Faustrecht bei G-TV

Bis vor wenigen Tagen war ein unglücklicher Beitrag über die NPD sowohl in der Mediathek, als auch im Sendeprogramm unseres lokalen Fernsehsenders G-TV zu sehen. Gegenstand der Sendung waren die Ambitionen der NPD, bei der Bundestagswahl 2009 erfolgreich sein zu wollen. Kurz vor der Ausstrahlung sei der Beitrag allerdings gekürzt worden und dieser Veränderung sei ein Exkurs zur rechten Kampagne „Schulhof-CD“ zum Opfer gefallen. Nicht beabeitet wurde allerdings die Hintergrundgrafik – ein CD-Cover der rechtsextremen Band „Faustrecht“.

Die antifaschistische Internetplattform Endstation Rechts kritisierte den Beitrag am vergangenen Donnerstag. Am Wochenende erschien dazu auch eine Meldung in der Ostsee Zeitung. Inzwischen wurde das Video aus der Mediathek entfernt und die Geschäftsführerin von G-TV, Sabine Schelsky (Tochter von Wilhelm Schelsky), äußerte sich dazu wie folgt:

G-TV hat zu meinem Bedauern missverständlich über die NPD berichtet. Ich versichere hiermit, dass wir diese Situation sehr genau auswerten werden, um so etwas in Zukunft nie wieder vorkommen zu lassen. G-TV war, ist und wird auch in Zukunft kein Sprachrohr von Gruppen und Parteien sein, die die Grundsätze der parlamentarischen Demokratie abschaffen wollen.

Endstation Rechts frohlockte und veröffentlichte sowohl die Stellungnahme Sabine Schelskys, als auch die Hintergründe, welche zu diesem Fehler führten. Der Beitrag war bis heute abend leider verschwunden, bis ein offensichtlicher Symphatisant der Rechtsextremen ihn unter dem Titel Was Endstation Rechts gern verschweigen möchte bei youtube veröffentlichte. Der begleitende Infotext ist offen gegen den Herausgeber von Endstation Rechts, Mathias Brodkorb, gerichtet. Diese Gruppe:

erweist sich damit einmal mehr als wirksames Instrument einer totalitären Gleichschaltung. Mehr als wirksam ist dieses Instrument, weil noch nicht einmal die Aufforderung erfolgen muß, einen unliebsamen Beitrag zu entfernen. Die Andeutung genügt, um ein entsprechendes Drohpotential aufzubauen. Es zeigt sich einmal mehr, daß der Ex-Kommunist und jetzige Sozi damit ganz offensichtlich jene Gefahr darstellt, die er zu bekämpfen vorgibt

Ich belasse es dabei. Wer sich allerdings diesen Unfug in voller Länge durchlesen will, kann das hier tun. Meine eigene politische Positionierung zur NPD erübrigt sich, glaube ich. Das Engagement des rechten Aktivisten hat zumindest etwas gutes: Wer den Beitrag verpasste, ist nicht gezwungen nur Texte über den Beitrag zu lesen, denn er ist jetzt auch audio-visuell rezipierbar!

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