Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser!

Na, erkannt? Versiert in der Lektüre der einzigen Lokalzeitung? Naja, streng genommen erfährt nur die Hälfte der Leserschaft durch die Rubrik Guten Tag, liebe Leser! eine Begrüßung. Dieser Umstand ist bedauerlich, angesichts der Möglichkeiten, die dieser essentielle Teil der Ostsee Zeitung zu bieten hat. Denn hier verdichten sich Kleingeistigkeit und Provinzialität. Eine ausschnitthafte Rückschau der letzten Wochen möchte diesen traurigen Umstand verdeutlichen.

DIE FESSELN DES PRESSERECHTS

graffiti greifswald

Eckhard Oberdörfer bedauerte zum Beispiel unlängst die Fesseln des deutschen Presserechts, als er über den Vorschlag eines Lesers sinnierte, überführte Sprayer namentlich und bildlich in der Zeitung festzuhalten. Ich empfehle an dieser Stelle die Einführung der Rubrik Rowdys und Straftäter der Stadt.graffiti greifswald

Illegale Graffiti avancierten ohnehin zu einem Lieblingsthema Oberdörfers. Es betrübt, mitlesen zu müssen, wie sich ein sonst durchaus lesbarer Redakteur in einer Polemik verennt, die üblicherweise aus der Ecke von Law & Order kommt.

„Graffiti-Angriffe“ auf Gebäude seien Zeugen des gesunkenen künstlerischen Niveaus und inhaltlicher Implosion. Hier scheint ein wahrer Experte am Werk zu sein.

HUNDEKOT,  DIE OZ ERMITTELT

hundekot greifswald

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Nicht minder anrüchig als die Aktivitäten illegaler Graffiti-Sprüherinnen ist für Sven Jeske die Nichtbeseitigung von Hundekot. Die Wieckerin Susi Schacht zählte auf dem Weg nach Ladebow ganze 63 Hundehaufen und errang dadurch eine Erwähnung im Quasi-Editorial.

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Cornelia Meerkatz hat inzwischen eigene Strategien entwickelt, des Problems Herr zu werden. Sie entdeckte die Kamera in ihrem Mobiltelefon und ist seither auf der Jagd nach Hundehalterinnen, welche die Exkremente ihrer vierbeinigen Gefährten der Allgemeinheit überlassen.

Wäre uns nicht mit einer Kontaktadresse geholfen, an die das gesammelte Beweismaterial zukünftig verschickt werden könnte?

videoueberwachung greifswaldAllgemein läßt sich die Vermutung formulieren, dass die öffentliche Sicherheit das schützenswerteste Gut der Stadt sei. stadt der sicherheitDie Redaktion hat sich schon immer für die Videoüberwachung des öffentlichen Raumes in Greifswald stark gemacht.

Abschließend sei noch auf die Valentinstagsgrüße des Chefredakteurs Reinhard Amler hingewiesen. Er empfiehlt Männern, ihren Frauen drei Wochen lang den Hausputz abzunehmen. Das spart die exorbitanten Kosten für frische Blumen und sorgt für Harmonie, zumindest während der drei Wochen. Sehr moderne Vorstellungen von Geschlechterrollen, wie ich finde.

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In diesem Sinne verbleibe ich mit schauderhafter Neugier auf die morgige Ausgabe. Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser.

Ihr Joachim Schmidt

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6 Gedanken zu „Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser!

  1. Wie heißen die Sprüche der Sprayer so schön?

    „Rock the city with your name“
    „Just writing my name“
    „Leave your mark on society“

    Und ähm…hatte da nicht jemand neulich herausgefunden, daß es neben den Steinzeithöhlenmalereien auch Graffiti gab?

    Im übrigen bin ich dafür mit der Ostsee-Zeitung einen öffentlichen Pranger einzuführen auf jedem Marktplatz in MV. Dann können da Sprayer, Hunde, Hundebesitzer, Blogger, Redakteure, Bürgermeister, CDU-Videoüberwacher und und und öffentlich zur Schau gestellt werden.

  2. Man könnte das ja mal der OZ als Lesebrief schreiben. Halt mit anderem Absender. Und schon steht zwei Tage später in der OZ:

    „Gutan Tag, liebe Leser!
    Mit Freude habe ich den Leserbrief von Hilder Wagner erhalten. Sie wünscht sich endlich wieder einen Ort an dem die heutigen Rabauken und Übeltäter öffentlich zur Schau gestellt werden, damit sie nie wieder etwas unrechtes anstellen. Dazu schlägt sie einen Pranger auf dem Dorfplatz vor. Dort könnten Hundekotnichtwegmacher, Sprayer und weitere halbkriminelle Subjekte angeprangert werden. Klar unterstütze ich diesen Vorschlag, doch leider leider ist er nicht mit dem heutigen Recht vereinbar. Aber Hilde, dazu gibt es doch virtuelle Pranger. rottenneighbour und und und. Tragen Sie dort doch einfach alle Übeltäter ein.
    Ihr
    Hans Dampf“

  3. Hm, komisch, aber irgendwie hatte ich grad plötzlich was saures im Mund, als ich mir die Lesebeispiele aus der OZ vorgenommen hab.
    Du triffst es mit „kleingeistig“ und „provinziell“ schon ziemlich gut!
    „weltfremd“ und „vorsinnflutlich“ könnte da auch noch stehen.
    Zum Kotzen!

  4. Welches Selbstverständnis hat eigentlich die OZ? Zentralorgan der Modernisierungsverlierer? Förderer der progressiven Regression?

    Da gibt es mal begrüßenswerte Urbanisierungstendenzen im öffentlichen Raum, sodass sich eine immer größere Zahl der aus Metropolen zugezogenen Studenten schneller heimisch wird und die OZ kann nur meckern. Ich bin mal gespannt, wann im Sommer die ersten Hetzartikel gegen Musik im öffentlichen Raum erscheinen. Dann ist der Weg nicht mehr weit, bis die OZ ihr wahres Gesicht entblößt, als „Taliban von Greifswald“. =;o)

    Vielen Dank Jockel, dass du mir das OZ-lesen abnimmst und ich dennoch informiert bleibe.

    Nachdem ich von „the original home of Köterkacke“ (aka Berlin-Chefhain), hierher bekommen bin, danke ich allen Greifswalder_innen die es mir leichter machen mich hier, wie zu Hause zu fühlen.

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