Fleischervorstadt-Blog https://blog.17vier.de Greifswald Galore Wed, 06 Mar 2019 14:27:02 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.0.3 https://blog.17vier.de/wp-content/uploads/2016/11/cropped-blogicon2-32x32.jpg Fleischervorstadt-Blog https://blog.17vier.de 32 32 Nachttanzdemo zum Internationalen Frauentag https://blog.17vier.de/2019/03/06/nachttanzdemo-zum-internationalen-frauentag/ https://blog.17vier.de/2019/03/06/nachttanzdemo-zum-internationalen-frauentag/#respond Wed, 06 Mar 2019 14:27:02 +0000 https://blog.17vier.de/?p=50220 Nachttanzdemo zum Internationalen Frauentag weiterlesen]]> Am Internationalen Frauentag findet in Greifswald eine Nachttanzdemo statt. Unter dem Motto dem Motto „Ich will keine Rosen, ich will anerkannte Rechte!“ wird eine stärkere Gleichstellung von Frauen und queeren Personen eingefordert.

„Am 8. März ist internationaler Frauen(kampf)tag. Schon seit über 100 Jahren streiken, streiten, kämpfen und tanzen wir für unsere Rechte und gegen Unterdrückungsmechanismen denen wir tagtäglich ausgesetzt sind. Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit besteht bisher (wenn überhaupt) nur formal auf dem Papier und ist nicht die Realität von Frauen und Queers. Wenn Gleichberechtigung als selbstverständlich oder wenn bestehende Ungleichheiten durch „naturgegebene“ Unterschiede zwischen Mann und Frau erklärt werden, ist das gefährlich und verschweigt, was durch feministische Kämpfe erreicht werden konnte.

Nachttanzdemo Internationaler Frauentag Greifswald

Solange Frauen und Queers in unserer patriachalen Gesellschaft unterdrückt werden und unsichtbar gemacht werden, bleiben wir laut und ungemütlich! Weltweit breitet sich eine Bewegung von streikenden Frauen und Queers aus. Auch in Greifswald streiken, streiten, kämpfen und TANZEN wir!“

Fakten: 08.03. | 17.30 | Hauptbahnhof

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Offener Brief an die Abgeordneten des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern zum NSU-Untersuchungsausschuss https://blog.17vier.de/2019/01/17/offener-brief-nsu-untersuchungsausschuss-mv/ https://blog.17vier.de/2019/01/17/offener-brief-nsu-untersuchungsausschuss-mv/#respond Thu, 17 Jan 2019 20:49:23 +0000 https://blog.17vier.de/?p=50181 Offener Brief an die Abgeordneten des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern zum NSU-Untersuchungsausschuss weiterlesen]]> Wir begrüßen, dass es nach den vielen Jahren seit der Selbstenttarnung des rechtsterroristischen Netzwerkes „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) doch noch zu der Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses in Mecklenburg-Vorpommern gekommen ist. Auch nach dem Urteil im Münchener NSU-Prozess bleiben vor allem für die Angehörigen und Betroffenen der Terrorserie zentrale Fragen unbeantwortet: Wie groß war das NSU-Netzwerk in Wirklichkeit? Wie und durch wen wurden die Tatorte ausgesucht? Welche Rolle spielten staatliche Behörden in der Mordserie? Wie viele V-Leute des Verfassungsschutzes gab es noch im Umfeld des NSU?

Transparent, das an den Mord an Mehmet Turgut erinnert

(Foto: nsu-watch.info)

Mit dem Mord an Mehmet Turgut 2004 in Rostock, Banküberfällen 2006 und 2007 in Stralsund, sowie verschiedenen Verbindungslinien zur hiesigen Neonaziszene stellte Mecklenburg-Vorpommern einen bedeutenden regionalen Schwerpunkt des NSU-Terrors dar. In der juristischen und politischen Aufarbeitung war Mecklenburg-Vorpommern bisher jedoch kaum ein Thema, weder im Münchener Prozess noch in anderen Untersuchungsausschüssen. Gerade daraus ergibt sich für Sie im Landtag und insbesondere für die Arbeit des Untersuchungsausschusses eine besondere Verantwortung.

Wir fordern daher:

Es darf auch nach dem Prozessende in München angesichts der vielen offenen Fragen für Mecklenburg-Vorpommern keinen Schlussstrich in der Aufklärung der NSU-Verbrechen geben. Das Versprechen einer lückenlosen Aufklärung der NSU-Verbrechen muss eingelöst werden. Insbesondere der Mord an Mehmet Turgut in Rostock wurde in der Vergangenheit kaum beleuchtet. Die Angehörigen der Opfer, sowie alle Betroffenen rassistischer Gewalt haben einen Anspruch auf solche Aufklärung.

Ebenso müssen die Verbindungen des rechtsterroristischen Netzwerks zur Neonazi-Szene in Mecklenburg-Vorpommern offengelegt werden. Immer wieder gibt es schwerwiegende Hinweise, dass der NSU auch hier vor Ort unterstützende Personen hatte.

Für den Untersuchungsausschusses fordern wir zudem, dass seine Mitglieder transparente Arbeit in öffentlichen Sitzungen leisten, um dem gesellschaftlichen Interesse des Themas gerecht zu werden. Weiterhin erwarten wir ein zügiges Vorankommen bis zum Ende der Legislatur, welches von einem Willen zur Aufklärung geprägt ist und nicht von parteipolitischem Kalkül.

Wir leben in einer Zeit, in der sich gesellschaftliche Debatten verschärfen, in der rassistische und andere menschenfeindliche Äußerungen zunehmend toleriert und alltäglich werden. In solch einem politischen Klima steigt die Gefahr, die von rechten Terrornetzwerken ausgeht, massiv. Gerade deshalb braucht eine zunehmend verunsicherte Gesellschaft eine konsequente Aufklärung des NSU Komplexes. Wir sind davon überzeugt, dass nur so künftige Fehler und vermeintliche Ermittlungspannen vermieden werden können.

Rostock im Dezember 2018

Erstunterzeichnende: Initiative „Mord verjährt nicht!“, Bunt statt braun e.V. Rostock, Migranet-MV – Netzwerk der Migrantenorganisationen in Mecklenburg-Vorpommern, MIGRO – Migrantenrat der Hanse- und Universitätsstadt Rostock, LOBBI MV – Landesweite Opferberatung, Beistand und Information für Betroffene rechter Gewalt in Mecklenburg-Vorpommern, Arbeitskreis Kritischer Jurist*innen Greifswald, Ökohaus e.V. Rostock, Fabian Scheller, Geschäftsführer Deutscher Gewerkschaftsbund Region Rostock-Schwerin, Tilman Jeremias, Ev.-Luth. Kirchenkreis Mecklenburg, Juri Rosov, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Rostock

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Greifswald im Fokus der Identitären Bewegung (?) https://blog.17vier.de/2018/11/18/greifswald-identitaere-bewegung/ https://blog.17vier.de/2018/11/18/greifswald-identitaere-bewegung/#respond Sat, 17 Nov 2018 23:09:59 +0000 https://blog.17vier.de/?p=50160 Greifswald im Fokus der Identitären Bewegung (?) weiterlesen]]> Ein Gastbeitrag von Michael Kemplin

Am Samstag versuchten Mitglieder der sogenannten „Identitären Bewegung“ eine Veranstaltung an der Universität Greifswald zu stören – und liefen dabei komplett auf. Diese und vergangene Aktionen der vom Verfassungsschutz beobachteten Gruppierung weisen aber darauf hin, dass Greifswald verstärkt ins Zentrum der Rechtsextremen rückt.

So hatte sich Dr. Eric Wallis seinen Vortrag auf der 24h-Vorlesung an der Universität Greifswald sicherlich nicht vorgestellt. Kurz nachdem er den anwesenden Zuhörern etwas zum Thema „Gehirne Waschen – Framing gegen Fremdenfeinde“ erzählte, betraten mehrere Personen den Saal. Mit raschen Schritten begaben sie sich in die erste Reihe und zogen einen der Zuhörenden heraus, den sie lautstark aus dem Saal führten. Einige der Akteure trugen polizeiähnliche blaue Westen, auf denen die Aufschrift „Linker Terror“ genäht worden war.

Was wie ein schlechter Krimi klingt, war in Wirklichkeit eine Störaktion der sogenannten „Identitären Bewegung“. Der Herausgeführte ein Mitglied. Bereits in der Vergangenheit machte die rechtsradikale Gruppierung, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird, immer wieder mit medial wirksamen Aktionen auf sich aufmerksam. So etwa mit dem Aufstellen eines ausgebrannten Autos vor dem Innenministerium in Schwerin, oder der Besetzung des Brandenburger Tors in Berlin. Die Aktion vergangenen Samstag an der Universität in Greifswald kann man allerdings wohlgetrost als Flopp bezeichnen. Vor gerade einmal knapp 60 Zuhörenden versuchten sich die Neurechten mit einer Art Schmierenkomödie zu inszenieren. Auch als mehrere Identitäre ein Banner entrollten und rechte Parolen wie „Festung Europa macht die Grenzen dicht“, oder „Multikulti. Endstation!“ skandierten, reagierten die meisten Anwesenden nur mit einem Schulterzucken oder quittierten das Ganze mit „Langweilig!“-Rufen.

Dr. Wallis ließ die rechten Störer auflaufen und bot sich entspannt zur Diskussion an. Diese verschwanden jedoch so schnell, wie sie gekommen waren, nachdem sie ein paar Fotos von ihrer Aktion und den Anwesenden gemacht hatten.

