Dosenwerfen auf Linksextremismus und HartzIV in Anklam

Manchmal kann man einfach nur noch den Kopf schütteln. Das geht dann von links nach rechts und wieder zurück. Diese Choreographie des Missmuts wiederholt sich einige Male und verebbt dann schließlich; zurück bleiben gerunzelte Stirn und bedrückte Mimik. Von Zeit zu Zeit und bei besonderen Tölpeleien will das Kopfschütteln, das in diesen Situationen eher einem Umherwerfen der Denkzentrale gleicht, partout nicht aufhören.

Liberale holten im politischen Niemandsland zum großen politischen Wurf aus

Dieses Gefühl ist vermutlich allgemein bekannt. Wer sich aber in experimentierfreudiger Nachempfindsamkeit üben möchte, wirft einen kritischen Blick auf diese weltfremde Pressemitteilung der Liberalen Hochschulgruppe aus Greifswald.

Anklam Rathaus

Der Vorsitzende Patrick Kaatz resümiert hier den Tag der deutschen Einheit und wie er ihn in Anklam bei einem Demokratiefest verbrachte. Bis hierhin scheint noch alles in Ordnung zu sein, aber dann wird offenbar, dass Kaatz entweder in einer anderen Stadt war oder die Zeichen der Zeit fehldeutete:

„Wir bezogen unseren Stand, eine von der Stadt gestellte Holzbude, zwischen Sozialdemokraten und der Linkspartei. Dort luden wir interessierte Bürger dazu ein, unliebsame Dinge, wie “Linksextremismus” oder “Hartz IV” beim Dosen werfen einfach mal “abzuwerfen”.

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Für jeden Teilnehmer gab es anschließend ein Grundgesetz und für die Kleinen dazu noch Malbuch. Schnell sammelte sich eine kleine Traube von Menschen vor unserem Stand und den einen oder anderen Besucher durften wir im Verlauf des Tages häufiger begrüßen.

Außerdem zeigte sich Anklam an diesem Tag von seiner schönsten Seite. Neben strahlenden Sonnenschein blieben auch Besuche von Links- oder Rechtsextremisten größtenteils aus und es blieb für die Beteiligten ein schönes Volksfest.“

Populistisch gegen Populismus

Es gibt in Anklam wohl dringendere Probleme als den „Linksextremismus“ – in diesem Punkt sollte eigentlich ein Konsens bestehen. Und wenn ich schon nichts besseres zu tun habe, als Leibesübungen in Sachen Demokratie zum Rummelplatz-Spektakel zu degenerieren, dann nehme ich doch lieber die Dose mit der Aufschrift Populismus aus der Wurfbahn und sehe zufrieden und reinen Gewissens dabei zu, wie sich die Leute weiter auf Ziele wie Oskar Lafontaine, Kreisgebietsreform oder eben „Linksextremismus“ einschießen.

Die Förderung demokratischer Kultur ist sicher nirgendwo auf der Welt fehl am Platze, erst recht nicht in Anklam. Aber so platten Aktionismus, wie ihn die Liberale Hochschulgruppe hier beschreibt, braucht dort wirklich niemand und bringt die Peenestadt auch nicht weiter. Und die Sache mit dem Malbuch für die Kleinen kennen die Leute dort doch von ihren Kinderfesten, so diese nicht rechtzeitig verboten werden konnten.

Die Stirn ist runzelig, die Mimik bedrückt und mein Blick wandert immerfort von links nach rechts und wieder zurück.

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47 Gedanken zu „Dosenwerfen auf Linksextremismus und HartzIV in Anklam

  1. Dümmer gehts nimmer. Abgsehen von der schlecht, ganz schlechten, komplett verhauten Pressemitteilung, die mich mehr an einen Tagebucheintrag als eine seriöse Botschaft an die Presse erinnert. Lang nicht mehr derart geistigen Dünnsinn vor Augen bekommen. Patrick Kaatz, lern lieber erstmal den Umgang mit deinem eigenen Kopf als den Umgang mit Medien (siehe auch moritzTV-Beitrag).

  2. Na, wenigstens kann er bis drei zählen, aber das auch nur mit Mühe und Not…aber mich würde ja mal interessieren, was er da Gelbes in seiner Jackentasche hat – habt Ihr ne Idee???

  3. Kaatz und seine Freund:innen vom gelben Verein zur Überzuckerung mittelständischer Kapitalistendärme sind eindeutig merkbefreit. Wer solche Aktionen reißt, hat a) nicht verstanden, was die Probleme der Politik im ländlichen Raum sind oder b) ist noch nicht der Kinderstube entwachsen. Schön, wie versucht wird auf infantilem Wege die Menschen in einer Region zu erreichen, wo Demokratie eine Fata Morgana geblieben ist, die vor 20 Jahren zwar mal irgendwie in der Luft hing, aber dann doch verpuffte. Während der organisierte Rechtsextremismus immer mehr an Boden gewinnt und in die Alltagsstrukturen hereinwächst, laden ein paar wachstumsorientierte Wohlstandskinder mit Stock im Arsch zum Dosenwerfen auf gegen Populismus (!) und Oskar Lafontaine auf… Freakshow!

  4. Klarer Fall von kognitiver Dissonanz 😉 Diese Leute sehen sich selbst als Teil einer heranwachsenden Elite und merken dabei nicht, dass sie sich der Lächerlichkeit preisgeben. Blöd nur das solche Kasper es bisweilen sogar in den Landtag schaffen…

  5. Ist das nicht auch dieser schwulenfeindliche Typ, der gegen den Christopher Street Day ins Feld zog?
    Über manche Leute kann man einfach nur noch den Kopf schütteln.
    Traurig!

  6. mir gefällt der unbedarft heitere tonfall der meldung außerordentlich. passt übrigens gut zu einer anderen pm der julis, in der ihnen das ansehen der uni wegen des ts-verbotes sorgenfalten beschert:

    http://lhg-greifswald.de/forderungen/demokratie-ist-fur-alle-da-1289.html

    hier werden zum teil ganz neue erkenntnisse in die diskussion gebracht, die den meinungsbildungsprozess mal ordentlich ankurbeln dürften:

    „Rechtsextreme sind nämlich genauso Bürger dieser Demokratie und selbst wenn sie diese ablehnen, haben wir kein Recht ihnen die Bürgerrechte, wie freie Entfaltung der Persönlichkeit oder Meinungsfreiheit zu entziehen.“ [infantile zeichensetzung wurde aus dem original übernommen.]

    oder der hier: „Daneben muss den jungen Bürgern viel früher Demokratie nahe gebracht werden.“

    da kann es natürlich auch hilfreich sein, „unliebsame dinge“ „einfach mal abzuwerfen“. zu befürchten ist eben nur, dass dabei „besuche“ nennenswerter kognitiver leistungen weiter „größtenteils ausbleiben“ werden.

  7. rofl 🙁 was is bei dem armen jungen schief gelaufen? lhg und freiwillig auf nem „demokratiefest in anklam“ (wenn das ne reportage in der titanic wäre würde mich das überhaupt nicht wundern) rumhängen…man man man…früher waren eliten wenigsten noch bewundernswert und vorbildhaft und so. naja…wenigstens das posieren kriegt er schon hin…großer staatsmann .,.

  8. achja, mal gucken wie liberal die süßen kleinen julis bei der moderation der kommentare auf ihrer page sind. und ob sie trolle erkennen können 😀

  9. Von Zeit zu Zeit liest man ja auch mal den Fleischervorstadtblog (oder folgt ihm auf Twitter) und entdeckt dann interessante Artikel und unterhaltsame Kommentare.

    Vorab: Die Seite der LHG behandelt die Tätigkeiten der Liberalen Jugendverbände in Greifswald und Südvorpommern. Der entsprechende Artikel liest sich nicht nur wie ein Tagebucheintrag – als Bericht einer Veranstaltung ist er praktisch sogar einer. Pressemitteilungen findet man unter dem entsprechenden Reiter.

    Zu den Dosen. Wie im Bild ersichtlich, gab es auch eine zum Thema Rechtsextremismus. Wie im Artikel beschrieben, erhielt jeder Teilnehmer ein Grundgesetz und dazu Möglichkeit des persönlichen Gespräches, z. B. mit der anwesenden MdL. Das Fest selbst war ein „Demokratiefest mit Volksfestcharakter“ – sonst hätte man, wie einige der Nachbarn sich auch auf Unterschriftenlisten und Flyerverteilung beschränken können (und der Forderung nach Sachen, die das Bundesverfassungsgericht schon vor Ewigkeiten gekippt hat).

    Zum CSD empfehle ich den Artikel nochmal aufmerksam zu lesen. Der CSD diente in meinen Augen über Probleme wie Diskriminierung und rechtliche Benachteiligung aufzuklären und nicht Sexualität auf der Straße auszuleben. Und wenn ich Begründungen wie „Wir kleiden uns dort so, damit andere sich das auch trauen und damit die Leute sich daran gewöhnen“ erhalte, kann ich nur dagegen halten: Ich habe noch keinen Gothic, noch keinen Punk, noch keinen (Arbeiter!)Skinhead für seinen Kleiderstil demonstrieren sehen, sondern die machen es einfach. Und wenn es Ziel des CSD sein soll, einfach nur die party-people zu bedienen, dann hat das für mich nichts mehr mit politischer Demonstration zu tun.
    Wem das nicht reicht, der möge sich die „HanseGayKulturwoche“ ansehen, die den Anspruch „homosexueller Kultur“ erhob und den Großteil der Veranstaltungen mit Party, gemeinsamer Sauna und einem Fetischworkshop füllte. Das ist für mich aber nicht auf Homosexuelle beschränkt, sondern ehe eine Lifestylegruppe.
    Letztendlich wurde aber doch Gleich- und nicht Sonderbehandlung gefordert. Die Veranstaltung war bescheiden, also sage ich das, wie auch bei jeder Nicht-Minderheit.

