Entwendete Stolpersteine: Polizei ermittelt und der Schwarm sammelt Geld für schnelle Wiederherstellung

In der Nacht zum 9. November wurden alle in Greifswald verlegten Stolpersteine, mit denen seit 2008 an das Schicksal der im Dritten Reich deportierten und ermordeten Juden erinnert wurde, entwendet.

Nachdem ZeitOnline über diesen pietätlosen Akt am historisch schwer belasteteten Gedenktag berichtete, brach sich gestern im Netz die Empörung darüber Bahn. Über Facebook und Twitter wurde eine rasch gegründete Crowdfunding-Intitiative verbreitet, deren Geburtshelfer diesen Angriff nicht akzeptieren wollen und Geld für die Verlegung neuer Stolpersteine in Greifswald sammeln.

Über die Schwarmfinanzierungsplattform Pledgebank wurden binnen eines Tages unter dem Arbeitsversprechen „Ich werde 12 Euro für Stolpersteine in Greifswald spenden, wenn 100 andere Menschen aus dem gleichen Ort das Gleiche tun“ 117 Spendenzusagen gesammelt. Damit wurde die anvisierte Unterstützerinnenzahl übertroffen.

2500 Belohnung für Hinweise auf Täter

Auch die Polizei geht von einem rechtsextremistischen Hintergrund der Täter aus und vermutet einen Zusammenhang zur NPD-Demonstration in Wolgast. Sie bittet die Bevölkerung „eindringlich“ um Mithilfe und hat die Ermittlungen aufgenommen. Für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, wurde eine  Belohnung in Höhe von 2.500 Euro ausgesetzt.

  • Pledge „Stolperstein“ (pledgebank, 09.11.12)
  • Unbekannte reißen in Greifswald sämtliche Stolpersteine aus (ZeitOnline, 09.11.12)
  • Polizeipräsident verurteilt hinterhältigen Anschlag auf Stolpersteine – 2.500 Euro als Belohnung ausgelobt (PM Polzei MV, 09.11.12)
  • Unbekannte entfernen Stolpersteine in Greifswald (webMoritz, 09.11.12)

9 Gedanken zu „Entwendete Stolpersteine: Polizei ermittelt und der Schwarm sammelt Geld für schnelle Wiederherstellung

  1. Die Idee mit dem Spenden finde ich super! Allerdings finde ich die Informationslage sehr dünn!
    Weiß jemand wie viel die neuen Steine kosten werden? Und wer ist dieser Pleia-Verein? Ich werde die 12€ überweisen, aber es sind mir zu wenig Informationen, als dass ich das guten Gewissens anderen Menschen weiterempfehlen kann… Wäre toll wenn jemand weitere Infos hätte.
    (die Website http://www.politisches-wagnis.de /org , die offensichtlich zu dem Verein gehört bietet keinen Inhalt/ist nicht freigeschaltet)

      1. Ne, aber beantwortet meine Frage leider auch nicht. Letztendlich überweise ich Geld auf ein Konto und muss dran glauben, dass die dann auch ihr Versprechen einhalten. Hätten die ne Internetseite oder irgendwelche Infos, wer sie sind etc. dann hätte man wenigstens etwas in der Hand.

      1. Ich denke, dass 100 Leute das tun müssen, denn die Versprechenssammlung ist bereits mit „they did it“ markiert. Das andere Modell hätte ich aber auch spannend gefunden: Wenn 100 Greifswalder für diese Steine spenden, dann sammeln wir genausoviel Geld und spenden es auch.

  2. Ich bin wütend und traurig ob der Untaten der NaziBratzen, die unsere Stadt Greifswald überall in D-Land und in der Welt in Mißkredit bringen – und ich bin Teil des „Schwarms“, der Geld sammelt, um schnellstmöglich die StolperSteine wieder dort hinzubekommen, wo sie hingehören. Greifswald ist bunt und bleibt bunt. Im Regenbogen gibts kein Braun. Wenn ich leider auch nichts weiß über die „Gesellschaft für politisches Wagnis“ , außer, daß sie in Berlin Diskussionsrunden mit Piraten- und Linken-Politikerinnen zu organisieren versucht, hoffe ich doch, daß sie das Versprechen ernst nimmt und verantwortungsbewußt mit dem Geld umgeht.

  3. Pingback: webMoritz.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.