Bioläden und Gemüseabo in Greifswald *update*

Das Credo einer ökologisch bewussten Ernährung und die Grundlage eines nachhaltigen Konsumverhaltens lautet zweifelsohne regional – saisonal, doch diese einfache Formel lässt sich nicht jederzeit und überall umsetzen. Um aufzuzeigen, wie man sich in Greifswald das frischeste Gemüse wöchentlich vor die Haustür liefern lassen kann und wo vielleicht der Bioladen des Vertrauens oder die Nestwärme einer Nahrungsbeschaffungskooperative schlummert, soll an dieser Stelle ein kleiner Überblick angeboten werden.

LEBENSMITTELGENOSSENSCHAFTEN ZUM MITMACHEN

Verbrauchergemeinschaften können auf eine lange Tradition zurückblicken und mit Food-Coop und Namiko existieren mittlerweile derer zwei in Greifswald. Das Konzept ist schnell erklärt: Konsumenten und Verbraucherinnen schließen sich zusammen und können so direkt bei den Erzeugern einkaufen, da sie gemeinsam höhere Warenmengen ordern.

biobrotDadurch wird der Einzelhandel und dessen Gewinnmarge übersprungen, die Lebensmittel sind also etwas günstiger. Allerdings geht diese Organisationsform des Konsums mit einigen Einschränkungen einher. So werden die Öffnungszeiten von den Mitgliedern der Kooperativen realisiert und sind daher etwas eingeschränkter als im regulären Handel. Außerdem ist es notwendig, selbst dann und wann diese Ladendienste zu übernehmen. Die beiden Greifswalder Verbrauchsgemeinschaften sind allerdings beide sehr groß, so dass diesbezüglich sicher keine Überarbeitung droht.

Food-Coop: IKUWO | Di & Mi 17-19, Do 11-13, Fr 15-17 Uhr

Namiko: Grimmer Str 2 | Di & Fr 15-17, Mi 18-20 Uhr

KULTURKOSTLADEN AUF DER ECKE

In der Brinkstraße befindet sich ein relativ neuer Bioladen, der den großmännischen Sanierungsbemühungen und den charakterlosen Neubauten seiner unmittelbaren Umgebung trotzt. Hier wurde in den Sommermonaten selbstgemachtes Eis angeboten, aber inzwischen macht sich der Herbst im Angebot bemerkbar.


Neben Bio-Lebensmitteln gibt es auch ein wenig Kunsthandwerk und Naturkosemtika. Der Laden ist nicht gerade billig, aber erinnert dafür noch an die vergangenen Zeiten Tante Emmas.

Fakten: Brinkstr. 17 | Mo-Fr 9-18 Uhr, Sa 9-13 Uhr

KLASSISCHER EINKAUF AUF DEM MARKT

Auf dem Greifswalder Marktplatz wird mehrmals pro Woche die typische Produktpalette ausgebreitet. Dort verkaufen zwar nicht alle Händler Bio-Waren, aber einige Gärtner und insbesondere der Stand von Queerbeet sind gute Anlaufstationen.

Jeden Freitag werden – wenn der Fisch- zum Ökomarkt wird – zusätzlich nebenan  ökologisch produzierte Dinge verkauft. Die Markttage sind Dienstag, Donnerstag, Freitag und Sonnabend, dann aber nur eingeschränkt bis mittags.

GEMÜSEABO VON QUERBEET

bioland peenewerkstätten logoDie schon erwähnten Querbeetlerinnen gehören zu den Peenewerkstätten – einem Projekt zur Integration Behinderter. Unweit von Greifswald, nämlich in Griebenow, wird sich emsig dem Anbau von Gemüse nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus gewidmet.Querbeet offeriert eine Art Gemüse-Abonnement.
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Woche für Woche kann man sich eine Kiste mit Gemüse nach Hause liefern und spart so nicht nur Weg, sondern ernährt sich von Lebensmitteln, die kaum 10km weit entfernt sind. Mehr Unmittelbarkeit geht eigentlich kaum. Die Kisten kosten je nach georderter Größe 10, 12 und 15 Euro. Für 12 beziehungsweise 15 Euro gibt es auch eine Auswahl für Feinschmecker.

Nähere Informationen zum Bestellvorgang und dem Betrieb hält das Bestellformular bereit, das als pdf-Dokument auch online zur Verfügung steht. Queerbeet beliefert auch das Bio to go am Rosengarten. Dort kann die Kiste offline bestellt und auch abgeholt werden.

