Nachwuchsförderung in Sachen Techno

In der ROSA WG wird an zwei Tagen ein DJ-Workshop mit und von Georg Sigeneger angeboten. Interessierte müssen sich sputen, denn es gibt nur eine handvoll Plätze.

An zwei Sonnabendnachmittagen gibt Georg Sigeneger (Laute Musik) einen DJ-Workshop und teilt sein Wissen über alles Details des Auflegen mit Controller und CDJ. Teilnehmende des Workshops können sich nach einer umfassenden Einführung in den Gerätepark auf die inhaltlichen Schwerpunkte Beatmatching, richtiges Timing und Harmonisch mixen einstellen.

DJ Workshop ROSA WG

Der Workshop wird an zwei Tagen stattfinden und jeweils nachmittags beginnen. Wer teilnehmen möchte, wird gebeten, sich mit seinem Facebook-Namen in dieses Doodle einzutragen. Da der Workshop auf fünf Teilnehmende begrenzt ist, sollte man damit nicht zu lange mit der Anmeldung warten.

Fakten: 16./23.06. | 17 Uhr | ROSA (Bahnhofstr. 44) | 20 EUR

Augsburger Hotel quartiert AfD-Politiker Ralph Weber und andere Rechte aus

Ende des Monats findet in Augsburg der Bundesparteitag der AfD statt. Auch Landtagsmitglied Prof. Ralph Weber (AfD) wollte dabei sein, muss sich nun aber erst mal um eine neue Bleibe bemühen.

„Skandalös“ war das erste, was Ralph Weber bei Facbook über die Stornierung seiner geplanten Übernachtung im Augsburger Hotel „Drei Mohren“ schrieb. Dem AfD-Rechtsaußen, der mit fremdenfeindlichen Ressentiments nicht gerade sparsam umgeht, wird offenbar nun selbst die Einreise in eine luxuriöse Gemeinschaftsunterkunft verwehrt.

ralph weber hotel

Über eine wenig ausgeprägte Willkommenskultur für Rechtspopulisten im Augsburger „Drei Mohren“ beklagen sich allerdings nicht nur Weber und seine Frau, auch Teile des Bundesvorstands seien von der Entscheidung der Hoteldirektion betroffen und wurden ausgeladen. „So weit ist es in diesem angeblich doch so freien Land also gekommen. […] Unglaublich!!!“

Das „Drei Mohren“ muss für Weber die beste Adresse gewesen sein, um während des Bundesparteitags stilsicher unterzukommen. denn nicht nur der Name weckt zunächst Hoffnungen auf politischen Reibungswillen, auch die Geschichte des Hauses, das den alliierten Bombenangriffen zum Opfer fiel und später wiederaufgebaut wurde, ist bemerkenswert. Hermann Göring erwähnte das „Drei Mohren“ am 28. Dezember 1938 als Ort, für den ein „Judenbann“ zu gelten habe. Der Führer höchst persönlich soll dort während seiner Aufenthalte in Augsburg logiert haben. Und nun das?

„Jammern reicht nicht! WEHRT EUCH!“ (Ralph Weber (AfD), MdL)

Was macht jemand wie Weber, wenn er ausgeladen wird? Zunächst den eigenen Rauswurf mit der Judenverfolgung der Nationalsozialisten auf eine Stufe stellen und anschließend mit einer Klage drohen. So beginne Pogromstimmung. Als nächstes folge der Aufruf, nichts mehr an AfDler zu verkaufen, bis die Rechtspopulisten schließlich einen blauen Punkt sichtbar auf ihrer Kleidung tragen müssten, wenn sie das Haus verließen und so weiter. Man ist solche Geschmacklosigkeiten inzwischen von Ralph Weber gewohnt, erträglicher werden sie durch ihre dauernde Wiederholung nicht.