    Zum Video. Das Video wird gepostet und man beklagt sich über die Art und Weise des Sprechens? Sokrates wurde ja auch verurteilt, weil er seinen Vortrag nicht rhetorisch einwandfrei vortrug und nicht, weil er im Unrecht war. Manche Sachen ändern sich über Jahrtausende hinweg nicht…

    Rechtsextreme als Bürger (@ralph). Interessant, dass Du den ersten Teil maßgeblich unkommentiert zitierst. Ja, Neonazis sind Menschen und als solche betrachte ich sie. Ja, für sie gelten die gleichen Gesetze, wie für jeden anderen Bürger. Und ja, ich halte es für doppelzüngig, von ihnen die Einhaltung unserer Regeln zu fordern, sie aber gleichzeitig die eigene Anwendung außer Kraft zu setzen. Dass für die selbsternannte intellektuellen Elite (wie hieß es im Film „Unter Linken“ so schön: Linke findet man immer da, wo erklärt wird, wie man die Welt zu sehen hat“) etwas anderes gilt, scheint einigen hier wohl nicht wie Doppelmoral vorzukommen.

    Beste Grüße und viel Spaß beim Zerreißen – Menschen der Linken, Rechten, Mitte sind für MICH nämlich alle gleich viel wert (Heteros, Homos und Transgender übrigens auch)

    PS: Ich empfehle noch dem einen oder anderen sich einen Grundkurs für Argumentation. Begrifflichkeiten wie „infantil“ wirken doch wie ein Mangel an Argumenten. Von der Prämisse zur Konklusion ist ein sehr wertvolles Wissen 😉
    PPS: Das „Gelbe“ ist ein Buch aus der Reclamreihe, dass ich zu diesem Zeitpunkt las. Kann jemand erkennen oder erraten, worum es sich handelt?

  10. Ich bin ja der Meinung, dass man als lupenreine_r Demokrat_in die Verfassungsfeinde von FDP,LHG,JuLis mit allen Mitteln bekämpfen muss. Im ersten Moment kann die Politik der Liberalen zwar nur ein Kopfschütteln auslösen, wenn man jedoch den perfiden Plan der Liberalen erst einmal durchschaut hat, wird einem klar, dass wir uns beim Kampf gegen sie bald auf Art.20 Abs.4 GG berufen müssen.
    Seit Jahren machen sich die FDP und ihre Unterorganisationen bewusst lächerlich. Und warum? Ganz klar es geht um die Umdeutung und Neubesetzung von Begrifflichkeiten. Bisher stand liberal für freiheitlich, doch bald wird der/die Ottonormalverbraucher_in glauben liberal sei synonym zu lächerlich. Dadurch ergibt sich lächerlich=liberal=freiheitlich und daraus folgt die Konsequenz, dass der/die Bürger_in demnächst glaubt, die fdGo sei eine lächerlich-demokratische Grundordnung. Wenn diese Unterminierung der Begrifflichkeit gelungen ist, werden diese Mitteextremisten eine Diktatur des Kapitals installieren, in welchem jede Abweichung von der Mittelmäßigkeit der Mittelschicht und der New-World-Order mit lebenslangem T-Hemd-Nähen in einem TS-Arbeitslager bestraft wird.

    btw: Seit wann wird in der FAZ eigentlich Nazisprech abgedruckt? Und wieso animiert P.K. genau dieser Artikel eine PM für die LHG rauszugeben? Oder war das im Artikel konservativ-liberale Radikalironie?

  11. Aja, weil ich gerade Emma noch lese und keinem eine Antwort schuldig bleiben will:

    Ich rate von Vorurteilen wie „wachstumsorientierte Wohlstandskinder“ ab, da diese nur den Blick für eine offene Diskussion beschränken. Willst Du liberale Arbeiterkinder? Kann ich Dir zeigen.

    @wayne: Die FAZ „animierte“ mich zu der PM, wie in der Einleitung angedeutet, weil man mich, durch diesen Artikel aufmerksam geworden, darauf ansprach und fragte, was da los sei.

  12. @ Wayne

    Aus Ihrer Argumentation entnehme ich das Sie einen minderen Stand der politischen Bildung haben oder sehr links und realitätsfern sind.( Wobei beides dass eine einschliesst ).
    Ich frage Sie warum beobachtet der Verfassungsschutz die Linke in zahlreichen Bundesländern wegen Verfassungsfeindlichkeit ?
    das Kernanliegen des Liberalismus ist es den Menschen bewusst zu machen dass ein jeder für sich selbst verantwortlich ist.
    Wer die Linke als lupenreine Demokraten bezeichnet sollte sich mal der Realität öffnen.Hier mal ein paar Eckpunkte der Linke.
    Latenter Antisemitismus, offenen Agressionen gegen Andersdenkende, EU- und insbesondere USA sowie Israel Feindlichkeit und natürlich eine ablehnende Haltung gegenüber der Demokratie.
    Oder warum brennen nachts in Grosstädten die Fahrzeuge und Gebäude der politischen Feinde der Linken.
    Ich finde nur einen Vergleich zu der Linkspartei.

    [gelöscht: Relativierung des Nazi-Regimes]
    Aber wie sagte einmal ein sehr kluger Mann der Kreis schliesst sich hinten Links und Rechts !

  13. @RS:
    Entschuldige bitte, dein Beitrag spricht Bände über den Grad deiner politischen Bildung. Deine offensichtliche Unkenntnis der Linken offenbart sich z.B. in deiner Israel-Aussage. Schon mal was von den antiimperialistischen und den antideutschen Strömungen innerhalb der Linken gehört?

    (Wobei beides dass eine einschliesst)

    Was soll uns dieser Satz sagen? Du schreibst so, wie Kaatz spricht und ich bewundere euer Engagement, der militanten Linken in Anklam das Handwerk zu legen. Wie kommst du eigentlich darauf, dass wayne was mit der Linken zu tun hat, weil er liberale Gruppen kritisiert und deine ironieresistenz bedient?

  14. Vielleicht sollte mal überlegt werden, wie schnell Menschen, die sich antifaschistisch engagieren und organisieren in Verruf und Misskredit gebracht werden. Nicht jede:r die/der sich gegen Rechtsextremismus stark macht, ist Teil der „Antifaschistischen Aktion“ – für einige hier das Schreckgespenst mit schwarzem Pulli und Schal vorm Gesicht. Aber der die rechte Szene hat es u.a. in MeckPomm auch so leicht, weil jegliches alternatives Engagement und jedes Projekt, dass auch nur so nen bisschen nach links aussieht, torpediert wird aus Angst, der real existierende Sozialismus würde wieder über uns hereinbrechen.

    @RS: Latenter Antisemitismus, offenen Agressionen gegen Andersdenkende, EU- und insbesondere USA sowie Israel Feindlichkeit sind keine Frage einer politischen Selbstverortung, sondern Anlagen menschlichen Irrdenkens, die überall in der Gesellschaft zu finden sind!

  15. @Jockel

    Ich vermisse immer noch Deine Argumente oder ist die Erkenntnis gekommen, dass Populismus der Logik nicht gewachsen ist? Mach Dich über meine Sprache lustig (ich mach mit – ist die mal aufgefallen, dass ich die Leute mit meine Gestik im Video bald erschlage ;-)) – aber Argumente habe ich bislang keine vernommen.

    @Emma
    Falls es so wahrgenommen wurde: Wir haben durch die Aktion mitnichten linkes Engagement kritisiert, sondern nur die extremistische Variante (die ein Demokrat seltenst gutheißen kann). In der PM ging es dann maßgeblich um das Aussetzen der eigenen Werte, das Opfern seiner selbst nur um verbissen auf ein Ziel zuzusteuern, anstatt nach neuen Lösungen zu suchen. Wir halten die Demokratie und die freiheitlich-demokratische Grundordnung für unseren „Heilsbringer“ (übertrieben dargestellt), warum also nicht das Vertrauen, dass wir durch Ausnutzen der darin enthaltenen Mittel auch dieses Problem beheben können? Ich für meinen Teil glaube daran, dass wir sich auch das Problem des Rechtsextremismus mit den uns selbst gewählten Mitteln bereinigen können (und glaube mir, als Arbeiterkind aus dem tiefsten Brandenburg, weiß ich, wovon ich rede). Schade aber, dass Jockel Engagement für Demokratie und gegen Rechtsextremismus (denn der Hintergrund für das Fest war allen Beteiligten durchaus klar) torperdiert und mit Polemik überzieht. Kennst Du das vllt. bei antifaschistischem Engagement? Der Kreis schließt sich nicht nur beim Extrem, sondern auch an anderen Stellen.

  16. @RS

    Ich frage Sie warum beobachtet der Verfassungsschutz die Linke in zahlreichen Bundesländern wegen Verfassungsfeindlichkeit ?

    Eine Frage noch: Hast du eigentlich schon ein einziges Mal in den VS-Bericht geguckt und dich da mal reingelesen, oder basiert dein Schwadronieren auf den Erfahrungsberichten am liberalen Stammtisch und den webMoritz-Kommentarzeilen?

  17. @PJK: Ich wollte anderen die Gelegenheit geben, zuerst auf deine Zeilen zu reagieren, im Falle deines Adjutanten RS musste ich allerdings intervenieren, sorry.

    Engagement für Demokratie und gegen Rechtsextremismus finde ich ganz famos, aber die Schilderungen der PM sprechen da eine andere Sprache (Bei der Gelegenheit sei dir „Showdown in Anklam“ ans Herz gelegt, da lernst du auch wieder was über die linksextreme Gefahr und die Diktatur der Unternehmer).

    Du bleibst weiter rätselhaft, wenn du schreibst:

    Kennst Du das vllt. bei antifaschistischem Engagement?

