Peinlich: OZ kopiert beim Fleischervorstadt-Blog

Am vergangenen Wochenende durfte man auf die Greifswalder Ausgabe der Ostsee-Zeitung gespannt sein, wurde doch am Vortag angekündigt, über die Grazer Immobiliengeschäfte des Petruswerk/Avila-Gruppe zu berichten. Einen Tag später wurde in der Lokalzeitung der von Katharina Degrassi geschriebene Artikel veröffentlicht – im wesentlichen eine stark gekürzte Zusammenfassung des Beitrags Die Greifswalder Einkaufstour des Immobilienmagnaten Douglas Fernando, der hier bereits am 8. Feburar erschien.

QUELLE: TAGESZEITUNG

Bis dahin gibt es an der Arbeit der Redaktion wenig auszusetzen, doch Katharina Degrassi verzichtet wohlweislich auf eine genaue Quellenangabe und gibt an, dass „zahlreiche Greifswalder Internetblogs“ über das Thema berichtet hätten. Da strenggenommen genau ein ausführlicher Beitrag zu diesem Thema auf exakt einem Blog erschienen ist, hätte diese Quelle konkretisiert werden müssen, oder um es mit den Worten des OZ-Watchbloggers Ulrich Meyke zu sagen: „Das wäre auch genauso, als übernähme jemand etwas aus der OZ, schriebe es etwas um und darunter: Quelle: Tageszeitung„.

Den Originalbeitrag hat Degrassi wohl gründlich studiert, denn es kommt noch besser: Der Artikel ist mit einer Grafik bebildert, die es in verblüffend ähnlicher Machart ebenfalls bereits vier Tage zuvor schon gab – als Teil des auf dem Fleischervorstadt-Blog veröffentlichten Beitrags.

Ostsee Zeitung Plagiat

LIEGT ES AN DER BORNIERTHEIT DES HAUSES?

Warum sich Degrassi so großzügig bedient und dann einer Angabe ihrer Quelle schuldig bleibt, ist reine Spekulation. Mitunter ist sie der arroganten Borniertheit des Hauses anheimgefallen, die immer dann zutage tritt, wenn die Redaktion ihre journalistische Arbeit schönredet oder sogar rechtfertigen muss. Benjamin Fischer, ihr Leiter, versprach einen neuen Lokaljournalismus in Greifswald etablieren zu wollen, an den sich einige hier offenbar erst gewöhnen müssten.

ostsee zeitung lügtAber wer will sich überhaupt an eine Zeitung gewöhnen, die in nicht endenwollender Kontinuität nicht als solche gekennzeichnete Pressemitteilungen veröffentlicht, Artikel aus renomierteren Zeitungen ohne Angaben der Urheberschaft kopiert und sich inzwischen auch immer großzügiger im Netz bedient, seien es die Komplettübernahme ganzer Passagen bei Wikipedia oder eben ein Fall wie der vorliegende.

(Foto: S.Schmidt)

LINKGEIZ & SILVERSURFER

Vielleicht ist das Verhalten der Redaktion sogar als Miniaturpuzzleteil eines Rückzugsgefechtes zu verstehen, denn die holzmedialen  Journalistinnen sind seit Jahren mit einer fortwährend wachsenden Zahl von Informationsangeboten im Netz konfrontiert und empfinden diese Entwicklung mitunter als so große Bedrohung, dass sie so wenig wie möglich darauf hinweisen möchten. In der Netzsprache wird ein vergleichbares Verhalten mit dem Wort Linkgeiz beschrieben.

Am Ende steckt in dieser Haltung die Befürchtung davor, dass auch die Leserinnen der Ostsee-Zeitung immer zahlreicher das Internet für sich entdecken. Ein Großteil ihrer Leserschaft gehört schon kraft ihres Alters zu den Silversurfern – der schnellstwachsenden Gruppe im Netz.

