Brasserie Hermann goes Web 2.0

Seit über einem halben Jahr residiert dort, wo Bahnhofstraße und Gützkower Straße aufeinandertreffen, die Brasserie Hermann. Inzwischen – baulich vergrößert durch die Erschließung des Roten Salons – gibt es Restaurant, Kneipe und Raucherraum unter einem Dach, wird das Lokal besucht und stimmt allein die Teilnahme an der kollektiven WM-Hysterie etwas traurig.

ALTE SCHULE MODERNISIERT

hermann greifswaldIm Internet präsentiert sich das Hermann zwar unbehaart, aber dafür schon mit einem Kamm in der Tasche ausgerüstet. Eine klassische Webpräsenz gibt es noch immer nicht und die Veröffentlichung der Mittagskarte erfolgt via Newsletter; ganz alte Schule also. Dieser Verteiler läuft auch nicht über eine eigene Domain, stattdessen erfolgt die Eintragung über eine E-Mail an eine gmx-Adresse. Schade eigentlich, denn die Adresse “brasserie-hermann.de” zum Beispiel wäre frei und man könnte dort die im Wochentakt wechselnde Mittagskarte veröffentlichen. Das Rosmarin in der Petershagen-Allee macht vor, wie sowas aussehen kann.

Seit kurzem ist das Hermann aber mit einer Fanseite im sozialen Netzwerk facebook aktiv und nutzt dort die Möglichkeitenvielfalt der amerikanischen Interaktionsplattform. Es wird auf neue Angebote wie den Sonntagsbrunch hingewiesen, Fotos der Brasserie werden veröffentlicht und vor allem wird kommuniziert. Ein genutzter Feedback-Kanal statt einseitiger Kommunikation, das ist ja schon richtig modern. Allerdings bleiben diese Angebote nur den Nutzerinnen von facebook vorbehalten, schade, denn so erfahren Leute ohne Mitgliedschaft im populärsten Netzwerk der Welt nichts von den Veranstaltungen, die manchmal in den gastwirtschaftlichen Räumen stattfinden.

hermann-brasserie

(Die Fanseite der Brasserie Hermann ist hier erreichbar)

THEATER: “WIR” gegen “DIE”

Diesen Freitag wird zum Beispiel die Theaterpremiere von Homo Pilicrepus – ein Fußballstück aufgeführt. Versprochen wird eine komödiesk-philosophische Annäherung an den gemeinen Ballsportler an und für sich. So bekommt das grassierende Fußballfieber dieser Tage hoffentliche eine kulturelle Entgegensetzung zu spüren. Die Teamvorstellung verspricht einiges, wenn Marx, Beckett, Sartre, Adorno, Nitzsche und Luhmann auf die Funktionsweisen des Fußballspieles losgelassen werden.

Gespiegelt auf dem Hintergrund einer Gesellschaft, die immer komplexer wird, in der es oft unmöglich erscheint, klare, eindeutige Position zu beziehen, erscheinen die Handlungen beim Fußball durch ihre ungebrochene Übertragungsmöglichkeit auf unsere Realität als ein verdichtetes Modell unseres Lebens.

fussballtheaterDas Spiel ist Ein grundlegendes Element unserer Kultur. Der Mensch ist ein Spieler – und ohne seine Lust und Fähigkeit zum spielen hätten sich ganze Bereiche seiner Kultur und Gesellschaftsstrukturen überhaupt nicht entwickelt: die Dichtung, das Recht, die Wissenschaft, die bildende Kunst, die Philosophie und viele andere.

Da alle Spiele, auch jene, aus denen sich unsere Gesellschaft gebildet hat, zunächst freiwillig passieren und den Charakter der Freiheit haben – da ein befohlenes Spiel ja kein Spiel mehr sein kann – entwerfen wir dieses Spiel, „WIR” gegen „DIE”. Die Wissenschaft sagt, der mensch sei der Homo Sapiens, (der Vernünftige), mancher meint, er sei der Homo Faber (der Schaffende), wir aber sagen: der Mensch ist der Homo Pilicrepus, der Ballspielende Mensch!

Das Stück wird nach der Premiere noch am 15., 16., 21., 29. und 30. Juli im Roten Salon der Brasserie Hermann aufgeführt werden.
Fakten: 09.07. | 20.30 Uhr | Brasserie Hermann | 6 EUR (4 EUR Studierende)
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KENNST DU DIE BRASSERIE HERMANN?

