Freifunk Greifswald: Freies WLAN auf dem Marktplatz

Pünktlich zum Weihnachtsmarkt gibt es seit vergangener Woche auf dem Greifswalder Marktplatz kostenloses Internet.

Ein Aufkleber an der Tür zur Stadtinformation im Rathaus macht seit letzter Woche darauf aufmerksam, dass sich von nun an auf dem Marktplatz das kostenlose WLAN des Greifswalder Freifunk-Netzwerks nutzen lässt. Nach wochenlanger Planungsarbeit und zahlreichen Stunden auf dem Dachboden und dem Turm des Rathauses konnte das Netzwerk pünktlich vor dem Weihnachtsmarkt freigegeben werden. Nun kann sich dort jede, ganz gleich ob Anwohnerin oder Touristin, mit dem offenen Netzwerk verbinden und surfen, bis die Frustration über die zuweilen etwas behäbige Geschwindigkeit überhand nimmt. „Greifswald hat im Vergleich zu anderen Städten Nachholbedarf beim freien WLAN, darum bin ich froh, dass wir diesen kostenlosen Service jetzt auf dem Marktplatz anbieten können“, so Oberbürgermeister Stefan Fassbinder. „Das freie WLAN kommt Einheimischen und Gästen zugute. Urlauber können jetzt ihre Fotos unkompliziert nach Hause schicken, Geschäftsleute ihre Unterlagen herunterladen.“ „Freifunk Greifswald: Freies WLAN auf dem Marktplatz“ weiterlesen

Freifunk im Begegnungszentrum Mole

Das Begegnungszentrum Mole in der Gustebiner Wende ist seit kurzem an das Greifswalder Freifunk-Netzwerk angeschlossen und bietet seinen Gästen nun einen freien Internetzugang.

Seit etwa einer Woche hat das offene Netzwerk der Greifswalder Freifunker einen Knotenpunkt mehr in Schönwalde I. Der hinter dem Netzwerk stehende Verein hat dafür zwei von der Firma TP-Link gespendete Router mit spezieller Software ausgestattet, die dort nun das kostenlose WLAN greifswald.freifunk.net zur Verfügung stellen.

begegnungszentrum mole greifswaldJens Schleede, Jessica Barth (Foto: Freifunk Greifswald)

Jessica Barth vom Begegnungszentrum Mole freut sich über den kostenlosen Internetzugang im Haus: „Freifunk ist für uns vorteilhaft, weil wir keine Zugänge verteilen müssen. Für unsere Gäste ist ein Internetzugang wichtig, um Teilhabe in unserer Gesellschaft zu erlangen. Er ermöglicht nicht nur die Kommunikation mit anderen, sondern erlaubt vor allem auch die eigenständige Versorgung mit Informationen.“

Die Greifswalder Freifunk-Initiative, die sich dem Aufbau eines freien Bürgernetzes verschrieben hat, begann ihre Arbeit im Sommer 2014. Seit etwa einem halben Jahr ist die Gruppe als Verein organisiert, dem gegenwärtig 16 Mitglieder angehören. Das offene Netzwerk ist in dieser Zeit stetig gewachsen und verfügt heute über etwa 70 Knotenpunkte, die über das Stadtgebiet verteilt sind. Bis zu 1000 Personen wählen sich inzwischen täglich bei greifswald.freifunk.net ein und verschaffen sich so einen unkomplizierten Zugang ins Internet. Mehr über die Idee des Freifunks und den Arbeitsstand der Greifswalder Netzwerker ist in diesem ausführlichen Interview zu erfahren.

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Greifswalder Freifunker gründen Verein

Die Greifswalder Freifunk-Initiative institutionalisiert sich und wird am Dienstagabend einen Verein gründen. Eingeladen sind aktive FreifunkerInnen und Menschen, die sich für die Idee eines offenes Bürgerinnennetzwerks interessieren.

Wer mit einem offenen Auge für offene WLANs durch Greifswald wandelt, hat sicher schon von dem offenen Netzwerk Notiz genommen, das seit knapp anderthalb Jahren von der Initiative Freifunk Greifswald unter diesem Namen betrieben wird. Ziel der Initiative ist die Etablierung eines freien Internetzugangs an möglichst vielen Orten in der Universitätsstadt.

freifunk greifswald

Heute gibt bereits etwa 70 Knotenpunkte, über die man sich kostenlos über das Drahtlosnetzwerk mit dem Internet verbinden kann. „Täglich wählen sich etwa 700 NutzerInnen in das WLAN „greifswald.freifunk.net“ ein. Damit das Greifswalder Freifunknetz weiter wächst, soll ein Verein als Fundament dienen. Wir erhoffen uns so eine solidere Position bei der Vertretung unserer Interessen und möchten insbesondere als lokale Initiative einer weltweiten Bewegung wahrgenommen werden“, erklärt Lorenz Wenner, Begründer der Initiative. Die Gründungsveranstaltung des Vereins findet am Dienstagabendim „Sofa“ statt.