Unbemerktes Vordringen in universitäre Strukturen

Der Auftritt am Samstag war allerdings nicht das erste Erscheinen der IB an der Uni Greifswald. Bereits letztes Jahr machten die in der Öffentlichkeit oft als „Nipster“ bezeichneten Rechtsradikalen mit einer Aktion im Rahmen der Namensdebatte an der Universität von sich reden. Damals setzten mehrere Aktivisten einen großen Findling vor das universitäre Verwaltungsgebäude, auf dem sie eine Plakette mit dem Bildnis von Ernst Moritz Arndt befestigten. Eine gescheiterte Banneraktion am Museumshafen folgte wenige Zeit später. Danach wurde es längere Zeit ruhig um die IB, zumindest in Greifswald.

In Rostock hatte die IB zur selben Zeit eine Bundeszentrale in der Graf-Schack-Straße etabliert und störte auch dort eine Veranstaltung an der Universität. Nach der Aufgabe ihrer Bundeszentrale in Rostock, die u.a. dem großen und breiten zivilgesellschaftlichen Widerstand zu verdanken ist, versuchen sich die Identitären nun wieder verstärkt in Greifswald und an der Universität zu etablieren.

Identitäre Greifswald

Identitäre zusammen mit AfD-Anhängern während einer Kundgebung auf dem Greifswalder Marktplatz

Erst Anfang dieses Jahres wurde bekannt, dass mit Franziska Gerbe eine aktive Identitäre in den Senat der Universität Greifswald gewählt wurde. Mit ihr zusammen, aber von weitaus wenigeren bemerkt, rückte der Burschenschaftler und sich im Umfeld der IB bewegende Christian D. als studentischer Senator nach. Unbekannte Aktivisten outeten einige Monate später weitere Studierende und Mitglieder der Universität als Identitäre. Darunter befand sich auch der an der Uniklinik angestellte Krankenpfleger Philipp L., der zugleich Mitglied und stellvertretender Vorsitzender im Kreisverband der „Alternative für Deutschland“ ist.

L. geriet Ende 2015 landesweit in die Schlagzeilen, als er in Rostock einen Passanten mit einen Elektroschocker attackierte. Eine weiterer der Geouteten ist Daniel M., der sich auch an der Störaktion am vergangenen Samstag beteiligte. M. ist als Student und Teil der Greifswalder Burschenschaftsszene kein unbekanntes Gesicht und trat bereits bei den ersten Aktionen der IB in der Universitäts- und Hansestadt in Erscheinung. Doch auch bei Veranstaltungen der AfD ist er immer wieder als handelnder Akteur zu sehen.

Kontakte reichen über Burschenschaften bis in die Führungsriege der AfD im Landtag

Auf der Demonstration der AfD gegen den UN-Migrationspakt in Greifswald war Daniel M. als Ordner eingesetzt. Eine Position, die Identitäre in Mecklenburg-Vorpommern verstärkt auf Veranstaltungen der AfD einnehmen. Während dessen lief Philipp L. zusammen mit den AfD-Landtagsabgeordneten Stephan Reuken, Nikolaus Kramer und Ralph Weber am Frontbanner. Alle drei bekundeten in der Vergangenheit öfters ihre Sympathien für die „Identitären Bewegung“. Gleich dahinter liefen im Block der „Jungen Alternativen“ die Identitären Franziska Gerbe und Christian D. mit.

Die offizielle Jugendorganisation der AfD hielt nur einen Monat vorher ihre erstes landesweites Treffen in Greifswald in den Räumen der Burschenschaft „Rugia“ ab. Zufälligerweise genau die Burschenschaft, in der Christian D. und Daniel M. oft ein- und ausgehen. Unter den Teilnehmern des Treffens befand sich neben L. und Gerbe auch ein mittlerweile zurück getretener AStA-Referent, der auf der letzten studentischen Vollversammlung mit hetzerischen Bemerkungen für einen Aufruhr sorgte. Zustimmung bekam dieser damals von Gerbe und Christian D., die sich ebenfalls auf der Versammlung befanden.

Identitäre Greifswald

Demonstration der AfD gegen UN-Migrationspakt in Greifswald. Unter den Teilnehmern auch mehrere Mitglieder der Identitären Bewegung.

Die starke Vernetzung mit der lokalen Burschenschaftsszene, das von vielen unbemerkte Vordringen in universitäre Strukturen und die Unterstützung durch einflussreiche lokale Sympathisanten innerhalb der AfD scheinen gute Voraussetzungen für die Identitären zu bilden, sich in Greifswald zu etablieren. Ein breites zivilgesellschaftliches Vorgehen gegen die neurechten Bestrebungen, wie es in Rostock stattfand, ist dagegen – bisher – noch nicht zu beobachten.

(Fotos: Michael Kemplin)

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Aufruf zu vielfältigen Protesten gegen die AfD-Demo am 10.11.2018 in Greifswald https://blog.17vier.de/2018/11/09/aufruf-zu-vielfaeltigen-protesten-gegen-die-afd-demo-am-10-11-2018-in-greifswald/ https://blog.17vier.de/2018/11/09/aufruf-zu-vielfaeltigen-protesten-gegen-die-afd-demo-am-10-11-2018-in-greifswald/#comments Fri, 09 Nov 2018 18:21:08 +0000 https://blog.17vier.de/?p=50091 Aufruf zu vielfältigen Protesten gegen die AfD-Demo am 10.11.2018 in Greifswald weiterlesen]]> Für den 10. November 2018 planen die AfD und deren Sympathisanten in Greifswald eine Kundgebung und Demonstration unter dem Titel „Nein zum globalen Migrationspakt“. Beginn soll um 16 Uhr am Nexö-Platz sein. Wir rufen alle auf, denen Solidarität und Nächstenliebe mit den Schwachen, den Benachteiligten, den Geflüchteten wichtig sind; alle, die miteinander friedlich und ohne rassistische Hetze, Verleumdungen und Bedrohungen leben möchten

Zeigt, dass der Tag, an dessen Morgen vor 80 Jahren der Schrecken der Reichspogromnacht sichtbar wurde, erst recht kein Tag für die Verbreitung von altem und neuem Hass gegen Menschen ist. Wir rufen auf zum vielfältigen, friedlichen Protest gegen die AfD-Veranstaltung in unserer Stadt. Zeigen wir, dass Greifswalds Straßen nicht dem Hass und der Hetze gehören. Lasst uns Rostock mit einem breiten Bündnis aus allen Teilen der Gesellschaft und einer Vielzahl von Gegendemonstranten als gutes Vorbild nehmen. 

In der Zeit von 14 Uhr bis 16 Uhr ist eine Demonstration in der Innenstadt geplant, um der AfD die Straßen nicht allein zu überlassen. Während der AfD-Demo sind eine zentrale Kundgebung auf dem Markt und mehrere Mahnwachen angemeldet (ab 16:00 Uhr). Nähere Informationen hierzu folgen. Alle, die für ein weltoffenes und solidarisches Greifswald einstehen, sind aufgerufen, sich zu beteiligen.

Gegendemo gegen AfD in Greifswald


Erstunterzeichner*innen: Bündnis ‚Greifswald für alle‘, DGB Vorpommern, Theater Vorpommern, Pommerscher Evangelischer Kirchenkreis, Evangelische Kirchengemeinde St. Jacobi Greifswald, Christine Deutscher,, Flüchtlingsbeauftragte (Pommerscher Evangelischer Kirchenkreis), Evangelische Kirchengemeinde St. Nikolai Greifswald, Evangelische Christus-Kirchengemeinde Greifswald, Imam-Jonas Dogesch, Sprecher des Sprecherrates der MIGRANET MV, DIE LINKE. Greifswald, Linksjugend [’sds] Greifswald, Linksjugend [’solid] M-V, Bürgerschaftsfraktion Bündnis’90/Die Grünen – Forum 17.4, BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN Vorpommern-Greifswald, SPD Greifswald, Jusos MV, Alternative Liste Vorpommern-Greifswald, Greifswald hilft e.V., Seebrücke-MV, Pro-Bleiberecht MV e.V., GrIStuF e.V., Aktionsbündnis 8.Mai Demmin, Rostock nazifrei, Lüneburger Netzwerk gegen Rechts, Anne Wolf (Greifswald), Dr. Ulrich Rose (Greifswald), Gregor Kochhan (Greifswald), Ernst-Ludwig Iskenius, Arzt (Rostock), Felix Willer (Greifswald), Dr. Mignon Schwenke (Greifswald, 2. Vizepräsidentin des Landtages M-V), Marion Heinrich (Greifswald, Stellv. Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE. in Greifswald), Nadine Voigt (Greifswald), Wilhelm Vagt (Rostock)

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Judith Schalansky – Verzeichnis einiger Verluste https://blog.17vier.de/2018/11/06/judith-schalansky-verzeichnis-einiger-verluste/ https://blog.17vier.de/2018/11/06/judith-schalansky-verzeichnis-einiger-verluste/#respond Mon, 05 Nov 2018 22:08:25 +0000 https://blog.17vier.de/?p=50061 Judith Schalansky – Verzeichnis einiger Verluste weiterlesen]]> Ein Gastbeitrag von Martin Hiller

Die in Greifswald geborene Schriftstellerin Judith Schalansky wird immer auch über ihre Arbeit als Buchgestalterin wahrgenommen. Der Schriftsatz, die Haptik des Buchumschlags, die Steifigkeit und Laufrichtung des Papiers und sicher auch das die Lesenden umfangende, sonderbare Gefühl der Teilhabe an der – Blatt um Blatt sich fortstrickenden – Aufschlüsselung und Belebung des auf Buchseiten in Glyphen und Zeichen festgehaltenen Textwerts – all das ist für Judith Schalansky gleichwertig zum Textkörper als Speicher aneinandergereihter Chiffren.

