Fernsehbericht über die notwendige Sanierung des Greifswalder Doms

Zwölf Millionen Euro werden für die Sanierung des Greifswalder Doms benötigt. Der Pfarrer Matthias Gürtler skizziert im Interview mit dem Lokalfernsehsender Greifswald TV einige Finanzierungsmodelle und auch Oberbürgermeister Arthur König möchte sich für den Erhalt der Kirche einsetzen.

Eine befragte Bürgerin sieht die Kirche in der Pflicht, andere glauben, dass viele Greifswalder Einwohner für die Sanierung spenden würden. Den Vogel schießt allerdings ein Herr in bester Das-wird-man-wohl-doch-mal-sagen-dürfen-Manier ab, der einen noch viel multikulturelleren Vorschlag einbringt und furchterfüllt DJ Muezzin bereits an den Decks wähnt:

Wir können aus dem Dom auch eine Moschee machen oder vier Minarette drumbauen, dann haben wir andere, die das von unseren Ölgeldern bezahlen. Und dann haben wir aber auch fünfmal am Tag so Rufe, die nicht unbedingt dem Bachschen Weihnachtsoratorium entsprechen.

Video (08:37)
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14 Gedanken zu „Fernsehbericht über die notwendige Sanierung des Greifswalder Doms

    1. Naja, fast. Satire war das von dem Bürger nicht – eher was anderes.

      @jockel:
      Das war mal’ne wirklich extrem platte Nummer. Wenn du zu sowas Banalen satirisch Stellung (6:59 min) nimmst, solltest du zumindest auf das vom Protagonisten im selben Statement Gesagte (0:51 min) einen Hinweis geben. Ich denk mir mal, dass du weisst, dass das Gesamt-Gesagte von diesem Menschen extrem mies zurecht geschnitten war …

      Da der Mensch total zusammenhanglos Öl erwähnt heisst das doch einfach nur, dass er wenig Peilung von Zusammenhängen hat. Ich glaub deshalb nicht, dass er ein Rassist ist. Ich glaub der hat einfach nur ’nen Hals wegen teueren Benzinpreisen. Diesen Menschen muss man deshalb nicht bloßstellen.

      PS:
      Bleib glaubwürdig! (du hast nicht nur OZ-Leser/innen ;))

      1. Wie das Gesagte zurechtgeschnitten wurde, kann ich natürlich nicht wissen, weil ich das Originalmaterial nicht kenne.
        Er hat nicht zusammenhangslos das Öl erwähnt und ich habe auch nicht den Eindruck gewonnen, dass er „wenig Peilung“ hat (sonst hätte er z.B. vorgeschlagen, 3 oder 5 Minarette um den Dom zu bauen). Ich habe den Mann auch nicht wegen seines Statements als Rassisten bezeichnet — diesen Begriff hast du jetzt eingeführt.

        Hier geht es um einen TV-Beitrag zur Domsanierung und nicht um diesen Bürger. Dessen Äußerung — deren Sound mir von den ganzen islamophoben Moscheegegnerinnen noch gut im Ohr ist — sollte jedoch meiner Meinung nach nicht unkommentiert stehen bleiben.

        1. Egal, stimmt: ich habe dir unterstellt, dass du in deinem Beitrag zum TV-Beitrag ‚Domsanierung‘ ganz nebenbei jemanden zitiert und kommentiert hast – bei dem es die Mühe nicht wert war.

          Um Originalmaterial geht es nicht – ich schaute mir hier auch nur das geschnittende Material an: das zuerst Gesagte vom Bürger bei 0:51 min hättest du sehen können. Ok, dann hast du es womöglich übersehen, passiert. Ja, den Begriff habe ich eingeführt und dir nicht unterstellt, dass du das tatest. Ich habe bestenfalls einfach nur das (dein) Kind beim Namen genannt. Also ich bin nun wirklich nicht meinungsbildend daher gekommen. 😉
          Meine Meinung war sehr klar und ist weiterhin: ich gehe davon aus, dass der Bürger sich für sein zusammenhangloses Gerede im zweiten Akt schämt – womöglich hatte er einen Blackout.

          Lassen wir’s gut sein 🙂

        2. Naja, aus ihm gleich einen Moscheengegner zu machen, halte ich für ein bisschen weit her geholt. Alleine so, wie er es gesagt hat, wird deutlich, dass das nicht ansatzweise Ernst gemeint war. Im Hinblick auf den Gesamtkontext: Es wurde ja gefragt, wer für die Sanierung des Doms in der Verantwortung stehe. Und da hat er eben satirisch gesagt, dass ja auch Muslime das Ding finanzieren könnten, indem man das ganze zu einer Moschee umbaut. Ehrlich gesagt glaube ich, dass du dieser Aussage wirklich zu viel Wichtigkeit schenkst. Jede_r von uns macht mal flapsige Bemerkungen ähnlicher Art, ohne dass wir gleich in die Nähe von Moscheengegner_innen oder Rassist_innen gerückt würden. Stichwort: Schwarzer Humor.