Weber ruft in seinem Beitrag alle AfD-Freunde zum Boykott des Hotels auf und kündigt an, gegen die Stornierung gerichtlich vorgehen und Schadenersatz verlangen zu wollen. Man dürfe sich das nicht gefallen lassen. Man müsse Freiheit und Rechtsstaat gegen diesen „Hass von linksgrüner Seite“ schützen und verteidigen! Oder um es mit Webers eigenen Worten zu sagen: „Denkt dran: Jammern reicht nicht! WEHRT EUCH!“ Denn man tau!

Vortrag: „Antifeminismus und Rechtspopulismus — Themen, Akteur*innen, Anschlussstellen“

Im Rahmen des Festivals contre le racisme spricht Prof. Cordelia Heß (Universität Greifswald) über Antifeminismus in Deutschland und dessen Anschlussfähigkeit an rassistische und sexistische Strömungen.

Prominente Frauen in rechtspopulistischen Parteien verurteilen staatliche Maßnahmen zur Gleichstellung der Geschlechter, polemisieren gegen Feminismus und nicht zuletzt gegen die mühsam erkämpften Rechte von Frauen und LGBTI* auf körperliche und sexuelle Selbstbestimmung. Der Vortrag von Prof. Cordelia Heß wird das breite Themenfeld des Antifeminismus aufzeigen, einzelne Protagonisten vorstellen und dabei vor allem auf Anschlussstellen zu rassistischen, sexistischen und anderen Strömungen aufmerksam machen.

Festival contre le racisme Greifswald

Das Festival contre le racisme wird seit über zehn Jahren an deutschen Hochschulen organisiert. Die Greifswalder Hochschule beteiligt sich seit 2016 an der Aktionswoche und bietet vom 1.-9. Juni Vorträge, Filmvorführen und Workshops zu unterschiedlichen Themen an. Ein Blick auf den Kalender offenbart, dass das diesjährige Festival contre le racisme inzwischen schon fast vorbei ist. Doch bevor es am kommenden Sonnabend mit einem großen Abschlussfest auf der Freifläche hinter der Straze und einer Aftershow im IKUWO verabschiedet wird, finden noch weitere inhaltliche Veranstaltungen statt.

  • Festival contre le racisme Greifswald (Facebook)
  • Programmheft #1 #2 (PNG)

Fakten: 06.06. | 19.30 Uhr | Altes Audimax, HS 1 (Rubenowstr. 1)

Fleischervorstadt-Flohmarkt 2018

Am Sonntag findet in Greifswald der 10. Fleischervorstadt-Flohmarkt statt. Im Viertel werden mehr als 150 Stände erwartet.

2009 fand der erste Stadtteil-Flohmarkt in der Fleischervorstadt statt. Die Veranstaltung wurde damals vom Quartiersbüro angestoßen und in den Folgejahren organisiert. Seit 2013 kümmert sich das Nachbarschaftsnetzwerk „Stadtgestalten Fleischervorstadt“ um das beliebte Spektakel, das an diesem Sonntagnachmittag mittlerweile unzählige Greifswalder in die Fleischervorstadt lockt.

Fleischervorstadt Flohmarkt 2018Mit dem gewachsenen Publikum verschärften sich zuletzt allerdings auch die Auflagen für Anmeldung und Durchführung des Flohmarkts. So müssen inzwischen unter anderem die Geschwindigkeitsbegrenzungen einzelner Straßen angepasst werden und Ordner darüber wachen, dass nicht auf der Straße flaniert wird. Auch für den Verkauf von Lebensmitteln und Getränken gibt es mittlerweile recht strenge Regeln, so dass man sich als Besucherin des Flohmarkts in diesem Jahr auf ein wesentlich überschaubareres kulinarisches Angebot einstellen sollte.

Trotz dieses Wermutstropfens wird es auch am kommenden Sonntag einiges zu entdecken geben. Mehr als 150 Stände zwischen Bahnhofstraße, Lange Reihe und Neunmorgenstraße haben sich für die Jubiläumsauflage des Flohmarkts angemeldet. Das Koeppenhaus beteiligt sich mit dem inzwischen traditionellen Bücherflohmarkt, für den bis zum 1. Juni noch Bücherspenden abgegeben werden können. Der Verein Viva Con Agua ist wieder mit dabei und auf dem Bonhoeffer-Platz lädt das Kantige Birken Soundsystem mit vinyl dargebotenem Dub&Bass zu einem entschleunigten Päuschen in „Thäddies Dub Corner“ ein.

