Intern: Wer liest eigentlich mit?

Nach nunmehr 590 Beiträgen auf dieser Seite stelle ich mir die Frage, ob es sich beim Fleischervorstadt-Blog eigentlich um ein Männermedium handelt. Werden die von einem Mann produzierten Texte auch von einer männlich dominierten Leserschaft rezipiert?

Die Mehrheit der gewählten nicknames, mit denen in den vergangenen Jahren Kommentare veröffentlicht wurden, lassen darauf schließen. Außerdem liegen mehrere wissenschaftliche Befunde vor, die aufzeigen, dass es sich bei Blogs tendentiell eher um von männlichen Internet-Nutzern rezipierte Medien handelt. Ausnahmen bilden natürlich Seiten mit einer klar weiblichen Zielgruppe, wie zum Beispiel Strick-Blogs.

Mehr Frauen in der Männerdomäne?

In jüngster Zeit werden hier einige der Beiträge auch von Nutzern offensichtlich weiblichen Geschlechts kommentiert, dennoch wurden und werden die meisten Diskussionen von überwiegend männlichen Teilnehmern geführt. Paradoxerweise wurde das in den beiden jüngsten Sexismus-Debatten sichtbar. Hier drängt sich doch die Frage auf, wer den Fleischervorstadt-Blog überhaupt liest.

geschlechtIch vermute hierbei einen Männeranteil von 60-70%, allerdings ist diese Einschätzung mit größter Vorsicht zu genießen. Um sie zu überprüfen und auch um auf einige andere offene Fragen, die sich im Zusammenhang mit dem Rezipientenkreis ergeben, Antworten zu finden, werde ich in den nächsten Wochen hier mehrere kleine Umfragen durchführen.

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Deren Ergebnisse werden sicher nicht nur für mich spannend sein und ich möchte heute mit der ersten Umfrage, die vierzehn Tage andauern wird, beginnen. Abgefragt werden soll das biologische Geschlecht der Nutzer dieser Seite.

Um unnötigen Diskussionen aus dem Weg zu gehen und niemanden auszuschließen, habe ich eine dritte Antwortmöglichkeit auf die ja nicht in jedem Fall eindeutig zu beantwortende Frage hinzugefügt; obgleich ich den Anteil des intersexuellen Publikums dieses Blogs für relativ überschaubar halte.

Für eine hoffentlich rege Beteiligung an der Umfrage bedanke ich mich schon mal vorweg.

Wie ist es um dein biologisches Geschlecht bestellt?

  • Ich bin ein biologischer Mann. (57%, 134 Votes)
  • Ich bin eine biologische Frau. (35%, 84 Votes)
  • Ich bin intersexuell. (8%, 19 Votes)

Total Voters: 237

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24 Gedanken zu „Intern: Wer liest eigentlich mit?

  1. Und um die Sache noch komplizierter zu machen wäre es obendrein interessant ob Mitlesende in Abhängigkeit von ihrem Geschlecht häufiger/weniger häufig auch kommentieren.

  2. „ich bin ein biologischer mann“?? seltsames deutsch. du meinst sicher so etwas wie „biologisch bin ich ein mann.“ wenn nicht, bitte ich um die zusatzoption „ich bin ein chemischer mann.“

  3. mr. chemical man,
    es ist aber auch unmöglich, allen wünschen, anforderungen und erwartungen gerecht zu werden. ein einfach männlich/weiblich-schema wäre von der politisch-korrekten fraktion als unerträglicher zwang zu veralteten geschlechtervorstellungen gedeutet worden. ich habe lange hin und her überlegt, wie die formulierung lauten soll und es mir nicht einfach gemacht.

    biologisch ist als abgrenzung von sozial gemeint und bezieht sich auf die physischen merkmale des körpers. ich denke, das ist aber auch klar.

    stans frage ist hingegen wirklich von interesse, allerdings – und da kommt shaze nochmal ins spiel – ist diese befragungsform hier sehr weit weg von stichhaltiger empirie. trotzdem lassen sich vielleicht aussagen treffen, wir werden sehen, wie die abstimmung läuft.

  4. 🙂 wie du „biologisch“ bedeutungsmäßig gemeint hast, ist schon klar, es ist halt nur grammatisch völliger käse. und jetzt wieder zu fragen, die wirklich von interesse sind.

  5. Auch bei mir mache ich „Männer“ als Hauptakteure in Kommentaren und als Fans bei Facebook aus. Die selbe Frage hatte ich im Mai 2009 gestellt. 59% bezeichneten sich damals Männer, 28% als Weder noch und nur 13% als Frauen: http://www.daburna.de/blog/pollsarchive/?poll_page=3

    Die Zahlen sind aber keineswegs repräsentativ. Ich kenn auch genug Frauen/Mädchen, die bei mir lesen, aber nicht kommentieren etc. Naja aber schon komisch, wenn man denkt, man würde nicht für eine geschlechterspezifische Zielgruppe schreiben.

