OZ weidet Schicksal der Ebay-Tattoo-Mutter aus

Die Verantwortlichen aus der Bachstraße müssen sich auf ihre boulevardeske Topstory, die sie in den vergangenen Tagen unermüdlich weitertrieben und -pflegten, gefreut haben. Nachdem das Schicksal der 19jährigen, die ihre Haut als Werbefläche bei der Auktionsplattform ebay anbot und der wenig später ihr Kind entzogen wurde, eigentlich schon ausgeweidet war, erschien heute – begleitet von einem überdimensionierten Foto – der nächste Artikel mit viel Gefühl und wenig Inhalt.

Diese Kuh wird ausgemolken, bis nichts mehr geht. Das arme Ding merkt vermutlich nicht, wie es zur Auflagenstabilisierung instrumentalisiert wird, und der Redaktion ist auch wirklich nichts zu privat, um es nicht an die Öffentlichkeit zu hieven.

Bei soviel Investigation hat die Aufmerksamkeit für die Pressemitteilung der für Greifswald zuständigen Polizeidirektion Anklam nicht mehr gereicht. Die dort überfallene 90jährige Rentner

in wurde kurzerhand nach Greifswald verfrachtet, denn auch hier gibt es eine Rigaer Straße, von einer Stockholmer Straße fehlt allerdings bislang jede Spur. Die Pressemitteilung im Original gibt’s hier.

*Update* 19.09.

Reklame

Der letzte Absatz ist falsch. Dem genannten Artikel steht ein deutlicher Ortsverweis voran. Bei aller Unpässlichkeit von Anklamer Nachrichten im Greifswalder Lokalteil war diese Kritik unangemessen.

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18 Gedanken zu „OZ weidet Schicksal der Ebay-Tattoo-Mutter aus

  1. „Das arme Ding“ wurde „vor vier Jahren im Betreuten Wohnen in Greifswald untergebracht, weil sie psychisch krank ist“. „Scheer hat in dem Gespräch herausgearbeitet, dass die Schuld hierfür nicht an einer Vernachlässigung beim Jugendhilfeträger lag. Vielmehr hätte Marie einen Rückfall erlitten, weil sie den Medienrummel nicht verkraftet habe, der nach ihrer Ebay-Anzeige entbrannt war, bei der sie ihre Haut als Tattoo-Werbefläche anbot.“ (OZ)

    Über das „arme Ding“ haben ausschliesslich OZ und Lübecker Nachrichten (s. Google-News) berichtet .

    Die OZ wird unter Fischer und Degrassi immer widerlicher! Da wünscht man sich doch fast den CDU-hörigen Amler zurück.

    Degrassi ist übrigens die Hegemann der OZ. Am 16.09. hat die Online-Redaktion einen Artikel veröffentlicht, von dem Degrassi gleich ganze Passagen fast wortgleich übernommen hat. http://www.ostsee-zeitung.de/greifswald/index_artikel_komplett.phtml?param=news&id=2895360

  2. Wir könnten ja alle zusammenlegen und der armen jungen Mutter ein Tattoo „OZ ist doof“ oder ähnliches spendieren. Dann aber an prominenter Stelle…

  3. bei der meldung zur oma steht doch ganz vorne anklam. stand das im lokalteil greifswald oder wieso schreibst du, dass die oz das nach hgw verfrachtet hat?

  4. @flo @nico:
    Ihr habt völlig recht. Ich habe den Ortsverweis Anklam überlesen. Mein letzter Absatz ist also grober Unfug!
    Dennoch finde ich die Anklamer PMs hier fehl am Platze. Dachte auch, das man dort eine andere Ausgabe liest und dieser Verweis insofern im Regionalteil hätte stehen müssen.

  5. macht ja im grunde nichts. wenn die kritik heute ungerechtfertigt war, hat die oz eben eine art „guthaben“ für das nächste mal. „beklaut“ – gehts vielleicht noch ein bisschen umgangssprachlicher? wie wärs bei nächsten mal mit „bockmist: autofahrer überfährt reh“ oder „cdu verkackt die landtagswahl“?

  6. OZ HGW heute:

    „Stralsund ärgert König – bröckelt die Front der Kreisreform-Gegner – geht … von der Fahne – sorgt … für Stirnrunzeln – polterte König – Rumms!“

  7. Irgendwie muss sich der Schreibstil ja dem Niveau der Leserbriefe annähern. Wäre doch nachteilhaft, wenn sich die Zeitungsmacher zunehmend von den pöbelnden Rentnern entfremden.

    Schön auch der Nordkurier, der das Engagement eines Sebastian Jabbusch heute in der Überschrift auf den Nenner „Unruhestifter“ bringt.
    Das ist der Jargon, den man hören will, wenn man lieber unter sich bleibt im Norden.

  8. unruhestifter wäre für s.jabbusch ja doch ziemlich schmeichelhaft. öffentlichkeitsgeil triffts wohl eher…denn schlechte pr gibt es ja bekanntlich nich ^^

  9. Jemand, der den Arsch in der Hose hat für politische Belangen seine Kraft, seine Zeit und sein Gesicht herzugeben ist also automatisch öffentlichkeitsgeil?

  10. ach zorro, is immer wieder lustig wie selektiv du lesen kannst 😀
    in der form in der die besagte person das tut könnte man auf den gedanken kommen dass ihm öffentlichkeit besser gefällt als dem durchschnitts-anonymus. es gibt auch jede menge formen des politischen engagements die ohne namensnennung auskommen…
    aber wenner drauf steht, ich werd ihn sicher nich abhalten. is nur nich nach meinem geschmack und das werd ich auch weiter so äußern. alles weitere würde wohl zu ner diskussion über die notwendigkeit von berufspolitikern führen, und ich ahne was dabei rumkommen würde ..|.,

  11. Ich verstehe nicht, wieso du Kritik immer so gallig auffasst, dann aber lakonisch versuchst, mich doof da stehen zu lassen. Meinst du, das berührt mich auch nur im geringsten. Ich habe nicht selektiv gelesen. Dein Kommentar und die Verwendung des Wortes „öffentlichkeitsgeil“ ist ja wohl relativ eindeutig, oder willst du das bestreiten?
    Klar, es gibt genug Formen des politischen Engagements die ohne Namensnennung auskommen. Aber Jabbusch war studentischer Senator, warum sollte er diese Position nicht auch nutzen? Seinen Namen aus dem Spiel zu lassen war da mehr oder weniger unmöglich. Eine Kampagne wie Uni ohne Arndt brauchte ein Gesicht. Guess what: da waren noch 15 andere, die ihren Namen nie genannt haben und auch viel geleistet haben. Diesen Menschen tut man Unrecht, wenn man die Kampagne auf SJ reduziert. SJ tut man Unrecht, wenn man seine Verdienste auf Öffentlichkeitsgeilheit reduziert. Aber Missgunst und Neid ist allgegenwärtig…

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