Intern: Monetarisierung und Kommerz

Wer aufmerksam das Geschehen auf dieser Seite verfolgt, hat vielleicht mitbekommen, dass sich seit etwa 10 Tagen Werbeanzeigen auf dem Fleischervorstadt-Blog eingenistet haben. Beginnt jetzt der große Ausverkauf? Natürlich nicht!

werbung amazonUnter der Rubrik Aus Greifswald rotieren nun Produkte aus dem Katalog von amazon, deren geistige Fabrikateure einen direkten Bezug zu Greifswald haben. Dazu gehören zum Beispiel Monika Schneikarts Sex/ismus und Medien, Alexander Pehlemanns Spannung, Leistung, Widerstand oder die Veröffentlichung please don’t focus on my mistakes. please don’t focus on my mistakes. der Greifswalder Band Les Lumières Claires.

Außerdem tummeln sich jetzt auch über google vermittelte Anzeigen auf der Seite. Ich hoffe, dass sich die unsagbar vielen erwarteten Klicks auf die google-Anzeigen zukünftig unkostendeckend auf das Gesamtprojekt auswirken werden. Das wäre inbesondere dann gut, falls es mit dem Grundeinkommen noch eine Weile dauert und außerdem eine etwas andere Art des Feedbacks.werbung2

Vielen Besucherinnen dieses Blogs bleiben diese Kleinode der Monetarisierung erspart, da sie das praktische Adblock Plus-Add-on für ihren Firefox, den man sich zum Beispiel bei foxload.com herunterladen kann, benutzen. Wer keine Lust mehr auf Werbung hat, folgt ihrem Beispiel und installiert diese Erweiterung.

Die google-Anzeigen funktionieren übrigens kontextsensitiv und passen sich dem Umgebungstext an. Stehen keine passenden Inserate zur Verfügung, bleiben die Werbeflächen leer.

Zu guter Letzt sei noch an dieser Stelle dem daburna-Blog mein herzlichster Dank für die Hilfe beim Implementieren der Werbung ausgesprochen.

17 Gedanken zu „Intern: Monetarisierung und Kommerz

  1. Ja, ist mir leider schon negativ aufgefallen. Für mich verlieren Blogs mit Google-Adds stark an Reputation, erst recht, wenn diese direkt unter dem Header stehen. Ich weiß nicht, mein Webhosting kostet 25 EUR im Jahr, WordPress ist freie Software — kann man das Geldproblem nicht anders lösen? Da wäre ich ja schon eher bereit, etwas zu spenden, als mir ein mit Werbung zugeballertes Blog anzugucken.

    Schade.

  2. @Stefan: AdBlock oder NoScript für Firefox installieren. Das ist generell ganz sinnvoll, weil NoScript z.B. auch schadhaften JavaScript blockt. Oder in Opera/IE/Safari Scripte blocken.

    @Jockel: Ich find die Integration ok und sehe es durchaus ein, dass du für deine Mühen eine kleine Entlohung erhalten möchtest. Diese Werbung ist dezent und blockierbar im Gegensatz zu Popups oder diesen schrecklichen Flash-Overlays.

  3. Ich benutze das Wort ungern, finde aber, dass es eine Frage der Glaubwürdigkeit ist, ob man Werbung in einem Blog zulässt, das sich ansonsten sehr kritisch mit der Kommerzialisierung der Gesellschaft und des öffentlichen Raumes auseinandersetzt. Zumal Geld ja erst dann eingenommen wird, wenn jemand auf die Google-Adds klickt (wie es bei Amazon ist, weiß ich nicht).

  4. Hmm bin auch nicht begeistert, hauptsächlich aus Datenschutzgründen mit denen Google doch probleme hat das hat natürlich nicht direkt mit deinen Werbebannern zu tun aber diese unterstützen eben diese Institution.

    Lustiger finde ich jedoch, dass du den positiven lokalen Effekt (Amazon) erwähnst und bei mir heute zufällig direkt daneben das Buch „Von der Wiege bis zur Bahre ist doch Gryps das einzig Wahre“ von deinem Freund Eckhard Oberdörfer gepriesen wurde. Ein kurzer Blick bei ixquick.de offenbahrte das es sich wohl um ein nostalgisches Buch über das Studentenleben zur Zeit des guten alten Pommerns habdelt.

