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Posts Tagged ‘HDJ’

Veranstaltungshinweis: “Mädelsache! Frauen in der Nazi-Szene”

Tuesday, September 27th, 2011

Vor sechs Monaten veröffentlichten die beiden Journalistinnen Andreas Speit und Andrea Röpke mit Mädelssache! Frauen in der Neonazi-Szene ihr drittes Buch zum Themenfeld Rechtsextremismus. Nun kommt zumindest Speit nach Greifswald, um im Koeppenhaus aus der Veröffentlichung zu lesen und darüber zu diskutieren.

URSEL, EDDA, MARIANNE 

andrea röpke andreas speitFür Mädelsache! trugen die beiden Experten unheimlich viele Beobachtungen und Detailwissen zusammen, zitieren aus zahlreichen Interviews und schufen eine Art Bestandsaufnahme der weiblichen Neonazi-Szene und ihrer Entwicklungen in den vergangenen 20 Jahren. Das reicht vom Ring Nationaler Frauen (RNF) über die Heimattreue Deutsche Jugend (HDJ) bis zur Mädelgruppe der Kameradschaft Tor.

Die Autoren portraitieren dabei einige Frauen, wie zum Beispiel Marianne Pastörs, die Gattin des NPD-Fraktionsvorsitzenden Mecklenburg-Vorpommerns. Sie berichten über heidnisch-völkische Siedlungsprojekte und von Autonomen Nationalisten, von den Schwierigkeiten, mit denen Frauen in der Männersekte Rechtsextremismus konfrontiert werden und von ihrer Bedeutung für die nationale Sache.
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Wer eine gender-analytische Auseinandersetzung mit dem Phänomen Neonazistinnen sucht, wird in Mädelsache! nicht viele Antworten finden. Den Wert des Buches schmälert dieses Defizit allerdings kaum. Diese Publikation ist vor allem aktuell und taugt auch als Nachschlagewerk zum Thema.

Mädelsache! ist nicht nur im normalen Buchhandel erhältlich, sondern kann wesentlich günstiger über die Bundeszentrale für Politische Bildung bezogen werden. Dort kostet das Buch nur eine Schutzgebühr von 4,50 Euro.

Die Lesung wird gemeinsam vom Literaturzentrum Koeppen und der Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt in M-V (KOWA-MV) organisiert. Die Teilnahme ist nur mit vorheriger Anmeldung möglich (telefonisch unter 03831-457603 oder via E-Mail an kowa_mv [at] fh-stralsund.de).

Fakten: 28.09. | 20 Uhr | Koeppen | Eintritt frei

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Dokumentation: Die neuen Rechten

Sunday, August 28th, 2011

Aus aktuellem Anlass sei auf eine Dokumentation von Thomas Riedel und Falko Korth verwiesen, die im März 2010 im Auftrag von Sat1 produziert wurde. Sie begleitete den unsäglichen Fernsehfilm Die Grenze, in dessen Verlauf Mecklenburg-Vorpommern beinahe von verschiedenen Extremisten zerrieben worden wäre.

“WIR MÜSSEN SELBER EINE PARALLELGESELLSCHAFT AUFBAUEN” (MATTHIAS FISCHER) 

Bei aller berechtigten Kritik am aufgeputschten Zweiteiler ist die Begleitdoku Die Grenze. Gefahr für unser Land dann doch einigermaßen gelungen und führt auf verschiedenen Stationen quer durch Deutschland, von Wunsiedel über Sachsen-Anhalt bis nach Vorpommern und Schwerin. Dabei kommt neben der Journalistin Andrea Röpke, die in wenigen Wochen für eine Lesung nach Greifswald reisen wird, auch der hiesige Experte in Sachen Rechtsextremismus, Günther Hoffmann, zu Wort.

udo pastoers npd

Im Film werden verschiedene Facetten der rechten Bewegung angeschnitten und beleuchtet, das reicht von Demonstrationen und Kinderfesten, Lagern der verbotenen Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ), Rechtsrock-Konzerten und Sonnenwendfeiern bis zum politischen Aschermittwoch, wo Udo Pastörs jene Rede halten soll, der ein Prozess wegen Volksverhetzung folgte. Eine Szene im Film dokumentiert die pastörschen Provokationen im Landtag, dessen unverhohlener Antisemitismus keine Kamerascheu kennt.

RECHTES GEDANKENGUT FÄLLT NICHT VOM HIMMEL, SONDERN WÄCHST AUS UNSERER MITTE

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Die beiden Regisseure greifen häufig auf Archiv- und Fremdmaterial zurück, wie zum Beispiel auf Mo Asumangs Roots Germania oder die unglaublichen Aufnahmen aus Wismar, wo Polizeibeamte am Rande einer linken Demonstration mit gezogenen Schusswaffen versuchen, bewaffnete Neonazis zurückzuhalten. Den wichtigsten Satz des Films steuert Andrea Röpke bei, als sie daran erinnert, dass neonazistisches Gedankengut nicht vom Himmel fällt, sondern aus der Mitte der Gesellschaft herauswächst.

Eine Woche vor der Landtagswahl ist es nicht unwahrscheinlich, dass der NPD erneut der Wiedereinzug in das Schweriner Schloss gelingen kann. Umso wichtiger ist es deswegen, sich mit dem Geist auseinanderzusetzen, der hierzulande in Gestalt der NPD um öffentliche Unterstützung buhlt. Das Leitmotiv für den heutigen Fernsehabend ist damit gefunden: Rotwein und Rieger, Pasta und Pastörs, Täter statt Tatort!