Auch Greifswalder Blogosphäre wird inzwischen von – überwiegend männlichen – Usern jenseits der 50er-Marke mitgestaltet, die sich zum Beispiel auf dem Blog der Grünen austoben oder eigene Präsenzen pflegen, wie Jost Aé. Aus dessen Feder stammte auch ein Artikel, den die Ostsee-Zeitung vor einigen Wochen übernahm und der ausnahmsweise mit Quellenangabe veröffentlicht wurde.

30 Gedanken zu „Peinlich: OZ kopiert beim Fleischervorstadt-Blog

  1. Au weia! Auch die OZ hat eine Greifswaldkarte genommen und Bilder raufgesetzt! Verblüffend ähnliche Machart? Es ist eine Karte und ein paar Fotos, mehr nicht. Es wurde nichtmal eine relevante Schöpfungshöhe erreicht, die eine Quellenangabe rechtfertigen würde.

  2. @Roman:

    Es ist eine Karte mit Fotos von Häusern und Markierungen, wo Petruswerk nicht erfolgreich war. Dem ganze Artikel inklusive dieser Grafik ist NICHTS neues von Degrassi hinzugefügt worden. Insofern empfinde ich das als Dreistigkeit.

  3. Hmm, ich stimme Roman da eigentlich zu. Ok, die Idee ist nachgemacht … aber .. äh, eigentlich sogar besser. Ein Remix sozusagen. Obwohl die Fairness sicher eine Quellenangabe oder freundliche Erwähnung der Ursprungsidee nett gewesen wäre. Aber dann müsste die OZ ja ihrer Leserschaft erklären was ein Blog ist 😉

  4. @Roman, @Jockel
    Ich glaube, es ging auch weniger um die Karte als um das dreiste Kopieren von Artikeln. Wenigstens zu einer exakten Quellenangabe hätte es langen müssen.

  5. So ganz verstehe ich nicht, warum du dich an diesem Wurstblatt abarbeitest. Die OZ klaut Content — was für eine Neuigkeit! Im Grunde schreibt man der Zeitung damit eine Relevanz zu, die sie nicht mehr hat.

    PS @ @Jockel: Dazu müsste die OZ erstmal wissen, was ein Blog ist. Mal sehen, was Wikipedia dazu schreibt…

  6. Man muss das übrigens auch mal im Zusammenhang mit der von den Verlegern angezettelten Diskussion um ein „Leistungsschutzrecht für Presseverlage“ sehen.

  7. Der Lokalchef hat sein Versprechen eines neuen Lokaljournalismus eingehalten. Die Gewöhnungsphase haben wir aber nicht überstanden. Was Amler nicht schaffte, nach einem halben Jahr Fischer/Degrassi wurde das Abo gekündigt.

  8. @Roman: Es geht doch um den Diebstahl GEISTIGEN Eigentums und der liegt hier ja wohl eindeutig vor und zwar auch und sogar besonders bei der Karte. Welche von beiden besser gelungen ist, ist Geschmacksfrage und ich glaube auch kaum, dass hier es darum geht, wer’s hübscher gemacht hat.

  9. Was für eine Überraschung, OZ-Journalismus wie beim großen VorBILD*.
    Ziemlich Sauerei sowas und irgendwie unlustig, weil hier einer recherchiert – sprich: arbeitet und Geld ‚verdiente‘ und diejenigen die für ihre Arbeit bezahlt werden, das Geld nicht (ganz) ‚verdienen‘. Die Karte ist ganz klar adaptiert, der Inhalt des OZ-Textes war mir auch nicht wirklich neu – das ist einfach nur fieser Diebstahl von geistigen Eigentum und bleibt Urheberrechtsverletzung! (http://bundesrecht.juris.de/urhg/__23.html)
    Wenn ein bezahlter Journalist nicht umhin kommt, sich woanders zu bedienen, um sein Geld zu ‚verdienen‘, sollte er ja wohl wenigstens anständig verweisen. Aber das ja alles arrogante Absicht, keine Unwissenheit und genau das ist das Schlimme. Und alle gucken zu.

