Die spontane Nazidemo

Frei, sozial und national! Gewohnt ideenreich und originell skandierten einige wenige Neonazis Parolen in der Innenstadt, an deren kritischer Intellektualität nicht zu rütteln ist. Die Force Attack-bedingte Abwesenheit einiger AktivistInnen wurde da genutzt für ein spontan-nationales Stelldichein.

Es gibt hier einen Kurzbericht vom Webmoritz, wo wiederholt eine Gelegenheit zum beliebten Volxsport Jabbusch-Bashing nicht unversäumt blieb. Ausserdem existiert selbstbeweihräuchernd noch ein kleines Video von der Demonstration, das sogar mit den Ärzten unterlegt ist, zugeschaut und mitgegraut!

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15 Gedanken zu „Die spontane Nazidemo

  1. Ach du scheiße, die Ärzte sind natürlich peinlich, aber noch schlimmer ist, dass da keiner was gegen sagt/macht. Aber wie auch, die flüchten ja mehr, als dass sie demonstrieren. Boah, das regt natürlich auf…Handeln!

  2. Hallo,

    ich war leider Zeuge dieses traurigen Aufmarsches. Als „Wessi“ hat es mich 20 jahre nach der Wende erstmals in den tiefen Nordosten Deutschlands gezogen und hierzulande hat man ja schon einiges über die Naziseuche in den neuen Bundesländern gehört. Aber sowas „live und in Farbe“ mitzuerleben, hat Vorurteile bestätigt und mir wirklich Angst/Sorge gemacht. Schade, dass es soetwas tatsächlich noch gibt…

    Florian

  3. Ja, sehr niedlich, dieser ’nationale Widerstand‘, da hilfts wohl auch nicht, linke Klamotten, linke Parolen UND linke Logos zu klauen…

    Aber nicht sehr schön, dass sowas ungestört über den Markt spazieren kann.

    Hahaha, das Gelaber in der letzten halben Minute ist echt herrlich. So ein Schwachsinn..

  4. Tja, das is mir auch noch nicht ganz klar,weshalb die 6 Spacken da rummaschieren konnten. Die komplette Prachtmeile von HGW. Wo ist denn die angeblich starke Antifa unserer Stadt? Können die nur Kacheln und Sticker kleben? Also, ich will hier nicht zur Gewalt aufrufen, aber hätten da nicht ma nen paar Schränke mit Schlagstock reinspringen können? Man muss doch klar machen, dass die nicht so ungestört in Greifswald agieren können. Das müssen sie dann auch mit gebrochenen Nasen und Kiefern bezahlen!
    Dreckschweine!

  5. wenns dich so aufregt, wie rechtsextremisten hier in greifswald frei agieren koennen, mach doch was dagegen anstatt nach der antifa zu rufen. antifaschismus ist nichts was an irgendeine gruppe deligiert wird und dann abgehandelt ist, sondern eine einstellung die jede und jeder tagtäglich in sein umfeld und in die oeffentlichkeit tragen kann, wenn sie oder er will. und ob dies nun mit woertern, kacheln, aufklebern, schlagstock oder sonstwie geschieht, ist ja jeder und jedem selbst ueberlassen.

  6. Na auf so nen Kommentar habe ich gewartet. Stell Dir vor, ich bin schon seit längerem in HGW gegen Rechtsextremismus engagiert und das nicht bei der Antifa, sondern bei etwas sinnvolleren Vereinen und Gruppen. Ich habe auch nicht nach der Antifa gerufen, nur finde ich es verwunderlich, dass sich diese hier immer so stark gibt und wenn dann ma tatsächlich nen paar Faschos die Stadt ärgern, ist niemand da, um sie herzlichst zu begrüßen. Allein das war der Aufreger. Wieso schiebt eigentlich immer jeder dem anderen die Verantwortung zu „Mach du doch was gegen rechts, statt nach der Antifa zu rufen“, boah, da schüttelts mich schon wieder. So kommt man dem Problem ja nie bei.

