein Zug nach Ladebow

Einweihung der neuen Bahnstrecke zwischen Greifswald und Ladebow. „Schnupperfahrt“ im historischen Museumstriebwagen. Testlauf. VIP-Fahrt mit warmen Worten und kleinem Imbiss. Dann die öffentliche Tour für die gemeine Bevölkerung, die so zahlreich auf den Bahnhof strömte, dass es dort ein ordentliches Gedränge gab, zumindest wenn man den Fotos der Greifswalder Pressestelle vertraut. Der Mitropa-Wagen fehlt. Es fährt ein Zug nach Ladebow.

Einweihung der Bahn von Greifswald nach Ladebow(Foto: Fleischervorstadt-Blog)

Feierliche Inbetriebnahme: Mit der Teilebahn nach Ladebow

Morgen wird die neue Stadtbahn eingeweiht. Sie führt vom Hauptbahnhof direkt zum Hafen nach Ladebow — beinahe so, wie es im Verkehrskonzept der hansemetro Greifswald vorgesehen war. Doch im Gegensatz zur S1, die auf dem Weg nach Ladebow mehrere Zwischenstopps einlegen sollte, entfallen nun günstig gelegene Haltestellen wie das Nordischen Institut, die Skandinavische Siedlung oder Wieck West — kein Wunder, denn diese Stadtbahn wird vorerst nur einmal fahren.

NACH 11 JAHREN WIEDER GÜTERVERKEHR AM MUSEUMSHAFEN

Nach mehr als elf Jahren können in Zukunft endlich wieder Züge durch den nördlichen Teil der Stadt rollen und der derzeit absurdesten Ampel Mecklenburg-Vorpommerns erneut Sinn verleihen. Die Sanierung des Gleises hat insgesamt nicht einmal 900.000 Euro gekostet, davon stammten fast 730.000 Euro vom Land, während die übrigen 144.000 Euro von der Stadt Greifswald getragen wurden. Oberbürgermeister Dr. Arthur König (CDU) ist zufrieden und und „erhofft sich dadurch ein Wachstum des Hafens und einen stärkeren Umsatz“.

Was bei all dieser Freude untergeht, ist die mangelnde Rentabilität der neuen Bahnverbindung. Auf Nachfrage des webMoritz schätzte Jörg Hochheim (CDU) den zu erwartenden finanziellen Verlust auf 27.000 Euro — wohlgemerkt pro Jahr und bei einer Auslastung von 100 Zugfahrten! Stiege die Zahl der Fahrten auf 150 pro Jahr, soll die Anlage für die Stadt kostenneutral sein.

„STÄRKUNG DER WETTBEWERBSFÄHIGKEIT UNSERES SEEHAFENS“ 

Die Stadtverwaltung möchte, dass sich der Hafen wieder zu einem nachgefragten Umschlagplatz entwickelt. Bausenator Hochheim (CDU) dazu: „Die Verbesserung der Hafeninfrastruktur ist ein Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit unseres Seehafens, da nunmehr effektiver umgeschlagen werden kann.“ Ob man in Greifswald effektiver umschlagen können wird als in den nicht ausgelasteten Nachbarhäfen Vierow und Lubmin, in die vor einigen Jahren Millionenbeträge flossen und die inzwischen natürlich ebenfalls über einen Gleisanschluss verfügen, sei dahingestellt.

Jedenfalls lägen für das Gleis von Ladebow nach Greifswald laut einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung bereits einige Anfragen von Transporteuren vor, die mit dem Schiff angelandetes Holz nur per Bahn weitertransportieren könnten. Wenn es mit dem Gütertransport auf dieser Strecke wirklich losginge, wären die Züge mit einer Geschwindigkeit von maximal 30 Kilometer pro Stunde unterwegs. Im Bereich des Museumshafens soll die Geschwindigkeit auf 10 Stundenkilometer gedrosselt werden.

Die Inbetriebnahme der neuen Bahnverbindung wird von der Stadtverwaltung und der zukünftigen Betreiberin der Strecke — der Regio Infra Nord-Ost GmbH & Co. KG (RIN) — zum feierlichen Anlass genommen, zu einer kostenlosen „Schnupperfahrt“ in einem historischen Museumstriebwagen einzuladen. Die Plätze in der Teilebahn sind rar — nur 90 Personen dürfen mitfahren, wenn der Zug um 13.30 Uhr den Hauptbahnhof verlassen wird. Für die Hin- und Rückfahrt über die 5,5 Kilometer lange Strecke wird eine Fahrzeit von etwa einer Stunde anberaumt.