BIO TO GO – DAS POMMERNGRÜN

Am Rosengarten, unweit der Unibibliothek, befindet sich der Naturkostladen Pommerngrün. Hier wird der Verkauf von Bio-Produkten mit den im Bistrobetrieb angebotenen Salaten, Wraps und Suppe des Tages verbunden. Das Pommerngrün wird ebenfalls von Queerbeet beliefert und ist entsprechend empfänglich für Nachfragen bezüglich der abonnierten Gemüsekiste.

pommerngrün bio to go greifswald

Das Rezept für den Pommerngrünsalat mit gratinierten Hähnchenbruststreifen gibt es auf der aufgeräumten Homepage des Bioladenbistros gleich dazu.

Fakten: Rudolf-Petershagen-Allee 18a | Mo-Fr 10-18 Uhr

UPPER CLASS: NATURKOSTLADEN KEIMBLATT

Wer ausgefallenere Produkte sucht und deswegen auf ein breiteres Sortiment angewiesen ist, wird am wohl zentralsten Greifswalder Naturkostladen  nicht vorbei kommen. Das Keimblatt ist zwar ausgesprochen teuer, aber hier gibt es wirkliche sehr viele verschiedene Waren aus dem regionalen und überregionalen Raum. Das Personal kennt sich aus und die Lage in der Innenstadt ist ein sehr guter Standortfaktor.

Fakten: Am Fischmarkt | Mo-Fr 9-19 Uhr,  Sa 9-14 Uhr


Auch vor Greifswald macht die Expansion des Bio-Marktes nicht halt und die Landschaft der Händlerinnen und kooperativen Strukturen ist in den letzten Jahren gewachsen. Insbesondere das Angebot des Gemüse-Abos weiß mich zu begeistern, denn die Lebensmittel aus der Kiste sind nicht nur in höchstem Maße ökologisch regional, das saisonale Moment ist auch ein sehr guter Anlass, sich mit Rezepten und der Zubereitung heimischer Feldfrüchte zu beschäftigen.

*update* 30.09.

Kollege daburna hat sich in die Spur gemacht und die aufgezählten Lebensmittelbezugsmöglichkeiten auf einer digitalen Karte versammelt. Daumen hoch!

Die schon erwähnten Querbeetlerinnen gehören zu den Peenewerkstätten – einem Projekt zur Integration Behinderter. Unweit von Greifswald, nämlich in Griebenow, wird sich emsig dem Anbau von Gemüse nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus gewidmet.

Fanartikel aus Greifswald #3 – Federlesen & Meer

Es gab hier in der Vergangenheit bereits zwei Beiträge zum Thema Devotionalien mit Lokalkolorit. Darin ging es zum Beispiel um die verschiedenen Schmuckstücke aus der HGWAII-Kollektion, die auf komplizierterem Wege zu besorgenden Murder City Greifswald-Shirts oder die mit dem Dom geschmückten Wanderstabplaketten aus dem Komma 10.

Nun steht eine neue Anbieterin in den Startlöchern, denn vor wenigen Tagen eröffnete in der Mühlenstraße der kleinste Laden der Stadt mit einer Verkaufsfläche von gefühlten vier Quadratmetern. Im Federlesen & Meer werden Artikel angeboten, die durch ihren Bezug zu Greifswald natürlich erstmal sehr charmant daherkommen. Zum Verkauf steht allerhand Klimmbimm, vom Museumshafenpuzzle über den Greifenbutton bis zum Notizblock mit der Marienkirche im Hintergrund. Ob das für eine Existenzsicherung reichen wird, insbesondere nachdem die touristische Hauptsaison vorüber ist, werden die nächsten Monate zeigen.

Die Geschäftsführerin ist eine rheinische Frohnatur, die der Liebe wegen ihre Zelte abbrach und nach Greifswald umsiedelte. Redselig und unbekümmert in Fragen der Privatsphäre, hielt sie die virtuelle Welt vermittels ihres Blogs auf dem Laufenden, füllte die blogosphärischen Suchanfragen nach Stichwörtern Greifswalder Relevanz und informierte ausführlich über das Schicksal einer Fernbeziehung.

Kaum nach Greifswald gezogen, sorgten brandbeschleunigender Kohlenanzünder und ermittlungsunfreudige Polizeibeamte für ein herzliches Willkommen, eine Pressemitteilung und einen Artikel in der Ostsee-Zeitung. Ein guter Start ist ein guter Start ist ein guter Start.

