Es fehlt das ganze über am Nötigen

charity

Die Ostsee Zeitung überbietet sich auf Lokalteilseite 1 mal wieder. Schrecklicher finde ich aber die abgebildete Artikelserie als solche. Alljährlich wird zur Weihnachtszeit auf die Tränendrüse gedrückt und es wird Geld für sozial schwache BürgerInnen eingesammelt; für jene, die Januar bis November egal sind. Um den Tränendrüsen-Effekt zu verstärken, werden die Artikel mit Bildern gewürzt, auf denen verdienende OZ-LeserInnen soziale Bedürftigkeit sehen können und traurige Kinderaugen einen Artikel bereichern, der häufig mit Sätzen wie Philip möchte Schwimmer werden überschrieben ist.

Wir haben es hier mit einer sicher gutgemeinten, aber letztendlich pervertierten Mitleidsmaschinerie zu tun. Auf Kosten eben jener Bedürftigen und ihrer Kinder, die vor die Kamera gezerrt werden. Wir sind angehalten, uns am Elend anderer zu laben und der Weihnachtsstimmung wegen Nächstenliebe zu produzieren. Das hat nichts mit Solidarität zu tun und ist für mich eine Art journalistischer Elendstourismus.

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