Für Judith Schalansky erscheint das Buch, so schreibt sie im Vorwort zu „Verzeichnis einiger Verluste“, als „vollkommenstes aller Medien“. Seine vermeintliche Limitiertheit in der Umrahmung durch zwei Buchdeckel, sieht sie als seine eigentliche Qualität, seinen sinnlichen Vorteil den körperlosen Medien gegenüber. Ein Buch, „in dem Text, Bild und Gestaltung vollkommen ineinander aufgehen“, sei als Kunstform und Medium in der Lage, „wie kein anderes die Welt zu ordnen, manchmal sogar zu ersetzen“.

In dem nun im Suhrkamp Verlag erschienenen „Verzeichnis einiger Verluste“ beschäftigt sich Schalansky mit nicht weniger als Allem und Nichts; mit dem großen Ganzen und – das liegt in der Natur der Sache – auch dem kleinen Bruchstückhaften. Das was als Verlust festgestellt wird, muss schließlich irgendwann mal da gewesen sein, in graduellen Abstufungen für manche mehr, für manche eben weniger.

Judith Schalansky

Judith Schalansky (Foto: Jürgen Bauer / Suhrkamp Verlag)

Schon dem Buchtitel dieses Erzählbandes – „Verzeichnis einiger Verluste“ – wohnt jene fröstelnde Romantik inne, die aus allem heraus strahlt, das mit der Beschäftigung mit Vergangenem zu tun hat. Die Verzeichnishaftigkeit deutet einen wissenschaftsaffinen Modus und archivarische Akribie an. Dass es hier nur um einige Einträge in ein Katalogbuch von Verlusten gehen kann, erklärt sich von selbst und aus dem grundlegend sisyphoshaften Charakter heraus, den jedes Vorhaben inne hat, das darauf ruht, dass ein Einzelnes sich mit etwas Größerem, oft mit Anhäufungen von mehreren, miteinander in Wechselwirkung stehenden Vielheiten befasst. Genau dieses Befassen mit sich und was dieses sich umgibt, ist gemeinhin eine gängige Methode der Erfassung des eigenen Daseins. Wer durch das Dasein stolpert, kommt – das ist wie beim Schauen eines alten Filmes – nicht umhin, sich mit dem Wegsein, mit dem was war, auseinanderzusetzen. Kurzum: Der Mensch definiert seine Gegenwart immer auch durch Denkung, Deutung und Wiederbelebung von Vergangenem, eventuell sogar Verlorenem.

Die Winkel der Wissenschaft neu ausleuchten

Der Mensch droht dabei natürlich, sieht er das Größersein seiner Geschichte als er selbst nicht ein, zuweilen wahnsinnig zu werden und sich in den schwarzen Löchern der Selbstverortung zwischen dem was war und ist, und was, oh Hilfe, dann auch noch sein wird, zu verzetteln. Die Kunst kann hierbei lindernd helfen. Die Künste, wie hier die Literatur, haben den Luxus keinen Anspruch auf Vollständigkeit legen zu müssen. Sie dürfen sich, mal irrational, mal konzeptuell, dann wieder vernunftgedrungen, sich selbst formal maßregelnd, andernmals wieder wild und – in einem Sinne von Anregung viral und wirr – sich, als ein vielerlei Modi verschränkendes Vexierbild, den Phänomenen und Dingen; dem was war, ist und dann vielleicht zum Sein wird, nähern. Manchmal kommt die Kunst eben doch besser in die Winkel, in die es Wissenschaft nicht schafft.

Judith Schalansky bringt in ihrem „Verzeichnis einiger Verluste“ alles zusammen: Wissenschaft, sinnlichen Wildwuchs, Prosa, Kunst. Mal plaudert sich ein Protagonist ihrer Erzählung in höchste Höhen kosmologischen Geschwafels, dann stochert eine verdrossene Greta Garbo mürrisch in den Schieflagen ihres Gemüts herum und ein anderes Mal folgen wir den kindlichen Gedanken einer fast Vierjährigen über den Tod und wie sie ihn, als Verlustform des Lebens, zu verstehen versucht. Allem gemein sind darin die Versuche, sich selbst im Spiegel von etwas Vergangenem und Verlorenen, mehr oder weniger bewusst als Verlust empfundenem zu verorten.

In zwölf Erzählungen erbaut Judith Schalansky wortsatte, detailvernarrte, sprachlustige, prosaische Dioramen um unterschiedliche Szenarien auf dem Zeitstrahl der, wenn nicht immer menschlichen, so zumindest von Menschen als Erinnerungscluster gemachte, als Archivarbeit generierte Geschichte.

Katalogisierung des Verlorenen

Die Idee, Verlorenes zu katalogisieren ist natürlich nichts Neues. Seit Anbeginn der Geschichtsschreibung, seitdem der Mensch sein Viechsein einigermaßen in die Zaumzügel seiner eigenen Kultur, des Kultivierens von Tradition und Wissensverwaltung, gelegt hatte; seitdem er – nach Regelung der Grundbedürfnisse – den Luxus der immer ziselierteren Selbst- und Außenreflektion erfand; seitdem Menschen sich selbst also als Teilnehmer im Geschehen um sie herum und – größer noch – als Kanonenkugelreiter auf einem vor-, wie rückwärts schier endlosen Zeitstrahl begreifen, archivieren und verzeichnen sie die Artefakte und Belege ihres eigenen Daseins – angetrieben von der lähmenden Ehrfurcht, echten Furcht und vorsichtigen Sorge vor dem irgendwann dann doch mal Wegsein.

Eifrig häufen Menschen Quittungen und Belege für ihr eigenes Leben an, als Selbstbestätigung und als Wegmarkierung für Nachfolgende. Wie Hunde an Bäume pinkeln, so wollen auch Menschen, wenn nicht unbedingt nur als Drüsensekret errochen, so doch wahrgenommen werden und bedeutend sein – über ihr Wirken, ihr Wesen, über die Weltwissen gewordenen Manifestationen ihrer Wünsche.

Judith Schalansky
(Foto: Johanna Ruebel)

Man muss nicht zwingend faktisch oder physisch weg, sondern kann auch einfach verloren in den Mahlströmen der Geschichte; abhanden gekommen im wilden Getriebe der dahinrieselnden Zeit; Opfer der Umwälzung von Trends und Moden geworden sein; statt als eine Markierung in die Geschichte, einfach wie eine ungegossene Blume eingegangen sein – wie jene, ihren Zenit überschritten habende, Greta Garbo bei Schalansky.

Und das – dieses Unbedeutendsein – scheint gerade heute, in Zeiten des ins Unendliche und Bodenlose tendierenden Bedeutungsgewimmels von immer mehr, immer angehäufteren, immer tiefer miteinander verkuppelteren Zeichen, Hashtags und Sinnhaftigkeitsanzeigern, eine bestimmende Sorge, ein Luxusproblem der Menschen zu sein: Der kleine, durch sein öd-analoges Leben leiernde Mensch will doch auch mal unter den Top-Results im digitalen Daten-Feed der Keywords und Kategorien stehen. Wenn doch nur mal ein Ausschnitt aus dem eigenen Leben so viral ginge, wie letztens das Video mit der Ziege und dem Hund … .

Die Mehrung von Daten und Information führt folgerichtig zu einer Immerweiterarchivierung, die mithin verschiedene Fragen zu Systematiken und Ordnungen heraufbringt, womit man letztlich sogar in ethische und moralische Bezirke kommt: was gehört ins Archiv und wenn ja in welches und warum überhaupt genau? Und ist ein gut gehashtagter, nachdenklicher Spruch schon ein halber Wittgenstein oder muss man doch noch mal ran und sich ein ganzes Traktat um den flotten, suchmaschinengerechten Spruch herum ausdenken?

Verlust oder genauer: die Empfindung von Verlust definiert sich immer individuell – als Erinnerung, Erfahrung, als Füllung einer Leerstelle, als Wunsch und Wiederauflebenlassen des Verlorengegangenen in Form eines geistigen Gebildes, als ein auf eine leere Fassung aufgeschraubter Schatten verschiedener Ausleuchtungen. „Letztlich ist alles, was noch da ist, schlichtweg das, was übrig geblieben ist.“, schreibt Schalansky dazu etwas pointierter im Vorwort.

Judith Schalansky

Judith Schalansky (Foto: Jürgen Bauer / Suhrkamp Verlag)

Verlorensein in Katalogisierungen

Klar ist: Verluste definieren sich – als Substraktion – über etwas, das dadurch einen Nachteil erfährt. Sei es faktisch, sachlich, quantitativ, psychisch, physisch, sinnlich oder emotional. Aus seinem Wert als Leerstelle tritt der Verlust dann heraus, wenn diese Leerstelle überfüllt wird – macht sich eventuell sogar selbstständig. Der Verlust wird dann zu seiner Ausdeutung. An die Stelle des Verlorengegangenen tritt Erinnerung, kontextuelle Aufladung, Unschärfe, Mythos.

