Nicht alle Flaschen im Schrank — ROSA und Jack Daniel’s

Der Whiskey Jack Daniel’s steht nicht nur für hochprozentigen Rachenbrand, sondern auch für die werbewirksame Unterstützung sogenannter Freidenker, zu denen jetzt auch die ROSA WG mit ihrem Schrank gehört.

„Supporter of the Independent“ heißt das Stichwort, mit dem die meistverkaufte amerikanische Whiskeymarke werbewirksame Botschafter sucht, um die Reichweite zu erhöhen und am Profil der eigenen Marke zu arbeiten — astreines Brandy-Branding sozusagen.

schrank greifswald jack danielsKreative Einfälle, mit denen sich Leute beim konzerneigenen Freidenker-Programm („Feuer und Flamme für deine Ideen“) bewerben, werden mit einer einmaligen Finanzierung unterstützt. Um diese Förderung bemühten sich vor einiger Zeit auch die Technoheads der Rosa WG, die den kleinsten Floor ihres inzwischen leider geschlossenen Clubs mobil machen und auf Reisen schicken wollten: „Wer braucht schon mehrere Dancefloors, wenn man bereits auf einem halben den ganzen Spaß hat?“

Heute teilte die ROSA WG die Wiedergeburt von Schrank mit: „Damals, irgendwo verwinkelt, stand er dort. Nicht für Klamotten, nicht als Abstellkammer, eher für Menschen. Laut und Heiß, zum Tanzen und Romanzen. Augenblickliches Schwitzen und Feiern war garantiert. Stauraum für unvergessliche Momente. Dann war es vorbei. Früher ein Superclub, bald ein Supermarkt. Doch die Lust einen Teil zu bewahren blieb. Denn wo sich eine Clubtür schließt, lebt eine Idee weiter. Mit Hilfe eines Schnapsbrenners entstand die neue begehbare Zerstreuung. Schrank war wiedergeboren. Ungebunden, mobil und stabil. Jetzt können wir überall 7 Minuten im Himmel spielen.“

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Der mobile Floor ist jetzt keine spinnerte Idee unausgeschlafender Ex-Clubbetreiber mehr, sondern wurde bereits bespielt und wartet darauf, an neuen Orten aufgebaut und genutzt zu werden. Wer will, dass „Schrank“ bei sich aufgebaut wird, kann sich über die eingerichtete Facebook-Seite melden und kriegt mit etwas Fusel den kleinsten Floor der Stadt geliefert.


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12 Gedanken zu „Nicht alle Flaschen im Schrank — ROSA und Jack Daniel’s

  1. Whow, Werbung für einen milliardenschweren Weltkonzern, so much independent! Die szenetypischen Labore, die eigentlich für das Sponsoring der rosafarbenen Wohngruppe zuständig wären, führen ja weder Steuern ab noch machen sie Promotion.

      1. Auch eine Art sich mit Kritik auseinanderzusetzen.

        Einfach schnell andere als „Hater“ stigmatisieren, dann ist ihre Meinung ja nicht mehr auf Basis von Argumenten sondern lediglich durch ihre Hater-Persönlichkeit begründet und man kann sie ingorieren.

        PS: Man kann die Kiste cool finden, die Umsetzung professionell und den Marketingaspekt trotzdem kritisieren.

      2. Hass würde ich das nicht nennen. Ich mag diese Konsumkultur (und das schließt den Konsum synthetischer Drogen ein) eben nicht besonders. Komisch, dass Jockel so einen Werbedeal hier weiterverbreitet. Es gibt durchaus Destillerien, die sympathischer sind als der Weltmarktführer.

        1. So komisch ist das gar nicht. Zunächst, weil ich es nostalgisch finde, den durchaus denkwürdigen „Schrank“ (dessen Vorbild ich selbst nur bei einer Gelegenheit betreten habe) zum Kultfloor zu stilisieren, ihn mobil zu machen und am Leben zu erhalten. Clubkultur braucht meiner Meinung nach Nostalgie und sowas wie ein historisches Bewusstsein (und sei es nur ein Bewusstsein für die eigene Geschichte). Weiterhin finde ich es clever, mit dieser netten Idee 7000 EUR abzugreifen und dafür die eigene Seele verhältnismäßig teuer zu verkaufen. Andere präsentieren ihre Veranstaltungen im Theater, auf dem Markt oder an anderen Orten mit überdimensionierten Bannern der Stadtwerke oder der Sparkasse (Es gibt durchaus sympathischere Energieversorger und Geldinstitute), bei den ROSA-Leuten dürfte sich das auf die Präsentation auf der JD-Website und dem Youtube-Kanal beschränken.