    Wenn du denkst, mit Dosenwerfen auf den linksextremen Lafontaine und dem Verschenken von Malbüchern irgendeine demokratische Regung auszulösen, dann tust du mir leid. Ich habe dein erstes Postin gelesen und frage mich, worauf ich jetzt reagieren soll, dein CSD-Ausfall, der sogar eine Gegendarstellung auslöste? Deine rhetorische Meisterleistung im Moritz TV? Dass du dich mit Sokrates auf eine Stufe stellst? Dass du dich für eine politische Gruppierung einsetzt, die mehr oder minder bedeutungslos ist (absolut in Anklam, so gut wie in HGW und MV und beinahe an den 5% scheiternd, wenn BuTa-Wahl wäre)?

    Worauf soll ich reagieren, lieber Patrick? Sollen wir nochmal über die Sache mit den Hotels sprechen? Oder über etwas anderes, dass du so nebenbei angeholpert anschneidest?

    Ja, für sie gelten die gleichen Gesetze, wie für jeden anderen Bürger. Und ja, ich halte es für doppelzüngig, von ihnen die Einhaltung unserer Regeln zu fordern, sie aber gleichzeitig die eigene Anwendung außer Kraft zu setzen.

    Was auch immer du damit meinst, du hinterlässt in mir nur Fragezeichen.

  18. @RS:

    Übernimm mal Selbstverantworung für deine Lesekompetenz.
    Hier gehts weder im Artikel noch in meinem Kommentar um „die Linke“ noch um die Linken, auch nicht um rassistische Antideutsche oder antisemitische Antiimperialisten. (btw: es geht auch nicht um Nazis) Sondern es geht um die Liberalen und ihrem Anteil daran, dass alles immer schlimmer wird und Kopfschütteln zwar verständlich, aber nicht die Lösung des Problems ist.

    btw: Dein kluger Mann hat einen fulminanten Logikfehler. Entweder es ist ein Kreis, dann ist er geschlossen oder es ist kein Kreis und dann ist es vielleicht ein Hufeisen oder irgendetwas Anderes.

    Übrigens: wenn etwas Zeichen für politische Inkompetenz ist, dann die Mitgliedschaft bei den Liberalen. Auch gegen den Vorwurf der Realitätsferne muss ich mich verwahren, denn ich bin Weltuntergangsoptimist.

    Ach ja: und das mit dem Siezen ist ja sowas von verstrahlt, da helfen keine Pillen.

  19. Hallo Jockel,

    Showdown in Anklam gesehen (und selbst schon über twitter gepostet;-)) Netter Film, auch wenn die Aufmachung etwas zu sensationslustig war (Galander und Andrejewski machen es unter sich aus, fehlten irgendwie die Colts).
    Die vorangehenden Kommentare (auch Deine) boten nur nicht sonderlich viel, außer dem üblichen Gemecker und den üblichen persönlichen Befindlichkeiten und Angriffen.
    Wie oben schon dargelegt (wir haben die Dose „Rechtsextremismus“ später auch lesbarer verbessert), haben wir nicht davor halt gemacht, nur den Rechtsextremismus zu kritisieren. Lafontaine wurde auch ausgetauscht und war zum Auftakt mehr ein Späßchen unter Liberalen (so wie bei den Linken Westerwave).
    Wieso Dosen werfen? Ganz einfach, weil es ein Volksfest war und gerade diese Aktion ist ein Klassiker ist (wenn auch leichter aus der Opposition heraus zu veranstalten). Ziel von Aktionen ist es, was auch erst bei näherem Überlegen auffällt (keine Kritik, darüber denkt man im Normalfall tatsächlich nicht nach), den Bürger zum Stand zu bekommen und dann ins Gespräch zu finden. Das findest Du bei allen Parteien. Mal ist es eine Hüpfburg, mal ein Grill, hier waren es Dosen. Der Teil für die Demokratie fand erst danach statt: Du sprichst mit dem Bürger, über Sorgen und Probleme, holst Dir input und richtest darauf auch Dein zukünftiges politisches Handeln aus. Du magst es gern immer wieder hervorholen, aber nur weil ich mich in ein politisches Amt habe wählen lassen, sehe ich mich nicht als Politiker, sondern als engagierter Bürger. Auch bringst Du den Interessierten eben Wissen nahe. Es ist erstaunlich, was viele nicht wissen und was gerade dadurch zu abstrusen politischen Meinungen führt.
    Daneben haben wir jedem Interessierten ein Grundgesetz mitgegeben. Ganz einfach, weil dieses Werk nicht hoch genug geschätzt wird. Wir haben ihnen die Möglichkeit gegeben mit einem Abgeordneten (Kreis wie Land) zu sprechen. Dosen werfen mag im ersten Moment nicht wie DIE Demokratiebombe vorkommen, aber diese gibt es ohnehin nicht. Demokratie erreichst Du nur mit vielen kleinen Gesprächen. Und ja, auch mit Dosen werfen kann man die Bürger erreichen.

    Zum CSD. Hast Du die Gegendarstellung mal gelesen? Hast Du mal meinen Namen darin gezählt? Hast Du gezählt, wie oft darin steht, der böse Patrick war fies zu uns? Mal allen Ernstes. Der Webmoritz liefert ihnen unbegrenzt Platz und eine große Leserschaft zur absoluten Selbstdarstellung und sie lassen sich über mich aus? Total vertane Chance. Hatte ich das überhaupt noch kommentiert oder gleich ad acta gelegt (und den persönlichen Dialog mit Maximillian gesucht).
    Im übrigen hat sich von den Betroffenen des CSDs bis auf eine Ausnahme und erst auf meine Nachfrage hin, niemand sich die Mühe gemacht, mir meinen Fehler aufzuzeigen. Überzeugt hat mich diese Ausnahme jedoch nicht, weil ich etwas ganz anderes kritisiert habe (s. o.). Daneben habe ich aus allen demokratischen Lagern Zuschriften erhalten (ja, auch Sozialdemokraten und Grüne), dass man es so in Ordnung fände, ja selbst von Homosexuellen – man wollte sich halt nur nicht ins Schussfeuer der political correctness begeben. Das ich den Ton falsch wählte, wissen die Betroffenen, zu denen ich das Gespräch suchte, und haben sogar eine Entschuldigung mit ausführlicher Begründung erhalten.

    MoritzTV. Du gehst wieder auf die Rhetorik ein. Wann immer ich Dich dazu lese, fällt Dir nichts besseres ein, als über die Art des Auftrittes zu reden, anstatt über Inhalte. Kein Wunder, dass ihr mit Rechten nicht ins Gespräch findet – ich habe so eine ganze Menge über sie gelernt – unter anderem wie man sie erreichen kann, ohne ihnen zu sagen, dass man sie für Abschaum hält (denn dann hört Dir keiner zu; abgesehen davon, halte ich sie nicht dafür).

    Sokrates. So, und jetzt mach Dir mal die Mühe, die Metapher darin zu erkennen. Wir reden darüber, wie er redet und nicht, was er sagt. Oder wie würde es ein Neonazi machen? Ich gehe danach wie er aussieht und nicht was für ein Mensch er ist? Aber rechte Analogien sind im linken Spektrum nicht gern gesehen. Du bist komplett anderer Meinung als ich, dennoch opfere ich meinen Nachmittag um in den Dialog mit Dir zu finden. Um Dich und Deine Denkweise zu begreifen. So, wie ich es seit Jahren mit Kommunisten, Sozialisten, Konservativen, ja sogar Neonazis mache – alle Menschen sind gleich. Ganz einfach.

    Politische Gruppierung. Ich setze mich nicht für eine politische Gruppierung ein, sondern über. Ich begreife Partei, Verband, Hochschulgruppe als Werkzeug, um mich und meine Ideen zu verwirklichen. Um mich zu engagieren für die Dinge, die ich für richtig halte, um zumindest ein bisschen an der Gestaltung unserer Welt mitzuwirken. Dafür habe ich mir die Organisationen gesucht, die mir den größtmöglichen Spielraum bieten – die Liberalen. Oder denkst Du ernsthaft, mein Denken hört an den Parteigrenzen auf? Oder ich würde glauben, dass Liberalismus der Heilsbringer ist? Ich weiß es genauso wenig, wie ein Sozial- oder Christdemokrat. Ich kann es höchstens glauben, bin aber Atheist und glaube daher nicht, sondern halte nur für möglich.

    Hotels. Musst Du wirklich diesen Populismus anschneiden? Mindestens Linkspartei und CSU hatten es in ihren Wahlkampfversprechungen. Beide haben das danach ganz schnell vergessen und lieber auf die FDP eingeprügelt – so kann man natürlich auch auf Stimmenfang gehen.

    Worauf also reagieren? Gegenfrage: Du hast einen Artikel veröffentlicht, hast somit auf unsere Veranstaltung reagiert. Wieso wundert es Dich also, dass man dadurch zu Dir in den Kontakt tritt? Wieso tust Du so, als ob wir Luft für Dich wären und zitierst den kompletten Artikel mit einigen Bildern, postest das Video von MoritzTV und lässt nebenbei noch eine Debatte zur PM zu? Wenn wir so Luft für Dich wären, wenn wir so bedeutungslos wären, wieso der ganze Aufwand (immerhin fand ich den Videopost von Dir auch schon mal auf dem Webmoritz)?
    Worauf ich von Dir aber erwarte zu reagieren (weil Du ja immerhin die Vorlage geliefert hast) – nun, aus Deinen Kommentaren erkenne ich, dass ich total falsch mit meinen Anschauungen liegen muss, dass ich fern ab jeglicher Realität argumentiere. Nun, dann belehre mich, suche die Debatte mit mir und zeige mir meinen Irrtum. Ich mag im Video sprachlich nicht geschickt geklungen haben, habe aber oben großteils nach den Regeln der Logik gearbeitet. Ich wünsche mir von Dir: Widerlege mich! Ich will von Dir lernen.