Im Januar führte ich eine Umfrage durch, um herauszufinden, wie bekannt das Hermann ist.
Innerhalb weniger Tage wurden 130 Stimmen abgegeben. Ganze 40% der Teilnehmerinnen gaben an, das Lokal bereits besucht zu haben. Dagegen meinten 19%, noch nie von dem Restaurant gehört zu haben. Aus reinem Interesse möchte ich an dieser Stelle die gleiche Umfrage nochmal wiederholen und bin gespannt, wie und ob sich die Datenlage verändert.

Kennst du das Hermann?

  • Ja, ich war auch schon dort. (61%, 89 Votes)
  • Ja, aber ich bin noch nie hineingegangen. (32%, 46 Votes)
  • Ich habe noch nie davon gehört. (8%, 12 Votes)

Total Voters: 146

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7 Gedanken zu „Brasserie Hermann goes Web 2.0

  1. Was nicht ist, kann ja noch werden. Vielleicht gelingt es ja unserem Lieblingsblogger, in Sachen webpage- Gestaltung da nochmal einen Auftrag an Land zu ziehen 😉
    Dass jetzt soviel über facebook läuft finde ich auch schade. Ich beispielsweise werde mich niemals beim Oberboss aller Datenkraken anmelden – und bin so scheinbar von vielen web-Aktivitäten ausgeschlossen. Aber ich kann ja auch einfach mal im real-life ins Hermann gehen.

  2. Jaja…Facebook, Datenkrake (moment mal, war das nicht Google?) usw.usw.

    Mal ehrlich, für viele ist Facebook Alltag – sicher nicht Religion, aber so gewöhnlich wie Schuhe anziehen und Zähne putzen. Zumindest für die, die das Netz nutzen, um Tipps über Restaurants u.ä. abzugreifen. Für alle anderen ists doch eh egal, ob Facebook, Webpage, Blog oder Telefonbucheintrag!

    Also ist es doch für eine Lokalität der einfachste, billigste und mit dem besten Aufwand/Nutzen-Verhältnis versehene Weg, per Facebook auf sich aufmerksam zu machen, insbesondere, wenn man Breitenwirkung erzielen will (Netzeffekte nutzen etc.).

    By the way, ich war zum WM-Viertelfinale da, und mal abgesehen von Tonproblemen fand ichs angenehm und nett. Nicht zu eng, Raucher ganz klar getrennt und damit nicht störend, Bedienung war flott und zuverlässig, trotz sicher etwas höherer Frequentierung als im Alltagsbetrieb. Die Pommes waren Klasse, das Bier wie es sich gehört und es gab sogar einen alkoholfreien Cocktail, womit man sicher nicht Heerscharen anlockt, aber was das Angebot positiv abrundet.

    Ich wünsch dem Hermann viel Erfolg (aus dem fernen Hamburg)…

  3. “Inzwischen – baulich vergrößert durch die Erschließung des Roten Salons – gibt es Restaurant, Kneipe und Raucherraum unter einem Dach, wird das Lokal besucht und stimmt allein die Teilnahme an der kollektiven WM-Hysterie etwas traurig.”

    Bin ich der Einzige der das hakelig findet oder liegts an meinem Sprachverständnis..? Der Verweis auf den Inhaber dieser Meinung könnte helfen die Sache abzurunden…

    “und MICH stimmt allein dies und jenes etwas traurig”

  4. Inzwischen gibt es Restaurant, Kneipe und Raucherraum unter einem Dach, inzwischen wird das Lokal besucht und inzwischen stimmt allein die Teilnahme an der kollektiven WM-Hysterie etwas traurig.

  5. “Inzwischen wird das Lokal besucht und stimmt allein die Teilnahme traurig…”

    “Inzwischen wird das Lokal besucht und allein die Teilnahme an … stimmt traurig”

    Bei aller Liebe… das ist mehr als hakelig… allein schon weil objektive Tatsachen wie Raucherraum mit subjektiven Empfindungen wie kollektiver WM Hysterie verknüpft werden…

  6. Martin, nimm es locker, hakelig hin oder her. veröffentlicht ist veröffentlicht und bei der doch relativ zeitaufwendigen textproduktionsfrequenz, von der auch du oft genug etwas mitnimmst, kann und muss nicht jeder satz brilliant sein. ich bedanke mich natürlich aufs allerherzlichste für jeden vorschlag und jede korrektur. das die angebotenen texte und positionen hier hypersubjektiv sind, sollte aus dem untertitel dieses internetangebotes hervorgehen.

    in diesem sinne einen schönen abend!

  7. Hey, das war nicht meine Absicht… letztlich ein Staubkorn im Universum, mehr Bedeutung ist einem evtll. Fehler hier nicht beizumessen…
    Hauptsächlich ist ja gerade Sommer… der Rest ist mir sowieso egal 🙂
    Und weil heute auch noch ein spannendes Fussballspiel ausgetragen wird … 😉

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