Wer hat Angst vorm schwarzen Block? Michael Steiger im Kreuzfeuer

Ich schrieb vor wenigen Tagen schon über den Fauxpas, den sich Michael Steiger geleistet hat. Die Ostsee Zeitung inszenierte damals umgehend einen kleinen Skandal aus der Geschichte. Skandalöser als die ursprüngliche Entgleisung war allerdings die journalistische Bearbeitung des Thema, wie der Ostsee-Zeitung-Blog gewohnt souverän aufführte.

An den Leserbriefen der heutigen Ausgabe zeichnet sich jedoch das meinungsbildende Potential der OZ ab. Da wird gehässig gepöbelt, schlecht informiert und/oder politisch motiviert nachgetreten. Bodo Müller aus Potthagen zum Beispiel bringt gleich zwei Dinge durcheinander, wenn er annimmt, dass Steiger ein ehemaliger Bürgerschaftsabgeordneter der Grünen sei. Richtig ist vielmehr, dass er nach wie vor in der Bürgerschaft sitzt, aber seinen Platz über die Liste der Entkalker inne hat und erst bei der Kommunalwahl 2009 für die Grünen kandidieren wird.

Müller sinniert ungebremst weiter und deutet die Geschichte des schwarzen Blocks im Handumdrehen um, denn dieser Begriff ist zwar von linken Gruppen geprägt, galt aber keineswegs immer Neonazis, sondern vielmehr linken, militanten, schwarzgekleideten Gruppen des autonomen Spektrums auf politischen Demonstrationen. Ob Bodo Müller schon einmal von den nationalen Autonomen gehört hat, die in der jüngsten Vergangenheit ebenfalls hier und da als schwarzer Block bezeichnet werden, erschließt sich aus seinen Zeilen nicht.

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Sein Leserbrief endet mit der Gleichsetzung von BUND und den Grünen und den Kennzeichen dieser Gruppierungen: faschistoide Wortwahl und ideologisches Gewäsch. Weder der eine noch der andere Vorwurf wird in irgendeiner Art begründet, doch die Leserinnen und Leser der OZ werden mit derartigen Geistesblitzen konfrontiert. Aber sind sie auch in der Lage, das Gelesene richtig einzuordnen? Wäre es nicht vielleicht erhellender gewesen, hätte die OZ erwähnt, dass vor gar nicht so langer Zeit der schwarze Block — und jetzt ist wirklich die CDU Greifswald gemeint — den Steiger aus der Stadt jagen wollte? Das nenne ich mal faschistoid!

Und im Nachtreten begriffen ist natürlich der schwarze Blockwart Axel Hochschild höchstpersönlich. Der holt richtig aus und fordert keine Entschuldigung Steigers, sondern (zwischen den Zeilen) seine Entlassung aus allen Angestelltenverhältnissen. Hochschild verlangt nicht weniger, als dass Landesjugendring MV, Pfadfinderverband MV, Beteiligungswerkstatt MV und schließlich das Projekt Jugend im Landtag die weitere Zusammenarbeit mit Michael Steiger überprüfen.

Fraglich bleibt für mich, wann und wie die Grünen auf diese Angelegenheit reagieren werden. Der Flurschaden in der öffentlichen Meinung (bzw. der der OZ-LeserInnen) ist jedenfalls immens, das Greifswalder Politiktheater zeigt sich von seiner possierlichsten Seite und am Ende wundern sich wieder alle, dass kaum noch jemand wählen geht.

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8 Gedanken zu „Wer hat Angst vorm schwarzen Block? Michael Steiger im Kreuzfeuer

  1. Warum dieser ständig wiederkehrende Versuch, aus einem Täter ein Opfer machen zu wollen? Warum diese ständige, diskriminierende Wortwahl Leuten gegenüber, deren Meinung man nicht teilt? Ich verstehe es nicht.

  2. Pingback: Greifswalder Arndt-Befürworter
  3. So sind sie nun mal die Linksfaschisten der Uni. Lügen, Tatsachen und Aussagen verdrehend.

    Gemeint war niemels ein Herr Steiger, der meint sich oder andere entkalken zu müssen. Denn kenne ich nicht. ich hatte auf einen Brief des immergrünen Herrn Rose geantwortet. Habt ihr noch mehr drauf als faschistoide Lüge, Verleumdungen und Herabsetzung.

    Natürlich hat der Herr Rose von nützlichen Idioten und vom schwarzen Block gesprochen und nicht Herr Steiger, den ich wie gesagt nicht kenne und der mir nie aufgefallen ist.

    Gemeint hat Herr Rose die CDU und Herr Hochschild. Ich stehe beiden nicht besondern nahe.
    Aber wenn grüne Faschisten, im goebbelschen Sinne (übrigens genau wie Ihre Redaktion) Tatsachen verdrehen und diffamieren, so darf man in einer Demokratie auf Ansätze faschistoider Verhaltenweisen in der Medienpropaganda hinweisen. Noch zumindest!

  4. OK, dass andere demagogischen Politkarrieristen keinen Deut besser als die Grünen sind, will ich nicht in Abrede stellen. Es mag also bezeichnend sein hinter wem sich „Grüne“ Ihrer Aussage nach stellen. Auch wenn Herr Rose die von mir angeführten diffamierenden Äußerungen tätigte, er wurde offensichtlich von Herrn Steiger übertroffen.

    So etwas nennt man dann Steigerung!

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