Video (14:56)

Video (14:24)

Video (15:01)

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Weitere hier verfügbare Dokumentationen zum Thema:

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Dokumentation: Die NPD im Schweriner Landtag

Sunday, August 7th, 2011

In ihrer Dokumentation Die neuen Nazis. Ein Jahr NPD im Schweriner Landtag (2007) beobachten die beiden NDR-Redakteure Anke Jahns und Felix Pankok die 2006 in den Schweriner Landtag gewählte NPD-Fraktion und portraitieren deren Vorsitzenden, Udo Pastörs.

PASTÖRISIERUNG STÖSST SAUER AUF

Die Autorinnen bemühen sich redlich, die Doppelgesichtigkeit der NPD zwischen Parlament und Straße abzubilden, zum Beispiel, wenn Udo Pastörs im Landtag das Mikrofon abgeschaltet wird und er dort Ordnungsrufe für seine relativistischen Provokationen kassiert. Auf Kundgebungen, Parteitreffen oder Demonstrationen spricht der frühere Juwelier agressiver – noch agitatorischer – und macht keinen Hehl aus seiner Absicht, das System der BRD aus den Angeln heben und die parlamentarische Demokratie abschaffen zu wollen.

udo pastörs greifswald

Der in einigen rechten Internetforen als “gelungene Werbung” bewertete Film dokumentiert unter anderem NPD-Auftritte in Stralsund, Rostock und Neubrandenburg und zeigt, wie sich vereinzelt sogar Mitglieder der CDU in die Demonstrationen der Neonazis einreihen.

NPD-VERBOT NICHT MEHR ALS SYMBOLISCHE DISKUSSION DER SPITZENPOLITIK?

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Leider kommt mit Toralf Staud (Moderne Nazis) nur ein einziger Experte zu Wort. Hier liegt die Schwäche der Dokumention, denn angesichts der immer zahlreicher werdenden Publikationen zum Thema — und nicht zuletzt aufgrund des Vorhandenseins akademischer und zivilgesellschaftlicher Ansprechpartnerinnen vor Ort — wurde die Chance vergeben, sich differenziert mit der parlamentarischen Präsenz der NPD, den daraus folgenden finanziellen Implikationen und einem möglichen Verbot der Partei auseinanderzusetzen.

Staud hält die Verbotskontroverse eher für eine “symbolische Diskussion der Spitzenpolitik als ein taugliches Mittel im Kampf gegen Rechtsextremismus” und liegt damit ganz auf der Linie der Filmemacherinnen:

Die NPD muss nicht verboten werden, sondern widerlegt, damit ihr Ziel, unsere Demokratie abzuschaffen, nicht Wirklichkeit wird.

Videolink (43:52)

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Weitere hier verfügbare Dokumentationen zum Thema:

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Eilmeldung: Neonazi-Spontandemo in Schönwalde

Friday, May 1st, 2009

Wie ich gerade telefonisch erfahren habe, haben sich Neonazis in der Makarenkostraße (Schönwalde) zu einer spontanen Demonstration gesammelt.

nazis in schönwaldePolizei und protestierende Aktivisten schienen relativ schnell vor Ort zu sein. Der webMoritz lässt via Twitter verlauten, dass es sich um etwa 120 Neonazis handeln soll.

Ein weiterer Anruf ergab die Information, dass die Rechtsradikalen inzwischen wieder in ihren Autos sitzen und gen Anklam fahren würden. In diesem Sinn kann man wohl von einer nationalen Städtetour sprechen.

Daburna hat via Twittter auch schon ein Bild des Aufzugs in Greifswald veröffentlicht, dass ich an dieser Stelle mit dankbarem Gruß an ihn veröffentlichen möchte.

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Bundesinnenministerium verbietet HDJ

Tuesday, March 31st, 2009

Wie Spiegel Online und der NPD-Info-Blog berichten, wurde heute eine Verfügung von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) wirksam, die die rechtsextreme Organisation “Heimattreue Deutsche Jugend” (HDJ) verbietet.

hdjIn Niedersachsen, Berlin, Brandenburg und Sachsen wurden Wohnungen und Geschäftsräume von HDJ-Aktivisten durchsucht. Das Vermögen der HDJ wurde ebenfalls von den Behörden beschlagnahmt. Der Organisation wird vorgeworfen, den Nationalsozialismus und die NS-Ideologie zu verherrlichen. Die Hausdurchsuchungen im Oktober 2008 haben offensichtlich die notwendigen Beweise für ein Verbot des Vereins gebracht.

Auf dem Blog der Antifaschistischen Aktion Greifswald (AAG) finden sich konkretere Informationen über die HDJ-Kader, die in Greifswald aktiv waren; namentlich Lutz Giesen, Ragnar Dam und Frank Klawitter. Wer sich noch einen kurzen extra3-Beitrag über die HDJ zu Gemüte führen möchte, guckt mal hier.

Endlich mal gute Nachrichten, vielleicht auch mit Signalwirkung für die bevorstehenden Kommunalwahlen.

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Gewitterklawitter

Sunday, September 14th, 2008

Wer sich trotz des ernsten Themas amüsieren will, sollte diesen Fünfminüter von extra3 über die HDJ sehen. Der Greifswalder Rechtsextremist Frank Klawitter – bis vor vor kurzem noch Mitglied beim THW Greifswald, inzwischen ausgeschlossen – findet dort auch Erwähnung.

Übrigens erfuhr Klawitter ein öffentliches Outing als Nazi durch einen Halloween-Besuch der Greifswalder Antifa.


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