Wechsel bei der Ostsee-Zeitung: Amler geht

Reinhard Amler OZ

Schon seit Monaten stand das Gerücht im Raum, dass in naher Zukunft ein Wechsel in der Chefetage der Greifswalder Lokalredaktion der Ostsee-Zeitung bevorstünde. Heute wurde die Nachricht zeitungsöffentlich und die Umbesetzung ist erfolgt.

Die Ära Amler, und nach einer achtundzwanzigjährigen Tätitkeit darf man beruhigt von einer Ära sprechen — ist gestern zu Ende gegangen.

Das Ende einer Ära

Reinhard Amler OZDieser Satz klingt unwirklich, schließlich begleitete mich Amlers Arbeit seitdem ich Lesen kann. Nicht viele Jobs bieten so viele Potentiale, eine Stadt zu prägen und vielleicht sogar zu verändern, wie die Anstellung als Redaktionsleiter der einzigen lokalen Zeitung.

In dem im Dezember 2009 von Dirk Mellies und Frank Möller herausgegebenen Buch Greifswald 1989: Zeitzeugen erinnern sich erfährt der geneigte Leser mehr über den Menschen und Redakteur Reinhard Amler und seine persönlichen Wahrnehmungen der Greifswalder Wendezeit.

Reklame

Wer mit der Ostsee-Zeitung unserer Zeit hart ins Gericht geht, kommt nicht umhin, beim Lesen des folgenden Zitates den tiefen Graben zwischen Amlers Anspruch und der Wirklichkeit zu registrieren.

(Bild: webMoritz)

Damals ging der Satz um: Der DDR-Journalist hat die Schere im Kopf. Das stimmt auch. Man hat genau ausgeschnitten: Das darfst du, das darfst du nicht.“ (S.56)

„Schon in dieser Zeit haben wir ein bisschen anders berichtet, waren wesentlich kritischer, indem wir z.B. andere Leute zu Wort kommen ließen, die schärfere Töne anschlugen. Das hatten wir vorher nicht gemacht. Das war natürlich ein Novum für die Leser. Wir bekamen auch entsprechend Zuspruch, aber die Leute wollten natürlich noch mehr, wollten, dass wir noch tiefer reingehen, dass wir die Dinge noch mehr beim Namen nennen.“ (S.57) „Aber weil ich so jung war, und große Ansprüche an mich selbst und an meinen Beruf hatte, bin ich offenbar ganz anders mit diesen Dingen umgegangen. Für mich bestand kein Zweifel an dem, was ich tun würde: Journalismus machen, wie ihn die Leute von uns erwarten. Wir werden die Leute kritisieren, die zu kritisieren sind und wir werden auch Sachen in die Zeitung setzen, die dem einen oder anderen nicht passen werden, nach dieser Maßgabe handelte ich.“ (S.58)

Das Buch ist absolut lesenswert und fesselt mit insgesamt zwanzig interviewten Zeitgenossen des politischen Umbruchs im Greifswald der späten Achtziger Jahre und der folgenden Umorientierungsphase, beispielsweise mit Reinhard Arenskrieger (CDU) oder mit dem Anglisten/Amerikanisten und gebürtigen Jamaikaner, Dr. James Fanning.

Reinhard Amler wird jetzt in der Stralsunder OZ-Redaktion arbeiten, Gerüchten zufolge wird dorthin auch Cornelia Meerkatz versetzt werden. Was aber wird der Personalwechsel für Greifswald bedeuten?

Verjüngungskur für die Lokalredaktion

Der frisch gekürte neue Redaktionsleiter ist der gebürtige Karlsburger Benjamin Fischer. Mit seinen erst dreißig Jahren wird er — ähnlich seinem Vorgänger — sehr früh die Arbeit einer Redaktion verantworten und Teil einer Verjüngungskur sein. Fischer ist seit dem 1. April 2009 in der Greifswalder OZ-Filiale tätig. Er studierte an der hiesigen Universität Germanistik und Politikwissenschaft und ist seit 2001 als freier Mitarbeiter bei der Zeitung tätig.

fischerSein Aufgabenfeld wurde klar definiert: „Fischer soll die Umstrukturierung der Redaktion und die Online-Aktivitäten weiter voranbringen„.