Jene Leerstellen füllt Judith Schalansky in ihrem „Verzeichnis einiger Verluste“ auf unterschiedlichste Arten literarisch aus. Im prosaischen Umrunden von verlorenen (kultur)historischen Phänomenen, von besagter Greta Garbo, über den ausgestorbenen Kaspischen Tiger, dem versunkenen Insel-Atoll Tuanaki bis hin zum Palast der Republik und einem Gemälde Caspar David Friedrichs, spannen sich Erzählung gewordene Welten in diese lakritzdunklen, langsam leer werdenden Stellen des Weltwissens. Im Buch finden sie ihre Entsprechung als schwarz-auf-schwarz gedruckte Bildseiten, die jeder Erzählung vorangestellt werden – nur erkennbar, schräg ins Licht gehalten: verschieden ausgeleuchtet.

Am Beispiel der nur fragmentweise überlieferten Lyrik der antiken, griechischen Dichterin Sapphos, gelingt Schalansky in einem eher wissenschaftlich-sachlich anmutenden Text – dabei die stil- und sinnbildende Anwendung des Moments der Leerstelle durchdeklinierend – der Spagat von der Literaturwissenschaft zur Liebe: diesem großen, gemeinhin eher schwer zu versprachlichendem, Lücken in die sonst so hehre Ratio meißelnden Wunder zwischen Menschen.

Archivarbeit an der eigenen Gegenwart

Beim Sprechen über derlei schwergewichtige, grundphilosophische Phänomene, beim Abhandeln von großen, denkerisch konstruierten Problemen gerät man schnell – und das ist auch das Schöne daran, da es das schwer erscheinende damit leichter macht – in banal anmutende Bezirke der Äußerungen. Judith Schalansky hat als Schriftstellerin hier den Luxus, diese Phrasen in die Münder der Figuren in ihren Erzählungen zu legen:

In der Erzählung „Enzyklopädie im Walde“ legt sie solcherlei Worte und Überlegungen beispielsweise einfach in den Mund des Protagonisten, einer Figur nach dem 1972 verstorbenen Armand Schulthess, dessen Lebenswerk ein Wald voller, mit gesammelten Wissenstexten beschlagener Schilder war. Ein schrulliger Einsiedler zählt hier – in einer Art Kontaktanzeige – etwas manisch auf, wie gut es seine von ihm dahergewünschte, zukünftige Frau bei ihm wohl haben könne. Hier spricht ein gelehrter Mann, dessen asketisches Grundgemüt („nichts braucht man wirklich, nicht mal das Klo.“) sich trotzdem nicht gänzlich vom banalen, irdischen Getummel zu lösen vermag („Höchstens eine Frau. Ein Hund wäre gut.“). Ein altes Dilemma: die geistige Selbsterkenntnis trennt den denkenden Menschen nicht von seinen körperlichen Trivialitäten und anderen Marotten der Natur.

Diesen kauzigen Denker, der sein ganzes Leben inventarisiert hat und da so durch den Wald seiner Gedanken streift, die in sich selbst anfangs noch geordnet, eben enzyklopädisch und weltgewandt, dann in ihrer biologistisch-verklemmten Egozentrik und schließlich – in lüsternem Gebrabbel – irgendwie wirr, nicht empathisch sind, nimmt Judith Schalansky als eines von zwölf Erzähl-Motiven über die Dimensionen von Verlust und Wegsein, vom daraus letztlich geschürten Verlangen nach Gegenwart und Dasein – die Zustände und die Zwischenwerte zwischen diesem Null und Eins dabei durchmessend.

Mal ist es historisch-faktisch, ein anderes mal schrullig-verquast, dann wieder, in den schönsten Momenten, trocken, kindlich, sicherlich ein Stück weit auch autobiographisch, aus vorsichtigen Kindsgedanken sich dem tiefen Symbolgehalt des Verlusts nähernd.

Judith Schalansky bei einer Lesung in Greifswald

Judith Schalansky in Greifswald, 2015 (Foto: Fleischervorstadt-Blog)

Zumeist findet ein Transfer statt: vom weltgeschichtlichen Rahmen ausgehend, den der zu verzeichnende Gegenstand eines Verlusts auffächert, webt Judith Schalansky eine erzählerische Übertragung und schreibt sich so vom Großen ins Kleine. Von einem verschollenen Film Friedrich Wilhelm Murnaus gelangt sie so zur unwirsch durch Manhattan staksenden Greta Garbo. Vom Palast der Republik kommt Judith Schalansky so – vom Staat in die Stube – zu einer ebenso kargen, wie einfühlsamen Schilderung eines Alltags in der DDR.

Prosaische Wiederbelebung lexikalischer Leerstellen

Wissenschaftlich anmutende Detailliebe ist in Schalanskys Büchern immer anzutreffen. Diese zweifelsohne rechercheaufwändigen Wortwelten bestimmen ihren literarischen Stil. Aus dem literarischen Behau enzyklopädischen Weltwissens entsteht hier ein Wald prosaischer Dichte. Das Wissenschaftliche kommt hier also nicht ohne das Poetische aus. Beide Bedingen sich. Das eine ist der Anlauf für den gelungenen Sprung in das Andere. Die Verluste der Welt finden hier, jedenfalls einige, erzählerische Wiederbelebung. Im Verzeichnishaftigen findet das prosaische Geschick dabei seinen Grund.

Und eins ist klar: Judith Schalansky macht nichts ohne Grund. Ihre, auch im Sinne von Buchkunst gestaltete Literatur wirkt, gerade im Spiegel von Poetry-Slam-Schaumschlägerei und Twitterliteratur, fast schon altmodisch – und damit technisch schlicht geschickt, letztlich schön.

Lesungen in Greifswald

Derzeit reist Judith Schalansky lesend mit ihrem „Verzeichnis einiger Verluste“ durch verschiedene Städte. Am 6. und 7.11. ist sie in Greifswald zu Gast. Am 7.11. wird sie im Koeppenhaus aus ihrem neuen Buch lesen.

07.11. | Koeppenhaus | 20 Uhr | 6/4 EUR (Moderation: Martin Hiller)
06.11.| Wissenschaftskolleg Alfried Krupp | 18 Uhr (Moderation: Prof. Eckard Schumacher)

Martin Hiller macht Musik als Huey Walker, betreibt das Label Rakkoon Recordings, schreibt unter anderem für Kommen People – Magazin für Leute, Lebensart und Langeweile und gestaltet Grafik als Nouvelle Walk – Atelier für visuelle Wege.

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Themenabend Demmin: Artur & Band und „Über Leben in Demmin“ https://blog.17vier.de/2018/09/21/artur-band-ueber-leben-in-demmin/ https://blog.17vier.de/2018/09/21/artur-band-ueber-leben-in-demmin/#comments Fri, 21 Sep 2018 08:41:29 +0000 https://blog.17vier.de/?p=50032 Themenabend Demmin: Artur & Band und „Über Leben in Demmin“ weiterlesen]]> In der Brasserie Hermann wird heute Abend der Dokumentarfilm „Über Leben in Demmin“ gezeigt, der von einer traumatisierten Stadt erzählt. Danach spielen Artur & Band aus Greifswald ein Unplugged-Konzert.

Themenabend „Demmin“ in der Brasserie Hermann. Die Veranstaltung heißt natürlich anders, der Ort zieht sich dennoch unübersehbar durch das Programm des Abends.

Über Leben in Demmin Artur und Band

Zunächst wird ab 18.30 Uhr der Dokumentarfilm „Über Leben in Demmin“ (2018) von Martin Farkas gezeigt. Der Film spürt dem kollektiven Trauma nach, das seit dem Massenselbstmord 1945 auf der Geschichte der Peenestadt liegt. „Über Leben in Demmin“ verbindet die leidlich aufgearbeitete Geschichte des Ortes mit dem alljährlichen „Gedenkmarsch“ der regionalen Neonazi-Szene und den gegen sie gerichteten Protesten. 

Nach dem Film geht es mit einem Akustikkonzert von Artur & Band weiter. Die Formation um Artur Apinyan experimentierte in der Vergangenheit immer wieder mit anderen musikalischen Kontexten, die bis zur gemeinsamen Produktion mit einem Streicherensemble reichten.

Man mag einwenden, dass der melancholische Frohsinn, der sich durch das Repertoire von Artur & Band zieht, niemals ohne Brüche auf diesen Film folgen kann. Doch ignoriert dieser vermeintliche Gegensatz die Herkunft von Bandleader Apinyan. Der kommt nämlich gar nicht aus Greifswald, sondern ist in eben jenem Demmin mit all seinen Untiefen aufgewachsen, das Martin Farkas in seinem Film proträtiert.

Tickets können in der Brasserie Hermann telefonisch (03834 527521) reserviert werden. Am Einlass werden Snacks angeboten. 

(Fotos: Wally Pruß, Filmplakat „Über Leben in Demmin“)

Fakten: 21.09. | 18.30 Uhr | Brasserie Hermann | 10 EUR

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Pressemitteilung des IKUWO zur kleinen Anfrage der AfD an die Landesregierung https://blog.17vier.de/2018/08/10/pressemitteilung-ikuwo-afd-anfrage/ https://blog.17vier.de/2018/08/10/pressemitteilung-ikuwo-afd-anfrage/#respond Fri, 10 Aug 2018 12:28:50 +0000 https://blog.17vier.de/?p=50008 Pressemitteilung des IKUWO zur kleinen Anfrage der AfD an die Landesregierung weiterlesen]]> Pressemitteilung vom 09.08.2018 anlässlich der kleinen Anfrage der AfD an die Landesregierung bezüglich des internationalen Kultur- und Wohnprojekts Greifswald.