          Vielleicht – und das könnte durchaus sein – ärgert es ihn einfach nur, dass einerseits neue Moscheen entstehen, andererseits aber Kirchen zusammenfallen (was allerdings an einer – zumindest in den neuen Bundesländern – immer kleiner werdenden christlichen Gemeinschaft liegt). Allerdings daraus wiederum Islamophobie zu rekonstruieren, wäre glaube ich durchaus auch zu weit her geholt. Dann hätte er es vermutlich deutlich bissiger, ernster und abwertender gesagt.

          Vielleicht weiß er auch so viel, dass beispielsweise die Hagia Sophia, die bedeutendste Moschee Istanbuls einstmals eine Kirche war. Dass du diese Aussage herausgehoben hast, finde ich daher sehr schön, eröffnet sie doch vielfältige Spielräume für Diskussionen und Spekulationen.

            1. Eine? (Makarenkostraße, wobei das wiederum kein Neubau ist und auch als „islamisches Kulturzentrum“, nicht als „Moschee“ firmiert). Und die ohne Minarett. Der Gedanke kam mir nur in Bezug auf den bundesweiten Kontext, nicht MV-spezifisch. Der Bedarf an Moscheen dürfte in MV auch gen null tendieren, da es kaum Muslime in diesem Land gibt.

  1. Jeder Greifswalder wäre dann mit 200 Euro dabei.

    Ich kenne nun die Geschichte des Greifswalder Doms nicht so genau. Was erhebt ihn zum Baudenkmal nationaler Bedeutung?

    Ich kann auf den Dom auch ganz gut verzichten. Wenn man alles aufhebt, was mal irgendwie Geschichte geworden ist, dann besteht die Welt früher oder später nur noch aus Aufgehobenem. Der Verweis auf kulturelle Veranstaltungen ist ja auch irgendwie nur halb getroffen, wenn doch gleichzeitig die Stadthalle nicht ausgelastet ist…

    1. am besten plattmachen, den ganzen quatsch. mein vorschlag: wo jetzt der dom steht, sollte eine große grube geschaffen werden, wo wir das ganze aufgehobene kostengünstig und platzsparend verklappen können.

  2. wegen mir kann das olle ding ruhig einstürzen…
    ich fand übrigens auch dass die äußerungen von dem typen son gewisses ekliges geschmäckle haben, zumal er ja auch im ersten teil die ganze zeit irgendwas von christlicher kultur dahinfaselt.

  3. Finde generell, dass man solch ein Gebäude erhalten sollte, gehört für mich zum typischen Greifswalder Bild. Aber solange Bund und Länder ihre Prioritäten nicht überdenken, kann sich der Bürger die Steine auf den Kopf fallen lassen. Von mir aus kann die Instituion Kirche verfauln und verfalln aber in der Wahrung eines Stadtbildes sehe ich nichts schlechtes!
    Und zu dem heiß diskutiertem Typen stimme ich „loongcat“ zu. Seine beiden Aussagen zusammengefasst hören sich doch wunderbar nach nem Wahlspruch von „Pro Deutschland“ an.
    Aber solange er keine Flyer verteilt geht mir seine Meinung sonst wo vorbei!

    1. solange er keine Flyer verteilt geht mir seine Meinung sonst wo vorbei!

      Stimmt:
      Meinungsfreiheit im redaktionellen Regional TV ist okay, auch wenn Meinungen mal dusselig daher kommen – das muss man eben für sich ausfiltern.

      Fragwürdig:
      Auf’m Flyer steht auch nur’ne (bezahlte!) Meinung, die halt stumpf versucht zu beinflussen. Es wäre legitim wenn er seine dusselige „Meinung“ flyern würde, machen Andersdenkende doch auch (wird er aber nicht, so doof ist er bestimmt nicht. Warum sollte er überhaupt flyern, wenn er was zu sagen hätte? Seine „Meinung“ war im Regional-TV und wurde hier optimal weiter verbreitet.)

      Es bleibt die Frage warum dir seine „Meinung“ nicht sonstwo vorbei geht, falls sie auf’m Flyer gepackt wäre. Du überschätzt die Wirkung von’nem Flyer. Durch Flyer erreicht man massig Gleichgesinnte, die sich mal kurz auf die Schenkel klopfen oder für irgendwas mobilisieren lassen. Flyer bewirken wenig bis gar nichts in Sachen Meinung – bestenfalls erzielt ein Flyer kurz mal bei Wenigen Wirkung, die keine feste Meinung haben. Diese nutzlose Kurzzeit-Wirkung fällt dann aber auch wieder beim nächsten anders-meinungsgeprägten Flyer ins Umgekehrte. Überzeugungsarbeit ist mit Flyern doch echt nicht zu machen. Was rede ich, das weiss man doch. 🙂

      1. Ich möchte deine analysierende Arbeit an meiner Aussage nicht schlecht werten, jedoch war meine Aussage lediglich ein, leicht ironischer, Seitenhieb auf die Ereignisse im Landesmuseum.
        Sollte so viel heißen wie: So lange er seine Meinung mit seinen Burschen aus der Gartensparte teilt, is das sein Ding, aber wenn er mir damit aufen Geist gehen würde, wär das was anderes und seine Meinung wäre mir folglich nicht mehr egal! 😉

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