Seit einigen Monaten betreut er bereits für die Lokalredaktion einen Twitter-Account. Allerdings werden dort neben einem überflüssigen OZHGW wünscht allen einen schönen Sonntag! fast ausschließlich die Links zu aktuellen Artikeln veröffentlicht. Schwer vorstellbar, dass Fischer einer medialen Vision anhängig ist, die zu einem moderneren Umgang mit dem Informationsdienst führt.

Gegenwind 2.0

Im Internet, wo der neue Chefredakteur mit seiner Zeitung hin will oder soll, gibt es allerdings auch Gegenwind zur Genüge. Der passionierte watchblogger Ulrich Meyke macht den jungen Journalisten regelmäßig zum Redaktionsbenjamin, dazu gesellen sich tägliche Behakelungen des Twitter-Nutzers kaiderChef. Hier eine heutige Kostprobe dessen, was Fischer dort über sich lesen kann: „Little Woodi ist neuer Red.-leiter. Verantw. f. Umstrukturierung u. Online http://bit.ly/9wmBGR, Erste Amtshandlung: Ernennung getwittert“.

Bei all den Stänkereien und der häufig auch berechtigten Kritik muss man natürlich fragen, wem hier überhaupt Steine in den Weg gelegt werden, denn ein zumindest einigermaßen objektiver Lokaljournalismus profitiert definitiv von Amlers Abzug, schlimmer kann es doch eigentlich nicht werden. Für Fischer spricht außerdem, dass er bis jetzt kaum in das Beziehungsgeflecht einflussreicher Greifswalder eingebunden ist.

Die entscheidende Frage

oz täglich neuer inhaltIn diesem Sinne gratuliere ich natürlich Benjamin Fischer zu seiner Beförderung, wünsche ihm gutes Gelingen und hege Hoffnungen auf Veränderungen. Wir Leser werden uns noch einige Monate gedulden müssen, ehe wir eine eine Antwort auf die wirklich entscheidene Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt, finden werden:

Wer wird wen zuerst verändern können? Der Chefredakteur die Lokalzeitung oder das vielfach kritisierte Blatt den jungen Redaktionleiter?

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29 Gedanken zu „Wechsel bei der Ostsee-Zeitung: Amler geht

  1. Das stimmt. Vielleicht will man auf den stetig wachsenden Auflagenschwund reagieren und für frischen Wind sorgen. Vielleicht ist man aber auch den Beschwerden beim Presserat überdrüssig. Genau wird man das nur im Verlagshaus wissen.

  2. Vllt will man ja den Ruf der SPD in Greifswald verbessern. Es gibt ja Gerüchte,dass er Fischer bestens mit der SPD „vernetzt“ ist… 😉

  3. Mensch, das sind ja mal Neuigkeiten!
    Da hättest du aber auch gut hingepasst, Jockel.
    Aber bist wohl noch keine 30. Tja, Pech (;

    Sehe ich auch so, kann eigentlich nur besser werden – sollte es aber auch, deshalb viel Glück und Mumm dem neuen Ch.-Red – leicht wird’s nicht. Einfach den frischen Wind nicht aus den Segeln nehmen lassen!

    PS:
    Der zitierte „Redaktionsbenjamin“-Spitzname ist ja albern, erst recht im mahnenden, herablassenden Kontext zum „pseudo-kritischen Pseudo-Hochwertjournalismus“. Tss. Oder ist das komische Ironie? Naja, wird hoffentlich nicht überbewertet – dieser pseudo-vorrauseilende Ruf.