Die Hoffnung der AfD-Landespolitiker, mittels einer kleinen Anfrage an die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns das Internationale Kultur- und Wohnprojekt (IKuWo) in Greifswald als Ansammlung „linksextremistischer Straftäter“ zu diffamieren, erfuhr mit der nun erfolgten Antwort einen deutlichen Dämpfer. Die zuständigen Behörden des CDU-geführten Innenministeriums, welche im Hinblick auf die öffentliche Kriminalisierung linker Strukturen sonst sehr eifrig mit dem rechten politischen Lager kooperieren, waren anhand der vorliegenden Fakten gezwungen, den Verein ausdrücklich nicht als „extremistischen Personenzusammenschluss“ einzustufen. Im Gegenteil, die im Bericht aufgeführten Veranstaltungen verdeutlichen die offene, vielschichtige und interkulturelle Ausrichtung des Zentrums und seiner Betreiber.

Solidemo IKUWO

(Foto: Fleischervorstadt-Blog, 07/2017)

Wir kommen jedoch nicht umhin, die Landesregierung für den Umgang mit einigen Fragepunkten deutlich zu kritisieren. Unserer Ansicht nach geht sie an mehreren Stellen einseitig über ihre Informationspflicht hinaus. Nach der eindeutigen Feststellung, der Verein sei nicht kriminell, werden ungefragt mutmaßlich links-politisch motivierte Straftaten gelistet, welche allerdings keineswegs direkt mit dem Verein in Verbindung gebracht werden können. Für den Verein stellt sich die Frage, warum die Landesregierung bei ihrer Antwort auf eine Frage nach generellen Straftaten im IKuWo die zahlreichen Angriffe und Anschläge auf das Haus in den letzten Jahren außer Betracht lässt. Hierbei drängt sich der Verdacht auf, dass entgegen der Sachlage das IKuWo der Öffentlichkeit gegenüber einseitig als „Hort von linken Straftätern“ dargestellt werden soll.

Der Verein prüft derzeit ein juristisches Vorgehen. Ungeachtet der fehlenden rechtlichen Grundlage fordert die AfD in einer eigenen Pressemitteilung zur Antwort der Landesregierung nun das Verbot des IKuWo e.V.. In unseren Augen offenbart sie damit einmal mehr ihr problematisches Verständnis von rechtlichen und demokratischen Grundsätzen.

Diese Pressemitteilung wurde unverändert übernommen.

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250 Personen demonstrierten gegen Kriminalisierung linker Räume https://blog.17vier.de/2018/07/30/demo-ikuwo-greifswald/ https://blog.17vier.de/2018/07/30/demo-ikuwo-greifswald/#respond Mon, 30 Jul 2018 08:26:42 +0000 https://blog.17vier.de/?p=49958 250 Personen demonstrierten gegen Kriminalisierung linker Räume weiterlesen]]> Auf der wohl heißesten Demonstration der jüngeren Stadtgeschichte protestierten gestern zahlreiche Greifswalder gegen rechte Meinungsmache und die Kriminalisierung linker Politik. 

Sonntag, 14 Uhr, Marktplatz. Die Sonne brennt. Erst auf den zweiten Blick nimmt man die Personen wahr, die sich auf der Suche nach Schatten an die Rathauswand schmiegen und darauf warten, dass ihre Versammlung beginnt. Anlass der Demonstration ist die Hausdurchsuchung im IKUWO vor gut einer Woche sowie die anschließende Berichterstattung von Polizei und Presse über den Raub eines Verbindungsbandes in der Nähe des alternativen Kulturzentrums.

Trotz Ferienzeit und tropischen Temperaturen haben sich etwa 250 Personen auf dem Markt versammelt. Auf Bannern und Pappen drücken die Teilnehmenden ihre Solidarität mit dem IKUWO aus und wehren sich gegen die rechte Kampagne, mit der zuletzt CDU und AfD versuchten, aus dem Vorfall politisch Kapital zu schlagen.

Die Rechtspopulisten der AfD, darunter Landtagsmitglied Ralph Weber, der gescheiterte Landratskandidat Axel Gerold und AfD-Mann Nikolaus Kramer von der Schüler-Burschenschaft Ernst-Moritz-Arndt, waren ebenfalls auf dem Markt. Sie verschanzten sich in Sichtweite vor dem Alten Fritz hinter ihren Biergläsern. Der Redebeitrag wird lachend kommentiert. Weber verliert für einen Moment die Contenance und brüllt etwas Unverständliches auf die andere Seite des Markplatzes. Nacheinander erheben sich mehrere AfDler, nähern sich der Demonstration, machen ein paar Fotos und klopfen sich später ob der bestandenen Mutproben die Schultern. Viel mehr geschieht nicht.

Bei den Demonstrierenden fruchten die Provokationen nicht. Viele Leute aus der Greifswalder Initiativen- und Vereinsszene sind gekommen, auch Musikerinnen und Kommunalpolitiker (SPD, Grüne, DIE LINKE und forum 174), Bewohner anderer Hausprojekte, Geflüchtete, Familien und ältere Mitbürgerinnen. Zusammen bilden sie für etwa drei Stunden einen heterogenen Demonstrationszug, der seine Runde ohne Zwischenfälle oder Unterbrechungen durch die Stadt dreht. In mehreren Redebeiträgen werden natürlich die Hausdurchsuchung des IKUWO im Besonderen und repressive Tendenzen gegenüber linken Strukturen im Allgemeinen thematisiert.

[See image gallery at blog.17vier.de]


Doch damit erschöpft sich das inhaltliche Programm allerdings noch nicht, denn auf der Demonstration waren auch Aktivistinnen der europaweiten Kampagne „SEEBRÜCKE – Schafft sichere Häfen“ vertreten. Vor dem NDR-Gebäude am Hafen problematisierte eine Sprecherin dieser Gruppe das hingenommene Sterben im Mittelmeer und forderte die Greifswalder Bürgerschaft in einem Redebeitrag dazu auf, dem Vorbild von Köln, Düsseldorf und Bonn zu folgen. Diese drei Städte wandten sich kürzlich in einem emotionalen Brief an Bundeskanzlerin Merkel und machten sich für die Aufnahme in Not geratener Geflüchteter in ihren Kommunen stark.

Die Demonstration bewegte sich anschließend weiter zum Markt und zog von dort durch die Innenstadt bis zur Bahnhofstraße. Nach etwa drei Stunden endete sie mit einer Abschlusskundgebung auf dem Bonhoeffer-Platz vor dem IKUWO. Der Verein bedankte sich anschließend bei allen, die sich für das Projekt und damit für einen Ort der Begegnung in der Stadt eingesetzt haben. Man versprach, sich auch zukünftig nicht einschüchtern zu lassen, wenn es darum geht, sich in Greifswald und darüber hinaus kulturell und politisch zu engagieren.

Die Demonstration war trotz der hohen Temperaturen, der Ferien- und Urlaubszeit sowie der kurzfristigen Organisation ein voller Erfolg. Sie unterstrich einerseits die breite Unterstützung für das IKUWO, und verdeutlichte andererseits den Zusammenhalt der alternativen Szene Greifswalds.

(Fotos: Fleischervorstadt-Blog)

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Demonstration für selbstbestimmte Freiräume und gegen Kriminalisierung linker Politik https://blog.17vier.de/2018/07/28/demo-freiraeume-kriminalisierung/ https://blog.17vier.de/2018/07/28/demo-freiraeume-kriminalisierung/#respond Sat, 28 Jul 2018 08:51:48 +0000 https://blog.17vier.de/?p=49944 Demonstration für selbstbestimmte Freiräume und gegen Kriminalisierung linker Politik weiterlesen]]> Sechs Wochen nach dem Angriff auf einen Verbindungsstudenten vor dem IKUWO rückten am vergangenen Donnerstag fast 100 zum Teil behelmte Polizisten zur Durchsuchung des Kulturzentrums an, um in dem Gebäude das geraubte Verbindungsband oder Hinweise auf dessen Verbleib zu sichern. Gegen den Einsatz findet am Sonntag eine Demonstration statt.

Sechs Wochen nach dem Angriff konnten die Polizisten im IKUWO weder den mutmaßlichen Täter, noch das gestohlene Verbindungsband oder andere gefährliche beziehungsweise verdächtige Gegenstände feststellen. Der martialische Einsatz im IKUWO war also nicht nur unglaublich teuer, sondern endete auch wie zu erwarten war ohne verwertbare Ergebnisse, sieht man von der Kriminalisierung des Projekts und der durch die Hausdurchsuchung verursachten Rufschädigung ab.

Demonstration nach Hausdurchsuchung im IKUWO

Am Sonntag wird mit einer Demonstration in Greifswald gegen diese Zustände protestiert. Unter dem Motto „Für selbstbestimmte Freiräume und gegen rechte Meinungsmache und die Kriminalisierung von linker Politik“ ist um 14 Uhr eine Demo angekündigt, die sich auf dem Marktplatz sammelt und anschließend durch die Innenstadt führt.

Damit soll deutlich gemacht werden, dass es in Greifswald viele Menschen gibt, die Kritik an staatlicher Repression üben und politisch motivierte Polizeieinsätze wie die Hausdurchsuchung des IKUWO nicht kritiklos hinnehmen. Politische Orte und Menschen dürften nicht systematisch zum Ziel von Meinungsmache und Machtgebärden werden oder unter Generalverdacht gestellt und für ihre politische Einstellung kriminalisiert werden.

Lasst uns gemeinsam die Betroffenen nicht allein lassen und für politische Ideen und Räume, die uns wichtig sind, einstehen!

