Auswertung der Umfrage zur Bundestagswahl

Am Sonntag vor einer Woche begann hier eine Umfrage, um die Erststimmenverteilung der Leserschaft des Fleischervorstadt-Blogs zu untersuchen. In nur acht Tagen wurde 141 Stimmen abgegeben, wesentlich mehr, als ich mir ausmalte. Aber nicht allein die hohe Wahlbeteiligung überraschte mich, auch die Stimmenverteilung war bemerkenswert. Zum Beispiel entfielen 103 der 141 abgegebenen Stimmen (73,05%) auf weibliche Kandidaten.

Erststimmen BundestagswahlJeweils 35 Stimmen konnten Anne Klatt (Grüne) und Susanne Wiest (parteilos) auf sich vereinigen und wurden damit gleichauf zu Wahlsiegerinnen. Nur knapp dahinter rangiert mit 33 Stimmen die Sozialdemokratin Katharina Feike. Matthias Lietz (CDU) erreichte immerhin 15 Stimmen und schnitt damit besser ab als Peter Ritter (Die Linke, 13 Stimmen). Die NPD erreichte mit 4 Stimmen genausowenig wie die FDP, wenngleich die Ergebnisse für die Rechtsextremen mit Vorsicht zu genießen sind. Bei dieser Wahlsimulation birgt die Option, rechts zu wählen, auch gewisse Boykottpotentiale. Der Begriff des Protestwählers bekommt einen ganz anderen Klang.

Gleichsam kurios sind die Ergebnisse des konservativen und des liberalen Kandidaten. Deren Anhängerschaft wird politisch auf dem positionierten Fleischervorstadt-Blog ja eigentlich nicht bedient, scheint in marginaler Vertretung aber dennoch hin und wieder mitzulesen.

Besonders erfreulich ist aber, dass die Idee des Grundeinkommens so gut aufgenommen wurde und Susanne Wiest gemeinsam mit Anne Klatt diese Wahl gewonnen hat. Eine Übersicht der Ergebnisse findet sich dort, wo gewählt wurde.

KEINE WAHLAUSWERTUNG OHNE WAHLEMPFEHLUNG

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An dieser Stelle sei nochmal auf das Interview verwiesen, das ich vor kurzem mit der Direktkandidatin führte.

Die beiden Macher des wichtigsten Films zum Grundeinkommen,  die Schweizer Daniel Häni und Enno Schmidt von der Initiative Grundeinkommen‚, haben einen fast zwölfminütigen Filmbeitrag über die Direktkandidatur von Susanne Wiest in unserem Wahlkreis produziert, der niemandem vorenthalten werden soll. In dem Film werden sowohl die Kandidatin, als auch die Idee des Grundeinkommens vorgestellt. Zum Beitrag erklärten die beiden:

„Als wir Mitte 2008 im Film Grundeinkommen – ein Kulturimpuls (DVD 100min) an den Szenen zur möglichen Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens arbeiteten, kannten wir Susanne Wiest noch nicht. Es kam uns einfach mal in den Sinn, dass man in Mecklenburg-Vorpommern beginnen könnte, dort wo es an Einkommen fehlt, in einer Stadt, z.B. in Greifswald. Damit lagen wir anscheinend goldrichtig.
Zur Überraschung aller kam Anfang 2009 eine Petition an den Deutschen Bundestag für ein bedingungsloses Grundeinkommen – aus Greifswald. Von einer Tagesmutter, Susanne Wiest. Obwohl über 50.000 Menschen ihre Petition unterstützen, wurde die Behandlung des Anliegens auf die nächste Legislatur verschoben – auf nach der Wahl. Logisch, tritt diese Frau nun selbst als Direktkandidatin für den Bundestag an. Parteifrei und unabhängig. Das gefällt uns.
Im Frühjahr trafen wir Susanne Wiest in Berlin, reisten an die Ostsee, dorthin wo sie mit ihrer Familie lebt und wo sie arbeitet. Eine schöne Begegnung. Am Schauspiel Frankfurt bestritten wir zusammen eine vielbeachtete Veranstaltung und Ende Juli besuchte uns die Direktkandidatin mit ihrem Mann im unternehmen mitte in Basel. Aus den dabei entstanden Filmaufnahmen haben wir den nun vorliegenden Filmbeitrag gestaltet.“

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Wer wie ich am 27. September nicht in Greifswald sein wird, sollte vielleicht ernsthaft die Option der Briefwahl prüfen. Die kann man mit der Wahlbenachrichtigung, die am 7. September verschickt werden soll beantragen. Wer bereits dann schon weg sein wird, teil noch eine Gemeinsamkeit mit mir und kann einfach ins Rathaus gehen. Dort kann man auf Antrag die gewünschte Briefwahladresse bestimmen und sogar Wahlvollmachten ausstellen.

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