Steinar in Greifswald Teil 7

FDP-Kreisvorsitzender Thorsten Hoebel glänzt heute mit einem Gastkommentar in der Ostsee Zeitung und fokussiert die juristische Dimension der Thor Steinar-Debatte, zumindest versucht er es, offenbart allerdings ebenfalls Schwächen im Verständnis der eigentlichen Problematik.

Dabei ist das wirklich verwunderlich, denn ein Blick in die Leserbriefe der Ostsee Zeitung gibt eigentlich schon Hinweise zu richtigen Verstehen. Hoebel wehrt sich gegen Textilzensur und schließt das vermeintliche Instrument der Politik, den Laden zu schließen, bzw. den Verkauf zu unterbinden, aus: „Da es juristisch sowohl hinsichtlich des alten Logos und auch wegen des neuen Logos keinerlei Handhabe gibt, einen Verkauf der Marke Thor-Steinar zu untersagen, unterstützt der FDP-Kreisverband eine Forderung zur Schließung des Ladens oder aber zumindest zum Verbot des Verkaufs nicht. Dafür gibt es keine rechtliche Grundlage. Die teilweise in der Presse geforderte Textilzensur ist also abzulehnen.“

Hoebel hat leider nicht den Kern der Debatte erfasst. Es gab zwar seitens der Stadt die Ankündigung, Rechtsmittel bezüglich eines Verkaufsverbotes zu prüfen, allerdings ist der Misserfolg dieser Idee vorhersehbar. Die sogenannte Textilzensur bedeutet ja nicht mehr als eine gesunde Konsumverweigerung. Folgt man Hoebel, dann kann man als Demokrat diese Waren kaufen. Dann kann man aber auch bei Lidl einkaufen und noch mehr schlimme Sachen anstellen. Es geht ja genau darum, den finanziellen Zufluss in rechte Netzwerke zu stoppen.

Reklame

Es ging also nicht vordergründig um Neonazis, die diese Kleider kaufen, sondern um Ahnungslose, die ihr Geld nicht in rechtsextremen Strukturen anlegen sollen. Nichtsdestotrotz wurde heute der Auszug des umstrittenen MCS Fashionstore aus der Dompassage bekannt. Ob die Inhaberin dem öffentichen Druck nicht mehr standgehalten hat, oder das Centermanagement einen Imageschaden befürchtete bleibt unklar. Ungeklärt ist auch, ob die restlichen Textilien von Thor Steinar jetzt vielleicht im zweiten Laden verkauft werden, der in Verbindung mit dem MCS Fashionstore steht: im Playaz in der Fleischerstraße.

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