    Jockel, ich würde an deiner Stelle einfach mal in deinem Beiträgen auf CC-Lizenzen verweisen, obwohl dein Urheberrecht auch ohne dieses CC Bestand hat. Normal musst du sogar gefragt werden, ob du einer Vervielfältigung zustimmst oder nicht. So wissen dann aber beide Seite bescheid was geht und was nicht gewünscht ist (http://de.creativecommons.org/was-ist-cc/).

    Dein Impressum könntest auch ganz scharf um eine Urheberrechtklausel erweitern, finde ich – Wenn dann immer noch sowas abgeht, wende dich halt an einen Juristen deines Vertrauens. Könnte auch ein interessantes Projekt für einen Jura-Studierenden sein. Jammern hat jedenfalls noch nie geholfen.

    *passende Anekdote aus Leipzig:
    http://www.danielgrosse.com/blog/2010/01/06/recherche-2-0-bild-leipzig-kopiert-liste-der-rodelberge/

  10. @kapitulist: Lustigerweise sind – unabhängig von dieser Sache – seit gestern Abend endlich alle Texte unter einer CC-Lizenz (BY-NC-SA 3.0).

    Ich finde es überhaupt nicht schlimm, dass die OZ auf Informationen aus diesem Blog zurückgreift, im Gegenteil. Mich ärgert nur, dass all das als Eigenleistung verkauft wird. Mir ist auch egal, welche Grafik schöner ist und ihre ‚entschärftere‘ Version ist ohne Frage weit seriöser und kompatibler. Diese Grafik rundete nur noch den Gesamteindruck ab, den der ganze Artikel versprühte.

    Ich habe ein Problem mit der grundsätzlichen OZ-Haltung:

    1. Online-Medien nicht ernst nehmen
    2. Fremdinhalte als eigene Inhalte zu verkaufen
    3. Online-Medien nutzen und nicht auf die Quellen zu verweisen (Ausnahmefall Jost Aé)

    Ich finde es borniert, Woche für Woche den Eindruck zu verbreiten, alles zu wissen und zu kennen, die Quellen aber, von denen das Wissen zitiert wird, bedeckt zu halten. Meine Wertschätzung für entsprechende Texte steigt, je quellenreicher, informierter und transparenter sowas aufgezogen wird, obendrein weisen sich die Autoren dann in der Hinsicht aus, dass sie sich umgesehen haben, recherchierten und positionierten. Niemand weiß alles und ich finde das Zitate und Verweise einen Text eher stärken als schwächen.

    Einen Juristen werde ich ganz gewiss nicht rufen, für mich ist das eine berufsethische, keine juristische Frage.

  11. @Jockel:
    find ich super mit der CC-Lizenz, jetzt grad auch gesehen im Impressum. Klare Ansagen helfen ja manchmal (Anm.: obwohl man die 6 Stufen glaub ich auch auch irgendwie separat auf den Beitrag verlinken könnte, glaub ich. Also dann wären deine potenziell gefährdeten Beiträge unübersehbar ‚gestempelt‘, meine ich – deutlicher gehts ja dann echt nicht mehr.)

    Das Problem hätte ich an deiner Stelle aber auch, extrem hätte ich das. Ehrt dich, deine Einstellung, aber eben, es ist der Berufsethos … wenn daran zu appelieren plötzlich hilft, klar, wäre ja alles super. Aber diese Borniertheit ist ja nunmal von totaler Ignoranz und Arroganz geprägt, nicht von Beschränktheit oder sowas. Und gerade deshalb fände ich bei weiterer Nichtachtung des Berufsethos den juritischen (logischen) Folgeschritt richtig: „Jurastudenten hebeln Selbstbedienungs-Mentalität von Lokalzeitung aus“ Hach, was für’nen feines Studi-Projekt wäre das – was gäbe das für’ne Schlagzeile. Jahja, hab verstanden, kommt für dich nicht in die Tüte, aber schöner Traum 😉

    @OZ:
    Liebe OZ-Redaktion,
    es ist absolut nicht schlimm und niemand lacht euch aus, wenn ihr preis gebt wo genau recherchiert wurde oder von wo die Meinungen aufgegriffen wurden. Das nennt man lediglich Berichterstattung. Gelacht wird nur wenn andersrum.