          [snobmode]PS: Bei mir kommt nur schottischer Whisky ins Glas, mit dem JD würde ich nicht mal den Geschmack einer Cola ruinieren. Und auch in Schottland wurden in den vergangenen Jahren viele kleine, aber traditionsschwangere Destillerien von großen Konzernen geschluckt. Ich vermute mal, dass es in anderen Whisky-Nationen ähnlich aussieht.[/snobmode]

        2. Wie? Ist Jack Daniels eine synthetische Droge? Ich dachte immer, das wird irgendwie gebrannt, Getreide und so?!
          Oder wie kommt es jetzt dazu, dass ’synthetische Drogen‘ hier ins Feld geführt werden? Ich finde das ein bisschen anmaßend, damit um die Ecke zu kommen, nur weil man meint, eine passende Assoziation zu haben und für sich selbst zum Entschluss gekommen ist, dass man eine „Konsumkultur eben nicht besonders mag“. Stigmatisierung und so?!

          1. Naja, es ist jetzt nicht so überraschend, dass es bei der Rosa WG fast jede Art von Drogen gab. Deshalb ist die Exilparty auch nach genau einer Veranstaltung aus dem Klex geflogen. Kann man mögen, muss man aber nicht. Ich fand den Zusammenhang zu Whiskey daher eher überraschend, mehr wollte ich nicht sagen.

            1. Ich habe noch keine Party erlebt, wo die Veranstaltenden ihre Gäste selbst mit illegalisierten Rauschmitteln versorgt haben. Konsumentinnen finden ihre Versorgungswege und wenn beim nächsten Mal jeder Gast bis unter den Schlüppi gefilzt wird, dann hinterfragst du möglicherweise die eingeschränkten Bürgerinnenrechte und den Generalverdacht. Bis zum bitteren Ende lässt sich dieser Konflikt leider nicht auflösen. Heute Abend feiert die Rosa WG übrigens wieder im Klex, falls du noch nichts vor hast, itz itz!

            2. Hi Stefan,

              ich finde es ziemlich happig, was du hier abziehst. Wie Jockel schon schreibt – nicht die Veranstalter, sondern ein jede/r selbst ist verantwortlich dafür, was man zu sich nimmt oder nicht. Als halbwegs klar denkender Mensch müsste einem das klar sein. Gehörst du nicht dazu? Dass du das Thema hier überhaupt ins Spiel bringst, obwohl es der Kontext nicht wirklich hergibt, sehe ich als böswillige Absicht, als Versuch der üblen Nachrede, als Werfen mit Dreck. Allein die Formulierung „fast alle Sorten von Drogen“ zeugt von deiner umfänglichen thematischen Unkenntnis. Wie viele Sorten von Drogen kennst du? Drei? Vier? Wie viele Formen von Rauschmitteln gab und gibt es in der Weltgeschichte?
              Du kannst gern deine Meinung haben oder deine persönlichen Ängste kultivieren, aber manchmal ist es echt erwachsen, auch einfach die Schnauze zu halten.
              Armselig, echt!

              1. Naja, ist ein Alkoholproduzent kein thematischer Anknüpfungspunkt für eine Drogendiskussion? Ist Alkohol keine (legale) Droge?

                Der Rest ist imho Unfug: Natürlich ist der Veranstalter dafür verantwortlich, ob er Dealer bei seinen Veranstaltungen duldet oder nicht und ob er Besucher/innen, die unter Drogen stehen, reinlässt oder rauswirft. Dafür gibt es genug positive und negative Beispiele, so naiv kann man doch gar nicht sein, dass einem das nicht aufgefallen ist. Wenn man diese Verantwortung nicht wahrnimmt, ist das in meinen Augen nicht gerade eine Heldentat.

                1. Stefan, du erzählst einfach nur Müll!
                  Woher nimmst du die Gewissheit, dass dort Dealer geduldet wurden? Unterstellungen eines Kleingeistes.
                  Hol dir ein Taschentuch!

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