Nachrichten aus dem Maghreb #5

Nach mehreren Tagen ohne Lebenszeichen tauchen wir nun wieder auf. Vorab eine Hiobsbotschaft: der kleine Adapter, der uns ermächtigte, Bilder und Videos vom Mobiltelefon auf die hiesigen Computer zu lotsen, ist verlustig gegangen. Daher wird es in den letzten Kurzberichten unserer Reiseaktivitäten kein Bildmaterial, zumindest kein eigenes geben.

Das schmerzt besonders angesichts der Tatsache, das unsere dreitägige Wanderung von Imlil nach Setti Fatma das bisher reizvollste war, das Marokko für uns bieten konnte. Die Strecke hatte es in sich, jeden Tag waren wir mindestens sieben Stunden mit dem gesamten Gepäck unterwegs.

Dabei haben wir auch wieder etliche Höhenmeter absolviert. Der Tizi N Tachedirt, jener Pass, den es zu überqueren galt, liegt auf etwa 3200 Metern über dem Meeresspiegel. Während des Aufstiegs lernten wir den sympathischen Neurologen Peter aus dem niederländischen Utrecht kennen, der uns den Rest der Wanderung begleiten sollte.

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Landschaftlich bot diese Gegend einen krassen Kontrast zu anderen in Südmarokko: Pinien- und Kieferwälder, Walnuss- und Granatapfelbäume flankierten Wege und Pfade, die mich vielerorts an die tschechischen Mittelgebirge erinnerten. Überhaupt scheine ich als alter Hanseat eine große Begeisterung für den Bergsport in mir zu entdecken. Die wanderfreudige Sozialisation meines Elternhauses hat offensichtlich den Boden gut bestellt.

Wir passierten Dörfer, die im Winter völlig abgeschnitten sind und in denen allmählich die Bevorratung begann. Das frische Quellwasser des Hochgebirges stellte eine schmackhafte wie kostenlose Abwechslung zu dem in Flaschen verkauften Wasser dar, das wir andernorts erwerben. Aus den kleinen Quellen wuchs mit abnehmender Höhe erst ein Bach, dann ein Fluss. Zu gezählten zweiunddreißig Flussüberquerungen gezwungen, erprobten wir unsere Fähigkeiten im Weitspringen mit Rucksack und später im Durchwaten des reißenden Gewässers. Die Landschaft glich dabei eher den Rocky Mountains denn einem Nationalpark in Nordafrika.

Danach sind wir direkt nach Marrakesch zurück, um uns aufzuwärmen. In den Bergen war es doch teilweise empfindlich kalt.

Nachdem wir uns die letzten beiden Tage in Imni-Ifri, dem Ort neben der vor Millionen von Jahren geschaffenen, mächtigen Naturbrücke, aufgehalten haben, sind wir heute abermals in die Berge gereist. Ein anderes Tal wird uns hier beschäftigen, bevor wir uns wahrscheinlich in Marrakesch mit einer kleinen Delegation aus Greifswald treffen werden, um gemeinsam und mit einem noch zu mietenden Leihwagen die Straße der Kasbahs zu erkunden und schließlich nach Merzouga, an den Rand der Sahara, fahren werden. Aber das ist an dieser Stelle noch Zukunftsmusik.

Abschließend noch mein Apell, die morgige Wahl auf keinen Fall zu verpassen und die Erststimme in eine Idee zum Hierbleiben zu investieren!

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