Hauptstadt der Sicherheit

Eckhard Oberdörfer begrüßte heute die LeserInnen des Lokalteils der Ostsee Zeitung. Die Urheberschaft des Textes war schon nach wenigen Zeilen klar. Pointiert ausgedrückt, bearbeitet Oberdörfer eigentlich nur drei Themengebiete: das historische Greifswald, die Universität und jugendliche Kleinkriminalität. Die erstgenannten beiden Themen sind bei Oberdörfer in guten Händen, keine Frage. Aber über den moralisierenden Stil in den Berichten und Kommentaren über Kleinkriminalität habe ich mich hier schon mehrfach beschwert.

Ich habe häufig einen Wilhelm Busch mit Zeigefinger vor Augen, wenn jugendliche Delinquenten als Banausen oder Rabauken bezeichnet werden. Kleinkriminalität meint in diesem Zusammenhang zum Beispiel das Befahren der Fußgängerzone ebenso wie den Diebstahl von Drahteseln Fahrrädern. Pedalritter FahrradfahrerInnen in Greifswald haben es schwer, eine lange Beziehung zu ihren unmotorisierten Individualverkehrsmitteln herzustellen, denn die Zahl der Fahrraddiebstähle pro Kopf dürfte uns im bundesweiten Vergleich eine Platzierung im oberen Drittel garantieren.

Greifswald Hauptstadt der Sicherheit

Aber ist es denn ratsam, auf den Titel Hauptstadt der Fahrraddiebe zu verzichten und stattdessen zur Hauptstadt der Sicherheit zu pervertieren, Herr Oberdörfer? Das erinnert mich an britische Städte wie Manchester, in denen jeder Bürger und jede Bürgerin durchschnittlich einhundert mal am Tag von Überwachungskameras gefilmt werden. Und so ganz weit hergeholt ist das alles ja auch nicht, Rufe nach Videoüberwachung des öffentlichen Raums werden immer wieder laut und eine Bürgerwehr einen Bürgerservice gibt es inzwischen auch in Greifswald. Patrouillen also, die Ordnung, Ruhe und Sauberkeit in der Stadt durchzusetzen versuchen.

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Was wir brauchen ist nicht mehr Sicherheit, das sind mehr öffentliche Fahrräder!

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4 Gedanken zu „Hauptstadt der Sicherheit

  1. Oberdörfer beackert noch ein viertes Thema: Insolvenzen. Vielleicht gab es in Gwd in letzter Zeit keine. Deshalb fällt es auch nicht auf.

    Wenn er sich auf anderen Gebieten versuchte, ging das mitunter schief.
    So machte er alle OZ-Leser und sich zu Menschen, die ein Doppelleben führen, als er von der dritten und vierten Lebenshälfte schwadronierte:
    http://ostsee-zeitung-blog.blogspot.com/2005/11/wie-viele-hlften-hat-ein-leben.html

    Auch sind seine Geographie-Kenntnisse begrenzt. Das bewies er, als er Island in die Ostsee verlegte:
    http://ostsee-zeitung-blog.blogspot.com/2006/08/erdkunde-die-ostsee-als-heimat-islands.html

    Es ist also klug, wenn er sich auf wenige Themen beschränkt.

  2. lupe, lupe…

    Du lässt auch keine Gelegenheit aus in Deinem persönlichen Rachefeldzug…
    Mich würde interessieren was Dir in der OZ Redaktion angetan wurde…
    Du hast doch mal für den Laden gearbeitet, oder..?
    Ich habe nichts gegen obektive sachliche Kritik an Berichterstattung…Ganz im Gegenteil
    Aber ich werd das Gefühl der Polemik beim Lesen Deiner Einträge einfach nicht los…
    Ganz im Gegenteil, auch für fast persönliche Angriffe bist Du dir nicht zu schade…

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