Spendenaufrufe in Greifswald: Performance-Kunst mit den „Weird Girls“ und alte Bekannte im Koeppenhaus

Derzeit bemühen sich zwei Greifswalder Initiativen um Spenden für die Verwirklichung kultureller Projektideen. Aus dem Umfeld des Nordischen Klangs erwuchs vor einigen Wochen ein Aufruf beim Crowdfunding-Portal Startnext, um Mittel für die Produktion einer Episode des Weird Girl Project in der Hansestadt zu akquirieren. In einem anderen, gestern gestarteten Spendenersuch geht es um die Finanzierung eines Theaterstücks von Sarah Kane im Koeppenhaus.

KÖRPER, KUNST, PERFORMANCE: „WEIRD GIRLS PROJECT“

Die auf Island arbeitende, britische Künstlerin Kitty Von-Sometime initiierte vor einigen Jahren das fortlaufende Kunstprojekt Weird Girls, in dessen Verlauf bislang 15 Episoden entstanden sind. Kern dieser Videos sind Choreographien schrill kostümierter Frauengruppen, die mit ihren Performances zur begleitenden Musik isländischer Musiker — zum Beispiel Ólafur Arnalds — Frauenbilder der Popkultur erkunden. Kitty Von-Sometime soll nun nach Greifswald eingeladen werden, um im Wurzelwerk des Romantikers Caspar David Friedrich eine solche Performance zu produzieren und die hiesige Landschaft mit dem menschenbasierten Fokus des Projekts zu konterkarieren.

weird girls project(Foto: Ben Mathis, weirdgirlsproject.com)

Das gesammelte Geld soll vorwiegend in die Kostüme fließen; die größten Anteile der Produktionskosten seien durch den Nordischen Klang und andere Unterstützer bereits gesichert. Das bei Startnext zu Beginn festgelegte Spendenziel von 750 Euro wurde bereits erreicht — 806 Euro sind bis jetzt zusammengekommen. Wenn es noch mehr wird, soll die Zahl der Teilnehmerinnen der Greifswalder Episode erhöht werden. Weiterhin ist geplant, während des Nordischen Klangs im Mai den entstehenden Kurzfilm im Greifswalder Theater vorzuführen, Kitty Von-Sometime zu einem Vortrag ins Krupp-Kolleg einzuladen und ältere Arbeiten der Künstlerin im Koeppenhaus auszustellen.

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Mehr über das Weird Girls Project erfährt man in diesem Video, weitere Informationen zur Spendenaktion sind bei Startnext zu finden.

KOSCHEL, KANE  UND KOEPPENHAUS: „4.48 PSYCHOSE“ 

Hannes Rittig, früher kaum wegzudenkendes Ensemblemitglied am Theater Vorpommern und seit dem Intendantenwechsel Betreiber des Café Koeppen, ersucht ebenfalls um Spenden zur Umsetzung eines künstlerischen Projekts. Hierbei geht es selbstverständlich um Theater und schon die Ankündigung wurde sehr positiv aufgenommen — kein Wunder, rekurrieren Stück und Besetzung doch auf alte Bekannte.

Geplant ist, in Greifswald Sarah Kanes 4.48 Psychose auf die Bühne zu bringen. Mit dem brutalen Stück Zerbombt wurde bereits vor drei Jahren ein Stoff der britischen Dramatikerin am Theater Vorpommern aufgeführt. Inszeniert werden soll das Werk von Uta Koschel (Das Fest); die Besetzung steht mit Grian Duesberg, Elke Zeh und ebenjenem Hannes Rittig ebenfalls fest.

zerbombt greifswald(Foto: Elke Zeh in Zerbombt, Theater Vorpommern, 2010)

Um diese Inszenierung zu verwirklichen, werden Spendengelder benötigt. Je nach Höhe des gespendeten Betrags gibt es als Gegenleistung Eintrittskarten, eine persönliche Erwähnung oder die Präsentation als Sponsor auf dem Veranstaltungsplakat.

Weitere Informationen dazu gibt es auf der Seite des Literaturzentrums Vorpommern.

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