    LG Hennich (erster Beitrag :-))

  5. @stefan:
    ein „mit werbung zugeballertes blog“ sieht in meinen augen anders aus.

    die amazon-werbung funktioniert so, dass wenn jemand über die box zur amazon-seite geht und dort einkauft, ich etwa 5% provision kriege. das sind z.b. beim kauf der les lumieres claires etwa 0,5€.
    diese werbung ist deswegen nicht primär monetär motiviert, sondern steht vielmehr in logischem anschluss an das gesamte projekt fleischervorstadt-blog: die präsentation interessanter projekte aus greifswald.
    die google-anzeigen werden vergütet, wenn jmd. darauf klickt.
    für all jene, die sich von werbung (zurecht) genervt fühlen, habe ich extra den ad-blocker ud damit quasi das gegengift verlinkt.

    ich kann dir versichern, dass die werbung keine inhaltlichen einflüsse haben wird. andernfalls könntest du ja vielleicht auch quasi-kommerzielle beiträge sehen. gibts aber nicht. von einem glaubwürdigkeitsverlust kann man in meinen augen dann nur noch bedingt sprechen.

    das betreiben dieser seite kostet sehr viel zeit und angesichts der inhaltsmenge und der relativen häufigkeit meiner beiträge finde ich ein monetäres feedback ok. und ich werde dir wohl kaum aus meinem mercedes zuwinken, wenn wir uns an einer kreuzung in hgw sehen. soviel ist es dann ja auch nicht.

    @hennich:
    vielen dank für deinen ersten kommentar.
    dein google-argument finde ich zutreffend, musste das abwägen und habe mich trotzdem für google entscheiden.
    deinem einwand wegen oberdörfer muss ich aber an dieser stelle widersprechen. in erster linie ist er für mich auf dieser seite buch-autor aus greifswald (von denen gibts ja nicht soooo viele) und erst in zweiter linie oz-redakteur. so abgeschmackt seine beiträge in „guten tag, liebe leser“ sein mögen, so interessant und fundiert sind die ausführungen zur uni-geschichte oder dem karzer, die regelmässig auch in die oz kommen.

    seine bücher haben einen klaren greifswald-bezug und sind deswegen in der amazon-box aufgeführt.

  6. Könntest Du Dich alternativ nicht ggf. sponsern lassen von lokalen Organisationen und/oder Initiativen? Quasi auf Spendenbasis? Ist aber bestimmt schwierig … Vielleicht lässt sich ja Deine „Community“ aktivieren? Stefan scheint ja bspw. zur Unterstützung bereit zu sein.

    Gibt es Erfahrungswerte, was die Werbung hier konkret bringt?

    Ansonsten gäbe es ja noch die Möglichkeit, Deine Kosten (Hosting etc.) sowie in Gegenüberstellung Deine Werbe-Einnahmen regelmäßig im Blog zu veröffentlichen. Transparenz unterstützt ja auch Vertrauen – wahrscheinlich gerade bei jenen, die die Werbung hier eher kritisch sehen.

  7. Sponsoring oder Spenden sind Utopie. Ich biete seit fast zwei Jahren ein viel genutztes Plugin für WordPress an, habe dafür einen Spendenbutton und bisher zwei kleine Spenden erhalten. Angesichts von zehntausenden Downloads und Nutzenden ist das zu vernachlässigen. Daher verstehe ich die Einblendung von Werbung.

  8. Ich will nochmal auf dieses Thema zurückkommen. beschäftigt mich doch ziemlich.

    @daburna: Dein letzter Kommentar berührt m.E. den Punkt, den Open-Source-Gedanken. Wenn du ein Plugin programmierst, dass andere WP-Nutzer verwenden können, hast du Anerkennung verdient und gern auch Spenden/Donations. Jockel programmiert aber nichts, sondern nutzt freie Software und verdient damit (sicher in minimalem Umfang, mal sehen, ob die Zahlen veröffentlicht werden) Geld. Mal sehen, wieviel davon an die WP-Programmierer fließen werden.

