Konzert mit rechtsoffener Band Gerbenok fällt aus

Am zweiten Weihnachtstag sollte im Greifswalder Bunker das Festival If the kids are united stattfinden. Im Vorfeld des Konzertabends ist Kritik über das Booking laut geworden. So wiesen sowohl die Greifswalder Antifa als auch das Portal Oire Szene darauf hin, dass sich die angekündigten Bands Schusterjungs, Gerbenok und Mum­mys Darlings im rechtsoffenen Spektrum bewegen würden.

Hier mal ein Textauszug aus dem Stück Die neuen Hippies der Band Gerbenok:

„Das soll jetzt nicht rassistisch klingen, doch es ist nun einmal so
Irgendwelche Asylanten dealen auf dem Bahnhofsklo
Mit langem Haar und schöner Bräune stehn sie an der Litfaßsäule
Schicken Kinder auf den Strich, doch das interessiert euch nicht“

Andere, krass homophobe Textbeispiele erspare ich Euch an dieser Stelle und verweise nochmal auf die Seite der Greifswalder Antifa, wo die Zeilen veröffentlicht sind, die hier nicht stehen sollen.

Gerbenok

Dort wird gerade gemeldet, dass das geplante If the kids are united inzwischen abgesagt worden sei. Die Veranstalter entschuldigen sich: „leider müßen wir das Fest absagen, Da es Probleme mit der Lokation giebt ;( wir bedauern das sehr. würden es aber gern auf mite März verschieben.Wir wissen das es sehr kurtzfristig ist.“ Etwas mysteriös ist außerdem, dass drei verschiedene Flyer mit unterschiedlichen Line-ups kursierten. Vielleicht haben ja Bands auf ein gemeinsames Konzert mit Gerbenok verzichten wollen und zwischenzeitlich abgesagt?

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Ist Greifswald jetzt nach der Absage seitens der Veranstalter ein sogenanntes Rechtsrock-Konzert erspart geblieben?

Die Organisatoren verneinen sehr eindeutig jede politische Ambition ihres Festivals und bewegen sich damit in einem OI-politischen Trend, den ich für sehr gefährlich halte und dem die Öffnung nach rechts unterstellt wird und der im fatalen Booking der Band Gerbenok seine Bestätigung erhalten hätte: „Das Fest „If The Kids Are United“ ist rein UNPOLITISCH, wir wollen keine Rechten Nazis, sowie keine Linksextremisten, Das ITKAU sieht sich verbunden mit der OI! und Punk Bewegung. Was zählt ist der Zusammenhalt gegen all den Politischen Dreck! Bleibt euch selber Treu, und geht euren eignen Weg!“

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Das rechte Störtebeker-Netz ergänzt die bereits hier beschriebene Frechheit und kommentiert einen Spiegel-Online-Artikel über eine Studie über die Einstellung Jugendlicher gegenüber Homosexualität. In dem Beitrag heißt es u.a.:

Hin und wieder können doch auch deutsche Schüler von ihren ausländischen Mitschülern etwas lernen, und wenn es die ablehnende Haltung zu einer Glorifizierung von krankhaften Entartungen ist.

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Das verdient unbedingt ein Posting: Im Störtebecker-Netz ist ein Beitrag über neue Hamburger Stolpersteine zum Gedenken an die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus erschienen. Was man da liest, regt die Zehnägel zum Kräuseln an.

„So ist es zwar richtig, dass es während des Dritten Reiches homosexuelle Häftlinge in den Konzentrationslagern gegeben hat, nicht aber, daß es eine systematische Verfolgung von Homosexuellen mit dem Ziel ihrer systematischen Vernichtung gegeben hat. Wenn man im Dritten Reich als Homosexueller ins KZ kam, so dann in erster Linie deshalb, weil man gegen Paragraphen verstoßen hat, die schon in der Kaiserzeit festgelegt wurden und die in der Bundesrepublik wie auch in der DDR noch Jahrzehnte nach dem Krieg Geltung besaßen. Eingesperrt wurden für gewöhnlich solche, die sich an Minderjährigen vergangen hatten oder ihre Krankheit aggressiv und provokant auslebten oder aber auf andere Weise strafbar gemacht hatten.“

Ich denke, wir können davon ausgehen, dass politische Demonstrationen wie der CSD sicher ebenfalls den Tatbestand des provokanten Auslebens einer Krankheit erfüllt hätten, wenn man der Logik des Autors folgen würde. Dieses Mahnmal wurde jedenfalls mit rechtsextremistischen Parolen und Symbolen verunglimpflicht. Der Autor des Beitrages vermutet aber die Täter weniger in der rechten Szene, sondern spekuliert, dass Homosexuelle die Beschmierungen selbst zu verantworten hätten.

„Sinnigerweise gibt es bislang nicht den geringsten Beweis dafür, dass die Tat tatsächlich von „Rechtsextremen“ begangen wurde. So ist es für uns durchaus denkbar, dass die Tat von möglichen Geistes- und vielleicht sogar Bettgefährten Müllers begangen worden ist, um auf diese Weise Propaganda gegen Rechts zu machen und gleichzeitig irgendwelche Fördergelder für schwule Vereine einzustreichen.“

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