  6. als feld für trolle gibt es ja die intersexuelle antwortoption, angesichts der regen beteiligung kann man aber doch schon einen trend ablesen, der relativ nahe an meiner prognose im beitrag liegt.

  7. Ich bin sogar physikalisch ein Mann (weil größer und schwerer als die durchschnittliche Frau, falls eine solche Aussage nicht schon sexistisch ist). Trotzdem werde ich mich nicht an einer anonymen (Internet)Umfrage beteiligen. Denn wir erinnern uns, Umfrage-Oberbürgermeister Greifswalds war im Internet schon mal jemand, der dann nicht mal 5 % der real abgegebenen Stimmen erhielt. Die Umfrage ist also, mit Verlaub, Quark… 😉

  8. @sören:

    Die Umfrage ist überhaupt kein Quark, weil es im Gegensatz zur gefakten Meinungserhebung Olaf Tammerts hier keine Intention gibt. Der versuchte damals ja bekanntlich, eine Öffentlichkeit von seiner Wählbarkeit zu überzeugen. Wenn Tammerts Umfrage für dich der Grund ist, an sowas nicht teilzunehmen, dann ist das eine doch einigermaßen dünne Begründung.

    In Anbetracht der Vielzahl abgegebener Stimmen bin ich aber ganz zufrieden und sehe, dass es doch auch einige Frauen gibt, die hier mitlesen. Und Protestwählern wie dir bleibt ja auch eine Protestwahloption.

    Übrigens hat die Feststellung, dass du größer und schwerer bist als die durchschnittliche Frau (wie groß und schwer ist die eigentlich?) nichts mit Sexismus zu tun.

  9. also ich bin eine biologische frau und lese regelmäßig mit. allerdings ist dies heute mein erster kommentar, der jedoch der bedeutung eines kommentars etwas entbehrt… aber für die gleichberechtigung soll das reichen.
    ach ja, gevotet habe ich auch.

    und über blumen hätte ich mich heute gefreut…

  10. @Sören
    häh? Hast du nachgedacht über den Sinn deines Kommentar? Ich sehe da nämlich nirgends einen. Dein Vergleich mit dem ollen Tammert ergibt doch nur den einen wichtigen Gegensatz: die Umfrage hier ist nahezu 100% repräsentativ *grübel*.
    Und weisst was, … ich stelle immer wieder fest, ich hab ganz große Füße im Vgl. zu den meisten weiblichen Füßen – interessant, oder? Deine Gewichts-Aussage ist nicht sexistisch, nur geistlos – wie eben grad meine. Nur bei mir war’s ne bewusste Entgleisung, um geistigen Müll vor Augen zu führen. q-;

    @Jockel
    du hast doch’n Intention, auch wenn keine vom sören unterstellte
    (ich rätsele immer noch was das überhaupt sein könnte … , na egal)
    Deine ist es, zu erfassen „Wer liest eigentlich mit?“. Vermutlich nicht mehr und auch nicht weniger. Und mit dem Ergebnis kannst wirklich zufrieden sein: Umfragen beruhen doch sonst meist auf Niedrig-Basis, haben demnach Probleme repräsentativ zu sein und oft kommt auch einfach mal absichtlicher/geschönter Bullshit bei raus – wie z.B. Tammert sein Zeugs bzw. Sörens gemeinten „Quark“. Also wenn bei deiner Umfrage keine Mehrfachabstimmung möglich ist und dein Blog von einer plötzlichen Nichtleser-Invasion verschont bleibt – hast ’n richtiges und gutes Ergebnis für die Befragung (punkt).

    @palaber
    Das mit den gewünschten/nicht bekommenen Blumen tut mir irgendwie leid. Aber vielleicht ist’s n kleiner Trost, dass dein erstes Kommentar immense Bedeutung hat – im (subjektiven) Vergleich zum darüber stehenden.

  11. @Sören:
    Auf den persönlichen Kram hättest aber gern reagieren können, weil gleiches Recht für alle. Aber zum Thema, das stimmt halt nicht, was du da schreibst. Mit Umfragen kenn ich mich echt aus, auch ohne meinen alleswissenden Kumpel Wiki zu Rate zu ziehen.
    Das was Jockel da macht ist eben kein Versuch der Darstellung einer öffentlichen Meinung mittels einfacher Stichproben, sondern er versucht herrauszufinden, welche biologische Geschlecht SEINE Leser haben. Sowas wie ne Kundenumfrage eben. Wenn du im Supermarkt nach deiner PLZ gefragt wirst, bildet sich der Supermarkt auch nicht ein, ein öffentliches Meinungsbild abzubilden … er verfolgt ganz andere Interessen. Der Tammert meinte jedoch die öffentliche Meinung mit seiner Stichprobenumfrage darstellen/beeinflussen zu können. Na egal, lies weiter wikipedia und dann richtig:

    auszug aus deinem Link:
    „Die gängige Vorstellung von Repräsentativität lässt sich wohl am besten folgendermaßen beschreiben: Die Auswahl einer Teilgesamtheit ist so vorzunehmen, dass „aus dem Ergebnis der Teilerhebung möglichst exakt und sicher auf die Verhältnisse der Gesamtmasse geschlossen werden kann.“