  4. Werter Herr Peters,

    dass Sie mit Dirk Mellies Ihre Probleme haben war nicht anders zu erwarten, schließlich hat er sich auch mehr als einmal öffentlich klar gegen den derzeitigen Uni- Namenspatron positioniert – mit sachlichen und nachvollziehbaren Argumenten. Sowas in den Leserbriefspalten zu lesen schmeckt ihresgleichen natürlich nicht, da muss dann ganz schnell wieder die Diffamierungskanone in Stellung gebracht werden. Dass in der Friedensbewegung auch mehr als 2 IM des MfS unterwegs waren bzw. das „Neue Forum“ dann von der DDR- Führung vor den Karren gespannt wurde („wir wollen doch auch Veränderung“) dürfte Ihnen bei längerem Nachdenken über die Wende- Ereignisse auch einfallen…soweit Sie denn des mehrdimensionalen Denkens mächtig sind.
    Ich begrüße die Strafversetzung von Amler sehr, es kann nicht angehen, dass eine Lokalzeitung sich zum Instrument gegen unliebsame Meinungen machen lässt. So funktioniert Demokratie nicht! Benjamin Fischer kenn ich noch aus der Uni, netter Kerl. Ich wünsche Ihm nur das Beste und viel Stärke, damit er dem Druck standhalten kann. Sowohl Druck durch den Job, als auch durch den versuchten Einfluss von Außen!

  5. @Manfred Peters:
    Vielen Dank für ihren Kommentar. Wenn sie ganz genau hinsehen, werden sie erkennen, dass der Beitrag des webMoritz hier ebenfalls verlinkt ist, schließlich kommt daher auch Amlers Bild. Zu spät kommt mein Beitrag nicht, denn meine prophetischen Fähigkeiten sind einfach nicht stark genug ausgeprägt, um die Entscheidung über den Nachfolger schon am 1.2. vorhersagen zu können. Diese Information blieb vor einem Monat auch der web/PrintMoritz schuldig. Und die Gerüchte vorher herauszuposaunen?

    Ihre aggressive Kritik an Mellies sagt auch einiges über sie aus.

  6. @ Zorro @ all

    Ich bin noch ziemlich neu in Greifswald und habe daher nur wenige Beiträge von Herrn Amler gelesen.

    Was genau werfen Kritiker denn Herrn Amler vor? Und ist Herr Fischer eigentlich parteipolitisch ungebunden?

  7. @ Jokel
    Das nenne ich ausgetrickst! Ich habe mindestes zweimal nach ein Link zum „Webmoritz“ gesucht. Dass er sich unter (Bild: webMoritz) versteckt, habe ich inzwischen auch erkannt.
    Das Hauptthema war doch wohl Herr Amler. Ob Herr Fischer „netter Kerl“ genug ist, alle Erwartungen zu erfüllen, wird sich zeigen.
    Ich habe Herr Mellis nur zitiert. Was das über mich aussagt, wäre zu konkretisieren.
    @ Zorro
    Um Arndt geht es doch hier gar nicht.
    Aber wenn „sachliche(n) und nachvollziehbaren Argumente(n) so aussehen,
    – Zitat Mellis: „… Westdeutsche scheinen in Greifswald generell nur ein bedingtes Duldungs- aber in keinem Fall ein Mitspracherecht zu genießen. …“ – dann ist der Papst wohl der Zorroflüsterer.
    Übrigens, was sind „ihresgleichen“?
    Ob Herr Amler strafversetzt wurde, weiß ich nicht. In Stralsund hat er aber eine Kollegin, die ihm an Opportunismus sicher überlegen ist:
    http://ostsee-zeitung-blog.blogspot.com/2010/02/traum-provokateurin.html

  8. Das Hauptthema war doch wohl Herr Amler. Ob Herr Fischer “netter Kerl” genug ist, alle Erwartungen zu erfüllen, wird sich zeigen.

    Das Hauptthema ist der Wechsel des Chefredakteurs, da geht es um Amler genauso wie um Fischer.

    “… Westdeutsche scheinen in Greifswald generell nur ein bedingtes Duldungs- aber in keinem Fall ein Mitspracherecht zu genießen. …”

    Dem kann ich mich nur anschließen. Die Arndt-Debatte hat das ein weiteres Mal gezeigt.