    Zu Deinen Zitaten:
    1. Man engagiert sich und erntet dafür Spott, Verachtung, Polemik, persönliche Angriffe. Aus Emmas Kommentar entnahm ich, dass es antifaschistischem Engagement ähnlich ginge. Ich wollte nur die Paralle aufzeigen.
    2. Was ist daran schwer zu verstehen? Wir haben z. B. Artikel 3 I GG. Wenn jemand etwas Verbotenes macht, wird er nach StGB oder OWiG bestraft. Wenn wir aber Sonderregelungen für bestimmte Gruppierungen einführen, setzen wir unsere eigenen Gebote außer Kraft. Diese müssen aber unbedingt (im Sinne von: ohne Bedingung) gelten, sonst verlieren sie ihren Absolutheitsanspruch. Soll ich die Folgen daraus aufzeigen? Könnte länger dauern.

    So, abschließend noch mal Deinen Kommentar lesen. Hab ich was vergessen? Glaube nicht. Wenn doch, weise mich darauf hin – ich scheue den Dialog nicht.

    Es heißt, die Menschen würden ergebnisorientiert argumentieren. Lieber harte Fakten außer acht lassen, als das Ergebnis zu gefährden. Ich halte es für einen Teil des menschlichen Entwicklungsprozesses, diese Eigenschaft abzulegen. Nimm meine Hand und lass uns gemeinsam über uns hinauswachsen. Auf zu neuen Erkenntnissen.

    Mit besten Grüßen

    Patrick J. Kaatz

  20. @Wayne

    Hufeisen oder Kreis?

    Ich würde sagen, dass kommt auf die Betrachtungsweise an. Nehmen wir uns die beiden Extreme rechts und links. Dann ist es in unserer Betrachtung ein Kreis, da wir davon ausgehen, dass sich die beiden Enden irgendwann treffen und nicht mehr von einander zu unterscheiden sind. Ich vermute in Deiner Ansicht ist eben kein Kreis, sondern eher das symbolisierte Hufeisen von links=gut bis rechts=böse (nur mal pauschal überschlagen). Ich argumentierte aber aus meiner Sicht ;-). Dahingehend geht diese Skala von links nach rechts und schließt sich (grammatikalisch korrekt:) irgendwann ZU EINEM Kreis. Auf diesem Kreis befinden sich nun wieder unendlich viele Abstufungen, die nebenbeinander oder zumindest nahe liegen. Diese haben Gemeinsamkeiten. So, wie die beiden Extreme irgendwann nicht mehr von einander zu unterscheiden sind, so gibt es auch an anderen Stellen des Kreises (den man sich wohl eher als Zylinder auch in die Höhe vorstellen sollte, um die Vielfalt des Spektrums darzustellen) Punkte, die auf den ersten Blick vllt nicht viel miteinander zu tun haben, aber bei genauerer Betrachtung. Zum Beispiel das Engagement. Egal wo, es wird immer Spötter, Polemiker und Kritiker geben. Engagiere ich mich sozial, bin ich als Sozi verschrien, engagiere ich mich antifaschistisch, heißt es, ich zünde Autos an, engagiere ich mich ökologisch, legt man mir das Baumhaus nahe. Und so unterschiedlich diese Engagements sind, sie haben dennoch ihre Gemeinsamkeit im großen Zylinder der Ansichten, Anschauungen, Weltbilder und Wahrnehmungen. Wo ist also der Logikfehler?

    Der Trick daran ist nun, über die Gemeinsamkeiten zu einem positiven Miteinander zu finden – z. B. im Umgang mit Gefahren für unsere freiheitlich-demokratische Gesellschaft.

  21. wenn ich zeit und dosen hätte würd ich ja morgen vorm mdm alternatives dosenwerfen machen. motive für die dosen gibts ja genug und statt nem ball gibts nen schuh, bei dem auf der sohle schön fett „<5" steht.

  22. Patrick, vielen Dank dafür, dass du deinen Nachmittags des Dialogs wegen und für uns alle opferst. Vorneweg möchte ich darauf hinweisen, dass meine Frage, worauf ich reagieren solle, eine Antwort auf deine vorangegange Aufforderung: „Ich vermisse immer noch Deine Argumente“ war. In deinen Beiträgen konnte ich keine wirkliche Widerrede, keine Einladung zum Streit über die zur Diskussion gestellten Themen finden. Die schon an anderer Stelle ausgeklammerten Debatten habe ich dabei natürlich und wie angekündigt links liegen lassen 😉
    Es war nicht gemeint wie ein „Mit dir rede ich doch gar nicht“.

    keine Kritik, darüber denkt man im Normalfall tatsächlich nicht nach), den Bürger zum Stand zu bekommen und dann ins Gespräch zu finden. Das findest Du bei allen Parteien. Mal ist es eine Hüpfburg, mal ein Grill, hier waren es Dosen.

    Genau das ist vielleicht das Problem in Anklam. Betrachte doch mal die Wahlergebnisse, oder um das Dossier der Zeit zu zitieren: „Die Menschen haben sich nicht von der Politik abgewandt, sondern von den Politikern.“ (http://www.zeit.de/2010/40/DOS-Anklam?page=3)

    MoritzTV. Du gehst wieder auf die Rhetorik ein. Wann immer ich Dich dazu lese, fällt Dir nichts besseres ein, als über die Art des Auftrittes zu reden, anstatt über Inhalte.

    Bei Auftritten, wie dem verlinkten, trenne ich ganz bewusst nicht Form und Inhalt. Was ich in diesem Video sah, war in meinen Augen eine müde Adaption der Gesten und Phrasen allseits bekannter (häufig auch liberaler) Berufspolitiker. Ich komme immer wieder ins Grübeln, wie du schon in solch jungen Jahren solchen Vorbildern anheim fällst, denn das sagt ja auch sehr viel über dich aus („Wir reden darüber, wie er redet und nicht, was er sagt. „)
    Dass dir das noch nicht aalglatt glückt, macht dich noch eher ein Stück menschlicher, als es dein Auftritt vermuten lässt.

    1. Man engagiert sich und erntet dafür Spott, Verachtung, Polemik, persönliche Angriffe.

    Wenn man sich auf diese Art engagiert, dann schon. Wenn ich dazu aufrufe, einem (falsch geschriebenen) Politiker einen Ball an den Kopf zu werfen und in einem politikerverdrossenen Wahlkreis mit bedrohlichen Wahlerfolgen der NPD Linksextremismus mit Problemen wie HartzIV in eine Reihe zu stellen, dann muss ich mir gefallen lassen, dass das nicht jeder so richtig findet wie ich.

    Deine Hand schlage ich dankend aus, aber über dich hinauswachsen darfst du sehr gerne, Leinen los!

  23. „Rechtsextreme als Bürger (@ralph). Interessant, dass Du den ersten Teil maßgeblich unkommentiert zitierst.“

    was soll ich auch dazu sagen? wer möchte bestreiten, dass es sich bei rechtsextremen um bürger handelt? ich nicht. (davon abgesehen, dass mir andere bürger natürlich lieber sind. z.b. cheesebürger.)

    „PS: Ich empfehle noch dem einen oder anderen sich einen Grundkurs für Argumentation. Begrifflichkeiten wie “infantil” wirken doch wie ein Mangel an Argumenten.“

    du hast recht. „infantil“ trifft es vielleicht nicht. sagen wir lieber „ungrammatisch“. von einem mangel an argumenten für diese behauptung kann kaum die rede sein.

    „PPS: Das “Gelbe” ist ein Buch aus der Reclamreihe, dass ich zu diesem Zeitpunkt las. Kann jemand erkennen oder erraten, worum es sich handelt?“

    zumindest kann ich erraten, welches es wohl nicht war (dafür ist es auch nicht gelb genug):

    http://www.amazon.de/Apologie-Sokrates-Platon/dp/315008315X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1286388032&sr=8-1

  24. omg….was hat der patrick heute für aufregende gefühle und gedanken in seinem körper produziert……dabei sieht doch jedes kind….das der nur nach oben…zur macht gehören will und sich immer noch einbildet uns doofies einlullen zu können….fuck off sag ich …..

  25. @Emma:
    „Schön, wie versucht wird auf infantilem Wege die Menschen in einer Region zu erreichen, wo Demokratie eine Fata Morgana geblieben ist.“
    Mag ich diesen Satz. Obwohl dieser regionsunabhängige Bedeutung hat.

    Erinnert mich jedenfalls an ein Zitat:
    „Die Demokratie ist zur optischen Täuschung verkommen, zum Demagogiewettbewerb. Mein Engagement an der Seite der erneuerten Kommunisten war das letzte Aufbäumen meiner zügellosen Romantik. Es ist vorbei, dabei wird mich keiner mehr erwischen: Politik ist unmöglich.“ (F. Beigbeder)

    So eine anstrengende Debatte, weil ein Liberaler in der Provinz komische Dosen umwerfen lassen hat ist zwar beeindruckend, jedoch Nonsens. Da flackert im ewigen Flächenbrand nur mal kurz was auf – nach zwei Wochen wird eh wieder ohne was geändert zu haben zum nächsten Flackern gerannt und wieder exzessiv debattiert.
    Hach ja, so eine Larifari-Demokratie ist doch was feines …soll doch das das Problem mit kurz-mal-gemeckert Kleinigkeiten gelöst werden – die da oben freut’s.

    Ich persönlich glaube ja, dass das Internet einen großen Anteil daran hat, das alles so ist wie es ist und auch ewig so bleibt. Das wirkliche Bestreben von denen, die vom Konstrukt des konsumorientierten Demokratie-Kapitalismus nicht total umerzogen sind, etwas zu ändern, mündet viel zu oft ins Virtuelle, um dort einfach zu versacken – in Blogs, Foren und Petitionen. Warum? Weil’s so schön bequem ist (?).

