Ratjen, die nächste…

Der FDP-Landtagsabgeordnete Sebastian Ratjen aus Greifswald positioniert sich zum geplanten Bau des Steinkohlekraftwerks in Lubmin sehr fragwürdig.

In seiner Erklärung forderte er: „Sollte die SPD sich heute wirklich gegen das Kraftwerk entscheiden, muss sich der Greifswalder Minister und Abgeordnete Erwin Sellering (SPD) in Greifswald und Ostvorpommern vor die Arbeitslosenvereine und vor die Mütter und Großmütter der ausgewanderten jungen Leute unserer Region stellen und ihnen erklären, warum ihm ihr Schicksal offensichtlich kalt lässt.“

sebatian ratjen fdp greifswaldIch halte Ratjens Position für unbedacht und kurzsichtig und verlange an dieser Stelle von ihm, dass er sich im Falle der Realisierung des Bauvorhabens vor die gesamte Tourismusbranche Mecklenburg-Vorpommerns stellt und erklärt, wieso die Steinkohleindustrie den bedeutensten Standortvorteil, die bedeutenste Ressource zunichte gemacht hat. Der Energiekonzern, der das Kraftwerk bauen will, schickt sich inzwischen an, die Herzen der Stadt zu erobern. Nachdem der lokale Fußballverein unterstützt wurde, sind in den vergangenen acht Tagen zwei verschiedene Beilagen in einer der üblichen Discounter-Werbungs-Kostenlos-Schundblätter aufgetaucht. In der heutigen Beilage erklärt uns der Energiekonzern, wie Steinkohleindustrie und Tourismus sogar voneinander profitieren können.

Dieses Steinkohleprojekt ist in meinen Augen ohnehin hanebüchen und weltfremd. Alle reden über die Gefahren des Verbrauches fossiler Rohstoffe, und wir bauen ein Kraftwerk, dass eine der schmutzigsten Formen der Energieproduktion betreibt; Kohle wird über den Seeweg von Australien nach Lubmin geschifft, um sie hier zu verbrennen.

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