  9. Herr Peters, die latente Fremdenfeindlichkeit der Vorpommern gegenüber allen Auswärtigen ist keine Erfindung von Dirk Mellis. Er ist nur einer der wenigen, die dies öffentlich im Sinne einer demokratischen Zivilgesellschaft anspricht!

    Ansonsten Glückwunsch an Benjamin Fischer, ich freue mich auf den frischen Wind in der kargen Medienlandschaft.

  10. Kaum erscheinen auf dem webmoritz keine Artikel mehr, werde hier die gleichen Debatten geführt. Es geht ja mal wieder um Arndt.. wann kommt das „Nazithema“?

  11. Ja, meinen Vorrednern muss ich nicht viel hinzufügen. Natürlich geht es grad nicht um Arndt (zum Glück…), aber die OZ und ihr Chefredakteur haben eben jene Debatte dermaßen beeinflusst und tendenziöse verzerrt, dass sich jedem zivilgesellschaftlich bemühten Menschen der Magen umdreht. Sehr befremdlich, aber dennoch äußerst positiv habe ich deshalb die archivierten Artikel der OZ zu den Ausschreitung 1992 in Schönwalde wahrgenommen, die letztlich im Ikuwo ausgestellt waren. Großartig, wie bemüht man damals war, weltoffen zu wirken, tolerant zu berichten, junge Menschen einzubinden, Rechtsextremismus entgegenzutreten. Die OZ von heut ist davon Lichtjahre entfernt, es geht nur darum, das hiesige CDU- Klientel zufriedenzustellen. Allein die Auswahl der Leserbriefe bzw. das Verhindern von Antworten auf selbige spricht für sich. Dirk Mellies hat also den Nagel genau auf den Kopf getroffen. Studierende und Lehrende sind in Greifswald willkommen…solang sie Geld hier lassen, die Schnauze halten und nach 4 Jahren wieder abdüsen. Amler hat sich für die Verbreitung dieser Botschaft einspannen lassen. Gut, dass der Bundespresserat interveniert hat!
    Benjamin Fischer, unsere Hoffnungen begleiten Dich ins neue Amt. Viel Erfolg!

  12. Wir alle so hoffnungsvoll und er heute bei „Guten Tag, liebe Leser“:

    „Die weiße Pracht hat uns ver- und eine Menge Dreck hinterlassen. So schön weiß wie die Welt in den letzten Wochen aussah – jetzt zeigen Straßen und Gehwege uns ihr ungeschminktes Gesicht. Wie mit Puderzucker hatte der Schnee sogar noch den Silvesterdreck unter sich begraben. Nun tauchen die längst abgerauchten Böllerwieder auf, als wäre erst gestern Neujahr gewesen. Und überhaupt, warum taut der ganze Dreck nicht einfach mit weg? Irgendwie glaubt man das ja. Einfach mal einen Kaugummi in den Schnee gespuckt, ohne groß drüber nachzudenken, weil, wenn der Frühling kommt, sieht man nichts mehr davon.
    Aber denkste, jetzt liegt das klebrige Ding immer noch an Ort und Stelle. Den gleichen Gedanken müssen übrigens auch Hundehalter gehabt haben. Motto: Im Schnee kann Pfiffi hinmachen, wo er will. Toll, und
    ich trete jetztmittenrein. Wohl zur Strafe für den Kaugummi.
    Ihr Benjamin Fischer“

    Fragt man sich eben, wer wen zuerst verändert.