Vorsicht, Christi Himmelfahrt geht wieder um

Der heutige Tag wird ganz gewiss wieder von einer beispiellosen Bierseligkeit geprägt werden, denn erstens ist frei und zweitens hat das Trinken an diesem Datum Tradition.

herrentagAn kaum einem anderen Tag ist öffentlicher Alkoholkonsum so akzeptiert wie an Christi Himmelfahrt aka Herrentag aka Männertag. Es ist daher mit einem erhöhten Aufkommen Vagabundierender zu rechnen. Je später die Stunde, desto berauschter die Passanten. Soviel ist klar.

Wer abends noch Kraft hat oder wer des Exzesses überdrüssig ist, sollte pünktlich ins IKUWO zum Square-Konzert pilgern.

Einen lebensnahen Eindruck der Degeneration nach Stechuhr kann diese Video eines Herrentagsumzugs aus dem Vorjahr vermitteln. Rette sich, wer kann!

https://www.youtube.com/watch?v=EDAS0wlOPhk

Fanartikel aus Greifswald #2

Vor etwa einem halben Jahr machte ich auf einige Devotionalien aufmerksam, mit denen der bedingungslosen Hingabe zur Hansestadt Greifswald Ausdruck verliehen werden kann. Das damals überschaubare Angebot zwischen Campus-Kleidung, Murder City und HGWaii-Accessoires wird nun dank Komma 10 um einige Artikel mit zum Teil staubfängerischen Qualitäten erweitert.

Lokalpatriotismus hat seinen Preis

Die Palette reicht dabei von Schlüsselanhängern und Flaschenöffnern über hanseatische Schneekugeln und Thermometer bis hin zu Plaketten für den hoch dekorierten Wanderstab. Das Angebot ist überraschend hochpreisig und die Artikel kosten jeweils zwischen zwei und sechs Euro. Lokalpatriotismus hat eben seinen Preis.

Mein persönlicher — und auch tatsächlich gekaufter — Favorit ist der handelsübliche Stoffbeutel mit aufgedrucktem Foto vom Blick auf den Dom; Kostenpunkt: exorbitante 2,50 Euro.

Die Verlosung ist vorbei

Eine dreiköpfige Verlosungskommission hat soeben in einem ordentlichen Verfahren die beiden Gewinnerinnen der Fleischervorstadt-Kalender ermittelt. Insgesamt gab es dreizehn Anwärter auf die kostenlosen, aber sicher bald raren Liebhaberstücke. Gewonnen haben Christoph und juliaL49.

Allen, die leider nicht gewonnen haben, sollten schleunigst ins Quartiersbüro pilgern und sich den Kalender dort abholen. Vielen Dank für die große Beteiligung!

Absahnen #5 Verlosung des Fleischervorstadt-Kalenders

Es weihnachtet gerade sehr und wir alle sind mehr oder weniger starken Zwängen, Weihnachtsgeschenke zu organisieren, ausgesetzt. Vielleicht hilft dieser Beitrag bei diesem Problem weiter. Im Oktober rief das Quartiersbüro der Fleischervorstadt einen Fotowettbewerb aus, dessen zwölf besten Einsendungen in Kalenderform veröffentlicht werden sollten.

greifswald Diese Kalender sind jetzt fertig und ich verlose an dieser Stelle zwei Exemplare. Was ihr tun müsst, um das weihnachtliche Komsumproblem zu lösen, ist, bis zum 22. Dezember um 12 Uhr einen Kommentar unter diesem Beitrag abzugeben und dabei eine reale Email-Adresse zu verwenden. Diese Adresse wird anderen natürlich nicht angezeigt und dient einzig dazu, euch nach der Verlosung zu kontaktieren. Ich schicke Euch die Kalender auch gerne mit der Post, wenn ihr nicht rechtzeitig in Greifswald sein könnt.

Der Kalender ist natürlich ein Muss für Lokalpatrioten und Exil-Greifswalderinnen. Über die Qualität einzelner Fotos läßt sich streiten, aber in jedem Fall liegt eine Momentaufnahme des Viertels vor, die irgendwann auch historischen Wert haben wird.

An dieser Stelle sei auch nochmal ausdrücklich die noch bis zum 23. Januar laufende Ausstellung Rückblende: Greifswald in der Wende-Zeit im Koeppenhaus empfohlen. Die Bilder sind wirklich beeindruckend und man kriegt eindrucksvoll zu spüren, wie schnell vergangene Wahrnehmungen aus dem Bewußtsein verschwinden.

(Foto: Kevin Neitzel)

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