Umfrage: Die Diagonalquerung und mögliche Alternativen

Eigentlich wurde hier jetzt wirklich genug zur Diagonalquerung geschrieben, doch der Leser FBM warf gestern in einem Kommentar die Frage auf, ob es nicht eine Alternative zum kontroversen Verkehrsprojekt gäbe. Er interessiert sich für die Meinung der „tendenziell velophilen“ Nutzerinnen des Fleischervorstadt-Blogs, voilà!

diagonalquerung greifswald

Wie groß ist die Unterstützung für das 185.000 Euro teure Projekt, wenn statt der Diagonalquerung der Europakreuzung andere Maßnahmen, die das Radfahren in Greifswald attraktivieren könnten, mit diesen Mitteln finanziert werden würden? Und wie könnten solche Maßnahmen aussehen?

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19 Gedanken zu „Umfrage: Die Diagonalquerung und mögliche Alternativen

  1. Man kann sicherlich darüber streiten, ob sich das Geld nicht noch sinnvoller in mehrere kleine Projekte für den Radverkehr investieren ließe. Viele Radwege erinnern bei Nässe an usbekisches Sumpfland und hätten eine Sanierung nötig. Und trotzdem ziehe ich die Diagonalquerung vor: Sie ist nicht nur sinnvoll, sondern wäre auch ein plakatives und bundesweit einzigartiges Zeichen dafür, dass die Stadt es ernst meint mit der Radverkehrsförderung. So blöd das klingt, aber ich finde, dass dieser Aspekt die durchaus nicht ganz niedrigen Investitionskosten zusätzlich legitimiert.

    Im Übrigen ist die lebhafte Debatte um die Diagnoalquerung mal wieder ein Beleg dafür, wie leidenschaftlich sich über Themen von sekundärer Wichtigkeit diskutieren lässt. Selbst in der drögen Greifswalder Kommunalpolitik gibt es mehrere Themen, die eine so leidenschaftliche Debatte dreimal mehr verdient hätten als die Diagnoalquerung.

    Vorschlag zur Güte: Die CDU setzt sich stattdessen für eine Untertunnelung der Kreuzung ein und nennt das ganze „Greifswald 21“. Dann vereint sich das alternative Spektrum zusammen mit dem Wutbürgertum zu einer breiten Mehrheit, demonstriert im großen Stil gegen das Projekt und als Kompromiss einigt man sich dann auf die Diagnoalquerung. Und Axel Hochschild pinselt die neuen Straßenmarkierungen persönlich auf die Kreuzung. Im Büßerhemdchen.

    1. Der Tunnelbau hat auch durchaus eine ähnliche Herrausforderung… da is ja bestimmt nicht grade trocken… aber das alte Theater muss dann natürlich weg… da kommt der Tunnelausgang hin. Aber das Kopfsteinpflaster bleibt… Eine Fahrradstraße ist schließlich nicht zum Wohlfühlen da…

  2. Ich finde, mit einer vernünftigen Ampelschaltung wäre an dieser Kreuzung schon viel gewonnen. Also: Längere Grünphasen für Fahrradfahrer und Fußgänger, kürzere für Autos. Das ist kostenneutral.

  3. Fahre jeden Arbeitstag mindestens zweimal mit dem Rad über die Kreuzung.
    Habe die zeiten die ich Zur Querung brauche mehrmals gestoppt. (Blumstr.–Am Mühlentor)
    Wenn ich Glück hatte dauerte es 25 Sekunden und im ungünstigsten Fall 70 Sekunden.
    dabei ist zu bedenken, dass man immer 2 Optionen hat, nämlich linksrum oder rechtrum zu fahren, je nachdem welche Ampel zuerst auf grün schaltet.
    Mit Diagonalquerung könnte man das Glück haben, dass die Ampel sofort auf grün schaltet, aber man kann auch pech haben und sie schaltet gerade auf Rot. dann wartet man einen vollen Zyklus und ist nicht schneller auf der anderen Seite als jetzt.
    Also die minimale Entschleunigung in unserem hektischen Leben hinnehmen und das Geld für weitaus wichtigere Dinge einsetzen, wie weitere verbesserung von bestehenden radwegen oder Aufwertung weiterer Fahrradstraßen.

    1. Das sind doch ganz objektive Argumente. Danke. In der Diskussion wird ja oft so getan, als ob durch die Diagonalquerung die Wartezeit wegfallen würde. Aber Befürworter und Gegner haben Manipulation an der Masse anscheinend bitter nötig.

          1. Hier kommen normalerweise täglich über 1000 unterschiedliche User vorbei, von denen ca. 55% von Greifswald aus auf die Seite zugreifen. Und das war auch nicht der erste Kommentar des Büroleiters.
            Mich freut es natürlich auch 🙂

  4. Werden sich bei der Umfrage nicht die „Nein-Sager“ zwischen „Nein“ und „andere Projekte“ aufsplitten, sodass „Ja“ überrepräsentiert wirkt?

    Unabhängig von der Diagonalquerung frage ich mich, warum nicht auch mal die Frage aufkommt, warum Millionen für eine Bahnparallele da sind, aber nichts für Radwege – in der selbst ernannten „Fahrradhauptstadt“. Wenn es da wirtschaftliche Gründe gibt (Waren werden nun mal mit LKW und nicht mit Fahrrädern transportiert), sollte das auch endlich mal jemand aus Rathaus und/oder Bürgerschaft ehrlich sagen.

    1. ja, die fragen und antworten sind nicht sauber konstruiert und sowieso ist die umfrage nicht repräsentativ.

      bahnparallele:

      im zuge dieses projekts sind doch auch viele verbesserungen für radfahrer entstanden…ist jetzt meine subjektive einschätzung und ich war viele jahre auf der bahnhofstraße unterwegs :).

      so weit ich weiss war das projekt aber auch notwendig, weil es wohl gesetze gibt, die sich auf bahnübergänge in ortschaften beziehen.

        1. Zum Skaten braucht man so’n Weg für sich alleine… außerdem stört der Streifen in der Mitte. und diese unsäglichen Unterführungen/Schwimmbecken sind ja auch ein Zeugnis planerischer Höchstleistung mit ihren verschlungenen, engen Kurven, um die uns indische Bergpässe beneiden.

  5. Nur die von der Verwaltung vorgeschlagene Variante nutzt allen: Radfahrern, Fußgängern und Autofahrern. Leider dringt das in der Öffentlichkeit nicht so richtig durch.

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