Kartographie des Wandels

Im April veröffentlichte ich hier ein Bild von der Kreuzung Gützkower-Neunmorgen-Straße. Der Photograph war damals leider unbekannt, bis er sich vorgestern per Email meldete und auf sein Profil bei der Online-Gemeinschaft Flickr verwies. Was sich dort auftat, war eine unglaublich große Sammlung mit Photographien Greifswalds.

greifswald wiesenstrasse

Mittlerweile stehen dort 197 Bilder zur Ansicht bereit, wobei das spannendste daran mit Sicherheit das langfristig beobachtende Moment ist. Wer schon immer mal in das Stadtarchiv wollte, um alte Photographien Greifswalds zu sehen, kann sich diesen Gang sparen und das bequem vor dem Computer erledigen. Frank-2.0 hat hier in den vergangenen Jahren eine regelrechte Kartographie des (baulichen) Wandels in der Hansestadt erstellt.

In besagter Online-Gemeinschaft existiert übrigens eine Gruppe namens Greifswald. Auch hier werden regelmäßg Bilder von der Stadt veröffentlicht.

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8 Gedanken zu „Kartographie des Wandels

  1. Zum einen zeigt es schon sehr ansehnlich, was 40 Jahre DDR in Greifswald angerichtet haben. Aber zum anderen sind die Bilder, auf denen heute noch unsanierte Gebäude zu sehen wären, aus einer anderen Perspektive aufgenommen, so dass die alten Gebäude darauf nicht zu erkennen sind. Zusammen mit dem Fakt, den ranz genannt hatte, ist es teilweise wirklich manipulativ.
    Aber alles in allem eine super Sache, die sehr schön zeigt, wie sich Greifswald gewandelt hat.

  2. manipulation klingt schon sehr nach einer intention, dass also bewusst eine andere kamera verwendet wurde, dass ganz bewusst zu verschiedenen jahreszeiten photographiert wurde.

    ich denke, dem lag dagegen ein einfacher pragmatismus zugrunde. ich bestreite sozusagen die manipulative intention, aber der vergleich der bilder, und da schliesse ich mich oli und ranz an, ist sehr einseitig und erweckt den eindruck, die sanierungsmassnahmen seien ausschliesslich gut. ein besuch des legolandes zwischen böhmke-, wiesen- und baustrasse verdeutlicht aber auch, wie geschichtslos und hässlich gebaut werden kann.

    wertungsfrei betrachtet sind diese bilder einfach zeugen eines zeitlichen wandels und auf diesem blog wird wesentlich unspektakuläreres veröffentlicht 🙂

    ich habe mich gefreut, die alte fleischervorstadt zu sehen und war irritiert, wie wenig ich noch aus meiner kindheit im kopf hatte.

  3. Kleines Update:
    es gibt auch noch „kleines“ ein Video auf Youtube vom o.g. Urheber, das mit seiner halben Stunde Laufzeit und Gema-freier musikalischer Untermalung (also gar keine Musik) sicher nur von Hardcore-Nostalgikern komplett geschaut werden dürfte. Auch hier gilt: verwaschene Farben und unscharfes Bild liegen wohl eher am Equipment als an gezielter Realitätsverzerrung (meine eigenen HighDefinition-Aufnahmen aus dieser Zeit sehen identisch aus). Aber es reicht völlig aus, um Erinnerungen zu wecken!

    Greifswald 1995/1992:
    http://www.youtube.com/watch?v=MA_NTpVO2h0

  4. Pingback: webMoritz.de

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