Grund genug also, sich für Sonntag einen Flohmarktbesuch auf den Zettel zu schreiben. Die Wettervorhersagen stimmen optimistisch, was soll da noch schiefgehen?

Fakten: 03.06. | 13-18 Uhr | Fleischervorstadt

Schmierfettkatastrophe: Verschmutzt der Bau von Nord Stream 2 die Boddenufer?

Seit vergangenem Donnerstag wurden an vielen Uferabschnitten des Greifswalder Boddens angespülte Schmierfettklumpen entdeckt. Die großflächige Verschmutzung steht mutmaßlich mit den Bauarbeiten für die Pipeline Nordstream 2 in Verbindung.

Der NABU Kreisverband Greifswald schätzt ihre Zahl am Badestrand Wampen auf 100.000. So viele bis zu walnussgroße Schmierfettklumpen seien seit Donnerstag dort angeschwemmt worden. Die Klumpen in den Farben rot bis gelb-durchsichtig seien vor allem im Spülsaum, auf vorgelagerten Sandbänken und schwimmend im Wasser vorgefunden worden. Neben dem Wampener Ufer seien auch andere Abschnitte des Boddens von der Verschmutzung betroffen, zum Beispiel der Struck, die Freesendorfer Wiesen und die Insel Koos. Bereits während des Pfingstwochenendes wurden an der südöstlichen Seite Rügens, konkret in der Nähe von Zudar, Stahlbrode und dem Naturschutzgebiet Palmer Ort die ersten Klumpen mit Schmierfett angespült.

Schmierfett Greifswalder Bodden Nord Stream 2

(Foto: NABU Kreisverband Greifswald)

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Die CDU und die Toleranz

Ein Gastbeitrag von Anne Wolf für das Bündnis „Greifswald für alle

„Wo ist eigentlich die CDU?“ Diese Frage stellten Freunde mir am 1. Mai auf dem 4. Greifswalder Kulturfest, das unter dem Motto „Vielfalt, Solidarität, Gerechtigkeit“ stand. Unser Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder als Schirmherr der Veranstaltung hatte soeben in seiner Rede die Neugierde als notwendige Tugend bezeichnet und keinen Zweifel daran gelassen, dass Greifswald eine Stadt ist, die Vielfalt zu schätzen weiß. Auf der Bühne spielten gerade die Peach Nuts, rund um den Marktplatz präsentierten sich die verschiedensten Organisationen und Initiativen, Hunderte Gäste flanierten von Stand zu Stand, vertieften sich in Gespräche, genossen Waffeln oder Couscous, probierten Musikinstrumente aus…

CDU und Toleranz

Der Marktplatz bot an diesem Feiertag ein schönes Spiegelbild der Greifswalder Bevölkerung. Ja, aber… „Wo ist eigentlich die CDU?“ Als Mitglied des Bündnisses „Greifswald für alle“ und Moderatorin der Veranstaltung konnte ich nur sagen: „Ich weiß auch nicht, warum sie nicht kommen wollte. Eingeladen war sie, wie alle anderen wahrhaft demokratischen Parteien auch.“ Jedoch hatte die CDU uns auf unser Schreiben vom 8. Februar noch nicht einmal geantwortet – sehr bedauerlich, wie wir finden. Einer der Freunde sinnierte weiter: „Damit macht die CDU dann ja schon eine Aussage, wenn sie bei einem solchen Fest nicht dabei sein will.“ Ihm schien das Schweigen und die Nicht-Teilnahme einer der größten deutschen Parteien offenbar ihrer Rolle nicht angemessen; schließlich heißt es schon in Artikel 21 des Grundgesetzes: „Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit […].“ „Die CDU und die Toleranz“ weiterlesen