Unser Knut heißt Stinkibär!

Wie die Ostsee-Zeitung am Wochenende auf der Titelseite des Greifswalder Lokalteils verkündete, hat der hiesige Tierpark einen neuen Bewohner und damit folglich eine animale Aufstockung erfahren.

Die Prominenz der Tiere

Tiere als Popstars und Heldinnen der Medien sind kein neues Phänomen. Schon 1943 eroberte ein Hund mit dem Film Lassie Come Home die Herzen der Zuschauenden. Kaum zwanzig Jahre später tobte der immerfröhliche Delphin Flipper über die Bildschirme und das Pferd Mister Ed begann zu sprechen.

Auch in Deutschland brachten es einige wenige Tiere zu zweifelhaftem Ruhm, beispielsweise der Geißbock Hennes, seines Zeichens dickfelliges Maskottchen des 1.FC Köln, der inzwischen in siebenter Generation den kickenden Geißböcken Glück bringen soll. Dann ist da noch Problembär Bruno, der im Sommer 2006 durchs deutsche Sommerloch tapste und schussendlich von einer Gewehrkugel niedergestreckt wurde.

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Ein halbes Jahr später wurde eine ganze Republik tierlieb gemacht, als in Berlin ein von seiner Mutter abgestoßenes Eisbären-Jungtier von seinem Pfleger Thomas Dörflein aufgezogen wurde. Die Berliner Zeitungen berichteten beinähe täglich über Knuts Entwicklung, aber auch im Ausland machte Cute Knut von sich reden, und zwar von Houston über Irland und Indien bis nach China.

Stinktier ohne Drüsen

Der Greifswalder Tierpark darf sich also über Zuwachs freuen. Der neue Bewohner heißt ganz gattungsnah Stinkibär und wohnte bis vor drei Wochen noch in Stralsund. Nachdem sich das fünfjährige Tier eingelebt habe, soll es die Kinder in der Zooschule begeistern. Wenn es sich bei dieser Einrichtung allerdings nicht um eine Abendschule handelt, könnte dieses Unterfangen aufgrund der Nachtaktivität von Stinktieren schwierig werden.

(Foto: Peter Binder/OZ)

Um das geruchsintensive Sekret des Tieres solle man sich aber nicht sorgen, denn Stinkibär wurden schon die entsprechenden Drüsen entfernt. Ein amputativer Eingriff übrigens, der gegen das Tierschutzgesetz (§6) verstößt, wenn er nicht nach tierärztlicher Indikation geboten ist. Für jene, die es genau wissen wollen: Gründe hierfür können zum Beispiel Analdrüsenentzündungen und starke Verstopfungen sein.

Laut telefonischer Auskunft des Tierparks ist es derzeit noch nicht möglich, Stinkibär in Augenschein zu nehmen, da dieser sich noch in Quarantäne befände. Er würde höchstens zufällig und in Begleitung seiner Pflegerin zu entdecken sein. Aber auch das soll sich ja ändern. Eine genaue Aufstellung der Öffnungszeiten und Eintrittspreise findet sich auf der Homepage des Heimtierparks.

Stinkibär everywhere

Da die Prominenz Stinkibärs im Gegensatz zu Knuddel-Knuts Popularität nicht zur Sonderbriefmarke der deutschen Post gereicht, keine Apothekenzeitung sein Konterfei auf das herausnehmbare Poster bannen und kein TV-Team eine Dokumentation über den Vierpföter drehen wird, gibt es für Fanatikerinnen eine Schablonenvorlage – natürlich nur für den Gebrauch im eigenen Wohnzimmer.

Und warum jetzt diese lokaljournalistisch anmutende Aufregung und so viele Wörter um einen Neuzugang im Tierpark? Ganz einfach, denn Stinkibär ist einer von uns: liebenswürdig, übelriechend und nachtaktiv!

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