    @Jockel: OK, jetzt wirst du einwenden, du bekommst das Geld ja nicht wegen der Software, sondern wegen der Inhalte, die du schreibst (naja, teilweise verlinkst du ja auch nur auf andere Inhalte). Aber damit habe ich ein Problem. Warum sollte jemand dafür Geld bekommen, dass er seine Meinung äußert? Ich mache seit dreieinhalb Jahren ein einigermaßen relevantes Blog, ohne dass ich auch nur im Traum darauf kommen würde, dafür Geld haben zu wollen. Was ich verstehe ist, dass man die Serverkosten refinanzieren will, wenn man die 25 EUR im Jahr nicht hat. Dafür würde ich etwas spenden, weil ich dieses Blog durchaus schätze. Ich weiß aber nicht, wer jetzt das Hosting von 17vier.de bezahlt.

    Wenn ich (ich finde zurecht) die Kommerzialisierung des Lebens und die Privatisierung des öffentlichen Raumes zugunsten privatwirtschaftlicher Interessen beklage, warum kommerzialisiere ich dann meine Seite? Das passt für mich nicht zusammen. Und jetzt bitte nicht das Argument, ich könne die Werbung technisch ausschalten. Wenn ich Werbung schalte, dann will ich, dass sie geklickt wird, damit ich etwas dafür bekomme. Und wenn ich mich nicht selbst dafür hinsetze, müssen das die Leser machen.

  9. Inzwischen ist denn auch klar, dass die verniedlichende Beschreibung der Werbung (lokalbezogen, kontextsensitiv) nicht den Tatsachen entspricht. Inwischen ist auch Werbung von Amazon, buch.de und Jokers unter dem Header, im Moment soll ich gerade zum Kauf eines Handys und eines Memory-Sticks bei Amazon animiert werden.

    Ach so, Entschuldigung, ich soll ja nur mal draufklicken, wegen des Feedbacks und der Kosten des Hostings 😉 Nicht kaufen.

  10. stefan,

    1. open source und mehr

    mir ist deine definition von geistigem wert zu kurzsichtig. jemanden für ein programmiertes plugin zu belohnen scheint in deinen ausführungen angemessen, jemanden für einen text zu belohnen hingegen nicht. wann wird denn ein geistiges produkt in deinen augen wertvoll genug, dass zumindest spenden als entlohnung akzeptiert werden?

    wie du mir schon vorweggenommen hast, verdiene ich natürlich das geld nicht aufgrund der software, sondern aufgrund der inhalte. diese inhalte werden inzwischen von einer relativ breiten leserschaft rezipiert, die ihnen kraft ihrer rezeption eine gewisse relevanz einräumt – sonst würden sie die seite ja einfach nicht mehr besuchen.

    ob du es nun gerechtfertigt findest oder nicht, dass jemand für das publizieren seiner meinung geld bekommt, ist mir relativ egal. auch ob du auf deinem schachblog davon abstand nimmst. es gibt andere publikateure von meinungen, die -festangestellt- ein vielfaches verdienen. und ganz gleich, ob du meine texte honorierenswert findest oder nicht, kostet ihre produktion zeit und aufwand.

    ich für meinen teil finde die standard-einstellung, die plugin-autoren mit 3% an den werbeeinnahmen zu beteilligen, sehr angemessen. ich nutze zwei plugins, die ich so gut finde, dass ich ein monetäres feedback geben möchte.

    2. amazon teil 1: lokalbezug

    der lokalbezug bezieht sich auf die kategorie „aus greifswald“, die du in der sidebar findest und wo einige wenige, ausgewählte artikel aus greifswald rotieren. wie schon einmal geschrieben liegt das primärinteresse dabei an der vorstellung unterschiedlicher produkte aus greifswald und nicht an verkaufsprovisionen. und wenn es dich beruhigt, es wurde dort noch nichts verkauft, wohl aber haben sich viele leute die produkte angesehen.

    3. kommerzialisierung vs. monetarisierung

    der unterschied liegt in meinen augen in der intention der inhalte. werden texte produziert, UM geld zu verdienen, oder geht es darum, aus einem vorhandenden/wachsenden potential geld mitzunehmen?
    kommerzialisierung der seite bedeutete in meinen augen zum beispiel die integration von kampagnen-werbung, also die grenze zwischen beitrag und anzeige verschwimmen zu lassen.

    4. kontextsensitivität
    auch die amazon-werbung unter dem header soll kontextsensitiv sein. ich habe allerdings noch keine erfahrung damit gemacht. bei dem anderen anbieter von werbung im header hapert es mit der kontextsensitivität dagegen noch sehr.