  13. ehe, jockel, wenn du mal ne andere qualitätszeitung auseinanderpflücken möchtest, greif dir doch mal nen exemplar von diesem gratis-heft was in letzter zeit in diversen geschäften in der innenstadt ausliegt. is so din-a-4-format und bischen auf hochglanz gemacht. neoliberaler bezahljournalismus vom feinsten, der dong chef darf erklären warum die co2 emissionen des kraftwerks garnich schlimm gewesen wären (sinngem. „die co2 menge die das kraftwerk in einem jahr ausstößt wird in china in wenigen stunden freigesetzt“) und sebastian ratjen bekommt eine plattform für seine meinung, dass jede auch nur ansatzweise linke regierung in m-v grundsätzlich technologiefeindlich is -.-

  14. @ Jockel, Wissender, i tak dalej

    Greifswald wird in der Verwaltung, der Politik (Ausnahme Linke) und an der Uni von „Westdeutschen“* geprägt. Jetzt gibt es ein Thema, wo nicht sofort alle „Einheimischen“ vor dieser „Herrschaft“ kriechen. Schon ist man geneigt „den Westdeutschen“ zu raten eine „Vereinigung der Verfolgten der Vorpommern“ zu gründen, wenn es nur nicht so eine absurd dumme Diskussion wäre.

    [edit: Off-Topic]

  15. Die Ressentiments, die aus den alten Bundesländern zugezogene Studierende Jahr für Jahr in den Leserbriefspalten der OZ ertragen müssen sind Unfug? Es geht dabei nur um das Thema Arndt? Unfug!

    Untersuchen sie doch mal die Reaktionen Greifswalder Bürger auf studentische Interessen, die gleichwohl auch für die Allgemeinheit von Belang sind, zum Beispiel alles um das Thema Fahrrad (-Stadt, -Wege, -Rowdies, -Bußgelder, oder die Querung der Europakreuzung).
    Es haben sich ja auch bereits (und aus gutem Grund) gebürtige „Westdeutsche“, die sich schon sehr lange in der Stadt engagieren, wie z.B. Uli Rose, zu diesem Thema geäußert und auf ein Problem der hier grassierenden Mentalität hingewiesen. Dabei geht es um ein Klima in der öffentlichen Meinung.

    Weiterhin halte ich es für irrig, uns als von „Westdeutschen“ regiert und verwaltet hinzustellen. Natürlich haben verdammt viele Umbesetzungen nach der Wende stattgefunden und selbstverständlich muss diese Praxis einer Kritik unterzogen werden (Stichwort: Bezahlung nach Ost-/Westtarif). Aber dass hier auch Urgesteine an den Reglern drehen, können sie nicht von der Hand weisen.

    Jetzt aber blind auf jenen rumzuhacken, die den „Duldungsstatus“ thematisieren, halte ich für wenig hilfreich und bestätigt in meinen Augen eigentlich ein weiteres Mal die von Mellies formulierte Kritik.

    In DIESE Diskussionen haben sie den Begriff, der durch jahrzehntelange Benutzung einfach einen festen Platz in unserer Sprachpraxis erobert hat, eingeführt.

  16. Man mag die Greifswalder OZ (schon mal die Stralsunder OZ gelesen?) und die Arbeit ihres bisherigen Redaktionsleiters kritisch sehen, aber warum sollte eine (Lokal)Zeitung etwas anderes drucken als das, was ihre Leser und Käufer (!) offenbar lesen möchten? Die lauten Kritiker der OZ sind doch in der Regel gar nicht ihre Leser/Käufer. In einem fort U. Meyke, von dem sich die OZ im Streit trennte, als „Kronzeugen der Anklage“ anzuführen, ist da schon ein bisschen wenig. Und Benjamin Fischer vorzuhalten, er habe seine Ernennung getwittert, sagt wenig über B.F., mehr aber über kdC und den dies zitierenden Autor aus.

    Zur Ost/West//Hiergeborenen/Hinzugezogenen-Debatte: Mich verwundert es schon, dass mit König ein Zugezogener (Ossi) überhaupt OB werden konnte, (im übrigen mit von der Wense einem Wessi folgend!), Wessis auf die Stühle von Dezerneten und Beigeordneten rücken durften, der Bürgerschaftspräsident gebürtiger Heringsdorfer ist und (oder gerade) ehemalige und zugezogene (Nachwende)Studenten sich in der Greifswalder Politik und im sonstigen öffentlichen Leben etablieren konnten. Insofern ist die dünnhäutige Kritik eines Dirk Mellis oder anderer eher von sehr subjektiver Natur.