    Soll heissen: Jockels Umfrage ist repräsentativ.
    Hätte man aber auch ohne Wiki checken können.

  12. Zumindest teilrepräsentativ. Eingedenk der Stimmabgaben, die sich in der dritten Option finden (Protestwähler) bzw. durch Nichtwahl die Erfassung beeinflussen. Dazu gesellen sich technische Schwierigkeiten (Mehrfachwahl mit ein wenig Aufwand möglich) und ein von mir vermutetes Teilnahmeverhalten (determiniert das biologische Geschlecht z.b. die Bereitschaft, an dieser Umfrage teilzunehmen?)

  13. @kapitulist:
    Es bringt mich nicht weiter, jemandem gegenüber persönlich zu werden, nur weil derjenige es mir gegenüber wurde. 😉
    Ich muss allerdings loswerden, dass Du Dich mit Umfragen TROTZ Wiki eben offensichtlich nicht auskennst. Gerade das von Dir zitierte und mir bekannte – im übrigen jeder Repräsentativität zugrundeliegende – Prinzip einer „Auswahl einer Teilgesamtheit“ kann hier gar nicht erst gewährleistet werden. Daher ist eine solche Umfrage nicht repräsentaiv.

    Auch nicht teilrepräsentativ, Jockel, denn das gibt es nun gleich gar nicht. 😉

  14. @Sören:

    Kennst Du den Unterschied zwischen Theorie und Praxis, Süßer? Zum Beispiel bin ich physikalisch voll eine Frau und kann trotzdem Bierkästen schleppen, wie ein großer, schwerer Mann.

  15. @ Musterknabe Sören:
    nun zetere nicht so rum wegen „persönlich werden“ oder halt herzlich willkommen im Glashaus. Immerhin wirst du ja auch (teil)persönlich:

    „hier mein Tipp für den Tag: Entspann’ Dich, trink’ ‘nen Schluck, rauch’ ‘nen Joint oder geh’ ‘ne Runde Joggen und schon ist das Leben gar nicht mehr so übel“. (nur weil unterschwellig ist dies nicht unpersönlich)

    Therotisches Rum-Palaber mache ich nicht (nicht „TROTZ“ Wiki – du bist doch der Wikiner-Wisser, mensch) und find ich einfach nur zum gähnen. Mehr machst du doch nicht und ich habe nunmal mit Umfragen in der Praxis zu tun. Und aufgrund dieser praktischen Erfahrungen find ich diese Umfrage hier überaus repräsentativ. Deine theoretischen, wiedergegebenen Denkmodelle interessieren mich also mit Verlaub gesagt ’nen Scheiss. Und nur weil dein zweitbester Kumpel google das Wort‘ teilrepräsentativ‘ nicht findet, kann man das Gemeinte trotzdem nachvollziehen. Du bist arg manipulierbar in deiner Denke und merkst es nicht mal – ich finde dich schlichtweg niedlich.

    „Auswahl einer Teilgesamtheit“ ist nicht gegeben? Wieso? Jockel läuft nicht mir ’nen Fragenbogen durch die Stadt und fragt jeden X-beliebigen.
    Und die vom Umfrager zugegebenen Restriktionen, die eine Ergebnissverzerrung begünstigen, hast eh in jeder Umfrage – und das meist viel extremer. Mach’s doch einfach mal besser – Betonung liegt auf MACHEN – und wir quatschen nochmal. Dein komischer Tammert-Vergleich war nichtsdestotrotz einfach Null-durchdacht.

    – raus isser –

  16. oh, fuck. *lol*
    mensch, flaminga, warst ja automatisch eingeloggt. Gar nicht gecheckt. also das getippselte von eins weiter oben ist von mir. (keine gespaltene persönlichkeit am Start, teilen uns momentan nur einen PC)

  17. Wie lustig. Ich nehme mal an, kapitulist alias flaminga hat/haben sicherlich auch (mindestens) zweimal gevotet. Na, die Umfrage wird immer repräsentativer.

    @kapitulist: Irgendwann fliegen solche Spamereien von Nerds immer auf. Tut mir leider aber nicht mal leid für Dich…

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