  12. Lieber Jockel, Karten, insbesondere vom Greifswalder Stadtgebiet, verwenden wir schon länger – und zwar zu ganz unterschiedlichen Themen. Insofern stellt sich die Frage, wer hier von wem die Ideen kopiert. Zudem basiert deine durchaus sehr lobenswerte Geschichte zum Großteil auf Grundlage von OZ-Artikeln, hinter denen eine aufwändige Recherche steht, die weit über das Bedienen von Google hinausgeht. Wir hätten uns also bestenfalls selbst zitieren können. Fang an, eigene Fakten zu recherchieren und du wirst namentlich zitiert, so wie das üblich ist. Leider gehen deine Texte im Gegensatz zu denen in anderen Greifswalder Internetportalen selten über die von dir gepflegte Medienschelte hinaus (Lektüretipp: Axel Hacke im akt. SZ-Magazin über Wut in Fußball und Internet), die du offenbar zu leben brauchst. Dennoch bin ich froh, dass du zu unseren treusten und kritischsten Lesern gehörst.

    Viele Grüße
    Benjamin

  13. @Benjamin Fischer:
    Ich habe niemals behauptet, dass ich der Ideenschöpfer in Sachen Kartenverwendung wäre. Nur wie schnell ihr „eigene Fakten“ recherchiert habt, „die weit über das Bedienen von Google hinausgehen“ ist mir insbesondere in Bezug auf das Graz-Kapitel schleierhaft.

    Die OZ hat über einen langen Zeitraum kontinuierlich darüber berichtet, weswegen auch gleich an mehreren Stellen auf die OZ-Informationen hingewiesen wurden, so sie richtig sind. So hochwertig und kostbar wie dargestellt waren diese Infos aber nicht immer, denke ich zum Beispiel an die Angaben des Kaufpreises der Straze, von denen im OZ-Archiv allein vier verschiedene und in eklatanter Weise voneinander abweichende Höhen zu finden sind. Oder das Hotel, dass durch die Toprecherche der OZ kurzerhand von Linz nach Köln verlegt wurde.

    Manchmal ist Mr. Google gar nicht so verkehrt für eine genaue Recherche – hättet ihr das Hotel mal lieber mit Streetview zu finden versucht und euch nichts in die Artikel diktieren lassen!

    Was Leserinnentreue angeht stimme ich dir gerne zu, mittlerweile bin ich seit über 18 Jahren OZ-Leser und beginne jeden Tag mit der Lektüre dieses Blattes.

    Leider gehen deine Texte im Gegensatz zu denen in anderen Greifswalder Internetportalen selten über die von dir gepflegte Medienschelte hinaus, die du offenbar zu leben brauchst.

    Zum Leben bräuchte ich eigentlich eine starke Lokalzeitung und keine Medienschelte, die übrigens nur einen kleinen Teil der hier veröffentlichten Beiträge betrifft. Lektüretipp: Geh mal ins OZ-Archiv und guck dir die Greifswalder OZ-Ausgaben der früheren Neunziger Jahre an, vielleicht inspiriert dich ja dieser engagierte und positionierte Journalismus 😉

  14. @Benjamin Fischer (moralisch verantwortlicher Konsenssoßenschreiber einer Monopolzeitung) <- ist Spaß 🙂

    "üblich ist" Häh? Im Degrassi-Text steht doch "zahlreiche Greifswalder Internetblogs"; also wird doch auf mittelmäßig recherchierende Blogs verwiesen, falsch zwar, denn es war nur der Fleischervorstadtblog.

    Wer Karten verwendet ist deshalb IMMER Innovatur? Beim OZ-Petruswerk-Artikel ist aber nicht nur die Karte, auch der Inhalt zeitlich zu nahe an dem Fleischervorstädtischen-Artikel herausgehauen worden, dass Impulsgeber und Innovator eindeutig ein einzelner Schreiber ist.