Fakten: 29.07. |  14 Uhr | Marktplatz

Stellungnahmen und Berichte zur Hausdurchsuchung

  • Unverhältnismäßiger Polizeieinsatz im IKuWo (DIE LINKE Greifswald, 20.07.18)
  • Stellungnahme: Für eine andere politische Kultur – Gegen Machtdemonstrationen auf Kosten der Demokratie (Straze, 22.07.18)
  • Stellungnahme des IKUWO zur Hausdurchsuchung vom 19.07. 2018 und zur anschließenden Berichterstattung (IKUWO, 23.07.18)
  • Einschätzung des Arbeitskreises kritischer Jurist*innen zur Hausdurchsuchung im IKuWo (AKJ, 24.07.18)
  • „Wir vermuten der Polizeieinsatz war politisch motiviert“ (OZ, 24.07.18)
  • „Polizeieinsatz war nicht verhältnismäßig“ (Junge Welt, 25.07.18)

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Stellungnahme des IKUWO zur Hausdurchsuchung vom 19.07. 2018 und zur anschließenden Berichterstattung https://blog.17vier.de/2018/07/22/ikuwo-hausdurchsuchung-stellungnahme/ https://blog.17vier.de/2018/07/22/ikuwo-hausdurchsuchung-stellungnahme/#respond Sun, 22 Jul 2018 20:41:24 +0000 https://blog.17vier.de/?p=49933 Stellungnahme des IKUWO zur Hausdurchsuchung vom 19.07. 2018 und zur anschließenden Berichterstattung weiterlesen]]> Im Folgenden möchte der IKuWo e.V. als Verein Stellung zur Hausdurchsuchung vom 19.07. 2018, sowie zur anschließenden Berichterstattung und damit einhergehenden Falschmeldungen nehmen.

Gegen 08:00 Uhr wurden am Donnerstag Morgen Bewohner*innen des Hauses auf sich auf dem Vereinsgelände befindende Polizeikräfte aufmerksam. Ohne Versuche der Kontaktaufnahme begannen die Beamt*innen – unter ihnen vermummte BFE-Kräfte, zwei Polizeihunde, sowie etliche Personen mit Schutzwesten – damit, die Türen des Haupthauses aufzubrechen. Erst nachdem Bewohner*innen sich nach dem Grund dieses martialischen Polizeiaufgebots erkundigten, wurde ein Durchsuchungsbeschluss vorgezeigt und beim Betreten der Räumlichkeiten missachtet, dass bei der Durchsuchung vereinsangehörige Personen anwesend sein müssen; Die zahlreichen Einsatzkräfte verteilten sich hingegen umgehend auf alle Räume des Hauses, ohne auf vereinsangehörigen Zeug*innen oder juristischen Beistand zu warten.

Stellungnahme des IKUWO zur Hausdurchsuchung

Auch während der Durchsuchung gab es Handlungen Seitens der Polizei, die nach Auffassung des Vereins nicht durch den Beschluss gedeckt werden. So fertigte ein Fotograf durchgehend Bilder aller Räumlichkeiten an. Dazu gehörten nicht nur öffentliche Räume wie der Konzertsaal oder der Barbereich, sondern auch verschlossene Räume wie Dachboden und Keller und sogar Wohnräume von Privatpersonen. Schon an Ort und Stelle wurden die Polizeibeamt*innen deshalb immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass sie Privaträume anderer Bewohner*innen, die deutlich als solche gekennzeichnet sind, ohne Durchsuchungsbeschluss für diese nicht betreten dürfen.

Angesichts des ungleichen Zahlenverhältnisses bei der Durchsuchung von Polizeikräften und beiwohnenden Zeug*innen für den Verein baten diese um personelle Unterstützung, was die Einsatzleitung nicht zuließ. Nach etwa zwei Stunden verließen die Einsatzkräfte das Grundstück, ohne Beweisgegenstände gefunden oder etwas beschlagnahmt zu haben.

Über den restlichen Tag verteilt und auch an den Folgetagen (bis mindestens Samstag, den 21.07.) tauchten immer wieder Polizeifahrzeuge im direkten Umfeld zum Vereinsgelände auf und hielten sich dort auch mehrere Stunden auf. Gekoppelt wurde dies durch erhöhten Streifendienst in der gesamten Stadt.

Laut Durchsuchungsbeschluss, datiert auf den 27.06.2018, steht die Durchsuchung des Internationalen Kultur- und Wohnprojekts in Verbindung mit einem Vorfall, der sich am 10.06.2018 auf dem Gehweg vor dem Haus ereignete. Dabei sei einem katholischen Verbindungsstudenten eine Schärpe entwendet worden und laut Zeug*innenaussagen seien die Täter*innen anschließend ins IKuWo geflüchtet. Die verständigte Polizei versuchte einige Zeit später ins IKuWo einzudringen, was ihnen auf Grund der gegebenen Rechtslage und nach Erläuterung dieser verwehrt wurde. Zum damaligen Zeitpunkt lag weder ein Durchsuchungsbeschluss vor, noch konnte von „Gefahr in Verzug“ gesprochen werden, da bereits einige Zeit vergangen war und es eine hohe Fluktuation des Publikums gab. Da es Seitens der Einsatzkräfte offensichtlich keinen Widerspruch zu den vorgebrachten Argumenten gab zogen sie sich zurück.

Hausdurchsuchung IKUWO

Foto: Strassentalk

In der anschließend veröffentlichten Pressemitteilung der Polizei vom 11.06. wurde dann plötzlich von Menschenketten gesprochen, die sie angeblich am Betreten des Hauses gehindert hätten. Trotz einer ausführlichen Gegendarstellung des Vereins (PM vom 13.06.2018), sowie diversen Augenzeug*innenberichten müssen wir leider feststellen, dass Pressevertreter*innen noch immer diese falschen Informationen aufgreifen. Dankbar wird dies von Polizei, CDU, Junge Liberale und AfD für zahlreiche Diffamierungen das IKuWo und seinen Engagement betreffend und darüber hinaus zur Kriminalisierung linker Strukturen in Mecklenburg-Vorpommern aufgegriffen.

Die falsche Darstellung der Ereignisse rund um die Einlasssituation am 10.06. wurde nun sogar zur Grundlage des Durchsuchungsbeschluss – was ihn in den Augen des Vereins unhaltbar macht. Weiterhin entbehrt die Annahme, man würde beinahe sechs Wochen nach den Vorkommnissen das angeblich entwendete Verbindungsband bei einem Unbeteiligten oder in den Vereinsräumen des IKuWos auffinden, jeglicher Grundlage. Auch erschließt sich nicht, auf welchen Datenträgern die Vorkommnisse aufgezeichnet worden sein sollen, da es weder am, noch im Haus Kameras oder sonstige Überwachungstechnik gibt.

Wir kommen nicht umhin festzustellen, dass ein Bild gezeichnet wird, in dem das Internationale Kultur- und Wohnprojekt öffentlich kriminalisiert wird und Bürger*innen durch das breite Polizeiaufgebot bei der Durchsuchung den Eindruck bekommen sollten, es ginge ein großes Gefahrenpotential vom Projekt aus. Auch stellen wir nach den hier dargelegten Fakten in Frage, inwieweit dieser unverhältnismäßige Polizeieinsatz dem konkreten Ermittlungserfolg diente. Betroffen müssen wir feststellen, dass im Gegenzug Angriffe auf Projekte wie das IKuWo selten mit solch einem Ermittlungseifer bedacht werden – seien es Farb- und Brandanschläge auf unser Vereinshaus, Brandanschläge gegen den Demokratiebahnhof in Anklam, die mit Brandbeschleuniger entzündete Scheune der Familie Lohmeyer aus Jamel…

Wir als IKuWo e.V. fordern ein Ende der offensichtlichen Kriminalisierung und Hetzkampagne gegen den Verein. Wir werden uns auch zukünftig nicht einschüchtern lassen, wenn es darum geht, sich in Greifswald und darüber hinaus kulturell und politisch zu engagieren!

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Kleine Anfrage: die CDU fragt — das IKUWO antwortet https://blog.17vier.de/2018/06/20/cdu-anfrage-ikuwo/ https://blog.17vier.de/2018/06/20/cdu-anfrage-ikuwo/#comments Wed, 20 Jun 2018 08:57:26 +0000 https://blog.17vier.de/?p=49902 Kleine Anfrage: die CDU fragt — das IKUWO antwortet weiterlesen]]> Am vergangenen Wochenende wurde ein Mitglied der Katholischen Studentenverbindung in der Goethestraße unweit des IKUWOs angegriffen, leicht verletzt und seines Bandes beraubt. Seitdem entlädt sich eine Welle der Empörung über das  alternative Zentrum, von deren Dynamik nun auch die CDU zu profitieren sucht.

Seit dem Angriff auf einen Verbindungsstudenten unweit des Hauses, der am vergangenen Wochenende von mutmaßlichen Gästen des Hauses begangen wurde, ist einiges in Bewegung geraten. Dabei fiel der Raum für versöhnliche Zwischentöne und Dialog klein aus. Von einer differenzierten Auseinandersetzung weit entfernt, mutet das, was in den letzten Tagen passierte, schon beinahe wie eine offene Kampagne an, bei der jeder mit einstimmen konnte, der noch irgendwie eine Rechnung mit dem IKUWO offen hat. 