    @zorro:
    Zitat „aber die OZ und ihr Chefredakteur haben eben jene Debatte dermaßen beeinflusst und tendenziöse verzerrt, dass sich jedem zivilgesellschaftlich bemühten Menschen der Magen umdreht“

    Ah ja, und wie würdest Du dann jene Menschne bezeichnen, die diese Debatte eben gerade anders und die einseitige Kampagne der „Uni ohne Arndt“ sehr kritisch gesehen haben? Mann mann mann…

  17. warum sollte eine (Lokal)Zeitung etwas anderes drucken als das, was ihre Leser und Käufer (!) offenbar lesen möchten?

    Die Auflage der OZ sinkt doch kontinuierlich. Vielleicht nicht nur wegen der Krise der Printmedien, sondern weil diese Zeitung Geldverschwendung ist? Vielleicht würden andere Inhalte auch andere und vor allem mehr Leser ziehen?

    Und Benjamin Fischer vorzuhalten, er habe seine Ernennung getwittert

    Bitte gründlich lesen und erst dann Kritik üben! Ich habe ihm nicht vorgehalten, seine Ernennung zu twittern, sondern dieses Tweet als beispielhaft für den Ton, der gegen Fischer angeschlagen wird, ins Feld geführt.

    Zur Ost/West//Hiergeborenen/Hinzugezogenen-Debatte:

    Mir geht es natürlich nur um die Zugezogenen aus den alten Bundesländern. Im Übrigen würde mich interessieren, welche „zugezogenen (Nachwende)Studenten sich in der Greifswalder Politik und im sonstigen öffentlichen Leben etablieren“. konnten

  18. @ Jockel
    „… welche “zugezogenen (Nachwende)Studenten sich in der Greifswalder Politik und …“
    Bin zwar nicht Sören, aber es passt so gut.
    Christian Weller aus einem kleinen Dorf an der Lippe ist jüngst zum Fraktionsgeschäftsführer der CDU-Bürgerschaftsfraktion gewählt/ernannt worden.
    Seine Vorliebe zu Ego-Shootern, von denen eine Version auf dem Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien steht, sagt einiges über diesen „Shooting Star“:
    http://www.ju-greifswald.de/index.php?option=com_content&view=article&id=57&Itemid=57
    Die Strategie eines Spiels lautet: „Kolonisiere deinen Heimatplaneten und baue mit der richtigen Strategie eine stabile Wirtschaftsmacht auf.“ Klickt es?
    Er löst damit Herrn Dirk Bauer ab, der als persönlicher Referent des OB eingestellt wurde, obwohl er laut Personalrat nicht die notwendige Qualifikation besitzt.
    Zitat OZ/BF: “ … Zumal die Stadtverwaltung seit Tagen eine Presseanfrage zum Ausschreibungsverfahren und zur Qualifikation von Bauer unbeantwortet lässt. Landläufig gilt: Referenten-Jobs gibt‘s nur mit Hochschulabschluss. Der Kandidat Bauer lässt hier Fragen offen. …“

  19. @Jockel:
    Meine Aufzählung macht eigentlich die Nennung weiterer Personen und/oder Funktionen überflüssig, dachte ich. Dem war offenbar nicht so. Nun müsste ich eigentlich Herrn Peters dankbar sein, dass er Namen nennt. Bin ich aber nicht, denn die Art und Weise seiner/s Postings lässt dann doch etwas von dieser von Dir behaupteten und von mir bestrittenen „Fremdenfeindlichkeit“ durchblicken.