    Neben dem Marktführer gibt es noch weitere (Spezial-)Suchmaschinen und tolle "Internettools", die zur Recherche verwendet werden können. Leider aber nicht von den klassisch "erzogenen" Journalisten.

    Für die Zeitung wird gezahlt; beim Fleischervorstadtbog ist dies nur Aufmerksamkeit, Zeit und vielleicht das Klicken auf passende Werbung. Auch hier wird recherchiert, die Quellen angegeben (Ausnahmen bestätigen die Regel und werden entschuldigend korrigiert) und dann geschrieben. Der Autor spricht auch mit Menschen außerhalb seines Hauses, doch ist er im Gegensatz zur Bachstraße nicht hauptberuflich als Journalist aktiv, nur nebenberuflich: Jockel ist henauso Journalist wie die OZ-Texter. Mangelhafte Recherche vorzuwerfen und dabei selbst nur eigenschränkte Quellen zu befragen und dann noch weniger anzugeben um vermeintliche Scoops und deren Quellen nicht zu verraten ist "erbärmlich". (Ich entschuldige mich für das böse Wort.) Wie sieht denn die Recherche aus: Hin zur Bürgerschaftssitzung, hin zu den Ausschüssen, hin zu Presseterminen, hin zum Gericht und dann hoffen, dass irgendetwas passiert oder jemand mit mir, dem "großartigen" (sorry!) Benjamin Fischer (SPD-nah) spricht. Gern auch heimlich, denn dann kann ich aus Mücken wieder Elephanten machen…

    Themenvorschläge für die Ostsee-Zeitung in Greifswald:

    – Arbeitslosenquote inklusive ALG 2-Empfänger, …
    – Amterhäufung zwischen Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Sport, Uni, Krankenhäuser und mögliche Interessenkonflikte
    – Abklopfen der Wahlversprechen des OB Königs und ALLER Parteien
    – Prekere Arbeitsbedingungen bei Hansayacht, ML&S
    – Wo ist eigentlich der Bundestagsabgeordnete und was macht dieser für Greifswald?
    – und noch viele mehr, denn es gibt neben Verlautbarungsjournalismus, Pseudoereignisjournalismus und Veranstaltungsinhalte nachplappern noch unzählige weitere Themen

    Außerdem wünschenswert:
    – Argumente statt Parolen, wenn Menschen zitiert werden (erste Teil gilt auch für Kommentare auf Internetseiten)
    – wenn etwas schlecht ist, dies auch schreiben. Wenn etwas provinziell ist, dann ist es so und darf gern so bezeichnet werden, denn niemand wird sogleich in den Ryck springen, nur weil seine (Schein-)Identität angegriffen wird

  15. Heute im OZ-Blog:
    Dankbar nehmen die Medien die Themen und Stories auf, die andere „Redakteure“ in professionellen PR-Agenturen konzipieren, komonieren und konfektionieren. Viele Journalisten kommen offenbar auch ohne originäre Informanten aus. „80 Prozent der Journalisten haben gar keinen echten Informanten – sie glauben, der Pressesprecher sei ein
    Informant.“ … http://ostsee-zeitung-blog.blogspot.com/2011/02/denk-ich-leser-in-der-nacht-so-bin-ich.html

    Passend dazu im Online-Auftritt der OZ: TV-Blondine gibt Beziehungstipps http://www.ostsee-zeitung.de/index_artikel_komplett.phtml?param=news&id=3041470

    Wie die aufwändigen Recherchen der OZ aussehen, ist hier http://blog.17vier.de/?p=11718 eindrucksvoll beschrieben.

