Nochmal zur GEMA

Gestern habe ich auf eine laufende Petition, die sich der GEMA widmet, hingewiesen. Die Bürokratisierung und die fehlende Transparenz der Rechteverwertungsgesellschaft belastet nicht nur Musiker, sondern auch Veranstalter und in letzter Konsequenz auch das Publikum, auf dessen Eintrittspreise die GEMA-Gebühren aufgeschlagen werden. Bei kleineren Konzertveranstaltungen werden schon heute die Eintritte der ersten 15 bis 20 Gäste allein von der GEMA verschlungen.

Veranstalter stehen in der Pflicht, ihre Feierlichkeiten anzumelden, wobei sich die fälligen Gebühren aus Raumgröße und Eintrittspreis ergeben. Musikern, die sich und ihre Werke bei der GEMA anmelden, steht ebenfalls ein bürokratischer Hürdenlauf bevor.

70200 SAMPLES IN 33 SEKUNDEN

Ebenjenen Papierkrieg hat im September 2008 der 28jährige Komponist und Avantgarde-Musiker Johannes Kreidler in einer Art politischer Kunstaktion thematisiert. Er setze ein 33 sekündiges Werk (product placements) aus 70200 urheberrechtlich geschützten Sample-Fetzen zusammen und inszenierte die GEMA-Anmeldung öffentlichkeitswirksam. Mit einem LKW brachte er die notwendigen Unterlagen persönlich vorbei. 3Sat Kulturzeit hat einen Beitrag dazu veröffentlicht.

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2 Gedanken zu „Nochmal zur GEMA

  1. Wie lange Kreidler wohl zum Ausfüllen der Anträge gebraucht hat? Nehmen wir mal 1 Minute Ausfüllzeit pro Antrag an. Dann wären das 1170 Stunden bzw. 48,75 Tage durchgehend Anträge ausfüllen.

  2. >>Ausfüllen der Anträge gebraucht hat?
    Ich glaube, dass man aus dem MAX/MSP „Musik-„Programm ein Export möglich war. MP3 Tags anzapfen und an bestimmten Stellen die nötige Information (Titel, Autor, …) ausdrucken.

    Gruß, icke

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