Der Ikarus der Hansestadt

Der parteilose Einzelbewerber Olaf Tammert (ex-CDU) ist weit über das Ziel hinausgeschossen. Am 31.01. sah er sich noch als möglichen Wahlsieger (32%), der Arthur König überholen kann (30%). Im Interview mit GTV machte er die ZuschauerInnen glauben, die anderen vier KandidatInnen hinter sich lassen zu können.

sollte ich Oberbürgermeister am 13. April werden, und davon gehe ich aus…

Nun ist das vorläufige Endergebnis bekannt und Olaf Tammert lief als letzter ins Ziel (4,9%), wurde sogar vom blassen Rainer Mutke (SPD, 5,7%) überholt. Tammert lässt sich aber nicht einfach so entmutigen, gegenüber der Ostsee Zeitung gab er kämpferisch bekannt:

ich freue mich auch, dass fünf Prozent der Greifswalder Veränderungen wollen. Für die Kommunalwahlen 2009 will ich deshalb ein starkes Bündnis zusammenstellen.

tammert-oz

Immerhin scheint sein Anliegen transparenter Politik von ihm umgesetzt zu werden, zumindest punktuell, denn er veröffentlichte am 10.04. seine Wahlkampfaufwendungen:

Werbung in den digitalen Medien: 1700,00 €
Printmedien: 1500,00 €
Flyer: 100,00 €
Plakate: 199,00€
Domainjahresgebühr: 1,92 €

Wahlwerbung in digitalen Medien könnte z.B. die Anzeigen in seiner Online-Zeitung Greifswald News sein, dann wäre das Geld wie in einem Bild von M.C.Escher von A nach B nach A geflossen. Die 1,92€ Jahresgebühr der Domain sind vergleichsweise wenig. Fraglich ist hingegen, ob damit die Seite tammert.de gemeint ist, oder obwahlen2008.de. Ich berichtete am 04.04. schon von merkwürdigen Zusammenhängen beider Seiten.
Werbung

olaf tammert aus greifswald im wahlkampfDen Schritt, seine Wahlkampfkosten vor der Wahl zu veröffentlichen, verstehe ich auch als Wahlkampf, da er sich als transparenter und sparsamer Politiker geriert. Darüber hinaus fände ich es aber sehr spannend, die Wahlkampfaufwendungen der anderen vier KandidatInnen zu kennen. Man darf gespannt sein, wie es mit der Personalia Tammert weitergeht, gerade im Hinblick auf die bevorstehenden Kommunalwahlen 2009.

Das hier interessiert dich vielleicht auch noch:

Reklame

16 Gedanken zu „Der Ikarus der Hansestadt

  1. Mir sind die Kosten wurscht, von mir aus hätte er 200.000 in den sinnlosen Wahlkampf reinbuttern können. Medial kann man seine Wähler beeinflussen, siehe Obama vs. Clinton, aber nicht die Wähler von Schönewalde II.

    Aus meiner Sicht hat er seine Attacken zu früh begonnen, in 4 Jahren wäre wohl mehr Gras über die russische Website gewachsen (und andere Ungereimtheiten). Außerdem passt das Gesamterscheinungsbild nicht, aber nicht jeder kann seinen Charakter so gut verbergen

    Ich deute mal das Ergebnis aus meiner Sicht: aufgrund von Auf-/Abrundungen haben ca. 879 Greifswalder (+Tammert selber) haben ihn gewählt, das heißt über 45.000 Greifswalder Wahlberechtigten ist er total Wurscht. 😉

    … wieviele hat er gleich nochmal persönlich besucht?

  2. Die Wahlkampfkosten sind doch total egal (und dürften im pro Wählerkopf wohl extrem hoch sein, nur bei Mutke höher…)

    Es haben ca. 880 Greifswalder für Tammert gestimmt, heißt 45.075 ist es total egal, was Tammert macht. Wieviele hat er gleich nochmal persönlich besucht? 😉

  3. @anotherone:

    empfindest du denn meine aktivitäten hier als die eines trolls/elches, oder meinst du tammert?

    @tim:
    ich finde das insofern spannend, als dass die wahl ja schon vorher gewonnen war und ich neugierig bin, wieviel geld verbrannt worden ist. tammert behauptet auf seiner seite, dass die anderen kandidatInnen 10.000€ – 30.000€ investiert hätten, bzw. die parteien.

  4. “Tammert ist offline. ”

    hihi

    “schlechter Verlierer”

    laut oz war tammert der einzige, der könig gratulierte. auf seiner webseite war dazu aber auch nichts zu finden.

  5. Im Interview für GTV meint Tammert sinngemäß zum Wahlausgang und der großen Differenz zur 32%-Umfrage:

    “Man muss dabei ja beachten, dass die Wahlbeteiligung in HGW sehr gering war.” 🙂 Alle anderen hätten also ihn gewählt!

    …und weiter meint er:

    “Man sieht, die Leute in Greifswald wollen Veränderung. Ich habe also mit dem Bündnis, das ich zur Kommunalwahl 2009 bilden werde, gute Karten!” :)))

  6. … tja was habe ich vorhergesagt? Irgendwie wird er schon die knapp 5% schönreden. Ich frage mich nur, warum er diese 1,92 EUR Domaingebühr pro Jahr so betont. Seine Kunden zahlen immerhin 128,52 EUR brutto (9 EUR je Monat netto) – und das immerhin nur für eine Zusatzdomain – siehe http://www.greifweb.de/produkte/zusatzleistungen.html 2- Zeile. Ob ein Kunde von ihm auch nur diese rund 3500 EUR für einen von ihm organisierten Wahlkampf bezahlt hätte? Erstellt und druckt er denen auch für 100 EUR Flyer und für 199 EUR Plakate?
    Es ist immer nur eine Frage was man für ein Ziel mit den Berechnungen erreichen will. In diesem Fall sollte halt der Sparsame rauskommen. 1/67 des normalen Preises bei der Domain anzusetzen finde ich schon recht fett.

    Naja, ich habe zumindest eine Mail von ihm mit herzlichem Dank für meine Glückwünsche und meine Argumentation in den Foren erhalten. Ich kann mich an Glückwünsche zwar nicht erinnern, aber vielleicht habe ich ja auch was vergessen.

    Zu seinem Spruch das man sieht, dass die Leute in Greifswald Veränderungen wollen, kann ich ihm nur folgende Rechnung nahe legen.

    Wenn man 20 Leute nach Veränderung mit Tammert befragt, drehen sich 19 um und wollen davon nichts wissen. Einer bleibt also stehen. Doch, ja, das ist schon ein klares Ergebnis für Veränderung.

    Gruss Martin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.