Intern: 2009 – Der Blick zurück

Kein Jahreswechsel ohne Jahresrückblick, denn auch 2009 ist in Greifswald wieder einiges passiert und es liegt genug Stoff vor, um sich die vergangenen zwölf Monate nochmal zu vergegenwärtigen. In Sachen sozialer Bewegung hat einiges stattgefunden.

IM BLICK ZURÜCK ENTSTEHEN DIE DINGE

Anfang Februar beteiligten sich etwa 250 Leute an den Protesten gegen die rechte Modemarke Thor Steinar. Erst vor wenigen Wochen wurde für den Erhalt der bedrohten Straze demonstriert. Monatlich finden sich inzwischen Fahradfahrer und Fahrradfahrerinnen zu critical masses zusammen und radeln gegen den motorisierten Individualverkehr an. Neben Demonstrationen der klassischen Art verschiebt sich der Aktivismus auch immer stärker in ein informelles Feld.

Mit Flashmob-Aktionen wurde häufiger für Verunsicherung gesorgt. Die Zuhilfenahme der neuen Kommunikationsformen hat inzwischen skurrile Blüten gebildet, selbst Kontrollen der Polizei werden inzwischen einigermaßen zuverlässig via Twitter verbreitet. Die Mobilisierungspotentiale dieser kommunkativen Strukturen bewiesen zum Beispiel die beiden behinderten Infostände der NPD.

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HEDONISTISCHE BEREICHERUNG

Dabei hat sich die Greifswalder Sektion der Hedonistischen Internationalen fest im kulturellen und politischen Geschehen etabliert. Mit dem kleinen Rabauken und Bodo Strahlemann wurde vielen Aktionen eine Extraportion Atmosphäre verpasst, zuletzt bei der Gedenkveranstaltung für das vor wenigen Wochen abgerissene AJZ/Café Quarks. Im Sommer war MONOBLOCK und Hunderte feierten gemeinsam ein rauschendes Fest.

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WIR IN DEN MEDIEN

Die großen Medien eroberte Greifswald gleich mehrfach. Den Anfang machte Susanne Wiest, deren Petition für ein bedingungsloses Grundeinkommen erfolgreich war. Sie war zu Gast in einer ARD-Talkshow. Ein sehr ausführliches Interview mit der charismatischen Neupolitikerin führte ich im Juli.

In der ZEIT gab es Kritik für die journalistische Arbeit der Greifswalder Redaktion der Ostee-Zeitung. Das Lokalblatt schaffte es, den Angriff rechter Burschenschafter auf das IKUWO auszuschweigen. Unterdessen wurden immerhin sechs Artikel zum Schicksal der Hündin Ira veröffentlicht. Der Aprilscherz aus dem Hause der Redaktion geriet dieses Jahr zu einem peinlichen Eigentor, als verschiedene Aktivisten die Versprechen umgesetzt wissen wollten.

Die Pressestelle der Universität Greifswald leistete auch gute Arbeit und konnte dem ZDF eine problemfreie Hochschule verkaufen. Dieses Kunststück gefiel auch dem Bildblog, der daraufhin hierher verlinkte und diesen Novembertag mit 2880 verschiedenen Besuchern bereicherte und mir einen der Jahreshöhepunkte schenkte, denn die medienkritischen Blogger waren Anstoß, mit dem Fleischervorstadt-Blog zu beginnen.

HOFFNUNGSERFÜLLENDER BACKBETRIEB

Mit der Alten Bäckerei ist Anfang des Jahres ein neuer Veranstaltungs- und Ausstellungsraum entstanden, der insbesondere Kunstinteressierten eine Bereicherung verspricht. Unzählige Vernissagen wurden dort gefeiert. Ein ausführliches Interview folgt demnächst.

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KLEIN STADT GROSS

Im Oktober schrieben sich vier junge Herren in die junge Greifswalder Popkulturgeschichte ein und veränderten mit ihrer Lokalkompilation klein stadt GROSS die Stadt. Die Veröffentlichung wurde euphorisch an sehr vielen unterschiedlichen Orten gefeiert, statt Lethargie stand plötzlich Hoffnung auf der Agenda, das Schlüsselwort ist Vernetzung. GTV produzierte über das Projekt einen sehr schönen Beitrag.

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WAS NOCH BLEIBT

Vom Besuch der Bundeskanzlerin Angela Merkel muss man nicht viel schreiben und über den Rückzug von DONG ENERGY als Investor für das geplante Steinkohlekraftwerk Lubmin darf man sich freuen. Aufmerksam sollte man dennoch bleiben, denn das Genehmigungsverfahren wurde keineswegs eingestellt.

In diesem Sinne möchte ich ausdrücklich dazu einladen, gemeinsam mit den Hanselunken, Sander, Npln, polyesther, Marten (UK), Lofi deluxe, Hannah, dem kleinen Rabauken und Bodo Strahlemann heute Nacht im IKUWO das transdekadische Tentakelspektakel zu erleben. Der Vorverkauf ist beendet, es werden noch etwa 120 Personen ohne Vorverkaufskarte eingelassen, seid also pünktlich! Allen anderen sei ein erlebnisreicher Jahreswechsel gewünscht.

Vielen Dank für Eure Lesetreue, wir begegnen uns hier hoffentlich auch 2010!

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