    @Manfred Peters:
    Ich Feststellung „Greifswald wird in der Verwaltung, der Politik (Ausnahme Linke) und an der Uni von “Westdeutschen”* geprägt.“ lässt ebenfalls den Rückschluss auf eine solche „Fremdenfeindlichkeit“ zu. Dabei ist schon Ihre Feststellung falsch, zumindest was Politik (CDU, SPD, Bürgerliste etc.) und Verwaltung (OB, die meisten Amtsleiter etc.) betrifft. Mir persönlich ist solch eine ausgeprägte „Fremdenfeindlichkeit“ (ist es Angst?) im übrigen recht selten begegnet. Außer ausgerechnet bei ausgepägt linken „Urgreifswaldern“ oder solchen, die es gern sein wollen. Endet die Internationalität der Linken etwa schon an der eigenen Stadtgrenze?

  20. Korrektur: Der Zweite Absatz muss statt „Ich“ natürlich mit „Ihre“ beginnen.

    Nachtrag: Jockel, Du hattest kdC zitiert und nichts anderes hatte ich geschrieben…

  21. Vielleicht noch etwas zum Thema des Artikels: Der neue Chefredakteur hat sich mit einem weiteren Verstoß gegen den Pressekodex (Lokalausgabe vom Dienstag, erste Seite, rechte Spalte) ja sehr gut eingeführt.

    Aber warum wurden diesmal keine Fotos veröffentlicht und kein StudiVZ-Profil geplündert? Gab es das nicht? Nochmal nachhaken!

  22. @ Lasse Tritin

    Einfach in die Suchmaske oben links in meinem Blog Amler eingeben und lesen.

    @ Sören

    “In einem fort U. Meyke, von dem sich die OZ im Streit trennte, als “Kronzeugen der Anklage” anzuführen, ist da schon ein bisschen wenig.”

    Ich finde, das ist eine ganze Menge; einfach mal lesen, was in meinem Blog geschrieben steht und das, was nicht kritikwürdig ist, als solches kommentieren.

    Wer hat behauptet, die OZ hätte sich von mir im Streit getrennt? Amler? Der hat damals, nach Erscheinen seiner Version im Journalist 1/2006, eine Unterlassungserklärung unterschrieben, den verdrehten Quatsch nicht zu wiederholen. (Leider habe ich damals auf einen Widerruf verzichtet.) Dazu erschien im Journalist 2/2006 eine entsprechende Mitteilung, die Ihnen offensichtlich entgangen ist. Ich fordere Sie auf, die oben gemachte Aussage über mein Ausscheiden aus der Redaktion nicht zu wiederholen.

    Zur Information: Ich habe die OZ ausschließlich auf meinen Wunsch hin verlassen. Es gibt keinen anderen Grund. Wenn die OZ Streit mit mir gesucht haben sollte, das kann ich mir immer noch nicht vorstellen, habe ich das nicht bemerkt. Ich habe keinen Streit mit der OZ gehabt. Sowohl die Personalchefin der OZ als auch der damalige Chefredakteur, jedoch nicht Lokalchef Amler, versuchten damals, mich von meinem Wunsch abzubringen, das Arbeitsverhältnis mit der OZ zu beenden.

    Noch etwas: Ich bin kein Kronzeuge. Was ich mache, tue ich inzwischen ausschließlich für die Leser, die erkennen sollen, wie die OZ – nicht nur die Greifswalder Redaktion – arbeitet, was falsch gemacht wird, welch ein Unsinn mitunter gegen Geld verbreitet wird usw. Es sind Anmerkungen zum Niedergang einer Zeitung.

    Zum Schluss: Mir ist egal, wie die Leute heißen, die die Zeitung machen. Mir kommt es auf das Ergebnis an, und das ist leider viel zu oft wertlos. Mehrere tausend Beispiele dazu finden Sie in meinem Blog.

  23. Zitat Manfred Peters: „Seine Vorliebe zu Ego-Shootern, von denen eine Version auf dem Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien steht, sagt einiges über diesen “Shooting Star”“

    Aha, sind die Grünen jetzt auch auf einmal der alten Garde um Schäuble und Co beigetreten, die Killerspiele verbieten möchte? Schade, ich hatte mehr von euch erwartet…

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