  16. Peinlich: Nordkurier korrigiert aufwändige OZ-Recherchen.
    … Sozialdezernent Ulf Dembski keine Ambitionen habe, 1. Beigeordneter zu werden. Von ihm war in der vergangenen Woche zu hören, dass er dem Ruf seiner Genossen gemäß bei den in Aussicht stehenden Landratswahlen in Südvorpommern kandidieren will. Dass er mit diesem Plan einen „Deal“ zwischen SPD- und CDU-Fraktion in der

    hiesigen Bürgerschaft habe platzen lassen, wurde von beiden Gremien am Wochenende dementiert. Anlass war ein Bericht in der örtlichen Tagespresse. … http://www.nordkurier.de/lokal.php?objekt=nk.lokales.anklam&id=781365

  17. Haltet den Dieb, kommentiert sinngemäß der Greifswalder Lokalchef, nachdem seine von ihm geschätzte Kollegin Degrassi aus einem Text des Fleischervorstadtblogs geschöpft hatte und die Quelle nicht angab. Mit seinem Diebsgeschrei lenkt er jedoch ungeschickt von der Tatsache der verschwiegenen Quelle ab.

    Er wirft dem Blogger sogar vor, als Grundlage OZ-Artikel verwendet zu haben. (Würde die OZ allein mit Eigenbeiträgen gefüllt werden, wäre sie sehrsehr dünn.) Einen Lacher erzeugte dies: „OZ-Artikeln, hinter denen eine aufwändige Recherche steht“ Was für eine Recherche, ein paar Anrufe?

    Und dann kommt diese Unverschämtheit, die sich aus der Arroganz des Lokalchefs speist:
    „Wir hätten uns also bestenfalls selbst zitieren können.“ Das ist gänzlich falsch. Da hier auch viele gebildete Leser die Sache verfolgen, wähle ich ein Beispiel, das verdeutlicht, wie unverschämt die Behauptung und wie unfähig die Redaktion ist:

    Jemand forscht und findet beim Lesen drei oder vier einzelne Aufsätze eines anderen Forschers, die sein Thema unmittelbar berühren. Er bindet die Ergebnisse des Kollegen in die eigene Arbeit ein (nimmt die Literaturzitate selbstverständlich in seine Literaturregister auf) und verbindet sie mit seinen eignen Ergebnissen zu einem umfassenden, neuen Ganzen. Wäre der mehrfach zitierte Forscher der Lokalchef, würde er nun die neue, umfassende Arbeit nehmen, ein wenig ummodeln und selbst veröffentlichen, als wäre es seine. Schließlich sei er ja mehrfach zitiert worden, würde er jenen erwidern, die ihm vorwürfen, er hätte etwas als unredlich eigene Leistung veröffentlicht.
    Die Kritiker dieses Diebstahls würden dem Mann zudem zu Recht vorwerfen, er hätte ja selbst seine drei oder vier Aufsätze zusammenfassen, mit neuen Erkenntnissen anreichern und als neues, umfassendes Ganzes veröffentlichen können. Aber vielleicht war er von der aufwändigen Arbeit an den Einzelbeiträgen so ermattet, dass er sozusagen den Wald vor lauter Bäumen nicht sah.

    Nun zu der Frechheit, dem Blogger Medienschelte vorzuwerfen. Was der Lokalchef als Medienschelte ansieht ist nichts als die Gegenwehr des Bloggers gegen die Gebaren der Redaktion, sich mit fremden Federn zu schmücken wie der ermattete Forscher es tat. Oder sollte sich der Schöpfer des neuen, umfassenden Ganzen gefallen lassen, bestohlen zu werden?

  18. Hallöchen,

    Ja, ich weiß: Die Blogger sind natürlich immer die Guten und die böse, böse Tagespresse lügt natürlich wie gedruckt, und wenn sie das mal nicht tut, hat sie’s von den Bloggern abgeschrieben. Ganz klarer Fall. Und was hier geschrieben wird, ist natürlich auch immer total unabhängig, tiefschichtig und unglaublich toll recherchiert. Also viel besser, als das miese Zeug, das Berufsjournalisten so den ganzen Tag raushauen, denn die haben ja keine Ahnung von ihrem Job. Aber jedes geblogte Wort ist unschätzbar wertvolles Gold, ganz klar.
    Aber mal im Ernst: Ich komme nicht aus Greifswald und bin noch nicht lange hier, aber was ihr hier so schreibt, damit langweilt ihr mich kolossal. Dann kann es euer geistiges Eigentum sein oder auch nicht – wenn’s nicht interessiert, brauch man’s auch nicht schützen. Da bevorzuge ich ehrlich gesagt die Tagespresse, die allein auf ihrer Internetseite deutlich spannendere Themen anschneidet.

