6 Gedanken zu „So schnell geht es: Abriss Gützkower Straße

  1. Naja, naja, Stadt hat sich schon immer verändert, ist eher die Frage, ob die Veränderungen die Stadt lebenswerter machen. Interessant wären z.B. Luftaufnahmen der Fleischervorstadt aus der Vorwendezeit und von heute. Ist es mehr oder weniger Grün auf den Hinterhöfen geworden? Im Hof der Peipervilla, Bahnhofstraße 52, stehen anstelle großer Walnußbäume heute PKW. So wirds wohl an vielen Stellen sein.
    „Der Sozialismus“ (hatte der in Greifswald konkrete Namen?) hat immerhin ganze Quartiere der Stadt wegrasiert (ob in den feuchten Wohnungen mit qualmenden Öfen noch Familien mit Kleinkindern wohnen wollten, ist eine andere Frage – viele waren wahrscheinlich froh, wenn sie in eine trockene und warme Platte mit Bad ziehen konnten)

  2. das mit dem sozialismus war auch eher als phrasologismus zu verstehen. tatsächlich war das viertel zwischen arndt-, burg-, böhmke- und baustrasse früher schon anders. vor acht jahren wohnten dort unglaublich viele junge menschen, auf den strassen hörte man die musik aus ihren, an die fenster gestellen, boxen. dann wurden die strassen (vor allem die böhmke) zum legoland erklärt und das viertel bestimmende klientel wurde so langsam aus dem viertel gedrängt. ich sehe heute in der böhmke stahl-glas-beton und lese in umfragen eine mehrheit, die sich für die abschaffung der hiesigen sozialwohnungen stark macht.

  3. ja, die Atmosphäre in den ersten Nachwendejahren war traumhaft: in einem Schuppen auf dem Hof Wiesen- Ecke Böhmkestraße stand eine Waschmaschine und daneben ein Marmeladenglas für Geld, und wer wollte, konnte dort für ein bißchen freiwillig gespendetes Kleingeld seine Plünnen waschen, auf den Höfen bzw. in den Gärten brannten nachts im Sommer die Lagerfeuer…
    und jetzt?
    jetzt stinkt es erbärmlich nach gescheiterter Revolution : )

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