Mehr dazu: 

  • Unfreiwillige Sanierung des Bahngleises Greifswald-Ladebow (Fleischervorstadt-Blog, 12.03.2013)
  • Hafenbahn Greifswald – Ladebow wieder in Betrieb: Feierliche Eröffnung am 15. Januar mit Fahrt im historischen Triebwagen (PM Stadtverwaltung, 10.01.2014)
  • Mit der Pendelbahn nach Ladebow (arbium, 10.01.2014)
  • Hafenbahn Greifswald-Ladebow geht Mittwoch wieder in Betrieb (webMoritz, 13.01.2014)

Problem gelöst: abgestellte Fahrräder am Bahnhof werden jetzt nur noch umgesetzt

Die Stadtverwaltung ist gestern von ihrem Plan abgerückt, die am Bahnhofsvorplatz abgestellten Fahrräder gen Bauhof abtransportieren zu lassen. Sie sollen jetzt stattdessen um wenige Meter in Richtung des neuen Busbahnhofs versetzt werden.

Ursprünglich sollten die Bauarbeiten am Bahnhofsvorplatz bereits vor einer Woche beginnen. Leider wurde versäumt, rechtzeitig — also vor den Feiertagen — Hinweisschilder aufzustellen, um mitzuteilen, dass dort wegen des Baubeginns ab dem 2. Januar keine Fahrräder mehr abgestellt werden dürfen. Dieses Versäumnis führte dazu, dass dort vor einer Woche noch etwa 90 Fahrräder standen. Die Stadtverwaltung drohte damit, die verbliebenen Fahrräder zum Bauhof abtransportieren zu lassen, und setzte ein Ultimatum, das eigentlich heute Morgen um 8 Uhr verstreichen sollte.

Bahnhofsvorplatz in Greifswald(Foto:Fleischervorstadt-Blog)

Doch gestern wurde zurückgerudert. Bei einer Bauberatung wurde entschieden, dass die verbliebenen 60 Velos samt Fahrradständer auf die unbebaute Fläche zwischen Bahnhofsvorplatz und neuem Busbahnhof umgesetzt werden sollen. Damit soll einerseits die Baufreiheit gewährleistet werden, andererseits erspart man so den Fahrradbesitzern den weiten Weg zum Bauhof in der Gützkower Landstraße und erklärt die zaghaft aufgekeimte Diskussion, ob der Abtransport der Fahrräder juristisch angreifbar sei oder nicht, für beendet. Manchmal sind die naheliegendsten Lösungen eben doch die besten!

Stadtverwaltung kündigt Entführungen an — bringt eure Lieblinge in Sicherheit!

Gestern Mittag sperrten Angestellte der Firma ASA Bau den Vorplatz des Bahnhofs ab, um mit dessen Umgestaltung zu beginnen. Aus dem düsteren Willkommen, das den ankommenden Bahnreisenden dort schon seit Jahren entgegennovemberte, soll nun ein einladendes Plätzchen werden. Doch dem Beginn der Bauarbeiten stehen mehrere Dutzend abgestellter Fahrräder im Weg.

bahnhofsvorplatz in greifswald(Foto: Fleischervorstadt-Blog)

Die Stadtverwaltung ist darüber alles andere als begeistert. Bausenator Jörg Hochheim forderte die Eigentümerinnen der Fahrräder dazu auf, diese „umgehend, spätestens aber bis zum kommenden Dienstag, von der Baustelle zu entfernen“. Fahrräder, die sich am 7. Januar 2014 um 8 Uhr dort noch befinden, sollen zum Bauhof in der Gützkower Landstraße 70 transportiert werden, wo sie von den Eigentümern abgeholt werden können (Mo-Do 7-16 Uhr, Fr 7-13 Uhr).

GRUNDSTÜCK ODER VERKEHRSRAUM?  „Stadtverwaltung kündigt Entführungen an — bringt eure Lieblinge in Sicherheit!“ weiterlesen

Keine Kohle: Sparkassencontainer weicht Umgestaltungen am Bahnhofsvorplatz

Was soll das heißen hier, ich krieg nichts mehr? Ich bin bankrott – na und? Und ihr? Keine Lust mich überhaupt darum zu kümmern. Diese Scheiße mit dem Geld und ihr Verlauf, reibt dich nur auf.

Früher an später muss ab jetzt denken, wer vor Reiseantritt noch schnell an der Selbstbedienungsfiliale der Sparkasse Geld ziehen möchte — denn diese Quelle ist aufgrund der begonnenen Umgestaltung am Bahnhof vorerst versiegt. Im Zuge der Bauarbeiten werden auf dem Bahnhofsvorplatz 200 beleuchtete Fahrradstellplätze und drei Flächen für kurzzeitiges Parken entstehen. Der Vorplatz soll anschließend nur noch von Taxis befahrbar sein. Der nächste Geldautomat befindet sich in der Dompassage.

Sparkasse Container Bahnhof Greifswald(Foto: Fleischervorstadt-Blog)