    5. deine kritik
    finde ich prinzipiell gut und ich habe mir vor dem schalten der anzeigen auch sehr lange ähnliche gedanken gemacht.

    ich finde aber den begriff „kommerzialisierung“ in bezug auf den blog unangemessen, weil es sich erstens um monetarisierung handelt und ich sie zweitens auch auf gewisse art als unsolidarisch empfinde.
    für mich, der in wenigen wochen sein studium hier beendet und vor der frage: „umzug oder hartz4?“ steht, wäre es ein trost zu wissen, ich sitze zukünftig 4 stunden weniger pro woche im callcenter meiner heimatstadt (in der ich mich seit 10 Jahren ehrenamtlich kulturaktivistisch engagiere), weil ich für die beiträge, die regelmässig hier erscheinen, eine art zuwendung erhalte. vergessen zu erwähnen sei auch nicht, dass, die beiträge hier jeder und jede hier kostenfrei (und da ist nämlich der nächste unterschied zur kommerzialisierung) lesen kann.

    dass du mir diesen schritt übel nimmst finde ich aber angemessen und auch, dass du die kritik hier äusserst.

    übrigens gibts bei amazon geld fürs kaufen, nicht fürs klicken und das feedback ist monetärer natur!

    derzeit teste ich gerade noch andere anbieter. es kann also durchaus noch dazu kommen, dass wirkliche unpässlichkeiten vorkommen.

  11. Hallo Jockel,
    danke für deine lange Antwort.
    Nur eine kurze Erwiderung, auch wenn ich mich wiederholen sollte.

    1. Open Source: Ich wusste nicht, dass ein Teil der Einnahmen an die Plugin-Autoren fließt, das finde ich gut. M.E. sollte auch etwas an WordPress fließen, dessen Autoren dieses Blog erst möglich machen.

    2. Blogger sind keine Journalisten. Niemand kauft ein Blog am Kiosk. Blogs sind etwas anderes als Zeitungen. Wenn ein Verleger einen Redakteur anstellt, finde ich das prima. Wenn du deine Texte in eine Zeitung bekommst und Honorar bekommst — Klasse. Aber Bloggen ist in meinen Augen keine Lohnarbeit, sondern eine wunderbare Art, Informationen zu teilen und seine Meinung zu verbreiten und zur Diskussion zu stellen. Blogs leben in meinen Augen von der gleichberechtigten Kommunikation zwischen Blogger und Kommentator. Und Blogs werden auch wegen der Kommentare gelesen (nicht wegen meiner) — und die bekommen auch kein Geld. Geld hebt für mich diese Gleichheit auf.

    3. Ob du es Kommerzialisierung oder Monetarisierung nennst, ist mir egal. Fakt ist, dass ich mir Werbung angucken muss, wenn ich die Seite lesen und aus verschiedenen Gründen technisch nichts blockiere. Fakt ist, adss genau das beabsichtigt ist. Denn sonst wird niemand die Google-Adds klicken oder bei Amazon klicken und kaufen. Die ganze Stadt ist voller Werbung, die meisten Medien sind es. Ich bin froh über jede Website, die es nicht ist. Und ich finde es gerade bei dieser Seite und ihrer inhaltlichen Ausrichtung schade. Gerade dieser Artikel über „Money sucks“ und jetzt das.

    4. Ich gönne dir das Geld (ich klicke auch manchmal in einem Forum, das ich lese, die Google-Adds, weil ich darum gebeten werde). Ich hätte nur vorher gern gesehen, wenn der Versuch der Umverteilung gemacht worden wäre. Irgendein Fleischervorstadtblog-Benefiz.

  12. weder noch. das ist gleich draussen, entschuldige bitte. ich werde versuchen, die werbeflächen zukünftig direkt zu vermarkten, um den lokalbezug sicherzustellen. seitensprungportale haben hier genauso wenig zu suchen, wie diät-angebote usw…

  13. Update: Inzwischen gibt es im Footer Werbung für eine Online-Partnerschaftsbörse und in der Sidebar ebay-Werbung. Soviel zur Halbwertzeit von „kontextsensitiv und lokalbezogen“. Ich hoffe wenigstens, es kommt es bisschen Geld rein. Das sollte ja auch ganz transparent gemacht werden.

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