  7. wie dir aufgefallen sein koennte, schrieb ich „jeder und jedem“, was mich selbst zweifelsohne auch meint (und ich bin auch gegen rechtsextremismus engagiert). ich wollte somit keinesfalls dir die verantwortung zuschieben, damit ich – oder „die antifa“ – sie los bin, sondern ich wollte die verantwortung teilen.
    und ich wollte darauf hinweisen das „die antifa“ (hoechstwahrscheinlich) auch nur menschen sind, nicht ueberall zugleich sein koennen (zumal die sog. spontandemonstration ja nun auch wirklich nicht lange dauerte) und vielleicht garkeine lust darauf haben, irgendwo „mit [dem] schlagstock rein[zu]springen“.
    wenn es dir also darum geht, dass du enttaeuscht bist, dass „die antifa“ sich den nazis nicht in den weg gestellt hat, bleibe ich bei meinem kommentar, ruf doch freund_innen an, oder menschen aus den „sinnvolleren vereinen und gruppen“ und stell dich selbst in den weg. wenn es dir aber darum geht, aufzuzeigen, dass die „angeblich starke antifa“ garnicht so stark ist, dann solltest du meiner meinung nach deinen staerke-begriff ueberdenken (der ja anscheinend auf durch die gegend springenden bewaffneten schraenken beruht). ich fuer meinen teil bin dankbar fuer kacheln und aufkleber, gerade auch jenseits der innenstadt, da ihr vorhandensein (und die tatsache, dass sie naziaufkleber ueberkleben) zumindest fuer mich das klima in einem straßenzug mitpraegen und vermutlich auch den nazis ein gefuehl dafuer vermitteln, dass in greifswald nicht die gleichen aktionsformen fuer sie moeglich sind wie z.b. in der region anklam.

  8. cooler kommentar. ich werde nicht müde nochmal zu betonen, dass ich mehrere greifswalder, die in der antifa organisiert sind, auf dem force attack traf. die haben von der spontandemo nur telefonisch erfahren und man sollte ihnen ihre abwesenheit nicht vorwerfen.
    aus diesem grund war der demo-termin seitens der nazis clever und selbstschützend gelegt.

  9. Okay, dass die Demo so ablief, konnte sicher niemand vorhersehen, da geb ich Euch recht. Dass die Antifa- Leutz uffm Festival waren, kann man auch nicht zum Vorwurf machen. Sicher habe ich etwas überemotional kommentiert, mich regte es sehr auf, dass die da so einfach durchmarschieren konnten – habs aber selbst auch erst kurze Zeit später bei linkslang erfahren. Aber in einem Punkt muss ich noch gegenhalten: die Antifa hat keine Lust, irgendwo mit Schlagstöcken reinzuspringen? Warum steht dann an jedem Laternenmast „Antifa heißt Angriff“, „Antifa leben heißt kämpfen“ und lauter so nen Quark? Da wird doch eine scheinbare Stärke vermittelt, oder nicht?! Flyer, auf denen sie mit Sturmmasken posieren sollen doch sicher nicht die Botschaft vermitteln: „Komm zu uns, wir sind seriös und wählen den demokratischen Weg.“ Ich freu mich auch über jede Kachel und jeden Sticker, ganz im Ernst! Es setzt Signale und das ist wichtig, aber das hält die Faschos eben nicht fern. Und Gruppen wie die z.B. Apfelfront können sensibilisieren, provozieren und im Schutz großer Demonstrationen die Konfrontation suchen, aber eben nicht kämpfen.

  10. die kripo anklam sucht immernoch zeugen.
    ich hatte heute n termin, denn ich bin auch zeuge.
    auch wenn es ne weile her und fast ein bisschen dumm ist, nach aussehen oder aufdrucken von pullis zu fragen, ist die kripo immernoch dran. also wenn du was gesehen hast, und dich noch dran erinnern kannst – dann sag auch was.

    is auch ne art von aktion gegen rechts, weniger radikal, aber vielleicht effektiver. auf jeden fall intelligenter.

    die haben wohl einige leute des schwarzen blogs festnehmen können. für diese kleinen teenies mit falschen idealen ist das ja schon richtig übel wenn die bösen bösen bullen ihre personalien aufnehmen und fotos machen. da regen die sich wohl richtig auf. macht euch also den spaß, ihr augenzeugen dieses schwarzen aktes geballter ladung dummheit, und ärgert die kleinen faschos mit weiteren belastenden aussagen.

    is glaub ich besser als sich in einem blog auszulassen, ohne wirklich etwas zu tun.

  11. Pingback: webMoritz.de

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