  19. @Alex: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Wenn hier doch schon alles so langweilig ist, warum musst Du denn mit Deinem absolut überwältigend öden Beitrag alles noch schlimmer machen?

  20. @Alex:
    scharfsinniges Kommentar. Ähmm, aber irgendwie am Thema vorbei, vor allem dieser bemüht ironischer, vor oberflächlichen Unterstellungen triefender Einstieg. Wo hast denn das alles hier gelesen, bitteschön? Da hast dir wohl, gelangweilt wie du von dem Gelesenen hier bist, schick was zusammengereimt.

    Hier geht es konkret um lokale Tagespresse (aus Greifswald – ist egal wo du her kommst, weil im Kontext nunmal uninteressant) in der häufig was drin steht was recht zeitnah online schon so ähnlich stand und so getan wird als sei das komplett aus der eigenen Feder entstanden. Darum gehts – nicht um Gut oder Böse, wertvolles Gold oder mieses Zeug. Du liest lieber die Tagespresse – schön, sollte man ja auch. Ich denke darum geht es den meisten hier ja auch – mal gern wieder die lokale Tagespresse zu lesen, aber der fehlt es eben an der journalistischen Qualität und wenn dann noch Blogs ohne Quellenverweise benutzt werden um mal journalistisch zu punkten, tuts richtig weh beim lesen.

    Da dein Kommentar wirklich sehr wirr daher kam, mal ganz anschaulich: stell dir vor jemanden klaut dir dein Hirn und gewinnt damit beim Quiz einen schönen Blumentopf und behält den dann einfach, obwohl’s ja unumstritten deiner wäre – das wäre doch echt nicht schön sowas. 😉

  21. He Alex,
    vielen Dank für deinen Kommentar. Es steht dir natürlich frei, genau diejenigen Medien zu rezipieren, die dich fesseln und interessieren. In der Sidebar ist hier relativ weit oben eine Projekt-Info verlinkt, darin verliere ich ein Worte zum Selbstverstädnis dieses Blogs. Unter anderem versuche ich deutlich zu machen, dass ich mich NICHT als Journalist begreife, sondern als Lobbyist mit klar formuliertem Anliegen.

    Dass du ausgerechnet die OZ spannender findest als diesen Blog ist natürlich deine Sache, hinterlässt in mir aber schon eine gewisse Verwunderung, exemplarisch sei hier der lokale Aufmacher des gestrigen Tages gezeigt: mit „Guten Tag liebe Leser“, dem Interview mit Herrn Donges, dem Artikel und den Stimmen der Bevölkerung wurden insgesamt vier (!) Beiträge einem Thema gewidmet, dass dieser Tage in meinen Augen völlig irrelevant ist, die „TV-Blondinge Katzenberger“ (nochmal ein Dank an Johanna für den weiter oben aufgeführten Themenkanon, den die OZ bearbeiten KÖNNTE).

    http://blog.17vier.de/wp-content/werbung/katzenberger.jpg

    Du musst natürlich für dich entscheiden, was du lesen willst. Die Unterschiede zwischen einem Blog und einer Tageszeitung müssen dir ja nicht mehr erklärt werden. Insofern würde ich mich sehr darüber freuen, wenn du dem Fleischervorstadt-Blog gewogen bleibst, auf dem glücklicherweise nicht nur die lokale OZ verhandelt wird, und vielleicht die Ostsee-Zeitung in Zukunft mit kritischeren Augen zur Hand nimmst. Eine empfehlenswerte Seite, wo sehr streng mit dem Lokalblatt ins Gericht gegangen wird, ist Lupes OZ-BLog: http://ostsee-zeitung-blog.blogspot.com .

    Dir einen schönen Tag, Alex!

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