Mehr über die Idee des Freifunks und den Arbeitsstand der Greifswalder Netzwerker ist in diesem ausführlichen Interview zu erfahren.

Fakten: 08.12. | 19 Uhr | Das Sofa (Brüggstr. 29)

Im Gespräch mit Jörg Neubert (Freifunk Greifswald)

Meshen bis der Arzt kommt! Die Initiative Freifunk Greifswald unterhält in der Hansestadt ein offenes Netzwerk und bietet darüber einen kostenlosen Zugang ins Internet. Freifunkaktivist Jörg Neubert im Gespräch über die Perlenkette zu Polly Faber, den Brückenschlag zur Flüchtlingsunterkunft in Neuenkirchen und die Zukunftsaussichten der Vernetzung in Greifswald.

freifunk greifswald

FVB: Kannst du für Leute, die noch nie etwas von Freifunk gehört haben, bitte mit einfachen Worten erklären, was das konkret ist?

JN: Ja, ich erkläre das eigentlich immer ganz gerne, indem ich mit dem Gegenteil beginne. Wenn man sich im öffentlichen Raum bewegt, hat man in der Regel kein Internet, erst recht nicht über WLAN. Das heimische WLAN verlässt man ja relativ schnell und wenn man dann draußen Internet braucht, benötigt man entweder einen speziellen Mobilfunkvertrag, der manchmal auch mit schlechtem Empfang gesegnet ist, oder man steht im Regen. Das ist in anderen Ländern völlig anders, da gibt es an jeder Ecke ein freies und offenes WLAN, wo man sich häufig sogar ohne Login einwählen kann und dann Internet hat.

Das gibt es in dieser Form in Deutschland leider nicht, hier ist das nicht zuletzt gesetzlich beschränkt. Freifunk möchte diesen Zustand ändern und erreichen, dass im öffentlichen Raum Funknetze existieren und man drahtlos ins Internet gehen kann. Das ist aber nur ein Aspekt dieses Themas. Dass man gratis ins Internet gehen kann, ist catchy für viele Leute, aber die einzelnen Freifunker haben auch unterschiedliche Auffassungen zu diesem Thema. Für viele von uns ist das Wesentliche am Freifunk, dass wir ein eigenes Funknetzwerk aufbauen, ein Bürgerfunknetzwerk, bei dem wir die Infrastruktur halten – natürlich nicht nur die Freifunker, sondern jeder, der mitmachen möchte – und das uns auch kein Internetprovider wegnehmen oder abschalten kann. Das ist die Idee: Wir wollen ein freies Bürgernetz aufbauen und zufällig ist da auch noch Internet, wo dieses Bürgernetzwerk existiert. „Im Gespräch mit Jörg Neubert (Freifunk Greifswald)“ weiterlesen

EP-Tage 2014: Freifunk und Datenreise

Die Entwicklungspolitischen Tage 2014 gehen in die letzte Woche. Heute wird in zwei aufeinanderfolgenden Vorträgen in der Polly Faber das zentrale Thema der EP-Tage, Besitz, auf seine Ausprägungen in der digitalen Welt abgeklopft. „EP-Tage 2014: Freifunk und Datenreise“ weiterlesen

Entwicklungspolitische Tage machen „Besitz“ zum Jahresthema 2014

Am Freitag beginnen in Greifswald die Entwicklungspolitischen Tage 2014 (EP-Tage). In diesem Jahr steht das Jahresthema „Besitz“ auf der Agenda der Veranstaltungsreihe, die gemeinsam vom Rostocker Eine-Welt-Landesnetzwerk und zahlreichen lokalen Akteuren, von A wie attac bis W wie Weltladen, organisiert wird. Wem gehört mein Körper? Wem gehört die Stadt? Wem gehört die Welt?

EP-Tage 2014

Unter dem Banner der EP-Tage werden in Greifswald bis zum 21. November insgesamt 27 Veranstaltungen stattfinden, dazu gehören Vorträge, Filmvorführungen und Ausstellungen, aber auch ausgefallenere Formate wie Planspiele, ein Skillsharing-Café und ein Jugendgipfel.

Den Auftakt der EP-Tage liefert Prof. Dr. Joachim Lege (Universität Greifswald) am Freitag. Der Rechtswissenschaftler wird sich in seinem Vortrag den Konzepten ‚Besitz‘, ‚Eigentum‘, ‚Kapital‘, ‚Vermögen‘ und ‚Macht‘ aus rechtlicher und philosophischer Perspektive nähern. In den kommenden Wochen geht es dann weiter mit Themen wie ökonomischem Kolonialismus in Mosambik, Neoliberalismus in El Salvador, Rohstoffkonflikte in Ecuador, Kinderhandel, Genitalverstümmelung, Ernährungssouveränität und Perspektiven selbstbestimmter regionaler Ernährungspolitik, Mieterrebellion und Gentrifizierung, Besitz von Bits, Freifunk, der GEMA-Alternative C3S und Erfahrungen mit alternativen Wohn- und Eigentumsformen. „Entwicklungspolitische Tage machen „Besitz“ zum Jahresthema 2014″ weiterlesen