    „Die Revolution ist großartig, alles andere ist Quark.“
    (R. Luxemburg)

    PS:
    Inhaltlich war das umfangreiche Gelabere vom Liberalen gar nicht so Scheiße – und das widerum ist Scheiße, weil hier erreicht er mehr als beim Dosenwerfen in Anklam. 😉

  26. @flo – Kreativ

    @Jockel
    Kleines Missverständnis – ich „opfere“ meinen Nachmittag für mich, um euch, eine mir fremde Denkweise, zu verstehen. Wie meinte eine mener Lieblingsromanfiguren zum Thema Neugier mal: „Ich würde ohne mit der Wimper zu zucken, in die Hölle marschieren, nur um herauszufinden, wie warm es dort ist.“ Ob ihr davon etwas habt, weiß ich nicht – ich gehe einfach mal davon aus, sonst würde man sich nicht mehr mit mir unterhalten.

    Einladungen sind genügend, eben gerade die Streitstände in denen sich unterschiedliche Meinungen offenbaren. Da wäre einerseits, der Umstand, dass ich sehr wohl mit dem Stand (Dosenwerfen und Malbüchern) demokratische Regungen hervorrufen kann. Umkehrfrage wäre doch ganz einfach: Während wir 7 Stunden, die SPD sogar noch länger dort standen, wo waren die Kritiker unserer Aktion und welche Vorschläge unterbreiten sie, um die Probleme zu beheben? „So nicht“ bringt uns nicht weiter, aber ich bin für Vorschläge offen. Daneben hast Du den Liberalen Bedeutungslosigkeit unterstellt und diesen Artikel geschrieben. Wenn wir so unwichtig sind, warum hast Du dir dann die Mühe gemacht? Diese Frage hast Du mir noch nicht beantwortet. Gern können wir uns auch zum CSD und zu der einfach nur niedlichen Gegendarstellung unterhalten (meine E-Mailadresse dürftest Du ja haben), denn widerlegt hat mich da immer noch keiner (und political correctness zählt nicht als Argument). Wir können auch gern über Hotels reden, falls Dich mein kurzer Ausflug in fremde Wahlprogramme nicht überzeugt. Oder natürlich, was Du von meinen Gegendarstellungen hältst, wie z. B. die Geschichte mit dem Art. 3 und StGB und OWiG (das sehen nämlich einige nicht so). Aber Du hast einen Großteil der Streitstände ja gefunden (kommt mir zu dieser späten Stunde jedenfalls so vor).

    Der Artikel ist gut. Gehört zum ZDF-Film, so wie er sich liest. Und eben das ist hier, wie auch anderswo, das Problem: Die Menschen wollen keine Worte mehr, sondern Taten. Wer, das ist ihnen egal. Ich habe Rechte schon dazu gebracht FDP zu wählen, weil sie noch nie einen anderen Parteimenschen getroffen haben außer den NPDler und mich. Und daneben müssen wir einen Weg finden, den Menschen Politik wieder verständlich zu machen. Eine Form ist der Dialog mit dem Bürger.

    MoritzTV. Ich bin im Einzeldialog relativ gut, jedoch schlägt eine gewisse Aufregung vor Publikum durch. Eine Kamera ist wie Publikum und ich stand das zweite Mal vor einer (und beim ersten Mal musste ich nur zwei Sätze sagen). Ich war schlichtweg aufgeregt, wollte es gut machen und wurde dadurch nur noch nervöser. Das Ergebnis ist bekannt. Du solltest mal das ungeschnittene Interview sehen 😉
    An irgendwelchen Vorbildern habe ich mich allerdings nicht orientiert, sondern einfach nach nur an meinen eigenen Erfahrungen. Die lebhafte Gestik habe ich schon ewig, hätte sogar authentisch gewirkt (weil sie das ja schließlich ist), wurde mir gesagt. Phrasen kann ich wiederum nicht feststellen. Im liberalen Denkspektrum gibt es gewisse Muster, die sich wiederholen und von denen aus man argumentiert. Ich z. B. hebe in meiner Argumentation immer den freiheitlichen Gedanken hervor und komme daher zu ähnlichen Ergebnissen, wie andere, die diesen geistigen Weg einschlagen. Darüber hinaus reden wir über ein Interview, das im Original knapp eine halbe Stunde lang ist. Eine meiner wichtigsten Intentionen, die Bedeutung politischer Gruppen und ihrer Arbeitsweise, wurde z. B. komplett rausgeschnitten.
    Im Übrigen würde ich mich nie an anderen Menschen orientieren, um ihnen zu gleichen oder ihnen gar etwas nach zu machen. Dafür lebe ich zu gern als Individualist, dies ist meine Freiheit – auch Fehler machen zu dürfen.

    Falsch geschriebener Politiker. Jetzt, wo Du es sagst – wir hatten es korrigiert (bevor wir die Dose dann gegen den Begriff „Zukunftsangst“ ausgetauscht haben). Dumm, dass das Foto noch von da stammt. Ich gebe zu, Lafontaine war wirklich etwas unangemessen.

    Umkehrfrage: Wenn Rechtsextremismus in Anklam nicht als Problem wahrgenommen wird (von mindestens einem Drittel), HartzIV aber schon, könnte es dann nicht zu einer Assoziation (Oberbegriff: Problem) führen, wenn beide zusammen genannt werden? Natürlich hätte ich auf jede Dose auch einen Begriff aus dem rechten Spektrum („Kameradschaft“, „Thor-Steinar“, „Rattenfänger“ etc.) schreiben können, aber wieso Einseitigkeit? Rechtsextremismus ist ein nicht zu unterschätzendes Problem in Anklam, aber beileibe nicht das Einzige.
    Natürlich ist es Dein gutes Recht, die Idee nicht gut zu finden. Wie gesagt, ist der Sinn einer Aktion, aber mit dem Bürger zu sprechen, ihn vllt sogar für ein politisches Engagement zu gewinnen (Wahlergebnis egal – wir haben im BT-Wahlkampf auch einigen Leuten, die offensichtlich nie FDP wählen würden, gesagt, dass sie doch bitte mindestens wählen gehen sollen und dann bitte demokratisch oder ungültig). Das Du die Methode nicht gutheißen musst, ist Dein gutes Recht, aber der Ton und die Kommentare luden geradezu zum Dialog ein 😉

    btw. Ich hatte im letzten Post tatsächlich was vergessen: RS ist nicht mein Adjutant.

    @Ralph

    Die Formulierung in Deinem ersten Post, erweckte bei mir den Eindruck, als ob Dir das Aussprechen einer solchen Selbstverständlichkeit, wie etwas total Abstruses vorkam. Wenn ich dazu den Kommentar auf der LHG-Homepage zu der PM „Demokratie ist für alle da“ zum Vergleich heranziehe, kann man es auch so deuten, dass man Rechte aber eben diesen Gedanken verweigern solle.
    Ich persönlich ziehe Chickenbürger vor 😉

    Ungrammatisch nehme ich hin. Der Teil Brandenburgs, aus dem ich stamme, verfügt über eine eigene Grammatik (insbesondere mir und mich) und Kommata setze ich meist nach Gutdünken, da ich sowohl alte als auch neue Regeln gelernt und irgendwann vermischt habe.

    Danke für die Buchempfehlung. Gleich mal bestellt. Es handelte sich dabei übrigens um Nietzsches „Fröhliche Wissenschaft“ (sein „Jenseits von Gut und Böse“ ist wohl das wichtigste Werk meiner „Jugendjahre“).

    @ Florentine

    Darf ich mal unsachlich werden? Ich empfehle einen Psychologen gegen die Paranoia. Und ich möchte garantiert NICHT zu denen „da oben“ gehören, die sich ohne Leistung alles gegenseitig zuschieben (OZ über Ahrenskrieger gelesen?). Tut mir leid, macht mein Ehrgefühl nicht mit.

    @ Kapitulist

    Wie funktioniert eine Demokratie ohne Demokraten? Ich drehe hin und wieder einen Gedanken, dessen Lösung sich für mich schwierig erweist:
    Man stelle sich vor, die Demokratie läuft sehenden (wichtig!) Auges auf, sagen wir, eine Diktatur zu. Das Volk, die Wähler, die Noch-Demokraten wollen ihre Macht wieder abgegeben und wählen bewusst und absichtlich die Diktatur. Die Demokratie konsequent angewandt, würde bedeuten, uns von ihr zu verabschieden. Sie zu verteidigen, würde sie ad absurdum führen. Wie löst man dieses Problem?

    Bequemlichkeit ist tatsächlich ein Problem. Irgendwo oben kam schon der Kommentar, wie es einen Liberalen nach Anklam verschlagen kann. Wenn ich es richtig beobachtet habe, waren wir zwischenzeitlich sogar mit mehr Leuten (in der Spitze 6 Personen) da, als unsere beiden Nachbarn (SPD und Linke). Dennoch war es wie immer schwierig überhaupt erstmal Leute zu finden.
    Das Problem zeigt sich auch auf anderer Ebene. Für einzelne Großveranstaltungen kann man schnell viele Leute gewinnen – für lange Themen jedoch… Zur Standbetreuung finde ich immer noch den einen oder anderen, aber langwierige programmatische Arbeit, Networking etc.? Man nehme nur das Beispiel UniSolar, dass jetzt im November vollendet werden soll. Anfangs waren viele Leute dabei (Sommer letzten Jahres), heute ist nicht mal mehr ein halbes Dutzend, das aktiv mitwirkt.
    Die Frage, nein die Problemstellung lautet: Wie gewinne ich Menschen für ein langfristiges Engagement? Solang dieses Problem nicht gelöst wird, wird Anklam kein Einzelfall bleiben, denn (1 € für’s Phrasenschwein) Politik lebt ja schließlich von der Beteiligung aller.
    Das Internet erhöht sicherlich die Bequemlichkeit (wir schreiben ja schließlich auch gerade nur), steigert aber auch gleichzeitig die Transparenz. Steigt der Unmut zu einem gewissen Grad, so erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass jemand mit einem Engagement beginnt. Ich würde es also als zweiseitige Medaille sehen. Ja, weil man etwas tun kann ohne etwas zu tun und nein, weil es neue Möglichkeiten eröffnet.