Die liberale Hochschulgruppe fand kurz vor der Vollversammlung endlich ein Thema und beantragte eilig ein Kooperationsverbot mit dem IKUWO, erfolglos. Die AfD fordert die Schließung des Zentrums. Studentenverbindungen protestierten am vergangenen Mittwoch gegen Gewalt gegen Korporierte — in dem sie sich unter massivem Polizeischutz mit zwei Kästen Bier auf dem ehemaligen Thälmann-Platz vor dem IKUWO trafen. Was wurde da erwartet?

Und dann ist da noch die CDU, die wie ein prokrastinierender Student immer wieder Themen findet, denen man sich anstelle einer ernsthaften kommunalpolitischen Agenda, an der es von Kita-Neubau bis Wohnraumschaffung viel zu beackern gibt, widmen kann. Heraus kommt dabei eine bis kurz vor dem Platzen aufgeblähte Schaufensterpolitik, die mit Schaufensteranfragen eine ohnehin unterbesetzte Verwaltung blockiert. Ernsthaft? Leider ja.

Kleine Anfrage CDU IKUWO

Die CDU-Ortsfraktion stellte in der vergangenen Woche eine Kleine Anfrage, um noch irgendwie an die Empörungswelle gegen das IKUWO anzudocken. Da die Beantwortung eines solchen Fragenkatalogs erfahrungsgemäß länger dauern kann, werden sich die Christdemokraten sicher darüber freuen, dass das IKUWO in die Bresche springt, um den in der Hoffnung auf populistischen Rückenwind vorangetriebenen Wissensdurst zu stillen.

Wir sind das Internationale Kultur- und Wohnprojekt in Greifswald, kurz IKuWo. Bezüglich der Vorfälle vom 10.06.2018 in der Goethestraße hat die Fraktion der CDU in der Greifswalder Bürgerschaft, namentlich Herr Hochschild, eine „Kleine Anfrage“ an die Verwaltung der Universitäts- und Hansestadt Greifswald gerichtet. Als ehrenamtlich und gemeinnützig tätiger Verein möchten wir die Verwaltung gerne bei der Beantwortung der Kleinen Anfrage mit Ihren 12 Fragen und 8 Unterpunkten unterstützen.

Kleine Anfrage des CDU Fraktionsvorsitzenden Axel Hochschild

1. Ist der Verwaltung bekannt, wer sich hinter dem Verein „Internationales Kultur- und Wohnprojekt e.V.“ verbirgt, wer insbesondere im Rahmen des Vereinsrechts die Verantwortung im Vorstand trägt und/oder als Geschäftsführer eingesetzt ist?

Wie bei jedem ordentlichen Verein verbergen sich die Verantwortlichkeiten des IKuWo e.V. im öffentlichen Vereinsregister. Es gibt einen Vorstand, aber keinen Geschäftsführer. Allerdings sind alle Mitglieder des Vereins in der Entscheidungskompetenz gleichberechtigt. Wir nennen das Konsens.

2. Ist der Verwaltung bekannt, welche Ziele der Verein verfolgt?

Selbstverständlich liegt unsere Satzung dem Registergericht vor. Für weitere Fragen diesbezüglich am besten gleich dorthin wenden. Obacht, die Zuständigkeit liegt seit einiger Zeit in Stralsund und nicht mehr beim Amtsgericht Greifswald. Mit längeren Wartezeiten bis zur Beantwortung von Anfragen ist zu rechnen.

3. Ist die Universitäts- und Hansestadt Greifswald Mitglied des Vereins?

Nein. Wenn Sie es wünschen, kann auf der nächsten Vereinsvollversammlung ein entsprechender Antrag eingereicht werden.

Die Stadtverwaltung lehnte diesen Entwurf für die Gestaltung der Fassade 2009 leider ab.

4. Ist der Verwaltung bekannt, ob (ggf. weitere) öffentliche (Gebiets-)Körperschaften oder Anstalten Mitglied des Vereins sind, etwa der Landkreis Vorpommern-Greifswald oder die Universität Greifswald?

Nein. Denn um es kurz zu machen, es sind gar keine öffentlichen (Gebiets-) Körperschaften oder Anstalten Mitglied. In unserem Verein sind nur natürliche Personen Mitglied. Fördermitgliedschaften wiederum können auch durch juristische Personen übernommen werden. Wenn Sie dies wünschen, kann auf der nächsten Vereinsvollversammlung ein entsprechender Antrag eingereicht werden.

5. Ist es zutreffend, dass der Verein das bebaute Grundstück Goethestraße 1 (IKUWO) im Jahre 2011 von der Universitäts- und Hansestadt Greifswald erworben hat?

  1. Welchen Wert hatten das Grundstück und die Gebäude zum Zeitpunkt des Erwerbs?
  2. Zu welchen Kaufpreis hat der Verein das Grundstück und die Gebäude erworben?
  3. Wo kann der Kaufvertrag eingesehen werden?

Bitte sehen sie für die Beantwortung der Fragen a bis c in den sauber geführten Unterlagen des ehemaligen Sanierungsträgers BauBeCon nach.

1.768.000€ in den Jahren 2001 bis 2017

6. Welche öffentlichen Fördermittel sind zwischen 2001 bis 2017 in die Sanierung des Gebäudes Goethestraße 1 (IKUWO) geflossen, insbesondere aus dem Förderprogramm „Soziale Stadt“ (bitte getrennt nach Jahren)?

  1. Sind gegenwärtig noch Fördermaßnahmen anhängig?
  2. Sind weitere Fördermittel beantragt?

Als das Gebäude sich noch im Besitz der Hansestadt befand, sind im Zuge der Sanierung im Jahre 2008/2009 bestimmt Mittel dieses Förderprogramms geflossen. Da wir als damalige Mieter darüber aber leider keine Kenntnis haben, verweisen wir auch an dieser Stelle auf die sauber geführten Unterlagen des ehemaligen Sanierungsträgers BauBeCon. Seit dem Erwerb des Hauses 2011 sind übrigens keine Mittel der Stadt geflossen und auch wenn wir diese für die energetische Fassadensanierung gut gebrauchen könnten, sind keine anhängig oder beantragt.

7. Abgesehen von den unter Ziffer 6 erfragten Fördermitteln: Welche Finanz- und Sachleistungen hat die Universitäts- und Hansestadt Greifswald seit 2001 bis heute gegenüber dem Verein „Internationales Kultur- und Wohnprojekt e.V.“ erbracht (bitte getrennt nach Jahren)?

Danke für die Frage, wir möchten sie gern so beantworten: 200 Stunden ehrenamtliche Arbeit die Woche a 52 Wochen mal 17 Jahre macht ca. 176.800 Stunden á 10€ Mindestlohn die Stunde sind das dann 1.768.000€ in den Jahren 2001 bis 2017 (aktuelle Zahlen aus 2018 liegen leider noch nicht vor).

8. Hat die Universitäts- und Hansestadt Greifswald dem Verein Zuschüsse für die am 9. Juni 2018 im IKUWO durchgeführte „Aftershow-Party – Kein Mensch ist illegal“ im Rahmen des „Festivals contre le racisme“ gewährt? Wenn ja, auf welcher Rechtsgrundlage und in welcher Höhe?

Nein.

9. Falls Fördermittel gemäß Ziffern 6 bis 8 geflossen sind oder noch fließen: Hat sich der Verein bisher – und verpflichtet sich noch -, dass er sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland bekennt und eine den Zielen des Grundgesetzes förderliche Arbeit gewährleistet?

Die Extremismusklausel wurde 2014 von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) abgeschafft. Wir sind durchaus der Meinung, dass Jugend-, Bildungs- und Kulturarbeit das Gemeinwohl stärken. Der kulturelle Austausch von Menschen verschiedener Herkunft ist für uns die Grundlage, um Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit abzubauen. Auf 50 bis 100 Veranstaltungen im Jahr, zum Beispiel Lesungen, Theater, Konzerte, Filme, Partys und Vorträge, bestätigen uns unsere Gäste durch die Nachfrage unseres Angebots darin.

10. Wird die unter Ziffer 9 erfragte grundgesetzkonforme Tätigkeit des Vereins von der Verwaltung der Universitäts- und Hansestadt Greifswald kontrolliert? Wenn ja, auf welche Weise?

Gegenfrage: Wird von der Universitäts- und Hansestadt Greifswald kontrolliert, ob sich die Abgeordneten der CDU-Fraktion an ihre Wahlversprechen halten? Dies wäre ja besonders in Hinblick auf das Wahlergebnis der Landratswahl interessant. Immerhin haben sich 80% der Wähler_innen gegen eine Populistische Partei entschieden. Also besser nicht zu laut mit den Blau/Braunen Wölfen heulen.

„Die wöchentlichen Flaschenwürfe gegen die Fassade zählen wir schon gar nicht mehr mit“

11. Hat die Verwaltung der Universitäts- und Hansestadt Greifswald Kenntnis über Vorkommnisse (Beschwerden, Straftaten, Ordnungswidrigkeiten) im Zusammenhang von Veranstaltungen im IKUWO seit 2001?

  1. Wie viele Beschwerden von Anwohnern gab es seit 2001 im Zusammenhang von Veranstaltungen im IKUWO (bitte nach Jahren und Vorfällen getrennt)?
  2. Wurden Vorkommnisse im Zusammenhang von Veranstaltungen im IKUWO strafrechtlich oder ordnungsrechtlich verfolgt (bitte nach Jahren und Vorfällen getrennt)?
  3. Falls es die vorgenannten Vorkommnisse gab: Welche Konsequenzen hat die Verwaltung daraus gezogen?

