Weltgereister Ethnomediziner berichtet von indigenen Kulturen

Im Rahmen der Ringvorlesung der Community Medicine berichtet der Ethnomediziner Prof. Roland Garve über rituelle Körperdeformierungen indigener Völker.

Ethnomedizin Greifswald

Der Ethnomediziner Roland Garve begibt sich seit 1985 auf ausgedehnte Forschungsexpeditionen zu indigenen Naturvölkern in Ozeanien, Südamerika, Afrika und Südostasien. Zusammen mit internationalen Menschenrechtsorganisationen setzt er sich für den Erhalt ihrer Kultur und ihres Lebensraumes ein. Sein Hauptinteresse gilt der indigenen Kulturvielfalt Amazoniens und Melanesiens. Im Laufe eines Vierteljahrhunderts besuchte der promovierte Zahnarzt viele unterschiedliche Stammesvölker auf zahlreichen Forschungsreisen in Neuguinea und auf den melanesischen Inseln. Dabei dokumentierte er auch die durch Missionierung, Industrialisierung und Umweltzerstörung schneller voranschreitenden Kulturveränderungen.

Der in Boizenburg geborene Garve kann auf eine eindrucksvolle und bewegte Biografie zurückblicken. Er studierte ab 1976 Zahnmedizin an der Universität Greifswald und erhielt 1981 die Approbation. Bald darauf wurde er bis 1983 wegen Vorbereitungen zur Republikflucht inhaftiert. 1984 wurde der Zahnarzt, der während seiner Haft seine Mithäftlinge behandelte, aus der DDR ausgewiesen. Er promovierte 1986 an der Universität Hamburg und betrieb später eine eigene Praxis, bis er 2010 in den Unruhestand ging. Seit den Achtziger Jahren ist Roland Garve auch als Kameramann, Fotograf und Produzent tätig. Er wurde mit zahlreichen Filmen über Naturvölker, unter anderem für ARD, ZDF, ProSieben, Discovery und Geo-TV, bekannt. Über seine Expeditionen hat der Rüdiger Nehberg des Nordostens mehrere Bücher veröffentlicht.

Fakten: 19.12. | 18 Uhr | HS Nord (Klinikum Neubau, Sauberbruchstr.)

Genderpreis 2016 für Arbeiten über „Kruso“ und das Gesundheitssystem der DDR

Der Genderpreis der Universität Greifswald geht in diesem Jahr an Georg Brosche und Dr. Jenny Linek. Die beiden Forschenden wurden am Mittwoch für ihre Arbeiten von Rektorin Prof. Weber geehrt.

Seit zehn Jahren werden an der Universität Greifswald die besten wissenschaftlichen Abschluss- und Promotionsarbeiten aller Fakultäten, in denen die Geschlechterperspektive in besonderer Weise berücksichtigt wird, vom Rektorat und der Senatsgleichstellungskommission geehrt. Die mit 500 Euro dotierte Auszeichnung hieß bis 2015 Universitätspreis, wurde aber im vergangenen Jahr in Genderpreis umbenannt. In diesem Jahr geht der Preis an die Historikerin Dr. Jenny Linek sowie an Georg Brosche (Germanistische Literaturwissenschaft), der damit für seine Masterarbeit über Lutz Seilers Roman Kruso ausgezeichnet wird. Beide Arbeiten ragen nach Einschätzung der Jury aus der Auswahl der eingesandten Bewerbungen heraus und beeindruckten durch wissenschaftliche Fundiertheit. Sie präsentieren neue Ergebnisse von hoher Relevanz und setzen sich intensiv mit der Genderthematik auseinander.

genderpreis Greifswald

Die Preisträger und die Jury Jenny Linek (6. v.l.), Georg Brosche (3.v.r.) – Foto: Jan Meßerschmidt

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Studie „Was hilft?“ sucht Probanden

Für die Greifswalder Studie Was hilft? werden Probanden mit Alltagsbeschwerden wie beispielsweise Schlaflosigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen gesucht.

Am Lehrstuhl Gesundheit und Prävention wird derzeit eine Studie durchgeführt, für die volljährige Probanden gesucht werden, die unter alltäglichen Beschwerden wie zum Beispiel Schlaflosigkeit, Energielosigkeit, Konzentrationsschwächen, Kopf- und Gliederschmerzen leiden und sich dadurch eingeschränkt fühlen.

studie was hilft greifswald

Mit der Studie soll keineswegs die Entwicklung eines Supermedikaments gegen die genannten Alltagsbeschwerden vorangetrieben werden, vielmehr geht es darum, zu untersuchen, warum einige Personen mit bestimmten Beschwerden medizinische Hilfe in Anspruch nehmen und andere wiederum nicht. Die Datenerhebung geschieht durch Interviews. Wer in den letzten Wochen die genannten Beschwerden erlebt hat und sich mit seinen Leidensgeschichten an der Studie Was hilft? beteiligen möchte, ist herzlich zu einem ausführlichen Interview eingeladen (03834/863806 / 015752172418 (SMS/WhatsApp) / studie-washilft[ät]uni-greifswald.de). Die Teilnahme an der Studie wird mit einer Aufwandsentschädigung honoriert.