    Das Zitat der Rosa ist schon nicht unwahr. Bloß folgt auf die Revolution Zufriedenheit? Ich halte das für eine Illusion, begründen mag ich das aber nicht so recht.

    Ich danke für das Kompliment (klang irgendwie nett), jedoch hat es einen einfachen Grund, dass ich hier mehr Menschen als in Anklam erreiche. Die meisten Kommentatoren setzen sich auf die eine oder andere Weise mit dem vorgelegten Thema auseinander (Stichwort Interesse) und niemand muss die heimische Stube (Stichwort Bequemlichkeit) verlassen, um an dieser Debatte teilzunehmen (Stichwort Möglichkeiten). In Anklam muss ich mit jedem einzeln reden, jedes Gespräch neu beginnen, jeden Menschen neu kennen lernen, mich immer wieder neue auf den nächsten Bürger einstellen. Ich kann nicht die Breite und Menge an Menschen dort erreichen wie hier – deswegen kommt so etwas aber auch gerade im Nachhinein online, um die Reichweite zu erhöhen (btw. besten Dank an Jockel – Du warst gestern Top-Referer für die LHG-Page). Dennoch ist es jedes geführte Gespräch wert.
    Die wesentliche Frage jedoch ist nicht, wie viele, sondern was ich erreiche. Hier habe ich meine Position dargelegt, mich ausgetauscht, neues gelernt und vllt auch etwas vermittelt. Erfahrungsgemäß werden die Kommentare mit der Länge der Debatte interessanter, man wiederholt sich seltener. Ich allein habe mindestens davon profitiert. Jedoch reden wir über Rechtsextremisums als Problem? Konsens. Bescheidene Situation in Anklam? Konsens. Lösung der Probleme? Verspotten wir uns gegenseitig. Ich war nicht in Anklam, um für die FDP zu werben und die 5 % zu retten, sondern um die Probleme kennen zu lernen und, so ehrlich muss man sein, eventuell Interessenten für ein persönliches Engagement zu werben. Denn die von Jockel angesprochenen Berichte zeigen auch eines: Es mangelt an Personal. Ohne, kann ich aber langfristig nichts bewegen, sondern es bleibt beim Stand, an dem sich die Bürger mal wieder über die Ungerechtigkeit aufregen, ich ihnen sage, wie schlimm das ist und wir nach Hause gehen.

    Ich bitte Rechtschreib-, Grammatik- und eventuelle Strukturfehler zu entschuldigen – meine nächsten Station ist das Bett: Ich wünsche eine gute Nacht.

  27. Mann, hier ist ja richtig was los. Will mich auch einmischen. Ich frage mich immer, und also auch gleich hier mal Dich, lieber Patrik, wann denn der Verfassungsschutz anfängt, die Liberalen zu beobachten. Du sagst irgendwo weiter oben (und ich gebe das mal völlig falsch und in eigenen Worten wieder, weil ich keine Lust hab, mir das alles nichmal durchzulesen), dass liberales Selbstverständnis ist, dass jeder für sich selbst verantwortlich sei. Das ist nach meinem Verständnis eine Aussage, die sich mit der Grundordnung der Bundesrepublik nicht vereinbaren lässt. Wir leben in einem Staat, der sich mal vor einigen Jahren soziale Marktwirtschaft, also einer Welt, in der der Starke dem Schwachen hilft, auf die Fahnen geschrieben hat. Das ist als Idee recht massiv aus der Mode gekommen, gebe ich zu, (genauso wie die Idee, nie mehr eine Angriffsarmee haben zu wollen, die ja etwa aus der gleichen Zeit kommt) und in den höheren Etagen unserer politischen Landschaft kann man damit keinen Blumentopf gewinnen, aber ist immerhin als Idee grundlegend für unsere Verfassung. Und dann frage ich mich, ob jemand, der meint, die Homosexuelle Gemeinschaft solle doch gefälligst für sich selbt sorgen, die Studenten mit schwachem finanziellem Hintergrund hätten BaföG und sollten sich um sich selbst sorgen usw., ob so einer diese Grundidee unserer Verfassung wirklich verinnerlicht hat.

    so, eines kann ich mir nicht verkneifen:

    Sokrates wurde ja auch verurteilt, weil er seinen Vortrag nicht rhetorisch einwandfrei vortrug und nicht, weil er im Unrecht war. Manche Sachen ändern sich über Jahrtausende hinweg nicht…

    Sokrates wurde wegen Verführung der Jugend (zu falschem Gedankengut) verurteilt, nicht wegen falscher Rhetorik.

  28. @pjk

    Sorry, aber du hast keine Ahnung von Mathematik bzw. Geometrie und scheinbar auch nicht von den Extremismustheorien, die du (unbewusst) vertrittst. (http://de.wikipedia.org/wiki/Politisches_Spektrum#Hufeisenschema)

    Ich glaub dir ja, dass du glaubst was du schreibst, dies macht es allerdings auch nicht besser und vor allem schreibst du viel zu viel und sagst zu wenig. Das nervt mich. Das einzige was man dir zu gute halten kann, ist dass du es ehrlich meinst, dies spricht allerdings auch für eine gewisse infantie Naivität. aber diese findet man auch schon im MoritzTV-Interview vor.

    Hast du dir eigentlich schon mal überlegt warum in Anklam die FDP erst gar nicht mit eigenem Kandidaten an den Bürgermeisterwahlen teilnimmt?

  29. Während wir 7 Stunden, die SPD sogar noch länger dort standen, wo waren die Kritiker unserer Aktion und welche Vorschläge unterbreiten sie, um die Probleme zu beheben? “So nicht” bringt uns nicht weiter, aber ich bin für Vorschläge offen.

    Die NPD macht einmal die Woche kostenlose HartzIV-Beratung und trifft damit offensichtlich den Zeitgeist, wo ist da die FDP? Für die demokratische Kultur Anklams ist ein Sonntag ohne Parteienprofilierung und Dosenwerfen in meinen Augen gesünder als mit dem Spektakel!

    Daneben hast Du den Liberalen Bedeutungslosigkeit unterstellt und diesen Artikel geschrieben. Wenn wir so unwichtig sind, warum hast Du dir dann die Mühe gemacht?

    Wie stark ist die FDP noch in Anklam? Eine Person stark, wenn ich mich recht erinnere. Blicke auf die Wahlergebnisse und du wirst die Bedeutungslosigkeit dieser Gruppe kaum abstreiten können. Wieso habe ich über euch geschrieben? Ganz sicher nicht, um für euch Werbung zu machen oder euer Engagement hervorzuheben, sondern vielmehr, um darauf aufmerksam zu machen, dass ihr Teil des Problems seid. Weil ich mich vor den Anklamer Bürgern und Bürgerinnen für Leute wie euch schäme, weil ich Anklamer Jugendliche kenne, die das Problem Rechtsextremismus unmittelbar physisch zu spüren kriegen. Was meinst du, wie groß die Farce ist, die diese Jugendlichen zu spüren bekommen, wenn ihr den Linksextremismus abwerft. Und rede dich bitte nicht wieder mit dem Verweis auf die Rechtsextremismus-Dose raus, in der PM wurde eindeutig kommuniziert, was wichtig war.

    Es ist und bleibt eine Parteienprofilierung, für die nur das Stimmvieh zählt, das Schicksal der Menschen spielt doch kaum noch eine Rolle. Deine Ausführungen, die du uns in ihrer epischen Breite kaum ersparen willst, stehen für mich in einer Reihe mit der traurigen Berufspolitiker-Adaption des Interviews und der Aktion in Anklam.

  30. hmmm…mein kommentar auf der lhg-seite war wohl zu frech. gut das man hier diskutieren kann…wenn man es für nötig hält. aber wir müssen der gelben bedrohung was entgegensetzen, wir können nicht davon ausgehen das sie sich selbst weiter marginalisieren in m-v 😛

  31. @PJK:
    „Wie funktioniert eine Demokratie ohne Demokraten?“
    Diese Frage ist suggestiv (und echt hohl), weil die Form der Demokratie für die du dich stark machst, eine Farce ist und sie funktioniert. Deine repräsentative Demokratie, die als Wegbereiter für die ökonomische Vormachtsstellung* dient, ist vollends für’n Wähler-Arsch. Die da oben orientieren sich an Wirtschaftsmechanismen- und Interessen, nicht am Volk. Alle vier Jahre wird mal heftigst Interesse an der Volksmeinung geheuchelt, dann steuert ein frisch gewähltes Marionetten-Kabinett wieder straff geradeaus ins Profit-Nirwana. Ultraliberale (Demokraten) finden diese Form der Demokratie natürlich schick. Dann fühl dich halt als Demokrat in deiner funktionierenden Demokratie. Mir doch wurscht.
    Ja, eine Lösung gäbe es, aber die ist nicht umsetzbar. Deshalb nenn ich mich ja Kapitulist. Eine direkte Demokratie z.B. kann nach diesem kranken, kaputt gespielten Demokratie-System nur noch zur Anarchie führen.

    „Das Zitat der Rosa ist schon nicht unwahr. Bloß folgt auf die Revolution Zufriedenheit?Ich halte das für eine Illusion“.
    Macht ja nichts (Illusionen lass ich mir nicht nehmen – du offensichtlich auch nicht).