Das würde uns auch interessieren. Wir sind jederzeit für konstruktive Kritik offen. Wir haben keine Kenntnis über Vorkommnisse wie Straftaten im Zusammenhang mit unseren Veranstaltungen. Bezogen auf den Verein und das Haus in der Goethestraße 1 halten wir jedoch folgende Vorkommnisse seit 2001 für strafrechtlich relevant:

Brandanschlag IKUWO

Zerstörtes Auto nach einem Brandanschlag auf das IKUWO (Foto: Fleischervorstadt-Blog, 2011)

Das regelmäßige Aufbrechen des Schaukastens, die wöchentlichen Flaschenwürfe gegen die Fassade und die diversen Versuche, die Eingangstür aufzubrechen, zählen wir schon gar nicht mehr mit.

  • Stellvertretende Antwort der Verwaltung der Universitäts- und
    Hansestadt Greifswald (PDF, 161KB)

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An zwei Sonnabendnachmittagen gibt Georg Sigeneger (Laute Musik) einen DJ-Workshop und teilt sein Wissen über alles Details des Auflegen mit Controller und CDJ. Teilnehmende des Workshops können sich nach einer umfassenden Einführung in den Gerätepark auf die inhaltlichen Schwerpunkte Beatmatching, richtiges Timing und Harmonisch mixen einstellen.

DJ Workshop ROSA WG

Der Workshop wird an zwei Tagen stattfinden und jeweils nachmittags beginnen. Wer teilnehmen möchte, wird gebeten, sich mit seinem Facebook-Namen in dieses Doodle einzutragen. Da der Workshop auf fünf Teilnehmende begrenzt ist, sollte man damit nicht zu lange mit der Anmeldung warten.

Fakten: 16./23.06. | 17 Uhr | ROSA (Bahnhofstr. 44) | 20 EUR

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Augsburger Hotel quartiert AfD-Politiker Ralph Weber und andere Rechte aus https://blog.17vier.de/2018/06/07/ralph-weber-afd-hotel/ https://blog.17vier.de/2018/06/07/ralph-weber-afd-hotel/#comments Thu, 07 Jun 2018 11:44:02 +0000 https://blog.17vier.de/?p=49871 Augsburger Hotel quartiert AfD-Politiker Ralph Weber und andere Rechte aus weiterlesen]]> Ende des Monats findet in Augsburg der Bundesparteitag der AfD statt. Auch Landtagsmitglied Prof. Ralph Weber (AfD) wollte dabei sein, muss sich nun aber erst mal um eine neue Bleibe bemühen.

„Skandalös“ war das erste, was Ralph Weber bei Facbook über die Stornierung seiner geplanten Übernachtung im Augsburger Hotel „Drei Mohren“ schrieb. Dem AfD-Rechtsaußen, der mit fremdenfeindlichen Ressentiments nicht gerade sparsam umgeht, wird offenbar nun selbst die Einreise in eine luxuriöse Gemeinschaftsunterkunft verwehrt.

ralph weber hotel

Über eine wenig ausgeprägte Willkommenskultur für Rechtspopulisten im Augsburger „Drei Mohren“ beklagen sich allerdings nicht nur Weber und seine Frau, auch Teile des Bundesvorstands seien von der Entscheidung der Hoteldirektion betroffen und wurden ausgeladen. „So weit ist es in diesem angeblich doch so freien Land also gekommen. […] Unglaublich!!!“

Das „Drei Mohren“ muss für Weber die beste Adresse gewesen sein, um während des Bundesparteitags stilsicher unterzukommen. denn nicht nur der Name weckt zunächst Hoffnungen auf politischen Reibungswillen, auch die Geschichte des Hauses, das den alliierten Bombenangriffen zum Opfer fiel und später wiederaufgebaut wurde, ist bemerkenswert. Hermann Göring erwähnte das „Drei Mohren“ am 28. Dezember 1938 als Ort, für den ein „Judenbann“ zu gelten habe. Der Führer höchst persönlich soll dort während seiner Aufenthalte in Augsburg logiert haben. Und nun das?

„Jammern reicht nicht! WEHRT EUCH!“ (Ralph Weber (AfD), MdL)

Was macht jemand wie Weber, wenn er ausgeladen wird? Zunächst den eigenen Rauswurf mit der Judenverfolgung der Nationalsozialisten auf eine Stufe stellen und anschließend mit einer Klage drohen. So beginne Pogromstimmung. Als nächstes folge der Aufruf, nichts mehr an AfDler zu verkaufen, bis die Rechtspopulisten schließlich einen blauen Punkt sichtbar auf ihrer Kleidung tragen müssten, wenn sie das Haus verließen und so weiter. Man ist solche Geschmacklosigkeiten inzwischen von Ralph Weber gewohnt, erträglicher werden sie durch ihre dauernde Wiederholung nicht.

Weber ruft in seinem Beitrag alle AfD-Freunde zum Boykott des Hotels auf und kündigt an, gegen die Stornierung gerichtlich vorgehen und Schadenersatz verlangen zu wollen. Man dürfe sich das nicht gefallen lassen. Man müsse Freiheit und Rechtsstaat gegen diesen „Hass von linksgrüner Seite“ schützen und verteidigen! Oder um es mit Webers eigenen Worten zu sagen: „Denkt dran: Jammern reicht nicht! WEHRT EUCH!“ Denn man tau!

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Vortrag: „Antifeminismus und Rechtspopulismus — Themen, Akteur*innen, Anschlussstellen“ https://blog.17vier.de/2018/06/06/festival-contre-le-racisme-antifeminismus/ https://blog.17vier.de/2018/06/06/festival-contre-le-racisme-antifeminismus/#respond Wed, 06 Jun 2018 08:46:43 +0000 https://blog.17vier.de/?p=49858 Vortrag: „Antifeminismus und Rechtspopulismus — Themen, Akteur*innen, Anschlussstellen“ weiterlesen]]> Im Rahmen des Festivals contre le racisme spricht Prof. Cordelia Heß (Universität Greifswald) über Antifeminismus in Deutschland und dessen Anschlussfähigkeit an rassistische und sexistische Strömungen.

Prominente Frauen in rechtspopulistischen Parteien verurteilen staatliche Maßnahmen zur Gleichstellung der Geschlechter, polemisieren gegen Feminismus und nicht zuletzt gegen die mühsam erkämpften Rechte von Frauen und LGBTI* auf körperliche und sexuelle Selbstbestimmung. Der Vortrag von Prof. Cordelia Heß wird das breite Themenfeld des Antifeminismus aufzeigen, einzelne Protagonisten vorstellen und dabei vor allem auf Anschlussstellen zu rassistischen, sexistischen und anderen Strömungen aufmerksam machen.

Festival contre le racisme Greifswald

Das Festival contre le racisme wird seit über zehn Jahren an deutschen Hochschulen organisiert. Die Greifswalder Hochschule beteiligt sich seit 2016 an der Aktionswoche und bietet vom 1.-9. Juni Vorträge, Filmvorführen und Workshops zu unterschiedlichen Themen an. Ein Blick auf den Kalender offenbart, dass das diesjährige Festival contre le racisme inzwischen schon fast vorbei ist. Doch bevor es am kommenden Sonnabend mit einem großen Abschlussfest auf der Freifläche hinter der Straze und einer Aftershow im IKUWO verabschiedet wird, finden noch weitere inhaltliche Veranstaltungen statt.

  • Festival contre le racisme Greifswald (Facebook)
  • Programmheft #1 #2 (PNG)

Fakten: 06.06. | 19.30 Uhr | Altes Audimax, HS 1 (Rubenowstr. 1)

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2009 fand der erste Stadtteil-Flohmarkt in der Fleischervorstadt statt. Die Veranstaltung wurde damals vom Quartiersbüro angestoßen und in den Folgejahren organisiert. Seit 2013 kümmert sich das Nachbarschaftsnetzwerk „Stadtgestalten Fleischervorstadt“ um das beliebte Spektakel, das an diesem Sonntagnachmittag mittlerweile unzählige Greifswalder in die Fleischervorstadt lockt.

Fleischervorstadt Flohmarkt 2018Mit dem gewachsenen Publikum verschärften sich zuletzt allerdings auch die Auflagen für Anmeldung und Durchführung des Flohmarkts. So müssen inzwischen unter anderem die Geschwindigkeitsbegrenzungen einzelner Straßen angepasst werden und Ordner darüber wachen, dass nicht auf der Straße flaniert wird. Auch für den Verkauf von Lebensmitteln und Getränken gibt es mittlerweile recht strenge Regeln, so dass man sich als Besucherin des Flohmarkts in diesem Jahr auf ein wesentlich überschaubareres kulinarisches Angebot einstellen sollte.

Trotz dieses Wermutstropfens wird es auch am kommenden Sonntag einiges zu entdecken geben. Mehr als 150 Stände zwischen Bahnhofstraße, Lange Reihe und Neunmorgenstraße haben sich für die Jubiläumsauflage des Flohmarkts angemeldet. Das Koeppenhaus beteiligt sich mit dem inzwischen traditionellen Bücherflohmarkt, für den bis zum 1. Juni noch Bücherspenden abgegeben werden können. Der Verein Viva Con Agua ist wieder mit dabei und auf dem Bonhoeffer-Platz lädt das Kantige Birken Soundsystem mit vinyl dargebotenem Dub&Bass zu einem entschleunigten Päuschen in „Thäddies Dub Corner“ ein.

Grund genug also, sich für Sonntag einen Flohmarktbesuch auf den Zettel zu schreiben. Die Wettervorhersagen stimmen optimistisch, was soll da noch schiefgehen?

Fakten: 03.06. | 13-18 Uhr | Fleischervorstadt

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