Künstlerische Nacht- und Nebelaktion *update*

In der Nacht von Dienstag zu Mittwoch folgten etliche Greifswalder Künstler und Künstlerinnen dem Aufruf zu Kunst am Wall, um das an dieser Stelle schon vielgepriesene Samplerprojekt klein stadt GROSS zu unterstützen.

Doch nicht nur sind auf dem form- und hörschönen Stück 18 Greifswalder Bands der verschiedensten musikalischen Sparten zu belauschen, nein, der ab Oktober käuflich erwerbbare Tonträger umfasst außerdem ein 28-seitiges Booklet, in dem sich neun Greifswalder Künstler, u.a. Abkömmlinge des CDFI, mit Werkbeispielen vorstellen.

Dem revolutionären und jeder Widrigkeit trotzenden Gedanken, der hinter diesem Produkt steht, soll mit unserer, womöglich beispiellosen, Auftakt-Aktion Rechnung getragen werden. Stellt euch nur vor: Ein gerahmtes Kunstwerk pro Baum!

Kunst am Wall Greifswald

Was euch klar sein muss:

1. Die Beschädigung der Rahmen und Bilder durch Witterungsumstände ist nichts was wir verhindern können oder wollen.

2. Dass Bilder von Passanten mitgenommen und vielleicht in deren Wohnzimmer Asyl finden werden, betrachten wir als interessanten Nebeneffekt (ganz im Sinne einer weitreichenden Wirkung).

Wir rufen EUCH hiermit dazu auf, Teil eines aufsehenerregenden, gerne auch augenbrauenhebenden oder eben stirnrunzelnden Unterfangens zu werden.

Und es wurde nicht zuviel versprochen. Gegen 24 Uhr waren schon mehr als 14 Werke gewissermaßen an den Baum gebracht, der Wall zwischen Mensa und Fleischerstraße in eine begehbare Freiluftgalerie verwandelt. Im Morgengrauen wird das Ergebnis in seiner vollen Größe erkennbar sein. Man darf gespannt sein, wie das ankommen wird.

Lumieres Claires Greifswald

An dieser Stelle sollen die ersten Fotos vom Geschehen zur Einsicht vorgelegt werden. Neben den Fotos der öffentlichen Kunstaktion gibt es auch Bilder vom ersten (inoffiziellen) Release-Konzert von KSG.

Wie angekündigt, gaben die beiden Bands Lumières Claires und Mexicola ein Akustikkonzert während des Open-Mic-Abends im St.Spiritus.

*update*

Inzwischen wurden mir Fotos vom heutigen Morgen geschickt. Danke dafür, sehr schick!

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11 Gedanken zu „Künstlerische Nacht- und Nebelaktion *update*

  1. Super Aktion und schöne Bilder! Einige hatten ja Angst, dass die Bilder auf Grund der Bauarbeiten am Wall beschädigt oder direkt abgenommen werden.
    Dazu gibt’s den O-ton eines Bauarbeiters am heutigen Morgen: „Wir waren erfreulich überrascht über die Aktion. Soweit ist das in Ordnung. Das stört uns nicht. Es kann dran bleiben. Sieht lustig aus, ist ein Hingucker!“
    Einen kurzen Beitrag gibt es heute Abend auf Greifswald TV, um 18 Uhr, bei punktUM zu sehen. Oder später in der Mediathek unter http://www.greifswald-tv.de

  2. Freiluft-Gallerie?! Ist doch die ganze Stadt, jede Nacht öffnet sich ein riesiges Atelier 🙂
    Ich find die Aktion auch echt wunderbar, sind schöne Sachen dabei.
    Jetzt schreien alle „Kunst, Kunst“, aber was ist mit all den Paste-Ups, Stencils, Stickern etc.? Vielleicht trägt die Sache auf dem Wall ja dazu bei, für etwas mehr Toleranz gegenüber freien Kunstformen bei den Bürgern und Politikern dieser Stadt zu sorgen. Wir wollen es uns natürlich auch nicht nehmen lassen, zu dieser tollen Ausstellung was beizusteuern.
    Viel Spaß weiterhin

  3. @Christoph: toller Beitrag bei GTV mal wieder. Was war denn das für ein Greifswalder, der in den 60er Jahren schon einmal auf dem Wall ausgestellt hat? Ziemlich interessant finde ich! Allerdings ist das Spannende an der Aktion ja nicht nur der Ausstellungsort, sondern die Tatsache, dass es eine große Bereitschaft unter den Künstlern gab, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Die Qualität der Ausstellungsstücke finde ich dabei größtenteils (nicht alles! … mancher hat da sicherlich auch in der Mottenkiste gekramt, um dann ein Stück „Kunst“ dritter Wahl da hin zu hängen – nun ja, dabei sein ist sichlich nicht immer alles …) wirklich herausragend. Was das Interesse der Passanten anbelangt, so sei darauf verwiesen, dass bereits erste Bilder vermisst werden. Offenbar haben die jemandem so gut gefallen haben, dass er es dafür in Kauf nahm, diese Bilder den Blicken anderer „Ausstellungsbesucher“ zu entziehen (bevor jemand anderes auf dieselbe Idee kommt).
    Es gab auch durchaus verärgerte Passanten. Ich wurde heute Zeuge wie ein befellter Vierbeiner, außer sich vor Wut über die unrechtmäßige Okkupation seines Reviers, minutenlang auf den „Baummann“ einkläffte. Man kann’s eben nicht jedem recht machen.

  4. ja, der wahnsinn, wie diese wall-ausstellung jegliche grenzen sprengt und öffentlichkeit, kunst und alltag endlich wieder so zusammenbringt, wie das gehört. und eben nicht immer nur kunst in irgendwelchen elitären reservaten passiert.
    denn kunst tut nicht weh und da braucht man keine angst vor haben.

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