    *
    “Die schwarz-gelbe Atomkoalition hat am 5.10.2010 die Forderung der Atomkonzerne EnBW, RWE, Vattenfall und E.ON erfüllt und sich auf eine Verlängerung der Gefahrzeiten für die deutschen Atomkraftwerke verständigt.“

    -FIN-

  32. @ Bruno

    Das Grundgesetz ist ein individuelles und kein kollektives – Folge: Eigenverantwortung ist mit ihm sehr wohl vereinbar (Vgl. Pieroth/Schlink, Grundrechte Staatsrecht II, 25. Auflage, Rn. 43 und 98). Ansonsten zitier die Stelle mal, dann kann ich ausführlicher auf den konkreten Fall eingehen.
    Für das System der sozialen Marktwirtschaft hat man sich nach der Schaffung des Grundgesetzes geschrieben, sodass diese selbst keinen direkten Einfluss mehr darauf hat. Daneben besteht Konsens, dass das Grundgesetz KEINE Wirtschaftsform vorschreibt (die Quelle suche ich jetzt nicht).
    Auf den Rest kann ich schwer eingehen, ohne Dein Zitat (dass Du ja absichtlich ungenau wiedergibst) zu kennen, da Du dir Konklusion schon sehr zurechtbiegst (bzw. die Prämisse um zum Ergebnis zu kommen).

    Sokrates wurde vorgeworfen, dass er die Jugend verführe, aber meiner Erinnerung nach, begann er seine Rede damit, dass er eben auf eine rhetorische Verteidigung verzichte und nur mit den blanken Inhalten spreche. Dies brach ihm dann das Genick, da im alten Griechenland der Wahrheitsgehalt eine Aussage auch von ihrer rhetorischen Ausstaffierung abhing. Aber ich hab mir ja die Buchempfehlung bestellt und lese das noch mal nach.

    @wayne

    Ach, das gibt es wirklich? Man lernt nie aus. Na ja, seit dem man mir nach einem Gespräch mal sagt,e dass ich gerade die Chaostheorie erklärt hätte, von der ich im Vorfeld noch nie etwas hörte, überrascht mich das irgendwie nicht wirklich.
    Der Umfang der Darlegungen ist einfach erklärt: Ich befinde mich hier nicht unbedingt in mir wohlgesonnenem Gebiet. Bevor ich mir also das Wort im Mund umdrehen lasse, schreibe ich lieber einen Satz mehr und konkretisiere damit meine Aussage (ja, ich habe aus dem CSD-Vorfall gelernt). Dadurch wird natürlich die einzelne Aussage etwas länger.
    Den Link werde ich mir mal bei Gelegenheit näher zu Gemüte führen (Markt der Möglichkeiten war zwar nur zwei Stunden lang, aber gefühlt deutlich mehr), daher kommentiere ich das mal jetzt nicht weiter, sondern belese ich mich erst einmal. Den Gedanken mit dem Zylinder habe ich oben übrigens einfach beim Schreiben entwickelt.
    FDP-Bürgermeisterkandidat. Ich glaube, der Grund ist offensichtlich.

    @Jockel

    Die NPD macht HartzIV-Beratung in Anklam, Ratjen macht sie hin und wieder in Greifswald (wenn seine Gesundheit mitspielt). Die FDP ist nun mal eine kleine Partei und engagiert sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Wollen wir den Vergleich weiter ziehen? Wieso noch für die SPD in Anklam engagieren – sie holt ja doch nur noch 7 %, Tendenz sinkend. Wenn sich die Parteien gar nicht mehr zeigen würden, hieße das, gar nicht mehr präsent zu sein. Wie oben dargelegt, kann ich für einen Tag mal Leute finden, die sich auch mit einer gewissen Regelmäßigkeit engagieren. Dennoch mangelt es an Struktur, um z. B. ein dauerhaftes Angebot der Bürgerbetreuung zu bieten. Von zu Hause bleiben, kann ich das aber nicht verbessern.

    Teil des Problems. Kann ich nicht einmal abstreiten. Die Parteien haben viel zu lang selbstherrlich über den Dingen gestanden, deswegen ist das Engagement auch über die Partei und nicht für sie. Als Einzelner kann ich herzlich wenig erreichen. Das funktioniert wie ein Unternehmen – was ein Einzelner nicht schafft, können viele.
    Fraglich bleibt aber, welche Menschen hinter „Der Partei“ stehen und was ihre Beweggründe sind. Einer will sich profilieren, ein anderer sich versorgen, viele aber wollen aber auch einfach nur etwas bewegen – und dann wird ihr Engagement mit Füßen getreten oder gar sabotiert.
    Wieso schämst Du dich vor den Anklamer Bürgern für uns? Zumindest die Mehrheit unserer Besucher machte einen zufriedenen und interessierten Eindruck? Du schämst Dich, weil wir nicht zu Hause bleiben und es wenigstens versuchen? Methode hin oder her, aber Du schämst Dich, weil wir noch nicht aufgegeben haben?
    Du kennst Anklamer Jugendliche, die physische Gewalt von Rechten kennen; ich kenne Rechte, die rechts sind, weil sie keine Perspektive im Leben sehen und sich dann der einfachsten Lösung zugewandt haben. Schlechter oder unbrauchbarer Schulabschluss (meine Ausbildung ist für Hauptschüler gedacht und ist heutzutage von Abiturienten überfüllt), keine Arbeit, Frust. Die einen kämpfen sich durch und die anderen verzweifeln. Aggressionen und Schuldsuche sind die Folge. Rassismus ist so simpel, dass es eigentlich erstaunlich ist, dass Leute ihm anhängen, aber wahrscheinlich ist das gerade der Grund. Die Rechten nehmen überhand und wir bekämpfen sie, indem wir sie undifferenziert ausgrenzen. Dadurch schicken wir mal schnell eine Menge von Leuten mit über Bord. Es ist bedauerlich, dass es Opfer von rechter Gewalt gibt, aber es ist genauso bedauerlich, dass es Menschen gibt, die keine andere Lösung außer Gewalt sehen.
    Linksextremismus abwerfen. Also die meisten aus Mitte und Konservativen verstehen unter Linksextremismus brennende Autos, Molotowcocktails, aber auch die Verharmlosung und den Weg zu Regimen wie der UdSSR, VR China, Nordkorea. Und es gibt durchaus auch linke Gewalt und auch Opfer derer. Was spricht also dagegen dieses Problem mit aufzunehmen? Du tust ja fast so, als wäre LinksEXTREMISMUS total harmlos. Gegen eine gemäßigte Linke habe ich nichts und ich verstehe mich mit den Jungsozialisten in der SPD, trotz aller Meinungsunterschiede wunderbar. Vielleicht sollte man btw. erwähnen, dass die Jungdemokraten (Judos) sogar mal die Jugendorganisation der FDP waren.
    Am Rande: Soll ich dem Artikel „HartzIV“ gegen „Rechtsextremismus“ austauschen? Dann stehen da beide Formen nebeneinander. Gewalt ist Gewalt. Beides unakzeptierbar – egal ob es Tote oder „nur“ Schwerverletzte gibt.
    „Deine Ausführungen, die du uns in ihrer epischen Breite kaum ersparen willst, stehen für mich in einer Reihe mit der traurigen Berufspolitiker-Adaption des Interviews und der Aktion in Anklam.“
    Ich stelle fest, Du glaubst mir nicht, dass ich ernste Beweggründe habe. Mehr als erklären, kann ich es Dir aber auch nicht. Ich stelle fest, Du glaubst mir auch nicht, dass es mir um die Menschen geht. Wenn das alles ist, was bleibt – bitte.

    @looongcat
    Ich war den halben Tag unterwegs und kam erst jetzt dazu den Kommentar freizuschalten (und auch zu beantworten). Über gelbe Bedrohung lache ich mit Dir 😉

    @kapitulist
    „Die da oben“ Wieso sind die da? Und Du nicht? (Das sind mit Absicht zwei Fragen!)
    Ich übergehe den Rest und komme gleich zur direkten Demokratie. In den Fällen, in denen ich direkte Demokratie erleben konnte (auch in dem einen oder anderen Verband hier vor Ort), musste ich stets feststellen, dass der Mangel an Verantwortlichen stets zu Stagnation und schlechter Koordination führte. Selbst wenn wir direkte Demokratie hätten – glaubst Du ernsthaft, bei der Vielzahl an Entscheidungen, die zu einer Berufspolitik geführt hat, könnte ein selbst ein 34-h-Arbeitnehmer zu jedem Thema ein fundiertes Ergebnis abliefern? Das können ja nicht mal die Stupisten bei weit weniger Entscheidungen. Die Stellvertreterdemokratie basiert auf der einfachen Erkenntnis der Arbeitsteilung, die uns aus den Höhlen herausgeführt hat.
    Kapitulist darf ich also wie folgt interpretieren: Das Bestehende hat für Dich keinen Wert erhalten zu werden, weil es schlecht ist, aber die Alternative hältst Du für unmöglich, kurz: Du hast keine Antwort.
    Von mir aus, nenn es ein sinkendes Schiff – aber da es keine Rettungsboote gibt, lass uns wenigstens Wasser pumpen – vllt. erreichen wir noch einen Hafen.

    Ich habe keine Illusionen mehr, ich habe die Wirklichkeit gesehen.

    Die rot-grüne Koalition hat sich für erneuerbare Energien stark gemacht – was denkst Du wer von den ganzen Förderungen für Solar- und Windenergie profitiert hat? Ich glaube, die von Dir zitierten Konzerne dürften die selben sein 😉

    Beste Grüße

    PJK

  33. @Bornhold

    Schreibe morgens ein paar Zeilen, schreibe abend ein paar Zeilen, lasse outlook an, damit Du sofort über neue Nachrichten informiert wirst und schon, hast Du immer noch massig Zeit. Ich habe an dem Text oben maximal ne halbe Stunde gesessen (in zwei Sitzungen).

  34. lieber Patrik,
    danke für die rechtlichen und und rechtsgeschichtlichen Zurechtweisungen, ich kanne mich da in der Tat nicht sonderlich aus, lasse mich da gern was Reihenfolge von Ereigneissen angeht korrigieren. Was ich nicht so gern mag ist, wenn man über meine Fragen weggeht, ohne sie zu beantworten. Daher nochmal nachgefragt und nebenher einiges richtiggestellt. a) ich hab nirgends gesagt, dass ich gegen Eigenverantwortung sei. Im Gegenteil, ich bin der Meinung, dass du und ich, die wir beide latent zu der priveligierten Gruppe der Akademiker gehören mehr Verantwortung als nur Eigenverantwortung zu tragen haben. Genau in die Richtung ging ja meine Frage, der du so elegant ausgewichen bist.
    b) Ich wollte nicht über Wirtschaftsordnungen reden, als ich soziale Marktwirtschaft gesagt habe, sondern über eben dieses Ideal von „Der Starke hilft den Schwachen“ reden, dass sich meiner Meinung nach latent in eben jener sozialen Marktwirtschaft als auch den Grundrechten wiederfinden lässt.
    Also nochmal klar gefragt: Wie siehst du dich in der Verantwortung, mehr zu tun, als nur für dein eigenes Wohlergehen zu sorgen? Und damit frage ich natürlich auch nach deinem politischen Verständnis nach den Aufgaben von Parteien usw.
    Also sei so gut, sieh mir meine Ungenauigkeiten nach und sage mal, was für eine soziale Verpflichtung Menschen wie du und ich und Parteien oder politische Verbindungen haben, wie die Deine. Und die Folgefrage nach der Vereinbarkeit mit der Verfassung usw können wir gern mal außer Acht lassen, ich denke, da kann sich hier jeder seinen eigegen Reim machen.

  35. Achso, Sokrates wurde nicht das Genick gebrochen, sondern er hat die Sache mit dem Schierligsbecher gemacht, weil er der Meinung war, dass Gesetzte einen höheren Wert haben, als sein eigenes Leben (Zeit und Gelegenheit zur Flucht hatte er). Und rhetorisch: er hat eine nach der Verurteilung, ehe das Strafmaß festgesetzt wurde eine deutlich rhetorische Rede gehalten, in der er dafür plädiert hat, ihm Speisung im Prytaneion (also das Privileg der Heroen) zu geben als Strafe, darüber erzürnt hat das Gericht die Todesstrafe beschlossen.

  36. @40 das „etwas jemandem das Genick bricht“ ist eine Redewendung.
    Nur so als Hinweis.
    Ansonsten – diese überflüssigen Nebenschauplätze (Sokrates, etc.) sind wirklich nervig und der Diskussion hinderlich. Finde ich.

  37. Moin,

    @ Bruno
    Zu Deinen Nachfragen:
    Die Fragen lassen sich vllt. ganz leicht dadurch erklären, weshalb ich mich überhaupt engagiere. Ich selbst stamme aus einer, sagen wir nicht allzu privilegierten Familie (und gleichzeitig Gesellschaftsschicht), habe mich da aber nach und nach herausgearbeitet und bin bei uns überhaupt einer der wenigen, die es bis zur Universität geschafft haben. Mir stellte sich also rückblickend immer die Frage, wieso ich das schaffen konnte, aber andere nicht. Eigenverantwortung über das eigenen Wohlergehen hinaus heißt daher für mich, Möglichkeiten zu schaffen – nicht mehr und nicht weniger. Jedem sollen die gleichen Chancen eingeräumt werden – ob er sie ergreift, ist dann (theoretisch) von ihm selbst abhängig. In der Praxis müssen noch entsprechende Anreize und Motivationshilfen geschaffen werden. Kurz (und wieder für’s Phrasenschwein, ich weiß): Chancengleichheit > soziale Gleichheit

    Sokrates. Mit Genickbruch meinte ich, wie Jan darstellt, auch nur die eigentlich geläufige Redewendung, wenn es zum Nachteil einer Person ausschlägt. Ansonsten: Buch ist da, morgen beginnt das Semester, mal sehen, ob sich zwischen der einen oder anderen Vorlesung Zeit findet.

    Beste Grüße

    PJK

  38. @ Patrick

    war beim Dosenwerfen eigentlich auch eine Dose FDP dabei? Ich meine angesichts der Tatsache, dass die FDP nichts weiter als der verlängerte Arm des Großkapitals im Bundestag ist (ich sag nur: Senkung der Abgaben für Hoteliers bei gleichzeitiger Millionenspende durch Mövenpick) und angesichts der Tatsache, dass die FDP an allen Ecken und Enden dem kleinen Mann die Taschen leeren will, hätte ich als Anklamer allen Grund eher die FDP abzuwerfen, als Oskar Lafontaine der mittlerweile seit über einem halben Jahr aktiv aus der Politik ausgeschieden ist. Oder eine Dose Westerwelle? Oder eine Dose Niebel?
    Naja mal sehen, vielleicht kickt sich die FDP mit ihrer Politik, die sich ausschließlich an den Bedürfnissen von Eon, EnBW, Vattenvall, Mövenpick, Deutsche Bank etc., jedoch nicht an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger des Landes orientiert doch noch irgendwann mal aus dem Bundestag…

    Aber ich befürchte, dass Westerwelle die Umfrageergebnisse (zwischen 4 und 6 Prozent) bei der nächsten Wahl wieder durch populistisches Gehabe wett machen wird.

  39. @ Marco W.

    Auch wenn ich mich wiederhole:
    Senkung der Mehrwertsteuer ist eine EU-Richtlinie, deren Umsetzung auch im Programm von Linkspartei und CSU stand und in einem Großteil der europäischen Staaten längst erfolgt war.
    Eon, EnBW, Vattenvall etc. haben auch m. W. nach auch sehr viel an die rot-grüne Bundesregierung gezahlt – nur damals für Wind- und Solarenergie.
    Ich glaub Jockel hat neulich nen Link getwittert, in dem die Parteispenden aufgelistet war und die Commerzbank war da großzügig mit dabei, als es um Spenden an SPD, CDU und auch FDP ging.
    Und wenn Du ein Problem mit dem notwendigen Lobbyismus hast, setze Dich bitte mal mit dem System auseinander. Du wirst feststellen, dass jede Partei, ja jeder Abgeordneter Lobbyismus für irgendeine Bürgergruppe macht. Und das ist auch logisch, denn das umfassende Wissen für seinen Aufgabenbereich setzt voraus, dass man sich mit Interessenvertretern trifft, um eben sich für die eigenen Arbeit einen Überblick zu verschaffen – und jeder Interessenvertreter nimmt in seinem Interesse Einfluss. Das muss der Abgeordnete berücksichtigen und tut es in der Regel auch. Gegen Lobbyismus heißt daher für weltfremde Abgeordnete (und das ist teilweise schon schlimm genug), Nur Entarten darf der Lobbyismus nicht (und da die Hotelvergünstigung auch unter Linke und CSU gekommen wäre, sehe ich da kein Problem).

    Aja, und die einzige direkte Mehrbelastung, von der ich regelmäßig mitbekomme, ist die Gesundheitsreform – und das die unter rot-schwarz verkorkst wurde, bzw. eigentlich schon in vielen Legislaturen davor, dürfte für niemanden neu sein.
    Daneben warte ich darauf, dass man sich in der Rente endlich vom Generationsvertrag verabschiedet und zur Kapitaldeckung umsteigt, sonst wird der Wechsel da noch teurer. Hier geht uns das Geld noch wegen Untätigkeit verloren.

    Beste Grüße

    PJK

  40. Du verkennst einen entscheidenden Punkt:
    Der Gastronomieriese Mövenpick hat an die FDP Geld gespendet. Kaum regiert diese Partei mit, senkt sie den Mehrwertsteuersatz für Hoteliers.
    So weit ich weiß, wurde die Mehrwertsteuer ja nicht in allen Bereichen gesenkt, oder habe ich da jetzt was verpasst?

    Die Linke. (und ich glaube auch die SPD, da bin ich mir jetzt aber nicht ganz so sicher) forderten eine generelle Senkung des Mehrwertsteuersatzes, nicht nur für eine bestimmte Gruppe, die mal einen Millionenscheck überwiesen hat. (Übrigens würde ich in dem Fall FDP/ Mövenpick eher das Wort Korruption als Lobbyismus verwenden – aber das ist Ansichtssache)

    Mit EnBW, Vattenfall etc. meinte ich eigentlich die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke, die die FDP maßgeblich forciert hat, obwohl sie von den Risiken eines veralteten Kernkraftwerkes wissen müsste. Kernkraftwerke aus den 80igern würden damit länger laufen, als die meisten Kohlekraftwerke. Und das bei steigenden Sicherheitsrisiken.

    Gesundheitsreform: Der nette Herr Rösler hat da ja auch einen wunderbaren Vorschlag gemacht: Man solle für Medikamente in Vorkasse gehen. Herzlichen Dank! Als Student habe ich ja auch das Geld, in Vorkasse zu gehen. Weil Medikamente ja auch unwahrscheinlich billig sind. Mal ganz davon abgesehen, dass ich dann wieder einen Antrag stellen muss, um das Geld, mit dem ich in Vorkasse ging, von der Gesetzlichen wieder zu bekommen (so läuft es zumindest bei den Privaten – und Rösler hat ja die Privaten als Vorbild für das neue System genannt). Wie war das noch mal mit der Forderung nach Bürokratieabbau? War doch die FDP oder irre ich mich da?

    Und auf meine Frage hast du übrigens nicht geantwortet:
    Ob es auch eine Dose FDP zum Abwerfen gab. Ich meine als Liberaler sollte man doch über entsprechendes Selbstkritikvermögen und entsprechende Selbstironie verfügen, um auch sich selbst mal zur Zielscheibe beim Dosenwerfen zu machen. Oder ist das zu viel Pluralismus? 😉

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